Nov 062011
 

Bürger errichten Protest-Bohrturm am Langbürgner SeeAn der geplanten Bohrung unter dem Langbürgner See hat die IG Breitbrunn einen Protestbohrturm errichtet. Der Bohrturm soll darauf hinweisen, dass hier demnächst nicht nur für Monate ein großer Bohrplatz eingerichtet werden soll, sondern auch im Anschluss auf Dauer mit den Risiken der konventionellen Gasförderung mitten im Naturschutzgebiet Hemhofer Seenplatte / Chiemsee, einem der ältesten Naturschutzgebiete von Bayern, gelebt werden muss.

 

Bei der konventionellen Gasförderung fallen bereits große Mengen an Bohrschlämmen und Lagerstättenwasser an. Diese sind mit teils krebserregenden Kohlenwasserstoffen, giftigen Schwermetallen wie Arsen und Quecksilber und radioaktiven Isotopen belastet. Beides wird durch Grundwasser führende Schichten gefördert, oberirdisch bearbeitet und teils unterirdisch transportiert und anschließend in Versenkbohrstellen oder Disposalbohrungen entsorgt, wobei es wieder die Grundwasser führende Schicht passiert. Dabei kann es zu Problemen kommen: undichte Rohrleitungen, Unfälle und Fehler beim Transport sowie die Verbindung ursprünglich getrennter Grundwasserschichten.

Bei der recht neuen Bohrung im benachbarten Assing, wird das Lagerstättenwasser noch mit dem LKW transportiert. Dabei soll es beim Beladen eines LKWs mit der ätzenden Lauge erst kürzlich zu einem Unfall gekommen sein. In Niedersachsen gibt es dafür unterirdische Leitungen, welche in letzter Zeit durch ihre fehlende Dichtigkeit auffallen.

Den Bürgern geht es mit ihrem Protest unter anderem um die völlig unzureichende Informationspolitik. Erst vor wenigen Wochen erfuhren sie aus der Zeitung von den geplanten Bohrungen. Das Unternehmen RAG Austria zeigt sich diskussionsbereit und will über alternative Standorte nachdenken. Anträge auf Bohrungen beim zuständigen Bergamt in München liegen noch nicht vor, so dass der Einspruch der Bürger noch rechtzeitig kam.

Quelle:
IG Breitbrunn

  6 Antworten zu “Bürger errichten Bohrturm am Langbürgner See (Chiemsee)”

  1. Es gibt bestimmt bessere Plätze als ein fragiles Naturschutzgebiet. Wenn das überhaupt sein muss, anstatt auf erneuerbare Energien zu setzen.

  2. Liebe Leut von der IG Breibrunn !
    Wir möchten Euch unterstützen. Bitte informiert uns über Neuigkeiten und Termine.
    MFG Heeringe

  3. Hallo!

    Was mich wundert ist, dass dort wieder nach Gas gebohrt werden soll. Das wurde doch schon von 1975 bis 1993 getan: ca. 2,7 Mrd. Kubikmeter Erdgas wurden damals gefördert. Geht es jetzt nicht vielmehr um die Nutzung des porösen Gesteins als Gasspeicher? Da steht jetzt die letzte Ausbauphase an, damit dann Gas (z. B. aus Russland) dort gelagert werden kann.

    So oder so ist es ein Eingriff in das sensible System der Erde. Wenn jetzt Gas dorthin gepumpt wird, wo 25 – 35 Jahre keine mehr war – wer will das kontollieren???

    MFG Ulrike

  4. Eine schöne Idee, nicht nur für die Protestaktion am Montag (21. Nov. 18.30 vor Ort in Zell bei Natzing):
    Jeder, die gegen die Bohrung ist, könnte am bereits stehenden „Protest-Turm“ etwas aufhängen – ein selbst gebasteltes Windrad, einen Stoffstreifen mit Widmung, eine beschriftete Feder o.ä. Je mehr das machen, desto deutlicher zeigt sich direkt, wie umfangreich unser Protest ist und dass jeder einzelne bereit ist, etwas zun tun.
    Da das Fernehen kommt, haben wir zugleich einen einmaligen „Verstärker“, so dass sich noch weitere hier anschließen werden. Bitte mitmachen – jetzt!
    ***Kai Schaufler

  5. Teil I. Den verwöhnten Fratzen geschieht recht; denn sie waren gegen WindKraftAnlagen (WKA) bis zum Fukushima-Desaster u. immer noch, obwohl in 40 J. das URAN, nebst Öl+ Gas ausgeht. Bis 2020 müssen 23% AKW-Strom ersetzt werden + 47% Kohlestrom (EU-Kohlestopp f. Ende 2018)+ 2%, um in 2020 ca. 2 Mio Lithium-E-Autos zu laden + 3% allg. Verbr.zunahme = 75%!Das Gas dieser Bohrung sollte nur zur Überbrückung von Windflauten eingesetzt werden, incl. dem Übrigen in Dtl., das dann statt 60J., 480 Jahre reichen würde. Unsere Sonne aber brennt noch ca. 4,3 Mrd. Jahre, solange wollen unsere Nachkommen Energie, vor allem in Form von Strom !
    I.) Man kann in Dtl. massenhaft Strom aus Wind erzeugen (über 100%) und das wertvolle (endliche) Erdgas sollte nur für Flauten einsetzen. Stattdessen werden in großem Stil GUD (Gas u. Dampf-KW) ausgebaut, um 25% Strom zu erzeugen, als Ersatz für AKW. Der BUND ist irrational gegen WKAs (will nur 0,5% Windstrom für Bayern, obwohl das bayer. gemäss der Fraunhofer-Inst.-Studie vom April 2011 90 TWh/a, ergab, d.h. 90% ist (!). Ferner ist der BUND gegen sämtliche PSW (PumpwasserSpeicherWerke) z.B. gegen das geplante in Atdorf/ Südschwarzwald, das man für Windflauten bräuchte u. ist gegen das PSW in Passau/Jochenstein. Deshalb bin ich vor Jahren ausgetreten. Tretet massenhaft ebenfalls aus! Zwei von mir vor Jahren angebotene Windvorträge wollten sie gar nicht hören- k e i n e Antwort! Des BUND Stromvision für 2030: Stromverbrauch auf 48% zu senken [Aus Wind nur 0,5%, Wasser 2,5, Sonne 25, Geotherm.3, Biomasse 7, fossil 10], 52 % sollen wir bis 2030 einsparen! Absolut irreal ! München, 22.11.11, Cand.-Ing. A. Röck

  6. Teil II.) Nichts gegen die geliebten Schmetterlinge + Vögel des BUND, aber sogar gegen WKA u. Wasserkraftwerke zu sein- das erstaunt, denn durch sie schützt man am ehesten Flora u. Fauna. Frau Dr. Meyer (Biologin beim BUND) hatte bei einem Vortrag in München-Nymphenburg 2010 auf meine Herausforderung, wie sie 75% Strom in Kürze anders erzeugen will, als aus Wind, keine andere Stromerzeugung anzubieten, als „Strom u. Energie Sparen“. Ist das wissenschaftlich? Der BUND hat ein psychologisches Problem, wie ca. hundert Redakteure der Medien. Sie wollen schlichtweg keine Türme sehen, obgleich WKA die inzwischen die billigste, sauberste elektr. Energie ergibt, mit dem größten Potential. Lange musste die Lautheits-Lüge herhalten, WKA abzulehnen. In Wahrheit erzeugt eine WKA in 243 m 39,7 dB(A). Das ist 10 dB(A) leiser, als ein Kühlschrank im Techn. Zeichnen Büro sein darf. Der private Kühlschrank darf INNEN, sogar bis zu 55 dB(A)erzeugen! Niemand wird also jemals eine WKA in 250m hören, wobei ja die Kommunen unter 500 m keine zulassen. Es hätte nur ein Redakteur ein Ing.-Büro anrufen müssen u. nach dem Lärm fragen; das tat keiner, denn dann hätte er ja nicht mehr seine Lärmlügen verbreiten u. die Massen aufhetzen können. Kohle-KW verätzen die grünen Lungen [Nadeln+ Blätter der (meiner) Wälder u. jede Katz frisst mehr Vögel im Jahr, als von 100 WKA erschlagen werden, während die Italiener 100.000 ende mit Netzen fangen u. essen! Es werden nur 0,5 Vögel je WKA/Jahr erschlagen (Dt. u. USA- Studien) u. die sind wohl nicht gesund gewesen. Jeder gesunde Vogel entwischt den Autos bei 80 km/h, obwohl sie erst im letzten Moment von der Strasse wegfliegen. WKA sind seit den großen Rotoren ab 2008, die mit Abstand billigste Stromerzeugung aus Wind (2,8-3,6 Cent/kWh) und die sauberste (Nur 8 g CO2/kWh), vgl. Fotovoltaik 334 gCO2/kWh zu 43 Cent/kWh). Wind hat das größte Potential (65% Strom aus Landwind bei nur 2% Landbedarf, laut des Fraunhofer- Inst. IWES, April 2011. 50% Windstrom sind aus Nord- u. Ostsee lt. der Universität Kassel, Studie 2008, möglich = 115%! Kein Dreck, keine chem. Belastung der Luft usw.; Das lehnt der BUND religiös, sektiererisch, dogmatisch ab! Wer dem Volk das ungeheure Windpotential verheimlicht, (Das tut der BUND, ebenso, wie hunderte Redakteure, die schlichtweg keine Türme sehen wollen, aber keine andere Energie dieser Größenordnung anbieten kann, ist verantwortungslos, bringt die Demokratie in Gefahr, da schnelle, nötige Beschlüsse von Unwissenden blockiert werden.
    * Regionale Volksbegehren müssen her- Stimmrecht aber nur für die,die einen hierzu einen von Experten aller Parteien erstellten Physikkurs am Gymnasium bestanden haben (Niveau mindestens Ende 11. Klasse). München, 23.11.11, Cand.-Ing., A. Röck

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