Mrz 122011
 

Bedingt durch ein schweres Erdbeben droht in Japan in einem Atomkraftwerk im Moment die Kernschmelze. Trotz aller Sicherheitsversprechen, die japanischen Kraftwerke gelten als die sichersten der Welt und sind auf Erdbeben bis zur Stärk 8 auf der Richterskala ausgerichtet, zeigte sich, dass nicht alles, was technisch machbar ist, auch gemacht werden sollte.

In Deutschland beginnt damit auch wieder die Diskussion über die sofortige Abschaltung alter Atommeiler. Passend dazu findet heute in Baden-Württemberg eine Anti-Atom-Menschenkette zwischen Stuttgart und dem Atomkraftwerk Neckar-Westheim statt.

Als nächstes wird dann die Diskussion über Kohle- und Gas als „Brückentechnologien“ geführt werden. Johannes Remmel, Landesumweltminister von NRW sagt dazu in den Westfälischen Nachrichten vom 12. März 2011.

„Um die Energieversorgung langfristig zu sichern, favorisiere das Land den Mix aus erneuerbaren und konventionellen Energien mit einem Schwerpunkt auf erdgasbasieren Erzeugungseinheiten.“

Ob ein Energiewechsel auch ohne fossile Energieträger möglich ist, kann sich jeder mit dem Energiewenderechner selber anschauen.

Die Diskussion um die mögliche Katastrophe in Japan sollte niemanden dazu verleiten, dass „kleinere Übel“ des Frackens mit hochgiftigen Chemikalien als mögliche Alternative zur noch gefährlicheren Kernkraft zu sehen.

  14 Antworten zu “Atomkatastrophe in Japan – Gasförderung als Alternative?”

  1. Wir glauben… an unsere Überheblichkeit!

    Wir glauben… an die Dummkeit der Bürger!

    Wir glauben… wir tun nichts, was wir (bei Sonnenschein) nicht beherrschen zu können glauben.

    Und was wir perfekt beherrschen ist das Einsacken von Milliardengewinnen…

    Wir sch… auf Lebensgrundlagen und Umwelt.

    Ihre ATOM-und FRAC-LOBBY

    Ich frage mich, wie lange wir es uns noch leisten können, auf derartig dreiste und arrogante Sprüche hereinzufallen?

  2. Atomunfall Japan,

    Umweltminster Röttgen beruhigt:
    „KEINE GEFAHR FÜR DEUTSCHLAND“

    … nur für den Rest der Welt!
    Gehts noch… Herr Röttgen?

    Die Atomkraftwerke in Japan haben nach dem schweren Erdbeben so reagiert, wie sie sollten – mit einer automatischen Schnellabschaltung.

    Und darüber hinaus mit dem Totalausfall der Notstromversorgung zur Notkühlung.

    Ich bin fassungslos!!!

    Und dann…??? dann baut der Reaktor den inneren Überdruck ab, mit einem lauten Knall!!!

    So geht die AtomKRAFT ihre eigenen Wege…
    und auch weiterhin wird die Atom-Lobby UNBEIRRT und in SELBSTVERLIEBTHEIT vom hohen Sicherheitsstandart deutscher Altkraftwerke (Schrottmeiler) faseln.

    Und Merkel läd zum Kriesemtreffen

    Es ist zum K…!!!

  3. Hallo Jörn Krüger,

    Super Beitrag.

    hier übrigens ein Plädoyer für Sonnenenergie. Klar verständlich und folgerichtig. Leider braucht man dafür einen sehr leistungsfähigen Rechner und eine große Übertragungsrate der Internetverbindung. Dennoch sehr sehenswert, notfalls auch in Segmenten.

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1273936/Uebrigens-…-zur-Sendung-vom-09.03.2011#/beitrag/video/1273936/Uebrigens-…-zur-Sendung-vom-09.03.2011

  4. Bereits die ersten Unruhen in Ägypten hat die Gas- und Öl-Industrie geschickt für ihre Zwecke nutzen können. Jetzt sei erst recht der Zeitpunkt, sich durch Shale Gas unabhängig(er) zu machen. Wir werden das selbe im Zuge dieser schrecklichen Katastrophe hören. Dass es auch andere Antworten als fossile oder Atom-Energie gibt, will anscheinend keiner wahrhaben. Dass wir mit unkonventioneller Gasförderung schrittweise und langfristig einem GAU entgegenblicken, auch nicht. Auch die Risiken der unkonventionellen Gasförderung sind nicht beherrschbar, und auch hier sprechen wir neben Chemie, Emmissionen etc. auch von freigesetzter Radioaktivität. Das Übel wird nur in kleinerer Dosis, über Jahrzehnte verteilt. Und wenn längst alles abgeteuft und nichts mehr zu holen ist – weiß jemand, was aus dem Gemisch unter der Erde wird? Wie wird in den nächsten Jahrzehnten die Chemie wirken und reagieren? Kommt etwas hoch? Oder kann man ausschließen, dass das Deckgestein nicht doch einbricht und die gesamte Gift- und Radon-Suppe auf einen Schlag verteilt wird? Sicherheiten gibt es keine.

  5. Leider nur noch bis zum 16.03.11 frei verfügbar ist folgende Sendung aus der Reihe Abenteuer Forschung beim ZDF:
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1279276/Oelwechsel%2521#/beitrag/video/1279276/Oelwechsel!
    Auch hier sind entweder ein leistungsstarker PC und eine schnelle Internetverbindung erforderlich oder ein wenig Geduld. Am Ende erwähnt die Sendung auch das Gasbohren in NRW. Um die Botschaft daraus zu verstehen, muß man sich aber die ganze Sendung ansehen. Ganz besonders für seine Schlußfolgerung am Ende bin ich ein Fan von Professor Harald Lesch. Das aber nicht erst seit dieser Sendung.

  6. Weniger ist schwer … 😉 Insgesamt eine gute Sendung. Danke für den Tipp! Apropos Energiesparen: Mich würde eine Kalkulation sehr interessieren. Um auf Dr. Lück zurückzukommen (http://www.gegen-gasbohren.de/2011/02/05/was-waere-wenn/): Ausgehend von den 1,6 % die mit brachialen Mitteln gefördert würden – was müssten wir tun, um genau diese 1,6% jährlich an Energie zu sparen? Das dürften nicht allzu große Opfer sein.
    (Energiesparen im Haushalt: http://is.gd/vl9rvZ)

  7. Hallo Vera,
    mit der Kraft-Wärmekopplung können 30 bis 40 % der in der Stromerzeugung eingesetzten Primär-Ernergie eingespart werden. Das gilt auch für Gas-Kraftwerke!
    Damit erübrigt sich dann auch die Fracking-Gasförderung.

    Aber welcher Energiekonzern will schon freiwillig auf ein Milliarden-Geschäft verzichten.

    Werden doch gerade wieder Milliarden-Beträge benötigt, um Atom-Kernschmelzen (eine nach der anderen) zu „beherrschen“!

    Das die Werkstoffe der Atommeiler durch die SYSTEMRELEVANTE atomare Strahlung schneller altern, das wird wohl erst zur Kenntnis genommen, wenn es in einem deutschen ATOM-SICHERHEITS-KRAFTWERK zur Kernschmelze kommt.

    Die Gesundheit der Bevölkerung an sich… wird schlicht den Interessen der Energie-Konzerne untergeordnet.
    Beweis: Durchmarsch der internationalen FrackLobby.

    Für die ist der Mensch nur noch ein Angst-, Kosten- oder Störfaktor!

    Wir brauchen in deutschland immer erst EIGENE BEWEISE – siehe Asse – als Beweis der Endlichkeit der Sicherheit.

    Bis dahin pflegen wir unser Mitleid mit Japan und erklären unsere ALTMEILER als ALTERNATIVLOS, als absolut, MINDESTENS 100PROZENIG sicher!!!

  8. Hallo Horst,

    ja, so ist es leider. Ich kann auch nicht mehr hören, dass alternative, erneuerbare Energie keine Alternative sein soll. Man macht sie einfach nicht dazu, warum, wissen wir ja.

    Eigentlich wollte ich mit dem Rechenbeispiel nur ein wenig „frotzeln“ und diese Idiotie vorführen: 1,6 % ist so lächerlich klein, und das soll der Preis für eine flächendeckende Zerstörung unseres Münsterlandes sein?
    Schalte deine Standby-Geräte und das Licht nachts ab, isoliere deine Fenster und Türen, schraub die richtigen Glühbirnen ein, mach den Deckel auf den Topf, … dann sparst du nicht nur Energie und Geld, sondern auch den Bohrturm vor der Tür ein. Klingt lächerlich, oder doch nicht? Weniger ist eigentlich nicht schwer, und diese Sparquote wäre mit wesentlich geringerem Aufwand als mit der so „innovativen Gasförderung“ zu erreichen.
    Es muss wohl erst hier zur Katastrophe kommen, ob durch AKWs, durch verseuchtes Trinkwasser oder sonstigen Vorkommnissen und Szenarien, die wir uns noch gar nicht ausmalen können.
    Die Diskussion macht so mürbe, langsam ist auch mein Hirn gefrackt.

  9. So wie uns die Betreiber der AKW´s vorlügen, „die Technologie ist sicher und wird beherscht“, genauso kommen die Herren Stahlhut und Co. auf uns zu, „die Sicherheit steht im Vordergrund all unseren Tuns“. Nur was ist wenn die Sicherheit doch nicht ausreichend ist oder die Natur einfach nicht mitspielt? Dann sehen wir genauso viele ratlose Gesichter, wie nun in Japan.
    Unverständlich bei all der Berichterstattung aus Japan ist die Tatsache, das unsere Reaktoren sicherer sein sollen??????, warum schickt Frau Merkel dann trotzdem noch Menschen los, die die Reaktoren überprüfen sollen???
    Lasst uns alle mit wachen Augen durch unsere Umwelt gehen, es ist sicher viel Energie, auch im eigenen Haushalt, zu sparen. Auch Energiesparlampen müssen nicht den ganzen Tag brennen.

  10. Die Rohrtour bei der unkonvetionellen Gasförderung und Reaktorgefässen ist eines gemeinsam, dass sie radioaktiver Strahlung und extrem hohen Drücken ausgesetzt sind.

    Sie wollten schon immer wissen, was oder wie CDU Generalsekretär Volker Kauder “hÖcHsTe SiChErHeItSsTaNdArD“ versteht? Dann lesen sie weiter…

    Frage:
    Herr Kauder, wenn deutsche Kraftwerke den Sicherheitsstandard nicht erfüllen, müssen sie abgeschaltet werden?

    Antwort von Herrn Kauder:

    „Das habe ich nicht gesagt.
    Über Sicherheitsstandard gibt es für mich überhaupt keine Diskussion.

    Wir haben die höchsten Sicherheitsstandards, nach denen müssen die Kraftwerke beurteilt werden.

    Durch unser Energiekonzept sind die (Standards) höher, als sie in der Vergangenheit waren. Es wird umgesetzt und dann bleib es dabei.

    Für mich ist die Frage:
    (Ob) älteste Kraftwerke oder nicht, es müssen diese Sicherheitsstandart erfüllt werden
    und dann gibt es keinen Kompromiss.

    Dann wird man sehen, welche Konsequenzen daraus kommen.
    Die Energieversorgungsunternehmer können es ja auch machen.“

    Herr Kauder, können Sie sich als Autofahrer vorstellen, dass ein fast 40 Jahre altes Auto auf den Sicherheitsstandard des Jahres 2010 (ABS, ESP, Airbag, Partikelfilter usw.) nachgerüstet werden kann?

    Unter:

    http://www.youtube.com/watch?v=78yVAta0S50&feature=related

    finden sie CDU-Generalsekretär Volker Kauder in Bild und Ton.

    Herr Kauder, mit Verlaub, wenn Sie keinen blassen Schimmer von Technik zeigen, so ist das nicht weiter schlimm.

    Aber müssen SIE das unbedingt auch öffentlich unter Beweis stellen?

    Haben Sie schon mal etwas über Materialermüdung durch Strahlung und Alterung der Reaktordruckgefäße gehört, Herr Kauder?

    Umfassende Informationen zu Materialproblemen stehen unter:

    http://www.mdr.de/fakt/8342544.html

  11. Hallo,

    weltweit wird nun Naturgas als Alternative angepriesen.
    Selbst NYT schreibt fast schon „milde“ über Shale Gas:
    http://www.nytimes.com/2011/03/22/business/global/22gas.html?_r=4&src=busln
    Ich kann mir vorstellen, dass gerade jetzt ein entscheidender und schwieriger Zeitpunkt gekommen ist.

    Es herrscht immer noch Klärungsbedarf, v.a., wie zwischen konventioneller und unkonventioneller Gasförderung zu unterscheiden ist.
    Wie ich zum ökologischen Aspekt stehe, brauche ich hier nicht mehr zu erläutern.
    Doch was oft fehlt, ist eine stärkere Auseinandersetzung mit dem ökonomischen Aspekt bzw. aus der Sicht von Leuten, die in Shale Gas eine zukunftssichere Investition sehen.
    Welche Schäden und dadurch Kosten entstehen. Wie wenig „nachhaltig“ die Gasförderung ist, wie kurzfristig Investitionen. Welche Arbeitsplätze angeblich entstehen – und wieviele im Gegenzug bedroht sind. (z.B. Wasserversorger, Brauereien, Tourismus, Immobilienmärkte, Landwirtschaft). Wie Kommunen nur mit ein wenig Gewerbesteuer „abgezogen“ werden und auf den Lasten sitzenbleiben. Und am Wichtigsten: Welch ein Wert Trinkwasser als Lebensmittel, Gut und Ware hat. Das zum heutigen Weltwassertag.

  12. Die Ruhr-Nachrichten heizen auch gut ein. Schade, dass man den Artikel von Prof. Preußer nicht kommentieren kann.

    http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/region/hierundheute/art1544,1228873

    Gerne würde ich mich als vermeintlicher „Wutbürger“ äußern. Nun versucht man Gegner als blindwütig und irrational abzuspeisen. Unfair und unsachlich.

    Na ja, wenigstens kann man hier seinen Senf abgeben:
    http://www.ruhrnachrichten.de/gasbohrungen+in+nrw./art3388,1148292,D#anker

  13. Hallo Vera,

    meine Meinung findest du unter http://www.unkonventionelle-gasfoerderung.de/2011/03/23/prof-axel-preusse-die-gasindustrie-und-zweifelhafte-argumente/

    Der Text ist auch als Leserbrief an das Medienhaus Lensing gegangen. Mal sehen ob und was sie daraus veröffentlichen.

    Generell fand ich das Interview übrigens gut. Man merkt dem Fragesteller an, dass er gut im Thema ist. Dass uns die Antworten von Prof. Preuße nicht gefallen, ist eine andere Sache. Aber Experten können ihre Meinung ja auch ändern.

    Jörn

  14. Hallo Jörn,
    gut gekontert, ich hoffe doch, dass Ihr Kommentar veröffentlicht wird!
    Das Interview war recht ausgewogen – dass Hr. Preuße seine Meinung je revidieren wird, glaube ich zwar nicht, aber immerhin ist die Presse soweit, kritische, wichtige und richtige Fragen zu stellen 😉
    LG

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