Nov 302011
 

Bei der Versammlung am Montag der BI Breitbrunn im Gasthof zur Post, erläuterten die Sprecher der BI erneut Ihre Bedenken gegen die geplante Erdgasbohrung am Langbürgner See. Abgesehen von dem zu erwartenden Rückgang des Tourismus in der hoch frequentierten Eggstätter-Hemhofer Seenplatte, die Lebenseinschränkung für Mensch und Tier, habe man vor allem Angst vor möglichen Unfällen, die das einzigartige Naturschutzgebiet nachhaltig und irreparabel zerstören könnten.

Dabei griff die BI erneut den Bohrschlämme-Unfall bei Assing auf. Die BI hatte vor einigen Wochen herausgefunden, dass es bei dem von der RAG (Rohöl-Aufsuchungsgesellschaft) durchgeführten Bohrprojekt im nahegelegenen Assing zu einem Unfall gekommen war. Dabei war ein LKW mit toxischer Bohrschlämme auf der Straße ausgelaufen. Hatte die RAG Austria am 16.11.2011 in ihrer eigenen Informationsveranstaltung angeblich noch nichts von diesem Vorfall gewusst, gestand RAG-Vertreter Johannes Süss nun den Unfall: „Ja, es gab einen Vorfall in Assing.“

Während der Bohrung fallen große Mengen Bohrschlämme an. Der Bohrkopf muss fortlaufend mit einem häufig auf Petroleum basierenden Gemisch geschmiert werden. Zum Abtransport des zermahlenen Gesteins, wird mit großen Mengen Wasser gespült. An die Oberfläche gelangt dadurch ein Schlammgemisch, das je nach geologischer Situation mit Quecksilber, Arsen und anderen Schwermetallen verunreinigt sein kann. Uran ist fast überall im Boden zu finden. Ein Zerfallsprodukt aus Uran – Radium-226 – ist gut wasserlöslich und kommt ebenfalls mit der Bohrschlämme an die Oberfläche. Radium-226 ist ein Alphastrahler, ähnlich giftig wie Plutonium, welcher sich im menschlichen Körper anreichert. Die Halbwertzeit liegt bei 1600 Jahren.

 Veröffentlicht von am 30. November 2011
Nov 292011
 

„Große Firmen fördern in Deutschland mehr Erdgas und hoffen auf Gewinne. Allerdings ist dazu eine umstrittene Methode notwendig: das sogenannte Fracking. Doch das wurde bereits in einigen Ländern verboten. Anders in Deutschland, hier gibt es bisher kaum Umweltauflagen. report MÜNCHEN über den Einfluss der Erdgas-Lobby auf die schwarz-gelbe Koalition.“

Quelle:
http://blog.br-online.de/report-muenchen/2011/4438/die-deutsche-regierung-und-die-fracking-lobby.html

Stadt Hagen: „Keine städtischen Grundstücke für Gasförderung“

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Nov 282011
 

UpdateRatsbeschluss der Stadt Hagen zum Verbot unkonventioneller Gasförderung und Fracking auf städtischen Grunstücken (DOC)

Die Stadt Hagen hat sich in den letzten Monaten ausführlich mit der unkonventionellen Gasförderung auseinandergesetzt. Nach geltendem Recht, hätte die Stadt keine unmittelbaren Möglichkeiten, Einfluss auf Explorations- und Fördermaßnahmen bei der Erdgassuche im Stadtgebiet zu nehmen.

In der Region wird das Trinkwasser für 340.000 Menschen gewonnen. Die Mark-E Wassergewinnungsgesellschaft hatte der Stadt Hagen schon im Mai 2011 empfohlen, besonders im Bereich des noch nicht festgesetzten Wasserschutzgebietes Hasper Talsperre, eventuelle Aufsuchungen zu untersagen.

Die am 24. November 2011 einstimmig beschlossene Musterentscheidung ist einfach gehalten, aber umfasst nicht nur Bohrplätze, sondern auch die für die Gasförderung notwendige Infrastruktur wie Leitungen für Lagerstättenwasser, Versenkbohrstellen und industrielle Anlagen.

„Beschlussvorschlag:
Der Rat der Stadt Hagen nimmt die Vorlage zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, keine städtischen Grundstücke zur Verfügung zu stellen, die für unkonventionelle Erdgasgewinnung genutzt werden können.“
Quelle: Bürgerinformationssystem der Stadt Hagen – RAT/07/2011 / VO 0640/2011

Die Entscheidung ist kein Moratorium oder an Bedingungen geknüpft, sondern sagt einfach aus, dass keine städtischen Grundstücke zur Erschließung unkonventionelle Gasvorkommen zur Verfügung gestellt werden dürfen. Das gleiche gilt für alle Tochterunternehmen der Stadt. Sicherlich würde es die Stadt begrüßen, wenn sich dieser Entscheidung auch zahlreiche private Grundstückseigentümer anschließen.

Andere Städte und Gemeinden können den Beschluss in gleicher Form übernehmen und so ein Zeichen setzen.

Eine Übersicht weiterer Initiativen von Bundesländern, Kreisen, Städten und Gemeinden, die sich vor Fracking schützen wollen, ist auf unkonventionelle-gasfoerderung.de verfügbar.

 

Pressespiegel 47. KW 2011

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Nov 262011
 

Anhörung im Bundestag: http://www.bundestag.de/presse/hib/2011_11/2011_475/01.html Aufzeichnung: http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?categorie=Ausschusssitzungen&action=search&mask=search&contentArea=common&instance=m187

Antworten der Bundesregierung auf eine kl. Anfrage der Fraktion der Grünen: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/076/1707650.pdf

http://oliver-krischer.eu/detail/nachricht/anhoerung-im-umweltausschuss-zur-erdgasfoerderung-setzt-schwarz-gelb-unter-zugzwang.html

http://www.fdp-kleinmachnow.de/portal.presse.php?id=16396

CDU/CSU Bundestagsfraktion: http://www.presseportal.de/pm/7846/2151915/doett-paul-unkonventionelle-erdgasfoerderung-umweltschutz-hat-oberste-prioritaet

Landesfischereiverband gegen Fracking: http://www.lfv-westfalen.de/content/aktuelles/gefahren_durch_fracking.php

Gasbranche in den USA, Rückschlag beim Fracking: http://www.taz.de/Gasbranche-in-den-USA/!82241/

Zitat:

Für die Gasbranche in den USA ist es der schwerste Rückschlag seit Jahren: Sie hatte erwartet, dass sie an diesem Montag grünes Licht für die Ausweitung der umstrittenen „Fracking“-Bohrtechnik ins Delaware-River-Becken bekommen würde. Stattdessen hat die fünfköpfige Genehmigungskommission ihre entscheidende Sitzung im letzten Moment abgesagt – ohne neuen Termin……..

Im Ort Pavillion im Bundesstaat Wyoming etwa, wo Hunderte von Gasbohrstellen entstanden sind, klagen AnwohnerInnen über „schwarzes Wasser und Benzingestank“ aus ihren Wasserhähnen. Die US-Umweltbehörde EPA listet in einer aktuellen Studie zahlreiche krebserregende Stoffe auf, die sie in Wasserproben in Pavillion gefunden hat: Benzol in der 50-fachen Konzentration der zulässigen Menge, Phenol, Azeton, Toluol, Naphthalin und Spuren von Diesel.

http://www.derwesten.de/wirtschaft/widerstand-gegen-gas-bohrungen-waechst-id6092226.html

Zitat:

Mit dem BDEW bekommen die Fracking-Gegner nun ei­nen mächtigen Verbündeten. Der Verband mit seinen 1800 Unternehmen repräsentiert 90 Prozent des Gasabsatzes sowie 80 Prozent der Trinkwasser-Förderung in Deutschland. Die Lobbyisten hatten lange um eine einheitliche Position gerungen.

Experten sehen Risiken bei neuer Gasförderung: http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/politik/inland/art29862,1474492 

http://www.n-tv.de/politik/Experten-warnen-vor-Risiko-article4824601.html

Fragen Sie Herrn Stahlhut: http://tvthek.orf.at/programs/3208503-Gas-Monopoly/episodes/3208645-Gas-Monopoly

http://www.spd-hiltrup.de/Gasbohren/1496/spd-muenster-klare-position-zum-erdgas-fracking

http://www.borkenerzeitung.de/nachrichten/raesfeld_artikel,-Kein-Fracking-in-Erle-_arid,10977.html

 http://www.weser-kurier.de/Artikel/Region/Landkreis-Verden/486690/RWE-Dea-steht-Rede-und-Antwort.html 

http://www.bbv-net.de/lokales/kreis_borken/region_bocholt/1794617_Gabriele_Obschernicat_kaempft_gegen_Erdgas_Fracking_in_Hamminkeln.html

http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/wesel/nachrichten/gas-foerdern-ohne-fracking-1.2612435

http://www.ahlener-zeitung.de/lokales/kreis_coesfeld/kreis_coesfeld/1794756_Grosser_Unmut_ueber_Gasbohrplaene.html

http://noe.orf.at/news/stories/2510334/

 http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?pfach=1&n_firmanr_=109407&sektor=pm&detail=1&r=474167&sid=&aktion=jour_pm&quelle=0

http://www.focus.de/politik/deutschland/bundestag-neue-technik-bei-gasfoerderung-bedroht-trinkwasser_aid_686484.html

http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/nrw/1795030_Land_verbietet_Fracking_bis_Sommer_2012.html

Kommentar von Hilmar Riemenschneider:http://www.mv-online.de/aktuelles/nrw/1794786_Der_Ernst_der_Lage.html

http://www.ivz-online.de/aktuelles/top_thema_1/1794361_Umstrittene_Gasfoerdermethode_Fracking_bleibt_in_NRW_vorerst_tabu.html

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/kampf-ums-neue-gas/5871352.html

http://www1.wdr.de/themen/wirtschaft/fracking120.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-11/erdgasfoerderung-widerstand

http://www.xtranews.de/2011/11/22/gruene-in-duisburg-walsum-begruessen-die-haltung-der-landesregierung-in-nrw-zum-thema-fracking/

http://derstandard.at/1319183621478/Fracking-Die-Giftbruehe-neben-dem-Postkartendorf

http://www.ovb-online.de/land/nachhaltige-konzepte-1502792.html

Rotenburg – Dass das Land jede erfolglose Gasbohrung mit zwei Millionen Euro „belohnt“, sorgte bei der Podiumsdiskussion zum Thema Fracking Mittwochabend im Rotenburger Ratssaal gleichermaßen für Erstaunen wie für Empörung: http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/landkreis-rotenburg/rotenburg/land-belohnt-erfolgloses-bohren-1503676.html

Zitat:

David kritisierte die RWE, die beabsichtige, „in unserem Trinkwassergewinnungsgebiet bei der Förderstelle ,Hemsbünde Z4‘ zu fracken.“ In das Verfahren seien die Stadtwerke bislang nicht eingebunden worden. Der auf beharrliches Drängen zustande gekommene Dialog mit RWE und Landesbergamt habe ihn nicht überzeugt. Man habe kein gutes Gefühl, so David, und es sei auch nicht besser geworden, als mit Benzol verseuchtes Lagerstättenwasser jüngst in Völkersen ausgetreten sei.

http://www.bbv-net.de/lokales/kreis_wesel/hamminkeln/1796301_IGG_Hamminkeln_nimmt_Kampf_gegen_Fracking_auf.html

http://www.hammtv.de/Sachforum-zum-Gasbohren-einstimmig-abgesagt_00008877.html

http://www.derwesten.de/region/niederrhein/weg-vom-erdgas-id6103841.html

 

Nov 232011
 

Das Wirtschafts- und das Umweltministerium von NRW haben vorläufig alle bergrechtlichen Anträge, bei denen das weltweit umstrittene, teils verbotene Fracking eingesetzt werden soll, gestoppt. Vorläufig, da der Abschluss des

„Gutachten mit Risikostudie zur Exploration und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten in Nordrhein-Westfalen und deren Auswirkungen auf den Naturhaushalt insbesondere die öffentliche Trinkwasserversorgung“

abgewartet werden soll. Wieder aufgenommen werden darf die Bearbeitung bergrechtlicher Anträge für unkonventionellen Lagerstätten ohne Fracking. Das beinhaltet Anträge auf Exploration, aber auch spätere Förderung vor allem in Westfalen. Bevor mit der Arbeit am Gutachten überhaupt begonnen wird – die Vergabe hängt an einem Einspruch im Ausschreibungsverfahren – könnte bald mit den ersten Bohrungen begonnen werden.

Mehr als 350 Quadratkilometer von NRW fallen durch den Erlass bereits jetzt nicht mehr unter das „faktische Moratorium“ der Landesregierung. Potentiell direkt betroffen sind die Aufsuchungsfelder Anake, Dasbeck, Hamm-Ost, Hamm-Süd, Hellweg und Kalisto. Noch mehr könnten es werden, wenn jetzt auch die noch offenen Aufsuchungsanträge wieder bearbeitet werden dürfen oder weitere Unternehmen ihren Verzicht auf Fracking erklären, aber trotzdem unkonventionelle Lagerstätten erkunden und ausbeuten.

Das „Moratorium“ sollte die Regionen vor der Erdgassuche schützen, bis Erkenntnisse über die Risiken der unkonventionellen Gasförderung vorliegen. Statt dessen dürfen jetzt alle Unternehmen starten, die Hydraulic Fracturing als einen Bestandteil der Erschließung ausschließen.

Unkonventionelle Gasförderung und Fracking werden häufig gleich gesetzt. Fracking ist aber nur Verfahren im Rahmen der Erschließung. Mittlerweile wird Fracking von den Unternehmen A-Tec, Thyssen Vermögensgesellschaft und HammGas ausgeschlossen. Diese Unternehmen wollen versuchen, die unkonventionellen Gasvorkommen érst einmal durch Abpumpen des unterirdisch gebundenen Formationswassers zu erschließen.

Auf Quadratkilometer großen Flächen sollen dafür beispielsweise gleich an mehreren Stellen Bohrungen im Bereich von 1000 bis 2500 Meter Tiefe durchgeführt werden. Anschließend soll das in den Kohleflözen gebundene Formationswasser abgepumpt werden. Millionen Liter kontaminierter Flüssigkeiten – je nach Region belastet mit großen Mengen an Salzen, teil krebserregenden Kohlenwasserstoffen, radioaktiven Isotopen und hochgiftige Schwermetallen fallen oberirdisch an, müssen vorbehandelt und dann zur Entsorgung abtransportiert werden.

Die Entfernung des Formationswassers und des Gases wird mit den üblichen Folgen des Bergbaus verbunden sein. Perforation des Deckgebirges, Geländeabsenkungen und Erdschläge. Schäden an Häusern können die Folge sein. Ebenso die Kontaminierung oberflächennaher Grundwasser durch Eingriffe in den unterirdischen Wasserhaushalt.

Ob tatsächlich relevanten Mengen an Gas gefördert werden können, weiß heute noch niemand. Das beschriebene Verfahren ist in Deutschland experimentell. In Australien gibt es schon länger Erfahrungen mit der Erschließung von Kohleflözen. Hunderte Bohrungen – mit all ihren Belastungen – sind notwendig. In der überwiegenden Anzahl der Fälle wird dann doch auf Fracking gesetzt, weil die natürlichen Fließwege nicht ausreichend sind.

Die Öffnung des „faktischen Moratoriums“ öffnet den Weg für die Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen, noch bevor die Studie des Landes über deren Risiken überhaupt begonnen wurde. Noch muss zwar erst jeder Antrag auf Probebohrungen genehmigt werden, doch ob die wasserrechtliche Erlaubnis ein obligatorischer Bestandteil des Genehmigungsverfahrens bleibt, geht aus dem Erlass nicht hervor.

Ebenso unklar ist, in welcher Form und in welchem Umfang die Unternehmen zusichern müssen, dass kein Hydraulic Fracturing eingesetzt wird. Pro Bohrung? Oder pro Aufsuchungsgebiet? Bei einer Genehmigung pro Bohrung, wäre es ein leichtes, gezielt Probebohrungen ohne Fracking zu beantragen und mit der Exploration fortzufahren. Nach Auswertung der Ergebnisse könnte sich die rechtliche Lage so weit geändert haben, dass direkt mit dem Fracking begonnen werden kann. Notfalls an einer zweiten Bohrung in unmittelbarer Nähe der ersten.

Die Bürgerinitiativen und Naturschutzverbände haben bereits zuvor gefordert:

Die Förderung unkonventioneller Gasvorkommen muss verboten werden.

Es handelt sich um eine Hochrisikotechnologie, deren Folgen nicht kontrollierbar, nicht rückholbar und nicht reparierbar sind. Alle bisher erprobten Techniken, sind zu risikoreich für Umwelt, Mensch und Ressourcen. Bei Unfällen gibt es keine Gegenmaßnahme, die angewendet werden könnten.

Die Freigabe des Genehmigungsprozesses für unkonventionelle Gasvorkommen, noch bevor die Studie überhaupt begonnen wurde, ist nicht nachzuvollziehen.