Mrz 122011
 

Habe soeben einen Artikel des Weserkurieres gelesen. Es ist ein Interview mit Professor Kurt M. Reinicke, dem Direktor des Instituts für Erdöl- und Erdgastechnik an der Technischen Universität Clausthal. Es ist doch klar, dass eine TU die von Exxon gesponsert wird und sogar einen Hörsaal hat, der ExxonMobil heißt, keine kritischen Worte zum Fracking findet. Das zeigt mir, wie abhängig diese TU von Forschungsaufträgen der Industrie ist. Nun wird aber mehrfach in dem Artikel nicht die Wahrheit gesagt. Das möchte ich hier klarstellen.

Frage:Die Kritiker des Frackings befürchten, dass durch die austretende Flüssigkeit das Grundwasser verseucht werden könnte.

Grundwasser findet sich nur in einer Tiefe von bis zu einigen Hundert Metern. Das Erdgas wird aber üblicherweise aus einer Tiefe von 3000 bis 4000 Metern gefördert. Die in dieser Tiefe durch die üblichen Frackingverfahren erzeugten Risse haben eine sogenannte Risshalblänge von maximal 300 Meter. Da liegt also noch einiges dazwischen.

Feststellung:

Das Tiefe mag bisher zutreffen, bei den neuen , möglichen Bohrstellen im Münsterland und Lünne liegt die Tief nur noch bei 1000-2000 m.

Frage:Wie sicher ist die Fracking-Methode?

…. Die Methode ist weltweit über eine Million Mal angewendet worden, in Deutschland auch einige Hundert Male. Es ist seit den 1950er-Jahren das Standardverfahren, um auch Bohrungen zu machen, die eigentlich unwirtschaftlich sind.

Feststellung: Da weiß der Experte ja wieder mehr als die Politiker in Niedersachsen. Auf eine Anfrage der Grünen im Niedersächsischen Landtag wurden lediglich 160 Fracks zugegeben.

Frage:Vielerorts regt sich Widerstand gegen die Fördermethode, aktuell zum Beispiel in Lünne. Können Sie die Sorgen der Menschen dort verstehen?

Nein. Es gibt dafür keinen Grund. Ich wohne in der Nähe von Burgwedel. Dort ist das Erdgasfeld Tönse. In diesem Erdgasfeld steht ein Dutzend Bohrungen, von denen ist praktisch jede mindestens einmal gefrackt worden. Ich wohne direkt über dem Feld, die nächste Bohrung ist 200 Meter entfernt, ich habe überhaupt kein Problem damit.

Feststellung: Das man so eine Aussage noch nach den Enthüllungen der NY-Times treffen kann, zeigt mir wie betriebsblind diese Professoren sind. Da habe ich kein Verständnis für. Zweitens kann man die Fracks in konventionellen Lagerstätten nicht vergleichen. Zur Gewinnung in unkonventionellen Lagerstätten werden Fracks mit viel mehr Druck ausgeführt.

Nachtrag: (Vielen Dank an Herrn Fehr für diesen Hinweis)

Auf der Website der TU Clausthal gibt es zum Thema Forschung etwas zu lesen.

Im Klartext bedeutet das: Es wird nur noch im Auftrag der Konzerne geforscht. Grundlagenforschung gibt es nicht mehr. Da könnte ja etwas bei herauskommen, was den Sponsoren nicht gefällt.

Und es ist im wahrsten Sinne ein Armutszeugnis für eine Universität!

Damit entfällt aber nach unserer Meinung der Anspruch, sich Universität nennen zu dürfen.
Humboldt würde sich um Grab herumdrehen, könnte er Folgendes lesen.

Zitat:

„Forschung und Lehre bedingen einander wie es nach der Humboldtschen Idee an den deutschen Universitäten im vergangenen Jahrhundert angestrebt wurde. Diese Einheit hat auch weiterhin Gültigkeit, da sie der wesentliche Wertschöpfungsfaktor der universitären Ausbildung darstellt und die Ausstrahlung nach außen hin bewirkt. Die Umsetzung von Forschung und Lehre hat jedoch einen deutlich veränderten Stellenwert in der Orientierung auf die Wirtschaft und in anderen zeitlichen Dimensionen erhalten.
Zukünftige Entwicklungen werden der Tatsache Rechnung tragen, dass technologische Veränderungen meist von der Industrie ausgehen, die komplementären Forschungsverzahnungen aber an den Universitäten und Forschungsinstituten stattfinden und damit Forschung und Lehre am Institut entsprechend beeinflussen.“

Den Originaltext finden Sie hier: http://www.ite.tu-clausthal.de/forschung/

  31 Antworten zu “Exxon und die Freunde von der TU Clausthal”

  1. So buchstabiert man IGNORANZ der Wirklichkeit.

    Die Atomkraft und
    das Fracking
    sind sicher, TODSICHER!

    • Ein Glücksfall, einfach TOLL…

      der Herr Professor Kurt M. Reinicke, von der Technischen Universität Clausthal.
      Hier einige Weisheiten:

      Reinicke: “… wenn das Fracking abgeschlossen ist, muss sie sich die“ Frac-Flüssigkeit „wieder in eine dünnflüssige Substanz verwandeln, die leicht zurückgefördert werden kann.

      Und wenn sie das nicht tut, verhält sie sich REGELWIDRIG und muss selber sehen, wie sie wieder nach oben kommt.

      Reinicke: „Um festzustellen (ob die Deckgebirge dicht sind) werden geologische Untersuchungen gemacht.“ Die „machen dafür spezialisierte Unternehmen, die weltweit agieren wie Halliburton oder Schlummberger.“

      In Lünne macht das für Exxon: Halliburton. Ich denke das ist so, als wenn man den Leitwolf beauftragt auf den Fleischvorrat aufzupassen.

      Mehr zu Halliburton mit Klick auf:

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,726016,00.html

      Reinicke: „Die Deckgebirge“ über den Frac-Zonen „das sind in der Regel dichte Ton- beziehungsweise Salzschichten.“

      IN DER REGEL – sagt Herr Professor!!!

      Einige Atomkraftwerke verhalten sich gerade REGELWIDRIG!!!
      Wer’s nicht glaubt, der möge bitte einen Blick in die Gutachten zur Betriebssicherheit der atomaren Energieerzeugung oder zur Eignung diverser Atommüll-Lager werfen.

      Gutachters Lieblingssätze sind:

      … nach unserem (derzeitigen) Kenntnisstand…
      … nach menschlichem Ermessen ist davon auszugehen…
      … nach unseren bisherigen Erfahrungen
      … uns ist kein Fall bekannt, in dem…

      Das wirkt sehr beruhigend auf Polit-Gemüter vom Schlage KAUDER – und erst recht in den Chef-Etagen der Frac- und Atom-Lobby.

      Sagt ein Gutachter: “mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ heißt das nur, dass er seinen eigenen Worten glaubt, oder es sich nicht anders vorstellen kann – MEHR NICHT!

      Und so ein Professor ist natürlich mindestens hundertmal glaubwürdiger, als der einfache Durchschnittsbürger, mit seinen leicht zweifelnden Gedanken.
      Dumm nur, wenn’s schief geht.

      Die Zeche zahlen dann nicht Gutachter, nicht deren Auftraggeber und auch nicht “politische Entscheider“ die den gekauften ALIBI-Gutachern folgen, nein, die Zeche zahlt der vermeintlich “DUMME“ Durchschnittsbürger – und wenn er Pech hat… mit seiner Gesundheit oder gar seinem Leben.

      Sie glauben es nicht? Dann schauen sie sich heute Abend mal die Nachrichten an.

      Reinicke: „Wichtig (beim Fracken) ist: Man muss den Oberbau und die Formation, die man fracken will, genauestens kennen, die Bohrung muss in einwandfreiem Zustand sein, und das Verfahren muss nach den Regeln der Technik durchgeführt werden.“ „Die Methode ist … seit den 1950er-Jahren das Standardverfahren, um auch Bohrungen zu machen, die eigentlich unwirtschaftlich sind.“
      Quelle: Weser-Kurrier

      Hier haben wir den entscheidenden gemeinsamen Nenner von

      UNKONVENTIONELLER GASFÖRDERUNG

      und

      ATOMARER STROMERZEUGUNG

      Beide sind:

      NUR IM REGELFALL BEHERRSCHBAR !!!

      und

      EIGENTLICH UNWIRTSCHAFTLICH !!!

      Sie glauben es nicht?

      Dann schätzen sie doch mal die Kosten der Schäden durch Tschernobyl- und Fukushima GAU und klicken auf:

      http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2011-03/19638712-japan-gau-anleger-setzen-verstaerkt-auf-rohstoffe-oder-anleihen-398.htm

      Jetzt wissen sie,
      wer und wie MENSCHENVERACHTUNG buchstabiert wird und
      wo die Handlanger und/oder Wegbereiter sitzen.

      Sch… Spiel
      Sagt
      Horst Bauhof

      • Hallo Horst Bauhof,

        Sie haben in Ihrer Auflistung möglicherweise das geflügelte Wort : „Ich kann nicht erkennen, dass…….“ vergessen.
        Aber wie heisst es noch so schön? „Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.“……….oder schaltet einen Reaktor ab!

  2. Auch GASH (http://www.gas-shales.org) und GEoEN (http://www.geoen.de/) geben einen ganz guten Einblick, wie Wissenschaft, Forschung und Industrie zusammenarbeiten. *)

    Einerseits ist es wichtig, dass Forschungsdaten erfasst und ausgetauscht werden. Ebenso, dass Technik soweit vorangeführt wird, um „eine klimafreundliche und nachhaltige Energieversorgung zu sichern“. Doch bis heute schließen sich unkonventionelle Gasförderung und diese hehren Ziel schlichtweg aus. Dennoch wird eine unausgereifte Technik eingesetzt, die inzwischen nachweislich verheerende Schäden an Mensch und Natur anrichtet. Vielleicht, weil es um ein anderes, durch Unternehmen diktiertes Ziel geht: Gewinnmaximierung?!

    Wissenschaftler sind ohne Frage intelligent, ob sie aber deshalb weiser sind? Oder bessere Menschen, die ihr Wissen im Dienste der Menschheit und dem Allgemeinwohl stellen? Das wage ich zu bezweifeln.

    Wer sich erinnert: Carl Friedrich von Weizsäcker, ein renommierter Physiker, Philosoph und Pazifist, hat zur Nazizeit an der Erforschung der Atombombe mitgewirkt. Erst Jahre später ist er davon abgekehrt und zu dem Menschen geworden, den wir kennen und respektieren.

    Dieser Satz fasst sehr gut zusammen, was sein Antrieb war und was die sog. „Betriebsblindheit“ bewirken kann:
    „Wir wollten wissen, ob Kettenreaktionen möglich wären. Einerlei, was wir mit Kenntnissen anfangen würden – wissen wollten wir es.“

    Eben: Wissen und Weisheit sind nicht einerlei.

    *) Die Lehrstühle / Universitäten / Forschungszentren:
    Universität Potsdam (UP), Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU), GFZ Potsdam, Newcastle (UK), RWTH Aachen, FU Berlin, Clausthal, Leipzig, VU Amsterdam etc.

    Die Sponsoren:
    Exxon, Wintershall, Total, Schlumberger etc.

  3. Atomkraft, Fracking …? Da bleibt mir jedes Wort im Hals stecken, eine Debatte scheint mir gerade recht unangebracht. Es ist unfassbar schrecklich, was mit den Menschen in Japan geschieht. Angesichts dieser Katastrophe kann ich nur in voller Demut beten und hoffen.

  4. Hallo Mathias Elshoff.
    Wirklich ein interesanter Artikel. Hier ist mir ein Begriff aufgefallen, bei dem vielleicht unsere Freunde aus der Drillfraktion mal für Aufklärung sorgen könnten?

    „Rißhalblänge“ Was ist das? Heißt das, dass der eigentliche Riß der beim Fracken erzeugt, wird tatsächlich doppelt so lang ist wie die angegebene Rißlänge? Oder das der Riß nach nach dieser Länge nur noch die halbe Öffnungsweite aufweist?

    Heißt das man muß sich das ähnlich wie bei der „Halbwertszeit“ bei radioaktiven Stoffen vorstellen?
    Am Beispiel Radon226:
    Wie der Herr Döschner in seinem Vortrag in Nordwalde erläuterte, hat dieser Stoff eine „Halbwertszeit“ von 1600 Jahren, was aber nicht bedeutet das nach weiteren 1600 Jahren die Strahlung ( Strahlung hier nur mal als Synonym verwendet ) ganz verschwunden ist. Sondern nur nochmals auf die Hälfte ( also ein Viertel des Ausgangswertes )reduziert ist?

    Freunde, hier könnt Ihr mal Eure Kenntnisse an den Mann bringen. Aber bitte mit Nachweisen.

    • Hallo Herr Otto,

      mit ein wenig Nachdenken dürften Sie selbst darauf kommen, was „Risshalblänge“ bedeutet. Da ein Frac Risse konzentrisch um das Bohrloch erzeugt, ist mit Risshalblänge die Länge eines Risses vom Loch aus in eine Richtung (z.B. nach oben) gemeint.Würde bei einer 1300 m tiefen Bohrung bedeuten, dass zwischen tiefen Grundwasserleitern in 300 m Tiefe und Rissende noch 700 m Gestein liegt, dass das GW vom „bösen“ Fracwasser trennt.
      Komme im übrigen nicht aus der Öl-/Gasbranche.

      • Vielen Dank Chef 79. Sie meinen also der Begriff beziehe sich auf den Umkreis um das Rohr um das herum das Gestein zerstört wird? Ich gebe zu, das könnte eine Erklärung sein, und warte nur noch auf den Beweis für diese Erklärung. Woher haben Sie Ihre doch recht intimen Kenntnisse der Terminologie in der Frac-Technologie? Ich bin immer gerne bereit dazuzulernen.

        Auch staune ich, dass Wasser „böse“ sein kann. Ich dachte immer es könnte toxisch oder kontaminiert oder salzig oder süß oder klar oder trübe u.s.w. sein, aber menschliche Attribute hätte ich dem Wasser bisher nicht zugetraut. Sie scheinen ein sehr kluger Mensch zu sein.

        • Auch staune ich, dass Wasser “böse” sein kann. Ich dachte immer es könnte toxisch oder kontaminiert oder salzig oder süß oder klar oder trübe u.s.w. sein, aber menschliche Attribute hätte ich dem Wasser bisher nicht zugetraut. Sie scheinen ein sehr kluger Mensch zu sein.

          Würde ich mit dem Wort „böse“ ein menschliches Attribut meinen, hätte ich es nicht in Anführungsstriche gesetzt. Und ja: Ich halte mich für einen sehr klugen Menschen, obwohl es durchaus sehr viel klügere gibt…

          • Das Schöne für uns durchschnittlich Begabten -sei es nun oberes oder unteres Drittel der durchschnittlichen Begabungsskala- ist, dass wir es der Elite der Menschheit überlassen können, Dinge zu erkennen und zu erklären und natürlich auch zu benennen und zu definieren. Noch viel besser ist es , dass wir in Zwiegesprächen auf die Erkenntnisse der Elite zurückgreifen und auch verweisen können, um Behauptungen zu bekräftigen. Es soll sogar in Doktorarbeiten schon vorgekommen sein, dass Probanden sich auf die Erkenntnisse anderer berufen, diese zitiert und als Zitate kenntlich gemacht haben.
            Nun, meine eigene Begabung zu evaluieren, überlasse ich lieber anderen. Aber, als der liebe Gott die Skepsis verteilt hat, habe ich leider in der vordersten Reihe gestanden und eine gehörige Portion davon abbekommen. Auf gut deutsch also, selbst wenn ein Begriff auf den ersten Blick einfach zu erklären scheint, ist es mir doch lieber die Erklärung durch Nachweise bestätigt zu bekommen. Immerhin finden sich sogar für so banale, wie auch eindeutige Begriffe wie Halbmesser (Radius eines Kreises) explizite Erklärungen im wikipedia. „Rißhalblänge“ hingegen, obwohl anscheinend ein definierter Begriff (in der Wissenschaft?), ergibt keinen Sucherfolg. Vielleicht könnten Sie da weiterhelfen?

            mfg

        • Hier finden Sie eine Antwort: http://www.bgr.bund.de/nn_329390/DE/Themen/Energie/Downloads/soultz__abschlussbericht,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/soultz_abschlussbericht.pdf

          und zwar auf Seite 37. Aus der Abbildung wird ersichtlich, dass mit die Risshalblänge Xf die Ausdehnung des Risses vom Bohrloch in EINE Richtung definiert!

          • Also Chefchen, dieser Versuch ist einfach nur grottenschlecht. Die Stelle, auf die Sie verweisen, sagt nur aus, dass „xf“ eine Variable für die Rißhalblänge ist; stellt aber keinerlei Definition des Begriffes selber zur Verfügung, höchstens eine Ahnung. Wenn Sie so einfach zu überzeugen sind, kann ich natürlich Ihre Pro-Fracking-Einstellung verstehen. Das ist so ähnlich, wie wenn Atomkraftwerksbetreiber behaupten, Atomkraft sei umweltschonend, weil die Kraftwerke kein CO2 ausstoßen. Schlafen Sie schön weiter und sagen Bescheid, wenn Sie dann endlich aufgewacht sind. Ich jedenfalls habe keine Lust mehr mit Ihnen zu diskutieren.

      • Übrigens, was mich immer wieder wundert an den Befürwortern des Erdgasbohrens und Hydraulic Fracturing ist, dass diese immer mit Alias hier auftreten, Behauptungen aufstellen und bisher noch jegliche Bezugsquellen für ihre Theorien fehlen lassen.

  5. Auch ich habe diesen Artikel im Weserkurier gelesen und mich (nicht mehr) gewundert, wie dreist eine Lobby vertreten durch Kurt M. Reinicke lügen kann.
    Ich plane einen internationalen Dokumentarfilm zu diesem Thema und habe in Südfrankreich (Aedeche, Drome, Herault u.a.) recherchiert. Hier sollen in Villneuve de Berg erste Probebohrungen durchgeführt werden. Die Gefahren sind überall ähnlich:
    Bodenrerruptionen, Grundwasserverseuchung, Verseuchung der natürlichen Umgebung insgesamt.
    In Südfrankreich wurde weder die Bevölkerung nicht die regionalen Politiker eingeweiht.

    Geplant ist, dass alle ca. 200 Meter eine Station zum Abbau
    des Gases eingerichtet werden soll.
    Dies bedeutet die Enteignung natürlicher Lebensgrundlagen für Mensch und Natur, alles unter der Prämisse der Profitmaximierung großer Energiekonzerne. Menschen und Umgebungen werden zu Objekten dieser Politik.
    Positiv ist zu vermerken, dass der Widerstand im Süden Frankreich sich so gut und breit organisiert, dass weder ExxonMobil, noch Total eine Chance haben werden diesen kriminellen Akt durchzuführen. Durch eine Telefonkette und Wachen an bestimmten Orten soll der Widerstand auch spontan gegen diese Vorhaben organisiert werden.
    Alle betroffenen Gemeinden sollten, wie in Südfrankreich, Beschlüsse gegen diese Vorhaben verfassen und so helfen die Ressourcen zu schützen.

  6. Die Natur kommt mit Dingen, mit denen man nicht rechnet.

    Das sagt nicht Horst Bauhof, das sagt Prof. Dr. Alexander Lerchl, vom Bundesamt für Strahlenschutz.

    Das gilt natürlich nur für die Wirkungen der Natur auf Atom-Meiler.

    Was das Fracking anbelangt, richtet sich die Natur in den Frac-Spalten und „Deckgebirgen untertänigst nach den Vorstellungen der Exxon Stahlhut PR-Group und Co.

    Toll… und was glauben SIE?

    Wünschen

  7. Das war ja der dreisteste Bericht, den ich bisher zum Thema gelesen habe. Das ist für mich keine Berichterstattung, der Herr Professor durfte seine Meinung völlig unkommentiert als Fakt verkaufen (so dürften es die meisten Leser wahrgenommen haben).
    Ein Redakteur des Weser-Kurier wies mich darauf hin, dass im Artikel gestanden habe, dass der Experte mehrere Jahre für Exxon tätig gewesen sei. Ich habe ihn dreimal gelesen und die Stelle nicht gefunden, vielleicht nur in der Print-Fassung?

    Ferner sagte er zum Thema unabhängige Experten „Wenn man bedenkt, dass in der heutigen Zeit diverse Universitäten, gerade im naturwissenschaftlich-technischen Bereich, mehr oder weniger mit der Wirtschaft kooperieren (…), dann müssten wir als Medium zu der Schlussfolgerung kommen, dass man keinen Experten und keine Expertin mehr befragen darf, weil er oder sie ja ohnehin befangen ist. Wäre dem so, müssten wir täglich die Freiheit und Unabhängigkeit von Wissenschaft schlechthin in Frage stellen. “
    Als könnte ein Professor, dessen Uni einen „ExxonMobil Teleteaching Hörsaal“ hat, etwas gegen Exxon sagen, ohne sich bald ohne Stelle wiederzufinden. Aber davon wusste der Weser-Kurier garnichts.

  8. Hallo Frau Bils,

    es ist nicht ganz so schlimm. Ich denke schon, dass es WELTWEIT noch unabhängige Wissenschaftler gibt. Mehr als es an zwei Händen Finger gibt werden es wohl nicht sein.

    Und diese zu finden ist schwer, sehr schwer!

    Das ist eine der Folgen der internationalen Macht des Geldes…

    Korruption mittels Gutachteraufträge, auch das ist ein Geschäftsmodell. Leider ein überaus sehr wirksames dazu.

    Blicken wir nach Japan… und klicken auf:

    http://www.youtube.com/watch?v=78yVAta0S50&feature=related

    Da frage ich mich, hat bei Herrn V. K. die „KERNSCHMELZE“ im Kopf schon stattgefunden oder steht sie noch bevor?

  9. Was sollen wir uns mit den Befürwortern herumschlagen, die Fakten, die hier hervorragend gesammelt sind, stellen die Richtigkeit des Widerstandes klar.

    Wurden schon Leserbriefe an den Weserkurier (Bremen) geschrieben?

    Grüße

  10. Hallo,
    ich habe in der Kreiszeitung Rotenburg/Wümme heute gelesen, dass in Wafffensen eine Probebohrung stattfinden soll, ohne Angabe mit welchem Verfahren, handelt es sich um Fracking?
    Der Autor des Artikels begrüßt, dass die Gemeinden durch den Gasabbau auch etwas Geld verdienen können. Kein kritisches Wort war da zu lesen.
    In Chambonas (F, Dep. Ardéche)hat der Rat beschlossen Fracking als kriminellen Akt einzustufen, einschl. mit der Option solche Versuche mit der Gendamerie des Ortes zu unterbinden, dass wäre doch auch hier eine gute Idee oder?

  11. Hallo Herr Köster,

    ja, ich werde auch eine Anzeige wegen „der Einleitung“ (ganz wichtig dieser Begriff) „von gefährlichen Flüssigkeiten in den Untergrund“ aufgeben, falls denn in Nordwalde wirklich (noch) gebohrt werden sollte.

    Eventuell kommt ja auch das ein oder andere Ratsmitglied aus Nordwalde mit zur Wache?!

    Viele Grüße

    Markus Knäpper

  12. Risse an Gebäuden, abgesackte Erde. Vermutlich durch Gasförderung. Wie wird das erst bei der unkonventionellen Gasförderung?

    Eben gefunden:
    http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/landkreis-verden/langwedel/risse-haeusern-durch-erdgas-foerderbetrieb-1162497.html

  13. Ich bin mal dem Link zu der Internetpräsenz der TU Clausthal gefolgt und bin auf folgende Seite gestossen:
    http://www.ite.tu-clausthal.de/forschung/bohr-und-produktionstechnik/
    wenn man dort den Link „CO2“ und dann „CLEAN“ anklickt, findet man ganz unten auf der Seite einen weiteren Link, der diese Seite öffnet:
    http://www.clean-altmark.de/front_content.php
    Aha, also doch „Carbon Capture and Storage“, getarnt als Forschungs- und Entwicklungsvorhaben wie seinerzeit Forschungszentrum Asse für Atommüll.

    Und beide Male hat unsere geliebte Bundeskanzlerin, Frau Merkel, Ihre Finger im Spiel. Hat die denn eigentlich immer noch nichts dazugelernt? Will die sich dann nach weiteren 20-25 Jahren wieder hinstellen und behaupten nicht erkennen zu können, dass diese Technologie ähnlich unbeherrschbar ist wie die Atomenergie? Und Laufzeitenverlängerungen solange erteilen bis endlich wieder eine Bombe platzt?

    Noch einmal zum Mitschreiben Frau Merkel: Das ist der falsche Weg. Denn: manchmal kommt es anders als (wie) man denkt.

    Und übrigens ist auch hier wieder das „Bundesministerium für Bildung und Forschung“ beteiligt. Warum kümmern die sich eigentlich nicht viel mehr um saubere und nachhaltige Energiequellen? Es gibt genug davon.

    Sehenswert zu dem Thema auch u.g. Link
    http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=2810&key=standard_document_41031583

  14. Zitat von folgendem Link
    http://www.bgr.bund.de/cln_092/nn_322882/DE/Themen/Geotechnik/CO2-Speicherung/co2-speicherung__node.html?__nnn=true

    Unsere Gesellschaft funktioniert auf der Basis fossiler Energierohstoffe. Noch auf Jahre hinaus kann unser Energiebedarf für Mobilität, Energie und Heizwärme nicht über regenerative Energien gedeckt werden. Allerdings gilt der industrielle Ausstoß von Kohlenstoffdioxid, kurz CO2, als einer der bedeutendsten Verursacher des gegenwärtigen Klimawandels. Das Kyoto-Klimaprotokoll hat daher auch die europäischen Länder verpflichtet, ihren Ausstoß an Treibhausgasen von 1990 bis 2012 um 8% zu verringern. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschlands CO2-Ausstoß bis 2020 um bis zu 40% zu verringern.

    Aha, jetzt wird auch einiges klarer. BGR heißt übrigens „Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe“. Fragwürdig ist allerdings warum dann nicht mit vollem Elan die Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Solarenergie und der Windkraft vorangetrieben wird und stattdessen noch mehr fossile Brennstoffe gefördert werden? Wenn die Herrschaften mal die oelverschmierten Brillen abnähmen bekämen sie einen klareren Ausblick auf das Wesentliche.

    • Hallo Herr Michael Otto,

      warum die Merkel-Regierung nicht mit vollem Elan Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der ALTERNATIVEN ENERGIEN fördert?
      Das ist ganz einfach zu erklären:

      1. Alternative Energien, damit können die großen Energiekonzerne kein Geschäft machen, die aber liegen der Kanzlerin ganz besonders am Herzen.

      2. Das Geld ist durch die Bankenrettung weggefressen.

      3. Falls doch noch etwas Geld da sein sollte, wird es zur „Aufmöbelung“ der Alt-Atommeiler oder als Reseve für den nächsten GAU gebraucht.

      WEITER SO DEUTSCHLAND… keine Experimente(*) ist CDU-Kanzler-MOTTO seit Adenauer.

      (*) ausgenommen: Atomenergie

  15. Zum Artikel im Weserkurier nur eine Anmerkung zur Unabhängigkeit und Herkunft von Herrn Prof. Reinicke – Einfach mal den Artikel auf der Seite :

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13491004.html

    lesen. Da sind auch die historischen Zusammenhänge zwischen dem Professor und Exxon/Esso zu finden. Der Professor war vor der akademischen Laufbahn auf der Gehaltsliste eines Exxon/Shell- Joint- Ventures.
    Ein Schelm wer dabei Böses denkt… !?

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