Feb 192011
 

Die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet über die Bürgerversammlung am 17.02.2011 in Lünne. 300 Bürger äußerten ihre Ängste und Sorgen bei der dreieinhalbstündigen Versammlung. Markus Rolink von der Interessengemeinschaft „Schönes Lünne“ schockierte ein Wort: Pilotprojekt

Zitat:

Und mit dem „Fracken“ in horizontale Richtung habe Exxon keine Erfahrung, erläuterte Nack: „Horizontal wurde Schiefergas noch nicht erbohrt.“

Weiter heißt es:

So kam die Frage nach der Haftung auf, falls die eingesetzten Chemikalien austräten und das Grundwasser verunreinigten. Nacks Antwort, Exxon komme dafür auf, falls man als Verursacher ermittelt werde, erregte die Gemüter. Als Weltkonzern habe Exxon doch die finanziellen Möglichkeiten, so lange den Klageweg zu gehen, „bis der Gegner alle viere von sich streckt“, hieß es.

Hier der komplette Bericht.

NOZ: Der Kreis Emsland schließt sich der Resolution der Bürgerinitative zu Erdgasbohrungen an.

Zitate:

Der Ausschluss für Kreisentwicklung hat sich in einer Sitzung einstimmig der Resolution der Gemeinde Lünne, der Samtgemeinde Spelle und der Bürgerinitiative „Schönes Lünne“ angeschlossen.

SPD-Kreistagsabgeordneter Peter Kramer fügte süffisant hinzu: „Ich möchte nicht unbedingt in Lünne wohnen.“

Hier der komplette Bericht.

Die Interessengemeinschaft „Schönes Lünne“ weist hiermit noch auf folgenden Termin hin:

Treffen der IG Schönes Lünne am 02.03.2011 um 19:30 Uhr in der Gaststätte Wulfekotte.

  4 Antworten zu “Bohrung in Lünne wird Pilotprojekt”

  1. Die Bürger von Lünne werden von Exxon erst zu Versuchskarnickel degradiert und zusätzlich faktisch entrechtet.

    Die Deutsche Gesetzgebung macht’s möglich – und zwar so:

    Alles was nicht ausdrücklich verboten oder genehmigt ist, kann nicht schädigend sein. Denn, wäre es schädigend, wäre es ja verboten oder nicht genehmigt worden. Mit der Genehmigung geht die Haftung faktisch auf den Steuerzahler (Staat) über.

    Eine Zulassungspflicht, wie bei Medizin-Chemie, gibt es bei der Fracking-Chemie nicht. Somit ist der Schädiger von der Pflicht befeit, die Unschädlichkeit seiner Handlungen und Hilfsmittel (Frac-Chemie) nachzuweisen (glauben genügt den Aufsichtsbehörden).

    Wird also ein Lünner Bürger durch das Exxon-Fracking geschädigt, kann Exxon die Hände in die Hosentasche stecken und genüsslich zusehen, wie der Geschädigte sich im wahrsten Sinne des Wortes TOT-STRAMPELT.

    Stellen wir uns einmal vor, die Frack-Chemie wäre ein Kreissägeblatt und der Lünner Bürger ein Tischlergeselle.
    Die Hand des Tischlers gerät an das rotierende Kreissägeblatt und wird verletzt.

    Will der Tischler nun Schadenersatz vom Verursacher, dann muss der verletzte Tischler vor deutschen Gerichten genau den Zahn des Kreissägeblattes benennen können, der die Verletzung verursacht hat.

    Im Untergrund aber wird es mehr Fracking-Risse geben als das größte Sägeblatt Zähne hat.
    Das weiß auch Exxon… für sich zu nutzen.

    Und weil der Frac-Cocktail mit chemischen Verbindungen im Boden (Lagerstättenwasser) reagiert, haben wir nicht nur viele Zähne, sondern gleich mehrere Kreissägeblätter mit jeweils vielen Zähnen.

    Dank dieser Beweisstruktur ist Exxon im Hinblick auf Fracking faktisch von jedweder Haftung befreit – zumindest solange das Fracking-Rohr nicht platzt.

    Die SCHÄDIGER-FREUNDLICHE Rechtsprechung macht Deutschland zum Paradies für die Fracking-Lobby.

    Ob Atommüll oder Fracking… der Steuerzahler zahlt die Zeche! Das ist vom Gesetzgeber (z.Zt.) so gewollt.

  2. Exxon zeigt sich mehr und mehr als Spezialist für das Zurechtbiegen der Wahrheit.

    Mal leugnet Exxon öffentlich Störfälle und in Lünne will Exxon keine Erfahrung in Sachen Horizontalbohrungen mit Multi-Fracs haben…

    Je nach dem, oder wie’s gerade ins Konzept zur Verdummung der Bürger passt:

    Unter http://www.exxonmobil.de/produktion/erdgasproduktion/produktion/ ist zu lesen:
    „ExxonMobil Production Deutschland GmbH hat mit neuen, innovativen Technologien hier beachtliche Erfolge erzielt: Die Horizontalbohrungen mit Multi-Fracs, wie sie im Erdgasfeld Söhlingen zum Einsatz kommen…“

    Da findet sich auch ein schickes Bild zum Bohrloch Z 14. Horizontalbohrung mit Multi Frac!

    Liegt hier die Ursache für das “schlapp machen“ der Exxon-Leitungen?

    Unter http://www.gastip.de/News/21992/Chevron-Renditen-im-Schiefergas-Geschaeft-zu-gering.html steht:

    „Der (…) US-Marktführer ExxonMobil hatte (…) im Dezember“ 2009 das „amerikanische Unternehmen XTO Energy (übernommen). XTO Energy besitzt die neuen Technologien“ (das Fracken in horizontaler Richtung) „mit denen die Förderung von Schiefergas erst rentabel wird.“

    In Lünne aber verkündet Exxon Pressesprecher Nack:
    „Mit dem Fracken in horizontale Richtung habe Exxon keine Erfahrung…“

    Hat Nack die Übernahme von XTO durch Exxon im Dezember 2009 verschlafen? Oder will Exxon nicht öffentlich werden lassen, welche (negativen) Erfahrungen im Hause XTO mit Schiefergas-Bohrungen vorliegen?

    Erfahrung mit Schiefergas hat augenscheinlich Gazprom – und zwar schlechte. Der russische Naturressourcenminister Juri Trutnew erklärt: „Gazprom will (…) kein Schiefergas erschließen. Da Schiefergas durch Horizontalbohrungen mit der sogenannten Fracing-Methode (gefördert) wird, könnte Trinkwasser mit chemischen und radioaktiven Stoffen sowie Salzen verschmutzt werden“ befürchtet Gazprom.
    Quelle:
    http://www.gastip.de/News/22552/Gazprom-will-offenbar-kein-Schiefergas-foerdern.html

    Welche Gefahren birgt die Energiequelle?
    Die Förderung von Schiefergas führt zu großen Mengen an verschmutztem Grundwasser, bei der Sprengung der Gesteinsschichten (können) Chemikalien ins Grundwasser gelangen.
    Daneben ist die Förderung von Schiefergas sehr flächenintensiv. Um für eine kontinuierliche Schiefergas-Produktion zu sorgen, müssen immer neue Gesteinsschichten erschlossen und gesprengt werden, was die Zerstörung großer Flächen bis hin zu ganzen Landstrichen mit sich bringt.

    Ob die Bürger im dicht besiedelten Europa große Siedlungsflächen aufgeben wollen, muss dagegen in Frage zu gestellt werden.
    Quelle:
    http://www.gastip.de/rubrik/19921/Schiefergas-Welche-Gefahren-birgt-die-Energiequelle.html

    Mir scheint, die Exxon-Strategie zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass man sich öffentlich als besorgtes, modernes, (er)forschendes Unternehmen darstellt, um die im Hause Exxon bekannten Risiken, Gefahren und Zwischenfälle gegenüber der Öffentlichkeit besser (länger) verschweigen zu können.

    Exxon erinnert mich doch sehr an die Ausreden der Computerhändler:
    … so einen Fehler hatten wir noch nie …

  3. Fuer euch sicher dieser aktuelle Artikel interessant. In den USA hinkt die Politik der technischen Entwicklung hinterher. Ein Land im strahlenden Gasrausch, wie aktuell die New York Times berichtet. Mehr auf dem Klima der Gerechtigkeit der Heinrich-Boell-Stiftung: http://klima-der-gerechtigkeit.de/2011/02/28/ein-land-im-strahlenden-gasrausch

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