Apr 122011
 

Wenn man sich mit den alt Eingesessenen Bürgern aus Drensteinfurt über das Thema „Unkonventionelles Erdgas“ unterhält, dann hört man immer den Satz:„Hier in Drensteinfurt wurde doch auch schon mal gebohrt. Ist schon ziemlich lange her. Die haben wohl nichts gefunden…“

Nun ist es raus. Die Ruhrnachrichten berichten heute was damals gemacht wurde. Genau das, wovor wir BürgerInnen und Bürger im Münsterland immer warnen.

Fracking im Feld „Natrap 1“:

375.000 Liter Frackflüssigkeit mit giftigen Chemikalien. Teil dieses Chemiecocktails ein Stoffgemische („SSO 21M“) das laut Ruhrnachrichten extrem giftig ist.

Und was passiert mit dem Abfällen fragen wir uns immer. In diesem Fall wanderten 1177 Tonnen Bohrabfall auf eine Halde in Ahlen.

Verklappung im Feld „Rieth 1“:

Bei der Bohrung im Feld Nartrap 1 fiel über 300.000 Liter Formationswasser an. Dieses „Wasser“ ist extrem salzhaltig. Radioaktives Radium inclusive.

Und der Gipfel kommt zum Schluß des Artikels. So soll ohne Genehmigung in einem Bohrloch in Drensteinfurt eine „Kahliumchloridlösung unbekannter Herkunft“ verklappt worden sein. Unter dem Stichwort „Disposalbohrung“ hört man immer wieder davon (Kennt jemand die trapsende Nachtigall?).

Zwar fiel diese nicht genehmigte „Disposalbohrung“ den Behörden auf, aber der Landwirt hatte das Feld schon wieder bewirtschaftet. Also wurde mit dem abpumpen der Giftbrühe gewartet, bis die Ernte eingebracht war.

Mahlzeit!

Hier der ganze Artikel.

Vielen Dank an den Autor des Artikels Christoph Klemp für die hartnäckige Recherche. Beim Expertenfachgespräch der Bergbehörde in Dortmund am 23. März 2011 hieß es noch, die Akten sind verschwunden. Gut das wieder jemand „nachgebohrt“ hat!!!

  3 Antworten zu “Fracking in NRW!”

  1. Am 13. April 2011 16:51 schrieb Alfons Hanewinkel :

    Hallo zusammen,
    ich möchte vorsorglich aufmerksam machen auf die Presseerklärung der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg vom 12.04.11. Hier hat man nun nach langem Suchen entdeckt, dass im Münsterland schon 1995 mehrere Fracks auf Kohlflözgas erfolgt sind mit Eintrag rückblickend als gesundheitsgefährdend zu klassifizierenden Fluidstoffen in Boden und Grundwasser, fraglichen Entsorgungstechniken und einer dort dokumentierten Haltung der beteiligten Unternehmen, die man betrügerisch nennen darf. Wie aber ist behördliches Handeln zu qualifizieren, das den Betreibern auf die Schliche kommt, nicht aber Strafen oder Bußgelder verhängt? Es ist doch bezeichnend, dass noch in den 1990er Jahren ein Verhalten an den Tag gelegt wurde, als hätte es die Umwelt- und Energiediskussion wenigstens seit Tschernobyl 1986(!) gar nicht gegeben. Wahrscheinlich datiert die Namensvergabe nach einschlägigen Konzernen für Hörsäle im Bergbau-Bildungszentrum Clausthal-Zellerfeld aus dieser Zeit?

    Die Fracks (Oktober 1995) erfolgten allerdings in der Mitte Juli 1995 just begonnenen Rot/Grünen Ära unter Rau (Vesper / Höhn). Die Genehmigungen datieren aus Februar 1995, fallen also in die SPD-Ära. Gleichwohl. Es ging damals um die Option auf Förderbetrieb, nicht nur um Aufsuchungsgenehmigungen. Der Hauptbetriebsplan nach BBergG war erforderlich. Rot/Grün hätte saftige Ohrfeigen wegen vorsätzlicher Zuwiderhandlung und Umweltschädigung gegen Conoco Mineralöl GmbH, der Ruhrgas AG und der Ruhrkohle AG verteilen können. Man tat es nicht. Es ging damals und es geht heute, wohl nicht ganz zu Unrecht, vor allem gegen die Atomtechnologie.

    Kurzum, sobald es um das Selbstverständnis als Energieland geht, ist jedes Bundesland, zumal NRW, ein Politkonsortium mit kurzen und bestens geölten Wegen zwischen Unternehmen, Politik und Behörden. Untertägig Werk ist nicht übertägig Werk. Das eine findet im Hellen, das andere im Dunkeln statt. Der Bergbau ist rechtsgeschichtlich gesehen königlichen Ursprungs, und so halten es alle daran Beteiligten untereinander noch heute. Man kennt sich, teilt eine Spezialsprache und einen gemeinsamen Wertekanon. Es ist alles sehr speziell. Und was bleibt denn auch vom Energieland NRW noch übrig, wenn nun auch das unkonventionelle Erdgas ausscheiden sollte?

    Ich glaube, so langsam steht eine Busreise nach Frankreich an, wo seit Ende des 18. Jahrhunderts das demokratische Handwerk von der Pike auf erlernt wurde. Das könnte uns in der Sache GegenGasbohren von Nutzen sein. Einfach mal bei den Kollegen dort unten im Süden schnuppern gehen. Vielleicht gibt es ja einen Busunternehmer in unseren Reihen?

    Weiterhin viel Erfolg,

    Alfons Hanewinkel, IBMS

  2. Man kann immer wieder nur fassunglos feststellen, wie wenig die Gesundheit eines Menschen, das unserer Kinder und der Umwelt (in der wir ALLE leben)noch wert ist. Mit reiner Profitgier kann man das allein nicht mehr erklären. Es müssen bei den Verantwortlichen wohl schon große Bereiche ihres Gehirns abgestorben oder zumindest stark fehlentwickelt sein. Hat Herr Oppermann z.B. auch eine Familie und Kinder? Wenn ja, scheinen sie Ihm ja nicht viel wert zu sein.

    Wenn sich die Stadtwerke Hamm, und Herr Oppermann dort allen voran, weiter beim Fracking-Verfahren engagieren sollte, dann kann man das nur als ein weiteres Verbrechen an der Menschheit und besonders den Menschen in NRW ansehen.

    Vielleicht sollte man alle Beteiligten mal dazu zwingen, einen Liter von dem Gemisch zu trinken, dass über kurz oder lang auch in unserem Trink- und Grundwasser landet.

    Sollte das BENZOL (krebserregend) und das Quecksilber (Nervengift) bei denen keinen Schaden anrichten, kann man das Gas ruhig fördern.

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