Dez 202011
 

ExxonMobil hat angekündigt, trotz eines breiten Widerstandes aus der Bevölkerung, die umstrittenen Bohrungen in Nordwalde nach unkonventionellen Gasvorkommen erneut beantragen zu wollen.

Ausgenutzt wird dabei von ExxonMobil – wie von uns erwartet – dass der Erlass des Wirtschafts- und Umweltministerium zwar explizit verlangt, dass ein Unternehmen Fracking ausschließt, aber nicht näher definiert, wie dieser Ausschluss aussieht.

ExxonMobil beantragt also eine Bohrung ohne Fracking und kündigt an, diese nach Entnahme von Bohrkernen und der Durchführung von Lagerstättendrucktests wieder zu verschließen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte dann erneut eine Bohrung – diesmal wahrscheinlich mit Fracking – beantragt werden.

Der derzeit niedrige Gaspreis würde eine Förderung unkonventioneller Gasvorkommen momentan wirtschaftlich ausschließen, so dass dieser Erfolg ExxonMobil vorerst ausreicht.

Ein Hindernis ist noch die wasserrechtliche Genehmigung, welche die untere Wasserbehörde des Kreises Steinfurt durchführen muss. Was und wie geprüft wird, sollte eigentlich auch im Rahmen der Studie des Landes NRW definiert werden. Wie dieser Widerspruch aufgelöst wird, dürfte noch interessant werden.

Wäre das Schema erfolgreich, könnte es im übrigen Münsterland – aber auch in den übrigen Aufsuchungsgebieten mit Kohleflözgasvorkommen – beliebig häufig wiederholt werden. Obwohl noch nicht einmal die Studie des Landes zu den Risiken der Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen begonnen wurde.

ExxonMobils eigener „Dialogprozess“ konnte bisher nur feststellen, dass jede Phase der Erschließung mit Risiken verbunden ist und diese nicht auszuschließen sind.

Bei der Expertenanhörung zu den Risiken der unkonventionellen Gasvorkommen im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages sprach der Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg von einem „flächendeckenden Stuttgart 21“. ExxonMobil tut momentan alles, um einen solchen Konflikt zu provozieren.

 

  Eine Antwort zu “ExxonMobil will Moratorium in NRW unterlaufen”

  1. Passend zur Weihnachtszeit bewegt sich Exxon wieder, leider in die falsche Richtung.

    Aus diesem Forum – Durchführung von Lagerstättendrucktests:

    „Jetzt hat die Bezirksregierung Arnsberg nach Monaten öffentlicher Proteste weitere Details zur Probebohrung “Oppenwehe 1″ veröffentlicht:

    Die Bezirksregierung hat in diesem Zusammenhang das Wirtschaftsmi­nisterium darüber hinaus über ….. erteilten Zulassung für einen Drucktest informiert.
    Danach hatte das Unternehmen ExxonMobil die Erlaubnis zur Durchführung ei­nes Lagerstättendrucktests erhalten, bei dem D i e s e l ö l für den Drucktest verwendet werden durfte. Die Genehmigung erfolgte jedoch mit der Auflage, dass das Dieselöl vollständig rückholbar sein muss. Der Druck­test durfte darüber hinaus nicht zu einem Aufbrechen des die Bohrung umgebenden Gesteins führen. Die Landesregierung werde umgehend prüfen, ob die Auflagen eingehalten wurden und der Drucktest nicht zu einem Aufbruch des die Bohrung umgebenden Gesteins geführt hat, kündigte Voigtsberger an.

    Welche Mengen von Diesel zum Einsatz kamen, ist noch nicht bekannt. Auch nicht, wie eine eventuelle Entsorgung im Anschluss ausgesehen hat.“

    Wurde der Diesel in Oppenwehe 1 komplett zurückgeholt?
    Rückholbar legt nicht fest, wann zurückgeholt wird.
    Die Bohrungen können also nach dem Test verschlossen werden, ohne dass der umweltschädliche Treibstoff umgehend zurückgeholt wird.
    Exxon hat Zeit – die Umwelt bleibt solange verseucht.

    Eine Einleitung von Treibstoff in die Erde ist keinesfalls umweltverträglich. Ein willentliches Einleiten stellt m.E. einen Straftatbestand dar. Bizarr ist, dass mit der Bewilligung eines solchen Antrages dieses Vorgehen von einer Behörde unter rot/grüner Landesregierung legalisiert würde.

    Eine große Mehrheit der Bevölkerung sollte bei allen Mandatsträgern und Parteien Vernunft einfordern. Der Druck kommt derzeit aus Berlin. Dahin sollte er verstärkt zurückgeleitet werden.

    Unterstützt die Initiative in Nordwalde, denn diese Exxon-Aktion dort wäre erst der Anfang.

    Frohe und besinnliche Feiertage wünscht

    Holger Kähler

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