Jun 012011
 

…. fand ja die Abhörung im  Ausschuss für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie statt. Auch wir waren durch Jörn Krüger und Jürgen Kruse vertreten. (Ausführlicher Bericht wird noch folgen!)

Sehr verwundert haben mich zwei Dinge:

1. Was sagte gestern Norbert Stahlhut von EXXOFFMOBIL (Quelle: Ruhrnachrichten) :„Wir wollen auch sauberes Trinkwasser“. Das Frac-Verfahren sei in Deutschland in über 40 Jahren mehr als 300 Mal zum Einsatz gekommen und in den USA schon rund eine Million Mal, ohne dass Trinkwasser verunreinigt worden sei, argumentiert das Unternehmen. Umweltbeeinträchtigungen in den USA seien auf „unsachgemäße Ausführungen“ zurückzuführen. „Wir sehen keine Risiken, die nicht beherrschbar sind.“

Warum kann man dort die „unsachgemäßen Ausführungen“ nicht unterbinden? Haben die Amerikaner kein Anrecht auf sauberes Trinkwasser? Es sind mehr als 1000 Trinkwasserverunreinigungen durch Fracking nachgewiesen.

2. Die Stellungnahme des Professors Dr. Wolfgang Blendinger  (Abteilung Erdölgeologie) der Technischen Universität Clausthal ( Anmerkung: Die TU hat sogar einen ExxonMobil Hörsaal) ist schon etwas außergewöhnlich. Als ich das zum ersten mal las, habe ich zunächst an einen Fake gedacht.

1.  Die Fördermengen aus den unkonventionellen Gasvorkommen in Norddeutsschland werden die Abhängigkeit von Importen, hauptsächlich aus Rußland, in nicht nennenswertem Umfang reduzieren (unter10%,  siehe World Energy Outlook der IEA von 2011).

2.  Das Verfahren des „fraccing“ ist lange bekannt und angewandt. Das Risiko der Grundwasserkontamination  ist von Vorkommen zu Vorkommen unterschiedlich und hängt von der geologischen Situation ab, kann also pauschal nicht als „gefährIich“ oder „ungefährlich“ eingestuft werden. Das viel größere Problem ist die Entsorgung der „Frac“fluide. Einfach in den Untergrund zu verpressen ignoriert das Problem der Zeitskalen: das so entsorgte Material muß Jahrhunderte und Jahrtausende sicher „da  unten“ bleiben, was niemand garantieren kann, weil uns Langzeitbeobachtungen unmöglich sind.

3. Der einzige wirkliche Profiteur der Gewinnung von dieser Art Erdgas ist, nach der gegenwärtigen Vergabepraxis der Lizenzgebiete in Deutschland, der US-amerikanische Mutterkonzern von Exxon-Mobil, falls es überhaupt zur Produktion kommt. Ein Beschäftigungsimpuls als Rechtfertigung für die Durchführung ist vollkommen abwegig.

4.  Dieser Unsinn sollte gesetzlich verboten werden und stattdessen endlich das Grundübel solcher Projekte angegangen werden:  das Wachstumsdogma, das mit den von der Natur vorgegebenen Prametern unvereinbar ist.

Ich finde dieser Professor hat sehr deutliche Worte gefunden.


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