Dez 262010
 

 

Für erhebliches Aufsehen sorgte in der letzten Woche die Nachricht, dass ein Mitarbeiter des Landesbergamtes einen Werbeflyer des WEG an die Bürgermeister der Orte verschickt hatte, in denen es zu Probebohrungen kommen könnte.

Das das kein Einzelfall ist und es schon öfter zu Kooperationen zwischen Industrie und Genehmigungsbehörde gekommen ist, zeigt der nächste Fall:

Am 10.Dezember 2010 hielt Herr Norbert Stahlhut im Düsseldorfer Landtag einen Vortrag über Unkonventionelle Gasförderung in NRW. In der Powerpointpräsentation verwendete er Folien, die mit der Aufschrift von Exxon-Mobil versehen waren.

Exakt die gleichen Folien dienen mit dem Logo der Bezirksregierung Arnsberg versehen, der Genehmigungsbehörde als Medium bei Vorträgen.

Powerpointpräsentation des Landesbergamtes Quelle: erhalten vom BUND

Powerpointpräsentation Norbert Stahlhut am 10.12.2010

  6 Antworten zu “Landesbergamt und EXXON: Teil 2”

  1. Schöne Bescherung …

    Das übergeordnete Behörden Werbeblättchen großer Unternehmen / Konzern – getarnt als Informationsmaterial getarnte – zielgerichtet an (ausgewählte) Entscheidungsträger in nachgeordneten Verwaltungen und politischen Entscheidungsgremien versenden, ist schlicht gängige Praxis – und zwar seit Jahrzehnten.

    “Akzeptanzförderung” die Lobbyisten.

    Einzig das “Schmieren” der Entscheidungsträger ist ein wenig aus der Mode gekommen, weil dank Internet und Presse der Imageschaden unkalkulierbar geworden ist,

    So ist das Verhalten des zuständigen Bergamtes im Fall Exxon-Mobil in jeder einzelnen Phase des Theaterstücks geradezu “Behördenstandart” Beispielhaft.

    Neu ist bei Spielchen dieser Art heute lediglich die Wahrscheinlichkeit “erwischt” zu werden. Diese Wahrscheinlichkeit liegt nahe an 100%.
    Und weil Behörden ein großes Beharrungsvermögen eigen ist, ist Erkenntnis im “Behörden-Bewusstsein” noch nicht wirklich angekommen (das Sein bestimmt das Bewusstsein).

    So verwundert es nicht, dass sich die Erklärungsversuche des Bergamtes zwischen den Polen peinlich und arrogant bewegen.

    Was wächst ist die Vorliebe der Entscheidungsträger für “gefällige Gutachten”. Bestellte Gutachter sollen in den betroffenen Regionen die Bürger im wahrsten Sinne des Wortes einlullen, verdummen – das nennen manche aufklären.

    Ist doch ein prima Alibi für Verwaltungen zu sagen: wir haben zu wenig Sachverstand. Das uns vorliegende Gutachten zeigt auf … alles ist sicher!

    Das überzeugt in der Regel die Skeptiker in den politischen Entscheidungsgremien.

    Mein Rat an Bürger, Politiker und den Landrat: Googeln Sie mal mit “Gutachterunwesen”
    Schöne Bescherung…

    Ich denke, halb so schlimm, wenn diese Tatsache(n)
    allgemein und rechzeitig bekannt werden.

    Glück Auf
    Horst Bauhof

  2. Erschreckend einfaches Weltbild des Herrn Bauhof.

    Es darf nur der sachgerechte Austausch wissenschaftlicher Fachargumente zur Entscheidungs-
    findung führen !

    Kommentare wie der von Herrn
    Bauhof helfen uns bei der Suche nach
    Lösungen absolut nicht weiter!

    Gruß
    Florian

  3. Lieber Florian,

    … erschreckend ist m. E. wie weit das Projekt “unkonventionelle Gasförderung” fortgeschritten war (ist) ohne das z.B. Wasserwerke darüber seitens der Bez.-Reg. Arnsberg in Kenntnis gesetzt wurden.

    … erschreckend ist, dass seitens politischer Entscheidungsträgerauf höchster Ebene misslibige Aussagen von Gutachtern umgedeutet oder weggelassen werden (Beisp. Gutachten zu Asse).

    … erschreckend ist (manchmal) das Zusammenspiel zwischen Autraggeber (i.d.R. Verwaltungen) und Gutachterfirmen (dazu später mehr).

    … erschreckend ist, dass Wissenschaft überhaupt käuflich ist.

    Wenn unser Grundwasser langfristig durch Folgen z.B. des Frackings gefährdet ist, dann kann es m.E. nur zwei Lösungen geben – nämlich Fracking mit reinem Wasser oder keine Bohrung. Das Prinzip Hoffnung ist hier (leider) nicht zielführend.

    Kennen Sie einen einzigen Gutachter, der mit 100prozentiger Sicherheit – sagen wir für die nächsten 500 Jahre ausschließen kann das Frackingflüssigkeit ins Grundwasser gelangt (das ganz was anderes als nach derzeitigem Kenntnisstand ist ausgeschlossen…).

    Oder ist Ihnen auch nur ein einziger Experte bekannt, der weiß wie man zu für die Bürger tragbaren kosten die chem. Verbindungen aus dem Grundwasser (Trinkwasser) wieder herausbekommt?

    Und jetzt bin ich gespannt auf Ihre Lösungsvorschläge.

    Mein Grundsatz:

    Das BESSERE ist der Feind des GUTEN.

    Gruß
    Horst

  4. Hallo Herr Bauhof, hallo Herr Herz,

    es ist für die Leser der Kommentare spannender, wenn sich die Kommentare auf die eingestellten Artikel beziehen, und sich die Kommentatoren nicht gegenseitig ins Wort fallen.

    Keep on reading!

    Markus Knäpper

  5. Ist das Thema Energiebewußtsein immer noch nicht angekommen?
    Je mehr Rohstoffe benötigt werden, ob als Primärenergie für die Versorgung der Gebäude, oder als Primärenergie zur Herstellung von Gerätschaften für erneuerbare Energien, wird es immer kriminelle Machenscahften der Konzerne geben.
    Der beste Wege Energie einzusparen, ist die Richtlinie, gezielt weniger Energie zu verbrauchen!
    Meinen Teil als Ingenieur zur Energieeinsparung wird mit dem Thermushaus-Konzept erfüllt.

  6. [...] darauf wurde auch noch aufgedeckt, das die Bezirksregierung Arnsberg und der Konzern ExxonMobil die gleichen Präsentationen verwenden. Nur Farben und Logos wurden [...]

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