Okt 022011
 

In Niedersachsen äußern immer mehr Menschen ihren Unmut über Hydraulic Fracturing und die unkonventionelle Gasförderung. Die Proteste weiten sich vor allem dort aus, wo Bohrungen durchgeführt oder in Vorbereitung sind.

Bereits in der letzten Woche veranstaltete die neu gegründete Bürgeriniative „Frack-loses Gasbohren“ an der Bohrung Bötersen Z11 eine Demonstration mit über 150 Teilnehmenden. In Bötersen, einer kleinen Gemeinde im Kreis Rotenburg, bereitet ExxonMobil eine Fracking-Maßnahme für den Oktober 2011 vor.

Am gestrigen Abend traf sich die Bürgeriniative „Gesundes Mühlenfeld“ zu einer ersten Informationsveranstaltung in Dudensen. Neben Informationen über die Risiken des Hydraulic Fracturing, berichtete die Initiative von ihren ersten Gesprächen mit Wasserverbänden und Politik.  Dabei fand sie durchgehend Zustimmung für ihre Forderung, die unkonventionelle Gasförderung im Mühlenfelder Land nicht zu erlauben.

Karte der vorbereiteten Probebohrung Schiefergasbohrung Nöpke Z2

Karte der vorbereiteten Probebohrung Schiefergasbohrung Nöpke Z2

Zwischen Dudensen und Nöpke wurde bereits im Juli 2009 eine Bohrplattform vorbereitet, bei der in knapp 1000 Meter Tiefe nach Schiefergas gesucht werden soll. Direkt neben dem Naturpark Steinhuder Meer und dem Wassergewinnungsgebiet für hunderttausende Menschen.

Noch ist es dort nicht zu Probebohrungen gekommen. Eventuell auch, weil der Wasserverband Garbsen Neustadt bereits 2010 ankündigte, eventuelle Bohrungen per Klage zu verhindern.

Das Hinweisschild mit Zeitplan an der Bohrplattform wurde inzwischen abgebaut. Doch ExxonMobil hat nach eigenen Angaben vor, mit der unkonventionellen Gasförderung ab März 2012 in Niedersachsen fortzufahren und schließt dabei auch Fracking nicht aus.

Für die Bürger im Mühlenfelder Land und bei Rotenburg steht fest, dass sie weiter über die Risiken des Verfahrens informieren werden und ein Verbot anstreben. Die Haltung des niedersächsischen Wirtschaftsminister Bode (FDP) – er unterstützt die unkonventionelle Gasförderung mit Steuergeldern und Gesetzesinitiativen – kann dort niemand nachvollziehen.

Bei ihrer Kampagne setzen die Initiativen unter anderem auf neutrale, wissenschaftliche Informationen, die ihnen vom Bundesumweltamt  zur Verfügung gestellt werden. Dieses sagt klar:

„Potentielle Gefahren  bestehen insbesondere für Grund- und Trinkwasser „

Update: Bericht der Neustädter Zeitung zur Veranstaltung in Dudensen: http://www.neustaedter-zeitung.de/newsdetails.aspx?ArticleID=2255

  10 Antworten zu “Proteste gegen Fracking in Niedersachsen weiten sich aus”

  1. Auch ich protestiere gegen Fracking im Neustädter Raum speziell in Dudensen und unterstütze die Bürgeriniative.
    Bitte wendet Euch an alle Politiker der Stadt, der Region, des Landtages. legt in allen Geschäften Neustadts, in allen Gemeinden Neustadts Protestlisten gegen Fracking aus.
    Organisiert Kundgebungen vor dem Landtag bzw. auf dem Opernpatz Hannover. Ruft alle Fernsehsender und Rundfunkanstalten an, veranstaltet Pressekonferenzen. Stellt große Plakate überall in Neustadt sowie allen Ortschaften auf. Ruft alle Bürger zum Protest auf, organisiert Protestmärsche. Informiert auch alle Gemeinden in Nienburg und der Wedemark.
    Versucht auch alle Bauern im gesamten Umkreis für den Protest zu gewinnen. Versucht Politiker des Landtages einzuladen.Versucht mit allen Gemeinderäten in Kontakt zu treten.
    Heinrich Sobol

  2. Ich habe erst jetzt im November 2011 durch eine Fernsehsendung des ZDF von Fracking erfahren und bin sehr entsetzt darüber, dass Arbeitsplätze für den Wirtschaftsminister Bode
    wichtiger sind, als die Gesundheit der Bürger. Nach meiner Ansicht gehört er abgesetzt.
    Obwohl ich seit über 30 Jahren nicht mehr an Demonstrationen teilgenommen habe, bin ich mit meinen 56 Jahren bereit für eine gesunde Umelt und sauberes Trinkwasser wieder auf die Strasse zu gehen oder mich anders einzubringen.

    • Sehe ich genauso,dieser Typ gehört abgesetzt.Das Thema ist komplett neu für mich aber ich werde es auf jeden Fall desöfteren per facebook verbreiten!

  3. STOPPT DIESEN WAHNSINN!!!! SOFORT!!!

    Seht nach Amerika, was dort geschieht! Das muss aufhören! Meine Kinder wollen auch in Zukunft noch auf dieser Erde leben! Ich verstehe diese Regierung nicht!! Wie kann man so etwas zulassen???

  4. Erst durch eine Sendung von Phönix wurde ich auf Fracking aufmerksam. Bis dato kannte ich diese Form der Gasförderung nicht. Ich war geschockt. Die Natur wird gnadenlos ausgebeutet. Was die Verunreinung des Grundwassers nach sich zieht, kann sich jeder ausrechnen. Aus Protest gegen dieses Vorhaben, würde ich mich einer Demo anschliessen.

  5. Was haben wir für eine Regierung und für eine katastrophale
    Parteienlandschaft.Auf der einen Seite sollen diktatorisch veranschlagt Häusser gedämmt werden und man soll auf alternative Energien umsteigen und auf der anderen Seite wird unser Trinkwasser vernichtet.Der Mensch ist in Wahrheit kein Mensch sondern ein SCHWEIN.Niemand geht in diesem kaputtgehenden Land auf die Strasse.Hat den hier keiner begriffen was hier tagtäglich für Spielchen gespielt werden?

  6. In der Presse haben ich mich schon zu diesem Thema geäußert,im Widerspruch zu Herrn Wilhelm Scharnhorst, der wohl inzwischen auch umgeschwenkt ist.
    Ich möchte Ihre BI unterstützen, auch wenn ich vielleicht der erste Bordenauer auf Ihrer Liste bin.

  7. Heute am 15.12.2011 wurde im Bayrischen Fernsehen die Kultursendung Capriccio gesendet. Darin ein Bericht über die gerade erschienene Doku-DVD „Gasland“. Vielleicht sollte es eine interne Filmvorführung für den Umweltminister von Niedersachsen und für die zuständigen Gremien geben. Wer diesen Bericht gesehen hat, wird wissen, dass das schöne Leben im Land der Hannoveraner bald der Geschichte angehört.

    http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/capriccio/dokumentarfilm-gasland-fracking100.html

    Klickt mal drauf oder kauft Euch die DVD für die Erhellung eurer erreichbaren Nachbarn.

    Viel Glück von Torsten aus Schleswig Holstein

  8. Atomkraft sei ungefährlich wurde behauptet. Nach dem Ausstieg wird uns wieder etwas Unfährliches vorgegaukelt.
    Die Unternehmen beteuern, Fracking sei ungefährlich. Dann konnen sie sich ja ausreichend versichern, um Schäden zu beheben, für die wie bei der Atomkraft der Steuerzahler herangezogen wird. Was trotzdem zurückbleibt ist eine vergiftete Heimat. Wer Fracking zuläßt sollte mit seinem Leben und Vermögen haften, insbesondere Aktionäre.

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