Mrz 222011
 

Erst jetzt kommt nach Recherchen des Journalisten Christoph Klemp (Ruhrnachrichten) heraus, dass bereits in den 90er Jahren in NRW versucht wurde, durch das umstrittene Fracking Erdgas zu gewinnen. Das wurde bisher bestritten.

Ein Konsortium um den US-Konzern Conoco, der Ruhrkohle AG (RAG) sowie der Ruhrgas AG hat 1995 eine Bohrung im münsterländischen Kreis Warendorf „gefrackt“, bestätigte die Bezirksregierung Arnsberg. Überraschend, denn bislang hatten beteiligte Behörden stets betont, dass es in NRW noch kein „Fracking“ gegeben habe.

Komme mir bald vor wie unter Gorbatschow. Dort wurde auch immer wieder Glasnost und Perestroika eingefordert. Dürfen wir Bürger das in Deutschland nicht erwarten.

Nach Bergrecht wohl nicht!

Weitere ausführliche Infos hierzu unter :

http://www.unkonventionelle-gasfoerderung.de/2011/03/22/fracking-bei-drensteinfurt-schon-in-den-90er-jahren/

 


 

  14 Antworten zu “Auch in NRW wurde bereits gefrackt!”

  1. Weitere ausführliche Infos hierzu:

    http://www.unkonventionelle-gasfoerderung.de/2011/03/22/fracking-bei-drensteinfurt-schon-in-den-90er-jahren/

    Zitat:

    Bei der Sitzung des Umweltausschusses in der letzten Woche in Steinfurt und beim ersten Runden Tisch des Kreises Steinfurt mit Vertretern der Bezirksregierung und ExxonMobil sagte Volker Milk noch:

    “Fracking ist für uns alle Neuland. Bis jetzt hat es das in NRW noch nicht gegeben.”

  2. Lieber Herr Elshoff,
    nun weiß ich nicht, wen Sie gefragt haben, aber das ist nun wirklich ein ziemlicher alter Hut: Das können Sie natürlich in den Archiven der verschiedenen Lokalzeitungen nachlesen, oder fragen Sie die drei beteiligten Unternehmen! Die Gemeinde war im Detail informiert, und mehrfach waren Vertreter der Gemeinde zu Besuch auf der Bohrstelle. Gleiches gilt für die Untere Wasserbehörde, die den Sonderbetriebsplan ebenso wie die Bergbehörde genehmigt hat. Wittern Sie eine Verschwörung nur weil Sie jetzt erst die alten Zeitungen lesen?

    • Lieber Herr Wilhelm,

      dass dort nach Gas gesucht wurde, wissen wir alle. Das gefrackt wurde, eben nicht. Wir fragen uns aber, warum auf Anfrage das nicht gleich gesagt wird. In der letzten Woche noch sagte Herr Milk von der Bezirksregierung Arnsberg beim Runden Tisch des Kreises Steinfurt: “Fracking ist für uns alle Neuland. Bis jetzt hat es das in NRW noch nicht gegeben.”

      Bitte antworten Sie mir!
      Ist das Transparenz?
      Sind die Aussagen richtig?

      • Lieber Herr Elshoff,
        ich würde jetzt mal nicht gleich Verrat und Verschwörung vermuten. Sie hätten gleich die fragen sollen, die damals das Projekt gemacht haben. Die Sachbearbeiter beim Kreis Warendorf, beim Bergamt Hamm (das es ja nicht mehr gibt) und die Redakteure der RuhrNachrichten werden das nicht wissen, weil sie vielleicht noch im Kinderwagen gesessen haben. Was haben Sie im Sommer vor 16 Jahren gemacht?

        Transparenz war damals nicht wirklich ein Problem: Conoco hat meines Wissens früh und ausführlich informiert. Das hat so wenig Verunsicherung gegeben, dass weder Sie noch kaum ein anderer sich jetzt noch dran erinnern kann. Ich denke mal, die jetzt tätigen Unternehmen täten gut daran, ähnlich zu handeln.

        • Nochmal. In der letzten Woche behauptet Herr Milk von der Genehmigungsbehörde (Landesbergamt Arnsberg): Es hat in NRW noch nie Fracking gegeben.
          Herr Klemp von den Ruhrnachrichten hat nachrecherchiert und herausgefunden, dass 1995 schon gefrackt wurde. Finden Sie, dass die Informationspolitik so in Ordnung ist?

  3. … ENTGEGEN ALLER BISHERIGEN BEHÖRDENANGABEN… wurde im Münsterland bereits gefrackt, Mitte der 90ger Jahre, im Raum Warendorf.

    Offenheit?, Transparenz?? vertrauensbildende Maßnahmen ??? heucheln die für Fracking zuständigen Genehmigungsbehörden an runden Tischen… grauenhaft. Mit dreister Doppelzüngigkeit, die von der Kanzlerin gerade zu Perfektion weiterentwickelt wird.

    Es vergeht kein Tag, an dem vertuschen, unverantwortliches Handeln, geheuchelte Unwissenheit und dreiste Lügen der Entscheidungs- und Verantwortungsträger in Politik und Energiewirtschaft – weltweit, von Deutschland bis Japan – dem Volk mit AUFGESETZTER DEMUTSMIENE vorgespielt werden.

    Angesichts der überdimensionalen Verlogenheit höchster Ebenen fehlen mir zur Zeit weitere Worte…

  4. Sehr geehrte/r R. Wilhelm,

    was nennen Sie alte Zeitung? Vielleicht riecht die Ausgabe vom Vortag nicht mehr besonders stark nach Druckerschwärze, interessant ist aber dennoch der Kontext, oder? Und der ist eindeutig so zu verstehen, dass die Frage nicht lautet: „Wer ist alles unterrichtet worden?“ sondern: „Wie steht es um das Gedächtnis der Beteiligten?“ wenn nicht: „Was ist eventuell unternommen worden, um das Gedächtnis der Beteiligten auszuschalten?“ Immerhin sollten Eingriffe in die Umwelt, wie das Zerstören einer Erdschicht mit Genehmigungsvorgang „aktenkundig“ sein.

    Also, hilfreich kann sein, wenn man die Quellen auf die verwiesen wird, auch durchliest und „möglicherweise“ sogar versteht was man da liest.

    Und um noch deutlicher zu werden: „Wie vertrauenswürdig sind Behörden (Bergbehörde), die sich angeblich nicht an Vorgänge erinnern kann, die archiviert sein sollten.

    mfg

    • Sehr geehrter Herr Otto,
      seien Sie versichert, der Vorgang ist bei ALLEN beteiligten Behörden in den Akten. Lassen Sie sich von einer der Behörden den Vorgang rausholen. Ich würde an die Untere Wasserbehörde in Warendorf rantreten.

  5. Sehr geehrte/r R.Wilhelm,
    ich glaube ja auch, dass derlei Vorgänge behördlich registriert und dokumentiert sind. Umso erstaunlicher mutet es daher an, wenn sich eine Behörde genau daran nicht erinnern können will. Meines Wissens ist es auch nicht die Untere Wasserbehörde, die ein Fracken im Kreis Warendorf geleugnet hat, sondern die Bergbehörde bei der Bezirksregierung Arnsberg. Gerade diese Behörde hat aber als Genehmigungsstelle genaueste Untersuchungen durchzuführen und die Unterlagen sorgfältig zu prüfen. Ich bin sicher, auch in deren Akten gibt es Verweise auf frühere Vorgänge. Wenn diese Behörde aber genau das nicht tut, stellen sich dann natürlich Fragen ein, die mit „überraschend“ doch recht milde umschrieben sind, finden Sie nicht?

    • Es ist nicht ungewöhnlich, das eine Behörde Akten manipuliert:

      1. indem sie einzelne Dokumente „auslagert“
      (ggf. in eine andere Abteilung oder „Doppelakte“)

      2. indem sie einzelne Dokumente schlicht „verschwinden“ lässt (ob sie im konkreten Fall vernichtet wurden kann ich nicht beweisen)

      3. indem sie ganze Akten für „nicht auffindbar“ oder „nicht existent“ erklärt (dann hilft eine Klage vor dem VG weiter – oder auch nicht, es liegt in der Hand des Richters)

      Es gibt so etwas wie eine behördliche „ALLMACHT“ gegenüber dem Bürger. Etwas besser sieht es aus, wenn ein parlamentarisches Kontrollorgan Aktenauskunft oder Aktenzugang einfordert – aber selbst in diesen Fällen werden Seiten geschwärzt.

      OBRIGKEITS-staatliches Denken und Handeln (behördlicher SELBSTSCHUTZ) sind in Verwaltungen der demokratischen Bundesrepublik noch immer anzutreffen.

      Ich würde diese Zeilen nicht schreiben, wenn ich – leider nicht nur ich – diese Erfahrungen im Regierungsbezirk Münster / Kreis Steinfurt im Rahmen von Akteneinsicht gem. Informationsfreiheitsgesetz (IFG NRW) nicht persönlich gemacht hätte (das IFG greift seit 2000).

  6. … und…bei all diesen Verdunkelungsstrategien rund ums Bohrloch… wer hat dort gebohrt? Halliburton! Die Exfirma von Dick Cheney, der in der Bush-Regierung das Wasserschutzrecht ausser Kraft gesetzt hat (Halliburton Loophole) Halliburton hat noch vor einigen Monaten in den USA verteidigt, Diesel beim Fracking eingesetzt zu haben. Wie sind die Driller eigentlich 1995 beim Bohren in Natarp1, Kreis Warendorf vorgegangen, als die Gas-Stimulation mit Diesel zum damaligen Stand der Frack-Bohrtechnik gehörte? Hatte das Bergamt seine Nase über dem Bohrloch? Kann man da eigentlich noch einmal den Deckel aufmachen? Wie ist die Qualität der Wasserbrunnen ringsum Natarp?

  7. Hier ein weiterer Artikel der Ruhrnachrichten:
    „Fracking“ 1995 ohne Erfolg

    http://www.ruhrnachrichten.de/gasbohrungen+in+nrw./art1544,1228900

    Zwischenstand heute bei der Onlineumfrage aus dem Artikel:
    http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/region/hierundheute/art1544,1227573

    9,14% – Ja. Die Bodenschätze unserer Region sollten genutzt werden.

    89,40% – Nein. Das ist zu gefährlich.

    1,46% – Mir völlig egal.

    Kann sich die Politik angesichts dieser Zahlen noch eine „Geisterfahrt“ erlauben?

  8. Das US-Bohrunternehmen HALLIBURTON bohrte und frackte 1995 im Raum Drensteinfurt/ Warendorf – ohne wirtschaftlichen Erfolg. Aufraggeber war das “Dreamteam“, bestehend aus: der Conoco Mineraloel GmbH, der Ruhrkohle AG (RAG) und Ruhrgas, siehe: http://www.ruhrnachrichten.de/gasbohrungen+in+nrw./art1544,1228900.

    16 Jahre später: Halliburton – Exxons Liebling – ist wieder aktiv, am Bohrloch Lünne. Ausgerechnet HALLIBURTON das MEGA-PANNEN-UNTERNEHMEN – mehr dazu unter: http://diepresse.com/home/panorama/welt/606017/Oelpest_Schwere-Vorwuerfe-an-BPPartner-Halliburton

    Und was sagt die Bezirksregierung zum Halliburton-Frac: Die Entsorgung der Stoffe sei „geregelt“ worden. Welche Chemikalien damals eingesetzt wurden, wie viel davon im Untergrund verblieben – und wie giftig sie sind wisse man nicht. Das erklärte ein Arnsberger Behördensprecher gegenüber den Ruhrnachrichten.

    Wird das Landesbergamt NRW überhaupt so genau wissen wollen und öffentlich bekannt machen, welche Chemikalien in Lünne… im Untergrund… wie giftig…
    Bin gespannt.

    Fracking 1995… das ist laut Ruhrgas eine „mit feinem Sand vermischte Flüssigkeit“.

    Fortschritt… das ist Fracking 2011, es geschieht mit Stoffen die man „in jeder handelsüblichen Kosmetik“ findet. Das sagt Jörg Bode, der Wirtschaftsminister von Niedersachsen.

    Sie glauben es nicht, dann klicken sie auf:
    http://www.hannover.1730sat1.de/politik.html?&cHash=1c69c8eb11&tx_ttnews%5BbackPid%5D=249&tx_ttnews%5Btt_news%5D=62465
    Quelle: SAT.1 REGIONAL

    Entlarvend:
    “Driller“ sagt: „… das ist natürlich der hammer, sowas kann man gar nicht mit geld aufwiegen … dem ami wird regelrecht in den hintern gekrochen … genau (wie) bei den russen, wenn de da was sagst dreht er das öl u. gas ab. SCHRÖDER, erst sich hier die taschen vollstecken und dann bei den russen am schieber stehen.“

    „Hab mal bei „gegen gasbohren“ ein paar Kommentare abgelassen. Absichtlich provokativ. Volksverdummung par excellance!“ sagt “Chef79“
    Zitat Ende.

    Nichts bekannt werden lassen… das ist im Zeitalter des Internet nicht mehr so einfach, auch dank wacher Bürger und Medien.

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