Jan 212011
 

Die Zeichen für eine Bürgerbeteiligung am geänderten Genehmigungsverfahren stehen gut:

Der NRW Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger im Interview mit den Ruhrnachrichten vom 14.1.11; Kern der Aussage sinngemäß: Bei dem geänderten Genehmigungsverfahren soll offen, transparent und mit allen Beteiligten, auch den BI´s, im Dialog diskutiert werden.

Rede von Regierungspräsidenten Münster Peter Paziorek vom 19.1.11; Teil der Aussage (sinngemäß): Der RP Münster Dr. Peter Paziorek und der RP Arnsberg Dr. Bollermann wollen bei diesem Genehmigungsverfahren eine transparente Informationspolitik, bei der Vertreter der BI´s zugelassen sind.

Nur bei der Kreisverwaltung Steinfurt ist dieser Trend nicht zu erkennen. Der Kreisbaudezernent des Kreises Steinfurt Herr Franz Niederau in der „Münsterschen Zeitung“ vom 18.01.11, Zitat aus der MZ:

Dabei legte Niederau Wert auf die Feststellung, dass eine solche Genehmigung als „Geschäft der laufenden Verwaltung“ abgewickelt werde und nicht Gegenstand einer politischen Entscheidung sein kann.

Sehr verehrter Herr Niederau, wie dürfen wir das verstehen?

  • Wird das Thema von der Kreisverwaltung ganz alleine behandelt, trotz Beschluss des Kreistages, diesen über alles zu informieren?
  • Werden die Bürgerinitiativen nicht mit in die Diskussion einbezogen?
  • Warum vertritt die Kreisverwaltung bezüglich der Transparenz genau die gegenteilige Ansicht vom Land NRW sowie den Bezirksregierungen Arnsberg und Münster?
  • Am 25.10.2010 sagten Sie im Kreistag während der Bürgerfragestunde, man dürfe die Hürden für Exxon nicht zu hoch hängen. Warum nicht? Dürfen somit wir annehmen, dass die Kreisverwaltung die Gasförderung unbedingt will?
  • Hat die Kreisverwaltung diesbezüglich irgendwelche Anweisungen erhalten?

Sehr verehrter Herr Niederau, wir sind nur einfache Bürger und verstehen wenig von Politik und Verwaltung. Sie können jedoch sicher dazu beitragen, diese Fragen zu beantworten.

Nachrichtlich am 21.01.2011 per e-mail an den Kreisbaudezernent Herrn Franz Niederau und den Landrat des Kreises Steinfurt Herrn Thomas Kubendorff.

  3 Antworten zu “Herr Niederau, wie dürfen wir das verstehen?”

  1. Sehr geehrter Herr Niederau,

    wollen Sie amerikanische Zustände im Münsterland herbeizwingen? Wollen Sie ungezählte Quadratkilometer Bauernland (darunter auch zahlreiche Bio-Bauernhöfe!!) und den größten Teil der Trinkwasserreserven des Münsterlandes mit einer Giftbrühe aus Benzol, Toluol, Xylol, Salzen von Quecksilber, Arsen und Chrom (VI) vergiften lassen? (Das ist nur eine kleine Auswahl der fast 600 Gifte, die Halliburton ins Erdreich zu pumpen pflegt!)

    Und Sie wollen allen Ernstes jegliche Beteiligung der betroffenen Bürger untersagen?

    Wollen Sie vielleicht auch die Biobauern zwangsenteignen, damit auf deren Hofgrundstücken die Giftbrühe von Halliburton in den Boden gepumpt wird?

    Wissen Sie, wohin die Abfälle entsorgt werden, die nach den Bohrungen übrigbleiben (pro Bohrloch mehrere hundert Tanklastzüge voll Gift!)? Halliburton wird das ganze Giftzeug, wie in den USA üblich, irgendwo in die grüne Wiese oder in den Wald ablassen.

    Wollen Sie, daß das ganze Münsterland im Würgegriff der amerikanischen Giftindustrie zu einer Gasbohr- und Giftwüste wird? Schauen Sie sich einmal den Film „Gasland“ an!

    Dagegen werden wir Wutbürger uns nach Kräften wehren, darauf dürfen Sie sich verlassen!

    Ihr Wutbürger

    Gottfried Karenovics

    • Danke, Herr Karenovics.
      Sie drücken mit klaren Worten das aus, was viele schon denken.
      Ihr Zitat: Und Sie (Herr Niederau) wollen allen Ernstes jegliche Beteiligung der betroffenen Bürger untersagen?

      Genau das will er allen Ernstes.

  2. In Ergänzung meines ersten Anschreibens habe ich noch einiges an neuen Erkenntnissen hinzuzufügen, die ich nachträglich erfahren habe.

    Halliburton verwendet für das Fracking eine „Zetaflow“ genannte Flüssigkeit von extrem hoher Toxizität, deren Zusammensetzung ein Firmengeheimnis ist. Durch einen höchst fragwürdigen Deal mit der EPA (Environmental Protection Agency) hat Halliburton 2005 erreicht, daß seine Chemikalien als „unbedenklich und harmlos“ deklariert wurden und Halliburton seitdem nicht mehr der Aufsicht der US-Trinkwasserbehörden unterliegt.

    Diese Flüssigkeit ist so enorm giftig, daß eine Krankenschwester, die einem damit durch Unfall überschütteten Arbeiter Erste Hilfe leistete und nur wenige Minuten ohne Gasmaske und Schutzkleidung in einem Raum mit ihm war, nach 2 Tagen mit schwersten Vergiftungssymptomen und Multi-Organversagen fast gestorben wäre. Der behandelnde Arzt war völlig ratlos, weil er die Ursache nicht fand.

    In seiner Verzweiflung wandte er sich an Halliburton. Die teilten ihm mit, was es für ein Gift war, doch er mußte bei Strafe seines Lebens schwören, nichts weiterzugeben.

    Die Krankenschwester kam knapp mit dem Leben davon, ist aber durch die Vergiftung immer noch sehr beeinträchtigt. Es wird angenommen, daß es sich um einen Ester der Phosphorsäure gehandelt hat, von dem pro Tag und Bohrloch 130 Gallonen (ca. 500 Liter!) ins Erdreich gejagt werden.

    Phosphorsäure-Ester dieser Giftklasse sind zum Beispiel E 605, Tabun, Sarin, Soman und VX. Nur diese Stoffe sind in der Lage, allein über die Luft in Mikrogramm-Mengen Menschen zu töten.

    Was haben diese Extremgifte, die ebenso giftig sind wie Dioxin, in Bohrflüssigkeit zu suchen? Will Halliburton vielleicht die ganzen seit 1997 verbotenen Militärkampfstoffe auf diese Weise billig entsorgen? Mitten in Naturschutzgebiete hinein??

    Seit Januar 2011 hat Halliburton von der US-Regierung die Erlaubnis bekommen, die überschüssigen Restmengen der Gifte, die aus den verbrauchten Bohrlöchern wieder herausspritzen, in die Flüsse zu pumpen. Massenhafte Fischsterben wurden seitdem in allen davon betroffenen Flüssen beobachtet.

    Und das will Herr Niederau uns zumuten? Ich empfehle ihm, wenn er das alles so harmlos und sicher findet, mal einen Becher voll Zetaflow auszutrinken. Wohl bekomm’s!

    Die Gefahren sind – wie bei Atomkraftwerken – nicht allein der Normalbetrieb, sondern vor allem die auch beim Fracking überaus häufigen Störfälle. Kilometerlange fliegend verlegte Rohr- und Schlauchleitungen, durch die das Gift strömt, sind dem Druck von mehreren hundert Atmosphären auf Dauer nicht gewachsen. Immer wieder wird von Rohrbrüchen und weiträumigen Vergiftungen berichtet, wenn das Gift in Mengen von Dutzenden Kubikmetern in die Landschaft schießt.

    Wer mir das nicht glaubt, kann über die Redaktion das Originalmaterial aus amerikanischen Internet-Quellen bekommen. Unsere Poliltiker bedürfen dringend der Aufklärung über die Gefahren, die sie leichtfertig heraufbeschworen haben.

    Ich bin gerne bereit, Vorträge zum Thema zu halten.

    Gottfried Karenovics

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