Jul 312011
 

http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/landkreis-diepholz/sulingen/fracking-gross-lessen-setzen-transparenz-1337641.html

Zitat:

Sulingen – GROSS LESSEN · Alle Bürger der Ortschaft waren eingeladen, der Informationsbedarf in Groß Lessen hielt sich in Grenzen: „Exxon Mobil“ informierte gestern Nachmittag über das für die Bohrstelle Buchhorst T 12 geplante Fracking-Verfahren. Hans-Hermann Nack von der „Exxon“: „Wir planen den Frack noch für diese Woche.“

http://www.sauerlandkurier.de/erdgas-aus-unkonventionellen-lagerstaetten-index_kat106_id166497.html

http://www.ivz-online.de/lokales/kreis_warendorf/drensteinfurt/1596119_Bescheidenes_Schulterklopfen.html

http://www.sat1nrw.de/Aktuell/Front-gegen-Fracking/42d3797/

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1516374/

http://www.wa.de/nachrichten/kreis-unna/stadt-werne/buerger-ueber-fracking-risiken-aufklaeren-1341460.html

Zitat:

WERNE ▪ Die Bürgerinitiative gegen Gasbohren (BIGG) Werne setzt sich für einen sicheren und sauberen Grundwasserbestand ein. Dabei steht für die Mitglieder der Initiative die Informationsverbreitung an oberster Stelle. „Wir haben das Gefühl, dass die Bevölkerung nicht genug über das Fracking und die Risiken informiert ist“, befürchtet das Team um Sprecher Christian Krumkamp.

http://www.scharf-links.de/42.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=17704&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=fd0ba5f8e4

http://www.xtranews.de/2011/07/29/gruene-duisburg-walsum-begruessen-die-breite-ablehnungsfront-der-parteien-im-landtag-zum-umstrittenen-fracking-verfahren/

Videobericht vom WDR: http://www.wdr.de/themen/wirtschaft/wirtschaftsbranche/energie/energiewirtschaft/110727.jhtml

http://www.wdr5.de/sendungen/leonardo/s/d/27.07.2011-16.05/b/die-front-gegen-das-fracking.html

Niedersachsen, Kreis Rotenburg: Nun wächst in der Region Widerstand. Bald soll eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen werden. Für August plant die Ortsgruppe der Grünen eine Veranstaltung:  http://www.abendblatt.de/politik/article1971667/Gasfoerderung-von-ExxonMobil-beunruhigt-Buerger.html

http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Allparteien-Allianz-gegen-Fracking-id4912303.html

SPD-Bundestagsfraktion zum Thema Fracking: http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,57810,00.html

Zitat:

Jetzt geht es erst einmal darum, mehr Klarheit über die Verfahren zu bekommen und den Rechtsrahmen zu verändern. Dazu brauchen wir Zeit und Ruhe. Deshalb sollte in einem dreijährigen Moratorium keine Förderung erfolgen. Im Herbst ist dazu eine Anhörung im Deutschen Bundestag geplant.

Von Jörn Krüger:

http://www.unkonventionelle-gasfoerderung.de/2011/07/27/nrw-einigung-der-politik-ist-nur-ein-weiterer-schritt-zum-verbot-von-hydraulic-fracturing/

Zitat:

Die Positionierung der Parteien ist also nur ein weiterer Schritt. Noch immer gilt das “Moratorium” und damit das Warten auf die Ergebnisse einer Studie, über die weder Inhalt noch Durchführende bekannt sind. Die Meldung, “Exxon muss woanders bohren” ist damit zwar wahrscheinlicher geworden, aber noch lange nicht erreicht.

Weitere Nachrichten von Jörn Krüger aus USA und Südafrika auf www.unkonventionelle-gasfoerderung.de

Jul 302011
 

Röttgen legt Fracking auf Eis: „Ich werde kein Risiko eingehen.“

Hier der komplette Bericht: http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/top_thema_2/1597458_Roettgen_legt_Fracking_auf_Eis_Ich_werde_kein_Risiko_eingehen..html

In einem Gespräch mit dem Korrespondenten Hilmar Riemenschneider von den Westfälischen Nachrichten äußert sich Röttgen zur umstrittenen Erdgasförderung mittels Fracking:

Zitat/Ausschnitt:

Ein weiterer Konsens zeichnet sich bei der Gewinnung von gebundenem Erdgas ab – in der Ablehnung des Frackings nach heutiger Technik. Stimmen Sie dieser Haltung zu?

Röttgen: Meine Position ist, dass – bevor es zu einer wirtschaftlichen Nutzung kommt – absolute Klarheit und Transparenz über die Umwelteinwirkung erreicht sein muss. Hier gibt es Defizite in der Kenntnis der Auswirkungen und Einwirkungen. Darum werde ich als Umweltminister eine umfangreiche Studie in Auftrag geben, um die Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere auf das Trinkwasser, einschätzen zu können. Es muss jede notwendige Vorsorge getroffen werden. Dazu müssen wir wissen, welche Gefahrensituationen entstehen können. Es geht auch um rechtliche Anpassungen, die Umweltbelange und Bürgerbeteiligung absichern. Es sind klare Anforderungen zu stellen. Wenn die nicht erfüllt sind, kann dieses Verfahren nicht eingesetzt werden.

Das Umweltbundesamt empfiehlt dringend die Änderung des Bergrechts: Werden Sie diesen Rat annehmen?

Röttgen: Es spricht viel dafür, dass auch für geringe Fördervolumen eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgesehen werden muss. Bislang sind zum Beisipiel die Wasserbehörden nicht zwingend zu beteiligen. Wir werden darüber innerhalb der Bundesregierung sprechen.

Wie viel Zeit wird das brauchen?

Röttgen: Bis wir gesicherte Erkenntnisse gewonnen haben, wird es einige Zeit dauern. Und vorher kann Fracking nicht stattfinden. Ich werde kein Risiko eingehen.

Viele Menschen im Münsterland sind in Sorge wegen der ersten Erkundungen und wegen der Risiken des Frackings. Was sagen Sie diesen Menschen?

Röttgen: Dass diese Methode nur dann in Frage kommt, wenn Risiken definitiv ausgeschlossen werden können. Und in besonders sensiblen Bereichen, wo beispielsweise Trinkwasser aus Grundwasser gewonnen wird, ist aus meiner Sicht Fracking ausgeschlossen.

Realistisch kann das unkonventionelle Erdgas erst in etwa zehn Jahren gefördert werden. Spielt es dann überhaupt noch eine Rolle im deutschen Energiemix?

Röttgen: Neben Fragen der Vorsorge spielen auch energie- und klimapolitischen Bewertungen eine Rolle: Wie ist eigentlich die Energie und Klimabilanz dieser Art der Erdgasförderung? Solche Fragen müssen beantwortet werden, bevor man eine solche Risikomethode zum Einsatz bringt. Soviel steht heute fest: Wir haben erstens enorme für die nächsten Jahrhunderte reichende Erdgasvorkommen. Wir haben zweitens einen beachtlichen Anteil an Biogasproduktion. Drittens geht die Forschung dahin, mit überflüssigem Strom aus Windkraft beispielsweise durch Elektrolyse Wasserstoff oder erdgasgleiches Methan zu erzeugen. Das heißt: Wir haben ganz viele Alternativen, die eine solche Methode sehr in Frage stellen, auch energiepolitisch.

Quelle:

http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/politik/inland/?em_cnt=1597498&em_cnt_page=3&em_ref=http%3A%2F%2Fwww.westfaelische-nachrichten.de%2Faktuelles%2Fpolitik%2Finland%2F1597498_Schwerer_Schaden_fuer_das_Land.html

Jul 292011
 
Michael Schwakenberg von den „Westfälsichen Nachrichten“ berichtet über den Teilerfolg der „Interessengeminschaft gegen Gasbohren“:

Der Sekt steht schon kalt

Nordwalde – Mathias Elshoff hat die vielen Termine nicht gezählt: Informationsaustausche, Mediengespräche, Protestveranstaltungen, Politikerbesuche und was nicht noch alles. In den vergangenen Monaten hat der Vorsitzende der Nordwalder „Interessengemeinschaft gegen Gasbohren“ (IGGG) fast genauso viel Zeit mit den Exxon-Plänen verbracht wie mit seiner Familie und in seiner Landbäckerei.

„Die Arbeit hat sich gelohnt“, blickt er jetzt zufrieden zurück. Denn im Landtag wird die Front gegen das Fracking immer breiter. Anfang dieser Woche ließ die CDU-Fraktion verlauten, dass sie diese umstrittenen Methode bei der Suche und Förderung von sogenanntem unkonventionellem Erdgas ablehnt. Und auch der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, André Stinka, hat angekündigt, seine Genossen auf diesen Kurs einzuschwören (die WN berichteten). Elshoff: „Das haben wir bei unserer Gründung im vergangenen Jahr nicht in dieser Form erwartet.“

Für ihn und seine Mitstreiter in Nordwalde und den anderen IGGGs sei es „ausgesprochen aufbauend“, dass es gelungen ist, „in der relativ kurzen Zeit die anfängliche Goldgräberstimmung im Land wieder einzufangen und auf allen Ebenen zu einer sachlichen Auseinandersetzung zu finden“. Die meisten, die sich mit dem Thema befasst haben, so Elshoff, seien schnell zu dem Schluss gekommen, dass unkonventionelles Erdgas alles andere als klimafreundlich ist und große Gefahren birgt. Vor allem für Umwelt, Natur und das Trinkwasser.

Ist die Nordwalder IGGG am Ziel? Elshoff: „Leider können wir uns noch nicht zurücklehnen. Denn das Bundesberggesetz ist nach wie vor veraltet und nicht ansatzweise geeignet, die Risiken heutiger Förderverfahren zu bewerten.“ Elshoffs Zwischenfazit: „Der Sekt ist zwar schon kalt gestellt, zum Korkenknallen ist es aber noch zu früh.“

Mathias Elshoff war in den vergangenen Monatenein viel gefragter Interviewpartner. Mit ihrem Protest haben sich der Vorsitzende und seine Mitstreiter von der IGGG auf höchster politischer Ebene Gehör verschafft. Foto
(-stk/msc-)

Quelle: http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/kreis_steinfurt/nordwalde/1596297_Der_Sekt_steht_schon_kalt.html

Hier die Pressemitteilung der „Interessengemeinschaft gegen Gasbohren“ (IGGG):

Die viele Arbeit hat sich gelohnt

Anfang der Woche waren verschiedene Berichte in den Medien über die kritische Bewertung der Suche nach unkonventionellem Erdgas und die daraus resultierende Ablehnung auf mittlerweile breiter politischer Basis in NRW. Neben den Grünen und den Linken sprechen sich mittlerweile auch die großen Parteien SPD und CDU im Land offen gegen das umstrittene Fracking-Verfahren aus und lehnen eine Erschließung der Erdgasvorkommen in sog. unkonventionellen Lagerstätten in NRW ab. Die Interessengemeinschaften gegen Gasbohren zeigen sich erfreut über diese Entwicklung, die sie selber bei ihrer Gründung im vergangenen Jahr nicht in dieser Form erwartet hätten und erlauben sich auch ein bescheidenes Schulterklopfen. Es ist ausgesprochen aufbauend, dass es uns gelungen ist, in der relativ kurzen Zeit, die anfängliche Goldgräberstimmung im Land wieder einzufangen und auf allen Ebenen zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema zu finden. Die viele Arbeit hat sich gelohnt. Die Menschen im Land, die sich mit dem Thema „Unkonventionelles Erdgas“ beschäftigen, gelangen in der weitaus überwiegenden Zahl nach ganz kurzer Zeit zu dem Schluss, dass dieses Erdgas alles andere als klimafreundlich ist und sehr große Gefahren für Umwelt, Natur und vor allem unser Trinkwasser birgt. Nun ist es aber leider nicht so, dass sich die Kritiker zufrieden zurücklegen könnten. Denn das den Genehmigungen zu Grunde liegende Recht, das Bundesberggesetz ist nach wie vor veraltet und daher nicht ansatzweise geeignet, die Risiken heutiger Förderverfahren zu bewerten. Es muss daher dringend angepasst werden, was aber nur über die Politik in Berlin und Brüssel möglich ist. Und daran arbeiten die Bürgerinitiativen im Münsterland getreu dem Motto „Was hier nicht mit dem Umweltschutz vereinbar ist, wollen wir auch an anderer Stelle auf dieser Erde nicht haben!“
Den Bürgerinitiativen ist dabei insbesondere wichtig, immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass nicht nur die umstrittene Fracking-Methode Gefahren für Mensch und Natur birgt, sondern dass auch ohne Fracking, allein durch die Bohrungen, die bisher nie dagewesene Wegsamkeiten bis in große Tiefen schaffen sowie das an die Erdoberfläche tretende Lagerstättenwasser oder unkontrollierbar austretendes Methangas erhebliche Umweltschäden eintreten können. Aktuelle Forschungsergebnisse aus den USA und Australien, wo bereits seit vielen Jahren unkonventionelles Erdgas gefördert wird, belegen dies.
Es bleibt also noch eine Menge zu tun, was auch der aktuell eingereichte Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten durch die BNK Deutschland GmbH aus Frankfurt am Main,
einem Tochterunternehmen der kanadischen BKN Petroleum Inc., belegt. Das Unternehmen möchte sich ein Gebiet reservieren, welches weite Teile des Hochsauerlandkreises, der Soester Börde und einen Teil des Münsterlandes
umfasst. Fazit: Der Sekt ist zwar schon kalt gestellt, zum Korkenknallen ist es aber noch zu früh.

Carsten Grawunder, www.gegen-gasbohren.de

Jul 272011
 

BERLIN/DÜSSELDORF Das Umweltbundesamt (UBA) warnt vor Gefahren durch die Gasförderung mit der „Fracking“-Methode. Das geht aus einer UBA-Stellungnahme an das Bundesumweltministerium hervor. In NRW wächst unterdessen der politische Widerstand gegen „Fracking“. (von Christoph Klemp)

Hier der komplette Bericht: Umweltbundesamt warnt vor Gefahren durch „Fracking“

Zitat:

Breite Allianz gegen „Fracking“: SPD, Grüne und CDU in Nordrhein-Westfalen gehen jetzt sogar noch weiter und sprechen sich komplett gegen „Fracking“ aus…..

…..Aus Regierungskreisen hieß es aber, dass man im Umweltministerium die Erdgasförderung mittels „Fracking“ durchaus kritisch sehe, da die möglichen Umweltauswirkungen sehr viel größer sein könnten als der energiepolitische Nutzen.

Jul 262011
 

Münsterland soll frei von Gas fördernden Unternehmen bleiben. Sowohl in der CDU-Landtagsfraktion als auch bei SPD und Grünen stößt die umstrittene Fracking-Methode auf Widerstand.

http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/top_thema_1/1593387_Exxon_muss_woanders_bohren.html

Zitat:

Für Stefan Henrichs von der Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren“ in Drensteinfurt wäre das „einfach gigantisch“. Er sagte am Montag: „Wenn das stimmt, würde ich vor Freude kaum in den Schlaf kommen.“

http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/muensterland/1593384_CDU_lehnt_Fracking_im_Muensterland_ab.html

Zitat:

Düsseldorf – Die Energiekonzerne müssen auf die Erdgasvorräte im Münsterland vorläufig verzichten. Sowohl in der CDU-Landtagsfraktion als auch bei SPD und Grünen stößt die umstrittene Fracking-Methode auf Widerstand.

Kommentar von dem Autor der beiden WN-Artikel, Hilmar Riemenschneider:

Ein erster Schritt

Wenn viele etwas nicht wollen, schafft auch das Einigkeit. Die unwägbaren Risiken für das Grundwasser, die von den giftigen Chemikalien beim Fracking ausgehen, will niemand eingehen. Die Erdgasgewinnung im Münsterland steht politisch vor dem Aus, bevor sie überhaupt begonnen hat. Die einmütige Ablehnung der umstrittenen Fördermethode bei CDU und Grünen greift nun auch bei der SPD Raum.

Dahinter steht die in allen Parteien gereifte Erkenntnis, dass die kritische Haltung gegenüber dieser Technologie trotz oder sogar wegen der Energiewende zwingend ist. Dass daraus sofort ein Konsens entstehen kann, ist damit noch keineswegs gesichert: Bislang erschweren atmosphärische Störungen zwischen Rot-Grün und CDU gemeinsame Beschlüsse. Es gibt noch Gesprächsbedarf.

Für die Anwohner geplanter Bohrungen wie für die Landwirte ist die politische Entwicklung zwar eine gute Nachricht. Allerdings spielt sich die Einigung momentan nur auf landespolitischer Bühne ab. Entscheidend indes wäre eine ähnliche Einigkeit auf Bundesebene, die zurzeit nicht absehbar ist. Denn um für Erdgasbohrungen eine Umweltverträglichkeitsprüfung verpflichtend zu machen, muss das Bergrecht geändert werden. Weder CDU noch FDP haben diese Bereitschaft erkennen lassen. Die politische Auseinandersetzung ist längst nicht beendet.

Quelle: http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/muensterland/1593385_Ein_erster_Schritt.html

 

Jul 252011
 

„Die Domplatz Pfeife“ (PDF) ist eine großformatige Zeitung, die im Rahmen der Aktion „Ein Bürger – Ein Bohrplatz“ am 23. Juli 2011 in Münster verteilt wurde.

Die folgende Rezension wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Rezension

‚Die Domplatz Pfeife‘ aus der Feder von Alfons Hanewinkel ist einer von zwei strikt verbundenen Teilen der Aktion „Ein Bürger – Ein Bohrplatz“. Der Text wird im übertragenen Sinne während einer unkonventionellen ‚Erkundungsbohrung‘ nach Erdgas in Münster von Bürger zu Bürger, eben Bohrplatz zu Bohrplatz zielgruppenscharf an interessierte Menschen auf dem Domplatz zu Münster verteilt. Die Verbindung von Münster & Münsterland unter dem gemeinsamen Problem des Frackings nach Erdgas steht dabei auf dem Programm der Kreativaktion in Münster.

‚Die Domplatz Pfeife‘ macht damit dann ernst und verlegt den derzeitigen Schauplatz von Erdgas-Erkundungsbohrungen des Ölmulti ExxonMobil mit dem Kunstgriff der Realsatire nach Münster, denn auch die ‚Hauptstadt‘ des Münsterlandes, was ja kaum jemand ahnt, gehört wie das ganze Münsterland zum Claim von ExxonMobil.

‚Die Domplatz Pfeife‘ stellt dabei, einmal an den Mann oder die Frau gebracht, zunächst ein Attentat auf Fastfood- Lesegewohnheiten mit Schnellverdau-Erwartungshaltung dar. Die enzyklopädisch komplexe, verflochtene und verschlungene Realität wird hier keineswegs verstümmelt, auf zwei ’ppt.’-Gliederungspunkte reduziert und damit ihrer Wirkung beraubt. Vielmehr zeigt das Werk Eigensinn, kommt zwar sperrig daher, belohnt seine Leser/innen aber mit Esprit, erfrischenden Assoziationen, erhellenden Fachinformationen samt unkonventioneller Zitierpraxis, gehöriger Chuzpe, einer dramatischen Wendung und einem ganz und gar nicht abgesimpelten und selbstgerechten Abgang. Der Test von Alfons Hanewinkel dient als substanzielle Unterlage für die mit künstlerischen Mitteln arbeitende Umweltaktion auf dem Domplatz in Münster: ‚Ein Bürger – Ein Bohrplatz‘. Denn schließlich ist ExxonMobil, gegen dessen Ambitionen sich der Text dreht, keine nur äußere Größe. Wir alle haben unsere eigenen ‚Bohrplätze‘ in der Sache.

Der Text ist aber nicht nur vom Inhalt her sperrig, sondern auch vom Größenformat. Er entfaltet seinen Charme auf DIN A4 erst gar nicht und kommt gleich im Zeitungsformat daher, eine Größe, genau passend.

Peter Blenkers, Energieexperte, Mühlheim / Ruhr