Feb 232011
 

Der Fernsehbeitrag “Demokratische Mitbestimmung als Farce” von RBB (ARD) über die geplante Verpressung von CO2 zeigt eine frappierende Ähnlichkeit zu den geplanten Erdgasprobebohrungen im Münsterland.

Zitat aus dem 7-minütigen Fernsehbeitrag vom 16.02.2011:

Was macht man als Politker, wenn man ein Großbauprojekt gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen möchte? Man nehme aufgebrachte Bürger, setze sie in einen Beirat, tue so, als ob man ihre Sorgen ernst nehme und ziehe ansonsten sein Projekt wie geplant durch.

Folgende Fragen fallen mir dabei spontan ein:

  • Werden wir Münsterländer von Politik und Verwaltung genauso verschaukelt?
  • Werden die Probebohrungen vielleicht doch dazu genutzt, CO2 einzupressen?
  • Gibt es von Exxon für die Münsterländer eine eindeutige schriftliche Haftungserklärung?
  • Gelten bei uns nicht die gleichen von Dr. Krupp aufgezeigten Argumente zur Durchlässigkeit des Deckgebirges?

Den kompletten Beitrag sehen Sie hier.

Zum Thema Einpressung CO2:

Wir erinnern nochmal an unseren Artikel “Ich fühle mich von Exxon verar….t”!

Zitat aus der Zeitschrift Waterkant:

Inwieweit die ausgebeuteten Tight- und Shale-Gas-Vorkommen auch nach der Förderung zur CO2-Speicherung dienen können, wird bereits diskutiert. Letztendlich könnte auf diese Weise jeder Ort, in dem heute eine Probebohrung nach unkonventionellem Erdgas durchgeführt wird, zu einer CO2-Endlagerstätte werden.

In diesem Zusammenhang erhalten die Nachrichten über die CO2-Verpressung eine ganz andere Bedeutung: Focus online und Spiegel online. Auch wenn das Münsterland hier nicht aufgeführt wurde, heißt es nicht gleich “Entwarnung”.

Zitate aus Focus online:

Die hohen Drücke, die zur Verpressung des CO2 in die Tiefe erforderlich sind, können außerdem Leckagen oder sogar Erdbeben verursachen. Weiter könnte entweichendes Kohlendioxid, das sich in Senken oder Tälern ansammelt, zur Gefahr für die Bevölkerung werden.

In einer 2003 ausgehobenen Kiesgrube, berichten beide, trete jenes CO2 aus, das in das Ölfeld verpresst wird. Als Beleg führen sie Erdausbrüche, Gasblasen und Algenwuchs in Tümpeln am Grund der Kiesgrube sowie aus unerfindlichen Gründen verendete Tiere an. Mittlerweile gab das Paar seine Farm auf.

Das Deckgebirge, so die Schlussfolgerung, sei nicht dicht, vielmehr gebe es Mikrorisse darin, durch die das Gas zur Oberfläche steigt. In Bodennähe beträgt die CO2-Konzentration laut Petro-Find Geochem bis zu elf Prozent, bereits acht bis zehn Prozent sind für einen Menschen tödlich.

Insgesamt sollen fast 100 000 Tonnen CO2 in ein in der Altmark im Norden von Sachsen-Anhalt an der Grenze zu Niedersachsen gelegenes Gasfeld in eine Tiefe von über 3000 m eingebracht werden.

Hier eine Übersicht von Greenpeace.

Seit wenigen Tagen kursiert ein neuer CCS-Gesetzentwurf, der angeblich Anfang März im Bundeskabinett verabschiedet werden soll. Danach folgt das parlamentarische Verfahren in Bundestag und Bundesrat. Eckpunkte des neuen Gesetzentwurfs sowie eine grüne Bewertung finden Sie im Anhang. Den kompletten Gesetzentwurf können Sie unter http://oliver-krischer.eu/fileadmin/user_upload/gruene_btf_krischer/2011/GesetzentwurfCCS14022011.pdf abrufen.

Hier die Bewertung der Grünen

Zitate:

Die im Referentenentwurf der Bundesregierung vorgesehene Übertragung der Haftung vom Betreiber an die zuständige Behörde darf nicht – wie vorgesehen – bereits nach 30 Jahren geschehen. Es gilt das Verursacherprinzip, nach dem der Betreiber des CO2-Speichers für auftretende Schäden vollständig haftbar gemacht werden kann.

Die Speicherung von CO2 in ausgedienten Erdöl- und Erdgasspeichern – wie von der Bundesregierung vorgesehen – lehnen wir ab, da diese Speicherstätten als potentielle Druckluft- und/oder Erdgasspeicher zu wertvoll sind und nicht als Müllkippe für CO2 verschwendet werden dürfen.

  5 Antworten zu “Demokratische Mitbestimmung als Farce?”

  1. In Steinfurt nennt man das
    “Runder Tisch”

  2. Für die Bundeskanzlerin hat Klimaschutz einen neuen Namen, der lautet CO2-Einpressung.
    Das ist Klimaschutz-Deluxe,
    mit der Nebenwirkung: WEITER SO…

    mit Wärme-Energieverschwendung bei der Stromerzeugung
    mit Kaufkraft-Klau zugunsten Exxon, EON, RWE und Co
    mit Ausbremsen alternativer Energieerzeugung
    mit Wasserverschwendung beim Fracken

    mit unnötiger Schädigung des Grundwassers
    mit unnötiger Gas-Vergiftung von Boden und Natur
    mit schleichender Vergasung bodennaher Lebewesen
    mit schleichender Schädigung d. menschl. Immunsystems

    In den 50/60ger Jahren, der Zeit Atom-Bomben Aufrüstung, bemühten sich Politik und Bürger, die Vernichtung der Erde in einem Atom-Feuerball zu verhindern.
    Das ist der Politik – dem Schöpfer sei Dank – gelungen.

    Heute verkaufen Energie-Erzeuger Fracking und CO2-Endlager der Politik als Klimaschutz mit eingebauter Geldquelle.

    Das dabei der Lebensraum der SCHLEICHENDEN VERGIFTUNG an heim fällt, erscheint mir letztendlich für die Menschheit ungleich qualvoller, als ein globaler atomarer Feuerball.

    Beihilfe zur Schädigung des Volkes zu leisten ist nicht Aufgabe der Politik.
    Aufgabe der Politik ist: VERMEIDBAREN SCHADEN vom Volk abzuwenden.

    Daran erinnere ich Sie, Frau Dr. Angela Merkel.

    Der Mensch steht im Mittelpunkt des Handelns, sowohl
    nach dem Grundgesetz, als auch nach dem christlichen Selbstverständnis.

    Mehr Ehrfurcht vor der Schöpfung zu zeigen,
    als furcht vor den Kassen der Energie-Lobby,
    steht einer christlichen Partei gut zu Gesicht.

    Wir sind IHRE WÄHLER, die Energie-Lobby spendet nur.

    Glück Auf
    Horst Bauhof

  3. Liebe Freunde, es ist tatsächlich schlimmer als man sich das vorstellen möchte. Diejenigen die an dieser ganzen Sch… verdienen wollen sind nicht nur die Bohrunternehmen, sondern auch noch die Pharmaindustrie.
    Unvorstelbar??? Nein, denn wenn man sich mal ein wenig näher mit dem gesamten Thema befasst entdeckt man einen Sumpf der so tief ist, dass einem sofort schlecht wird.
    Schon mal was von dem Codex Alimentarius gehört? Die Verbindung zu Seilschaften aus dem vergangenen Jahrhundert (frühes 20tes Jahrhundert)? “Arbeit macht frei” ist das Motto mit dem uns hier Arbeitsplätze versprochen werden. Das ganze Münsterland ein riesiges Konzentrationslager? Scheint fast so. Die Menschen krank machen und dann mit pharmazeutischen Erzeugnissen am Existenzminimum halten. Nur um weitere Pandemien zu erzeugen und damit noch mehr Profit machen ist die Devise.
    Und das angeordnet von höchster Stelle, dem EU Parlament unter Federführung von Deutschland, und Frankreich.

    Ich frage mich wann hier Zustände wie in Ägypten , Lybien und Bahrain herschen.

  4. Sicherheit nach EXXON-STANDART Lünne:
    Wählen sie eine Zahl zwischen Null und 99
    und multiplizieren sie diese mit dem Exxon-Stahlhut-Faktor
    (Estf). Wählen sie Estf so, dass das Ergebnis 99,999 lautet.

    Pressesprecher Hans-Hermann Nack und Exxon-Experte Dr. Kassner betonen: dass in Lünne nur „gefract“ werde, wenn Experten GEFAHREN für Mensch und Umwelt AUSSCHLIESSEN würden. Sowohl Kassner als auch Nack schließen eine Gefährdung der Umwelt aus.

    Eine hundertprozentige Sicherheit … könne auch kein seriös arbeitender Wissenschaftler garantieren, so die “Exxon-Experten”

    Alles klar:

    WIR SCHLIESSEN EINE GEFÄHRDUNG AUS
    ABER NICHT MIT 100PROZENTIGER SICHERHEIT.

    Vielleicht hat Exxon sich die Logik der Atom-Strom-Konzerne zu eigen gemacht:

    Ein GAU in 100 000 Jahren.
    Seit Tschernobyl wissen wir, wie kurz 100 000 Jahre sein können.

    Na, wieviel Prozentig ist die Sicherheit denn, Herr Nack,
    Herr Dr. Kassner? Wie hätten sie’s gern?
    Sollen wir nun rechnen, raten oder würfeln?

  5. Hallo,
    um die in Matthias Eschman diesbezüglich aufkommenden Fragen zu beantworten
    1.) * Werden wir Münsterländer von Politik und Verwaltung genauso verschaukelt? Steht zu befürchten dass JA. Die grosse Politik ist nicht doof und lernt natürlich auch dazu. Und was kann unseren `Volksvertretern` besseres passieren als nachweisen zu können, dass sie im Vorfeld engagierte Bürger gefragt zu haben, auch wenn deren Meinung im Nachhinein schlichtweg als emotional befangen abgetan wird.
    * Werden die Probebohrungen vielleicht doch dazu genutzt, CO2 einzupressen? Auch hier ein ganz klares JA. Warum? Nachgewiesenermaßen bringt die Erdgasförderung in NRW nicht die gewünschte, bzw. gerne zitierte, Unabhängigkeit von Gazprom und ganz besonders nicht die wirstchaftliche Förderung von “ach so umweltfreundlichem” Erdgas. Was also kann den Bohrunternehmen einen wirtschaftlichen Profit bringen?
    * Gibt es von Exxon für die Münsterländer eine eindeutige schriftliche Haftungserklärung? Laut Gesetzentwurf unserer “ach so geschätzten” Bundesregierung gilt für die Abzocker eine Haftungsverpflichtung für Schäden an der Umwelt nur ca. 30 Jahre. Danach ist die BRD Haftungsträger.Ich frage mich wo ähnliche Verpflichtungen schon einmal (unter Federführung von Angie) eingegeabngen worden sind?????? Asse?????????
    * Gelten bei uns nicht die gleichen von Dr. Krupp aufgezeigten Argumente zur Durchlässigkeit des Deckgebirges? Jau.

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