Apr 302012
 

Die einen bekommen Dollar- oder Euro-Zeichen in den Augen, wenn sie diesen Begriff hören, den anderen steigt die Zornesröte ins Gesicht. Es geht ums „Fracking“. Das Aufbrechen von tief liegenden Gesteinsformationen mit einem Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien, um an das so genannte „Unkonventionelle Erdgas“ heranzukommen. Gas, das durch dieses „Fracking“ erst aus dem Gestein, in dem es gefangen ist, herausgelöst werden muss. In den USA hat diese Technologie bereits zu einer wahren Gas-Revolution geführt. In Europa – und speziell hier in Deutschland – haben bereits die ersten Pläne zur Erkundung des Unkonventionellen Gases große Befürchtungen ausgelöst. Heute wurde in Osnabrück eine neue Studie vorgelegt, die helfen soll, die Risiken des „Fracking“ besser einzuordnen.

Quelle:
Wie riskant ist „Fracking“?, 16:05: WDR 5.

Apr 302012
 

Der VSR-Gewässerschutz stellt fest, dass die Gefahren der unkonventionellen Erdgas- förderung wegen der bereits bestehenden Grundwasserbelastungen am Niederrhein nicht hinnehmbar sind. „Weite Teile sind insbesondere bereits mit zu viel Nitrat belastet und stehen damit derzeit nicht mehr als Trinkwasservorräte zur Verfügung. In sofern ist es prioritär zu betrachten, dass das tieferliegende Grundwasser, das noch als Trink- wasser geeignet ist, auf keinen Fall einer Verschmutzung ausgesetzt werden darf.“ so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Eine Grundwasserverschmutzung durch Fracking kann nicht ausgeschlossen werden. Die mehr als 200 Chemikalien und Biozide, die bei dieser Art der Erdgasförderung eingesetzt werden, stellen ein unkalkulierbares Risiko für das Grundwasser dar. Chemikalien können durch Unfälle am Bohrplatz ins Grundwasser versickern. Durch das Fracking-Verfahren, mit dem die Gesteinsschichten aufgebrochen und hunderte von Metern lange Risse erzeugt werden, können auch ungewollte Spalten im Gestein entstehen. Diese können eine Verbindung zum Grundwasser schaffen und so eine Verschmutzung der betroffenen Grundwasserschichten mit dem Fracking-Wasser unbemerkt herbeiführen.

Außerdem stellen die zementierten Bohrlöcher ein Risiko dar. Die zur Abschirmung des Grund- wassers eingebrachten Zementringe können durch den hohen Druck beim Fracking-Verfahren brechen, so dass das Wasser-Chemikalien-Mix in das Grundwasser eingepresst wird. Ein weiteres Problem stellt das Verbleiben eines Chemikalienrestes im Untergrund dar. Länger- fristig können diese Rückstände in die zur Trinkwassergewinnung genutzter Grundwasserleiter gelangen. Da den Wasserversorgern überhaupt nicht bekannt ist, welche Stoffe eingesetzt werden und somit das Trinkwasser bedrohen können, kann keine entsprechende Kontrolle des Rohwassers durchgeführt werden. Es ist nicht mehr sicherstellen, dass die Bürger ein gesundheitlich unbedenkliches Trinkwasser erhalten. Die Kosten für die zusätzlichen Untersuchungen wird letztendlich der Verbraucher über den Wasserpreis tragen müssen.

Noch eine geringere Möglichkeit gegen Grundwasserbelastungen vorzugehen haben aber die Nutzer von Eigenwasserversorgungsanlagen und Gartenbrunnen. Es ist für Brunnenbesitzer kostenmäßig unmöglich das eigene Brunnenwasser auf diese verschiedenen giftigen Stoffe untersuchen zu lassen. Da diese Stoffe, die durch das Fracking ins Grundwasser gelangen können, bereits beim Gießen von Gemüse und erst recht beim Befüllen eines Planschbeckens zu einer gesundheitlichen Belastung führen können, stellt diese Art der Erdgasgewinnung ein unkalkulierbares und nur schwer feststellbaren Risiko dar.

Der VSR-Gewässerschutz fordert, dass der Grundwasserschutz oberste Priorität hat. Selbst wenn es sich zeigen sollte, dass ein Fracking ohne eine Belastung des Grundwassers möglich sein könnte, stellt dies keine Sicherheit für die Grundwasservorräte dar. Die Erdgasförderung durch Fracking ist sehr teuer. Daher werden die Konzerne an allen Stellen versuchen Kosten einzusparen. Das Landesbergamt kann die Vielzahl an Bohrungen zwar genehmigen, aber nicht überwachen inwieweit die Konzerne bewusst eine Verschmutzung des Grundwassers in Kauf nehmen, um größere Gewinne zu erreichen. Die Folgekosten tragen nicht die Konzerne sondern die
Bürger am Niederrhein.

Geldern, den 12. April 2012
Dipl.-Phys. Harald Gülzow
Pressesprecher

Quelle: VSR Gewässerschutz – Gefährdung des Brunnenwassers am Niederrhein durch Fracking ausschließen

Apr 292012
 

Dank eines anonymen Anrufers konnte mal wieder ein kleiner Skandal aufgedeckt werden. Wir berichteten bereits in der letzten Woche über diese mehr als anrüchige Angelegenheit

Nun läuft gegen Klaus Söntgerath eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Herr Söntgerath hat die „Nebentätigkeit“ als Prokurist einer Rohstofffirma, die auch mit beim Fracking benötigten Stoffen handelt, im Jahre 2009  nicht angezeigt und diese wäre laut LBEG auch nicht genehmigungsfähig gewesen. Wir sind mal gespannt, wie sich die Person uns Bürgern gegenüber erklären wird.  Hoffentlich ändert sich da was. Wie heißt es so oft: „Die Bürger wollen mitgenommen werden!“
Als wir dem Landesbergamt in NRW im Januar 2011 eine ähnlich unpassende Aktion beweisen konnten, hat sich ein bedeutend besseres Klima zwischen Genehmigungsbehörde und uns Bürgern feststellen lassen.

Hier ein Bericht aus der Hannoverischen Allgemeinen Zeitung vom 27.04.2012:

Ein hoher Beamter im Landesbergamt hat Ärger wegen eines zweifelhaften Nebenjobs. Der Präsident des Landesbergamts LBEG, Ralf Pospich, hat ein Disziplinarverfahren gegen den Abteilungsleiter eingeleitet, weil der seine problematische Nebentätigkeit nicht angezeigt hatte: Der Leitende Bergdirektor Klaus Söntgerath ist nach Informationen dieser Zeitung seit 2009 als Prokurist einer Firma in Nordrhein-Westfalen tätig, die Produkte für die Montanindustrie vertreibt. Diese kommen zum Teil beim sogenannten Fracking zum Einsatz.

Das pikante daran: Das Landesbergamt erteilt die Genehmigungen für das umstrittene Verfahren zur Ausbeutung von Gasvorkommen in tief gelegenen Gesteinsschichten. Unter hohem Druck wird ein Cocktail aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden geleitet, wodurch Risse im Gestein entstehen und das Gas austritt. Unter anderem handelt die Rohstoffhandelsfirma Eiro mit Quarzsanden, Natronlaugen oder Glyzerinen, die in diesem Cocktail verwendet werden. Söntgerath arbeitet also in einer Behörde, die für die Erteilung von Genehmigungen an Erdgas-Unternehmen zuständig ist, und gleichzeitig ist er nebenberuflich für eine Firma tätig, die möglicherweise Rohstoffe an diese Unternehmen liefert.

Söntgerath trat des öfteren als Vertreter des LBEG gegenüber Fracking-kritischen Bürgerinitiativen auf. Für Genehmigungen war er jedoch nicht unmittelbar zuständig. Beim LBEG ist man sich der Interessenkollision dennoch bewusst. Nach Auskunft der Behörde wäre die Nebentätigkeit Söntgeraths nicht genehmigungsfähig gewesen, hätte er sie bei Übernahme der Prokura im Jahr 2009 angezeigt. Der Bergdirektor habe die Prokura inzwischen niedergelegt, teilte das Bergamt weiter mit. „Es ist durch entsprechende Organisationsmaßnahmen des LBEG-Präsidenten sichergestellt, dass der Beamte keine problematischen Genehmigungsverfahren bearbeiten wird.“ Söntgerath hatte sich in der vergangenen Woche selbst bei der Behördenleitung angezeigt, nachdem sein Nebenjob ruchbar geworden war.

 

Quelle:
Interessenkollision im Landesbergamt Der Norden Nachrichten / HAZ – Hannoversche Allgemeine.

Apr 282012
 

Das Thema Fracking beschäftigt weiterhin Politik, Wirtschaft und viele interessierte Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Rotenburg. Das wurde auf einer Veranstaltung des SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil in Sottrum deutlich, bei der über 100 Gäste mit Experten über die Chancen und Risiken des Frackings diskutierten.

Der Umweltpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Dr. Matthias Miersch schlug dabei in seinem Eingangsreferat einen größeren Bogen: „Wir müssen uns fragen wie wir die Energiewende gestalten wollen. Dabei geht es insbesondere um die Zeit von 2021 bis 2050. Wollen wir dabei auf Technologien wie die CCS-Speicherung oder Fracking setzen oder sollten wir nicht viel stärker Energieeffizienz, Energieeinsparung und Erneuerbare Energien fördern? Diese Entscheidung müssen Politik und Wirtschaft treffen – ich halte den entschlossenen Weg hin zu Erneuerbaren Energien und mehr Energieeinsparung für richtig“, sagte Miersch.

Quelle:
Lars Klingbeil Ihr SPD-Bundestagsabgeordneter – Fracking – „Politik muss die Richtung vorgeben“ – Klingbeil und Miersch diskutierten in Sottrum.

Apr 282012
 

Folgender Antrag der SPD Nordwalde wurde einstimmig vom Nordwalder Rat verabschiedet!

Der Rat der Gemeinde Nordwalde verpflichtet sich, keinen gemeindeeigenen Grund für Maßnahmen zur Verfügung zu stellen, die im Zusammenhang mit der Exploration und Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen stehen. Ferner fordert der Rat der Gemeinde alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich diesem Beschluss anzuschließen.

Begründung:
Die Firma Exxon Mobil hat am 19.12. 2011 einen neuen Antrag und Hauptbetriebsplan für die Erkundungsbohrung in Nordwalde eingereicht. Dieser Antrag befindet sich zur Zeit in der notwendigen Vorprüfung bei der Bezirksregierung Arnsberg.

Nach geltendem Recht, hätte die Gemeinde Nordwalde keine unmittelbaren Möglichkeiten, Einfluss auf Explorations- und Fördermaßnahmen bei der Erdgassuche im Gemeindegebiet  zu nehmen.
Da rechtliche Handlungsmöglichkeiten seitens der Gemeinde nur sehr beschränkt bestehen, sollte die Eigentümerposition genutzt werden, um Einfluss auf potentielle Fracking-Verfahren im Bereich der Gemeinde Nordwalde zu nehmen.

Apr 272012
 

 

GAS-SUCHE
Bürger fürchten um ihr Trinkwasser

In Nordhessen regt sich Widerstand gegen die Fracking-Technik. Dabei werden Chemikalien für die Erdgasgewinnung in den Untergrund gepresst. Die Bürger befürchten, dass die Stoffe das Trinkwasser verunreinigen könnten. Sie fordern mehr Informationen.

Silke Engler-Kurz zuckt mit den Schultern. „Keiner weiß, welche Stelle, welches Verfahren und welche Stoffe beigemischt werden“, sagt die Erste Stadträtin von Baunatal in Nordhessen. Zum Thema Fracking gebe es derzeit in Nordhessen viele Fragen und kaum Antworten.

Beim „Fracking“ wird mit Chemikalien, die in den Untergrund gepresst werden, die Erdkruste aufgespalten, um die Förderung von Erdgas möglich oder leichter zu machen. Ein kanadisches Unternehmen will nun in Nordhessen mit dieser Methode nach Erdgas suchen – und hat als Untersuchungsgebiet vorsorglich 5000 Quadratkilometer angegeben. Das entspricht quasi einer Fläche von ganz Nordhessen.

Quelle:
Gas-Suche: Bürger fürchten um ihr Trinkwasser | Rhein-Main – Frankfurter Rundschau.