Mai 052011
 

Update:

Unmittelbar nach der Zulassung hatte ExxonMobil jedoch erklärt, die zugelassenen Maßnahmen nicht durchzuführen, sodass damit die Zulassung gegenstandslos geworden ist. Sollte ExxonMobil Frac-Maßnahmen nunmehr dennoch vornehmen wollen, wäre ein neues Genehmigungsverfahren erforderlich.

Quelle: http://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/presse/2011/05/066_11/index.php

Die Einrichtung der Bohrung in Oppenwehe im Nördlichen Münsterland ging rasch. Genau so schnell gab es die erste Probebohrung, doch im Januar wurde das eigentlich von ExxonMobil geplante Probefracking überraschend abgesagt:

Bei Stemwedes Bürgermeister Gerd Rybak klingelte gestern Mittag das Telefon. Hans-Hermann Nack, Sprecher des Energie-Unternehmens Exxon Mobil, war am Apparat. Kurz und knapp habe Nack ihm mitgeteilt, dass Exxon das in Oppenwehe geplante Frac-Verfahren auf Eis lege, sagte Rybak…“

Im Artikel ist auch zu lesen, das die Bezirksregierung zu diesem Zeitpunkt sagte, dass eine Gehnehmigung für das Fracking noch nicht vorliege:

Um das Frac-Verfahren einzusetzen, müsste Exxon bei der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg einen Sonderbetriebsplan beantragen. Das ist nach Angaben von Behördensprecher Jörg Linden bis zum gestrigen Tag nicht geschehen. Nur wenn die Bergbehörde einen solchen Sonderbetriebsplan genehmigen würde, hätte das Unternehmen auch die Erlaubnis, das Verfahren zur Erprobung einzusetzen, sagte Linden auf NW-Anfrage.

Ohne die Öffentlichkeit zu informieren, wurde diese aber zu einem unbekannten Zeitpunkt erteilt. Erst am 20. April 2011 erfuhr die Landesregierung vom Fracking.

Die Bezirksregierung Arnsberg berichtete dann am 20. April 2011 über eine erteilte, wenn auch nicht zur Ausführung gekommene Sonderbe­triebsplanzulassung für sogenannte Stimulationsmaßnahmen.

Momentan läuft eine Dichtheitsprüfung Lagerstättendrucktest in Oppenwehe, bei der eine unbekannte Menge Dieselöl in die Bohrung eingebracht wurde. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es immer noch in den Leitungen. Die Bezirksregierung besteht auf eine vollständige Rückführung des Dieselöls.

Die Dichtheitsprüfung könnte auf ein unmittelbar bevorstehendes Fracking hinweisen. Wir rufen die Bevölkerung in Oppenwehe auf, alle verdächtigen Arbeiten oder das Eintreffen von Lastwagen, voraussichtlich der Firma Halliburton bei uns zu melden.

Gemeinsam stoppen wir Fracking!

Quellen:
http://www.nw-news.de/lokale_news/luebbecke/luebbecke/4170031_Exxon_legt_Vorhaben_auf_Eis.html
http://www.nrw.de/meldungen-der-landesregierung/minister-voigtsberger-lueckenlose-informa-tionen-zu-erdgasbohrungen-10825/

  9 Antworten zu “Steht ein Fracking in Oppenwehe unmittelbar bevor? Bewachung notwendig!”

  1. Eine „Dichtheitsprüfung“ in Oppenwehe mit DIESELÖL…
    gehts noch etwas perverser??? meine Herren vom Landesbergamt, Exxon, Halliburton und Co?

    Es verschlägt mir (momentan) schlicht die Sprache…

    Hat die Gas-MAFFIA in diesem Land schon die Macht übernommen?
    Umweltschutz… nur verlogenes politisches ALIBIGEPLAPPER aus dem Kanzeler(innen)Bungalowfür’s dumme Wählervolk ?

  2. Bitte den verlinkten zweiten Artikel nochmals lesen. Es ist von einem „Lagerstättendrucktest“ die Rede, nicht von einer „Dichtheitsprüfung“. Man sollte vielleicht auch auf blaue LKW der Firma „Schlumberger“ achten statt nur auf rote von „Halliburton“.

  3. Liebe Freunde,

    ich bin der Meinung, dass diese Bohrstelle sofort stillgelegt werden muss.
    Aus dem Vorgehen von ExxonMobil, ist so meine ich ersichtlich, dass davon ausgegangen wird, dass es zur Förderung kommt. – Früher oder später!

    Das geht aber nur dann, wenn davon ausgegangen wird, dass Bezirksregierung und Landesregierung einen Kniefall vor ExxonMobil machen. (siehe auch die aktuelle Auseinandersetzung um das EON – Kohlekraftwerk in Datteln: WAZ – Wirtschaftsteil vom 05.05.11 titelte: „Datteln kann kommen“)

    Ich finde richtig, dass dagegen der Widerstand in der Bevölkerung gefördert, organisiert und entwickelt wird. Das war auch der entscheidende Grund Fracking auszusetzen. ExxonMobil hofft auf eine Ruhe, die einkehren soll. Da haben sie sich aber verrechnet!
    Es muss auch breiter bekannt gemacht werden. Meine/Unsere Unterstützung habt ihr.

    Mit solidarischen und kämpferischen Grüßen
    E. Osimitsch
    Regionalsprecher der Bürgerbewegung für Kryo – Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz e.V. NRW

  4. Umweltschutz… seit Jahren hämmern Politiker dem Bürger ein, er sei das „Umweltferkel“ er könne und müsse mehr zum Schutz der Umweltschutz tun. Inzwischen bekommen wir schon ein schlechtes Gewissen, wenn die Fahrradkette mal einen Tropfen Öl verliert und der TÜV kontrolliert jeden Motorblock, ob da nicht irgendwo ein Öl-Tropfen hängt. Wenn ja heißt es: ab in die Werkstatt. Wer seinen Diesel-Kanister im Straßengraben entleert wird von der Staatsanwaltschaft verfolgt, bekommt eine saftige Strafe und muss das Ausbaggern des Bodens bezahlen.

    Das ist richtig und gut so! Gilt aber – politisch gewollt – nicht für alle.

    Da pumpt Exxon Dieselöl zwecks Lagerstätten-Drucktest??? in den Boden.

    Will Exxon hier testen:
    wie viel Diesel
    bei welchem Druck
    wie weit…
    in den natürlichen Untergrund eindringt?

    Oder ob die Pumpe überhaupt soviel „nachschieben“ kann, um den gewünschten Druck aufrecht zu erhalten?

    Oder ob die Pumpe sich als Fracking-Pumpe eignet?

    Oder wie viel Umweltverseuchung die Genehmigungsbehörde klaglos toleriert?
    Diesel wird oft und gern ins Fracking-Wasser gemischt, weil Diesel die Frackingpumpe gut schmiert?

    So langsam frage ich mich, wie geschmiert es in den Genehmigungsbehörden läuft.

    Die Bezirksregierung besteht auf einer vollständigen Rückführung des Dieselöls.

    Damit das überhaupt gelingen kann, hat Exxon in der unterirdischen “Druck-Test-Lagerstätte“ sicherlich einen TÜV geprüften Stahltank eingebaut.

    Ja für wie bescheuert wird denn hier der Bürger von Exxon und Bezirksregierung gehalten?
    Wissen diese “HERREN“ überhaupt noch was sie sagen??? – von Denken will ich an dieser Stelle erst gar nicht reden.

    Fakt ist: Politiker haben Entscheidungen und Beschlüsse herbeigeführt, die derartigen UMWELTFREVEL zulassen und straffrei stellen.

    Weiter so, bis der Wähler (mit Verlaub) die Schnauze restlos voll hat.

    Glück für Exxon

    • Nein, Herr Bauhof. Ein Lagerstättendrucktest (sagt ja schon der Name) soll ermitteln, welcher Druck im Horizont der (eventuellen) Lagerstätte vorherrscht. „Eventuell“ deshalb, weil bei einer Erkundungsbohrung niemand weiß, ob tatsächlich wirtschaftlich verwertbare KW-Vorkommen (vulgo Lagerstätte) vorhanden sind. Dazu sind neben dem genannten Test viele weitere Tests notwendig.

      • Mag sein, Herr Arndt,

        aber muss das mit DIESEL geschehen?

        Die TEST-VORGEHENSWEISE von Exxon ist an egoistisch, rücksichtslos arroganter Machdemonstration kaum zu überbieten und geeignet, nicht nur meinen Kragen zum platzen zu bringen.

        Und alles wg. PFLEGE des Aktienkurses i.S.d. KAPILAL-SPEKULANTEN-MAFFIA.

        Gruß
        Horst Bauhof

        (ich glaube, Sie haben mich nicht richtig verstanden)

  5. Wieder ein Fall von: NICHT WISSEN WOLLEN…?

    „Neue Infopanne der Behörde (…) am Donnerstag hatte die zuständige Behörde mitgeteilt, entgegen bisheriger Angaben bereits im März 2009 im ostwestfälischen Stemwede das sogenannte „Fracking“-Verfahren genehmigt zu haben.“ Das berichten die Westfälischen Nachrichten heute, am 6. Mai. 2011.

    Quelle:
    http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/muensterland/1543076_Fracking_Verfahren_Neue_Infopanne_der_Behoerde.html

    Mauscheln…
    täuschen…
    (ver)schweigen…
    Halbwahrheiten verbreiten…

    das scheint die praktizierte und geduldete Leitlinie der Fracking-Abteilung (offiziell Landesbergamt) bei der Arnsberger Bezirksregierung zu sein.

    Und was sagt NRW-Wirtschaftsministerium dazu…?
    Will es wieder nicht informiert gewesen sein?

    Ich denke, wer das noch glauben kann „macht die Hose mit der Kneifzange zu“.

    Wie DICK ist hier eigentlich der FILZ?

  6. WDR-Lokalzeit vom 6.5.11:
    Interview mit Jörn Krüger und NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger

    http://www.derwesten.de/video/im-westen/Streit-um-Fracking-id4616393.html

  7. Wo genau ist denn eigentlich diese Bohrung „Oppenwehe 1“? Darüber scheinen sich alle Beteiligten auszuschweigen …

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