Feb 062011
 

Geologen haben das Problem näher beschrieben: Bei der Förderung von unkonventionellem Erdgas gibt es außer dem Fracking, der Radioaktivität, den Erdbeben und vieles mehr, eine weitere Gefahrenquelle für die Umwelt – das mögliche Auftreten von Quecksilber.

Zitate:

  • Quecksilber wird durch vulkanische Aktivitäten an die Erdoberfläche und in die Atmosphäre getragen und gelangt von dort auch in die Sedimente.
  • Die Emission des Quecksilbers erfolgt bereits während der Trocknung des Gases durch bestimmte verfahrensbedingte Schritte, vor allem aber bei Reinigungs-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten.
  • Undichtigkeiten in der Anlage und das so genannte „Abfackeln“ nicht erwünschter Kohlenwasserstoffe tragen ebenfalls zur Freisetzung von Quecksilber bei.

Hier das komplette Dokument

Exxon und die Bergbehörde machen kein Geheimnis daraus, dass diese herausgetrennten Stoffe anschließend wieder im Boden verpresst werden. Es stellt sich hier die Frage an die Kenner des Berggesetzes, ob es nach Bergrecht (unter anderem §55) wirklich zulässig ist, derart giftige Stoffe wieder zu verklappen.

Die Verfasser (Zwei Geologen im Ruhestand) möchten namentlich noch nicht genannt werden. Sie würden dann als völlig Unbeteiligte mit an diesem großen Rad drehen. Als Rentner möchten sie aber ihren Ruhestand genießen und sich nicht in der Öffentlichkeit rechtfertigen. Durch ihre Rente sind sie „wirklich unabhängig“, sind nicht auf Aufträge aus der Industrie angewiesen und brauchen auch keine Karriere mehr zu machen.

Zur Erinnerung, unser Artikel über die Quecksilberverseuchung in Niedersachsen:

http://www.gegen-gasbohren.de/2011/01/10/eine-dreiste-luge-vor-der-kamera/

Nachtrag: Bitte unbedingt den Kommentar von Herrn Lemke beachten. Vielen Dank an Herrn Lemke für den Link.

  3 Antworten zu “Geologen zu Erdgas und Quecksilber”

  1. … hier gibt es eine Studie des Geologen Hermann Bubke zum Thema Erdgasförderung und Kontamination von Arbeitnehmern durch Quecksilber: http://www.abekra.de/Berufskrankheiten/Risikobereiche_Risikostoffe%20allgemein/Chemie_Kunststoffe/Autorisierte_Quecksilberstudie_Bubke_Sept-2010.pdf

  2. Je weiter man sich einliest in die komplexen Folgen der unkonventionellen/Erdgasförderung und (unterlassene) Maßnahmen zum Arbeitnehmerschutz, desdo deutlicher wird, dass es eine fest gefügte Koaltion der Vertuscher und Leugner gibt. Diese besteht Arbeitsmedizinern (Gutachtern), Berufsgenossenschaften (Versicherungsträger), Arbeitgebern (Konzernen) und dem Staat (Staatsanwälten). Wer’s nicht glaubt, dem sei das

    Buch von Erich Schöndorf: “Von Menschen und Ratten“

    über das Scheitern der Justiz zur Lektüre empfohlen-
    sagt Horst Bauhof

    Professor Erich Schöndorf war von 1977 – 1996 Staatsanwalt in Frankfurt/Main.

    Zwischen 1984 und 1996 war er in der Hauptsache mit dem „Holzschutzmittel-Verfahren“ befasst. Bei dem Verfahren um die Folgen der PCP- und lindanhaltigen Holschutzmittel Xyladecor und Xylamon kam es zur Verurteilung zweier Ex-Manager des Herstellers Desowag wegen 29-facher Körperverletzung.

    Das Urteil wurde im Nachhinein aufgehoben.

    Seither kritisiert Prof. Erich Schöndorf das Versagen der Justiz bei der Verfolgung von Chemiekonzernen.

    Seit 1996 ist er Professor für Umweltrecht und öffentliches Recht an der Fachhochschule Frankfurt/Main.

    Kontakt:
    Professor Erich Schöndorf
    Mail: info (at) schoendorf-erich.de
    http://www.wirtschaftsverbrechen.de
    Tel: 06101 – 44590

  3. die kenner der tiefe und der methoden beim gasbohren sind eine höchstwillkommene stimme im chor der bohrungsgegner. sie weisen wiederholt auf undichtigkeiten im gesamten verfahren hin, was nicht nur für den giftcocktail beim fracken interessant ist, sondern darüber hinaus für andere gifte, die meines wissens von den offiziell bestellten geologen nicht genannt wurden, z.b. quecksilber. nach den lecks in söhlingen hatte ich mich schon gefragt, woher das quecksilber gekommen war. nun wissen wirs.
    so werden wir nicht nur immer mehr, sondern auch immer schlauer.
    es zeigt sich, dass wir mit unserem geringen wissen von anfang an richtig lagen in der bedingungslosen ablehnung des frackens.
    auch das bergrecht ist bloß eine juristenausrede. es kann nicht gelten für verfahren, die bei der gesetzgebung des bergrechts unbekannt waren. das hin- und herschieben der zuständigkeiten zwischen bund (bergrecht) und land (wasserrecht) ist ein alter trick von bürokraten. nicht zuständig, tut mir leid, sie müssen in zimmer 97 vorstellig werden. usw. der instanzenweg.
    der rechtsstaat mit antiquierten gesetzen ist fragwürdig. alle justizminister seit generationen sind im nachhinein anzuklagen wegen untätigkeit. und zu belangen, sofern noch am leben und vernehmungsfähig.
    ist von den briefen nach berlin (teletext wusste davon) schon etwas zurückgekommen?? wahrscheinlich nicht. die damen und herren müssen sich erst in die materie einarbeiten bzw. ihre wissenschaftlichen assistenten bzw. ihre lobbyisten.
    keine brunnenvergifter ins münsterland!

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