Jun 292012
 

Die Landesregierung wird sich für ein bundesweites Moratorium gegen unkonventionelle Erdgasförderung durch die umstrittene Fracking-Methode einsetzen, beschloss der Landtag in seiner heutigen Sitzung einstimmig. „Durch ein Moratorium kann verhindert werden, dass wassergefährdende Stoffe zum Einsatz kommen, welche in der Umwelt langanhaltende und nicht voraussehbare Schäden verursachen. Gerade für die Bodenseeregion wäre ein Moratorium wichtig, um den Trinkwasserspeicher nicht zu gefährden“, so der Konstanzer Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann. Bislang hatten ein Moratorium die Regierungsfraktionen in Berlin abgelehnt. Auch Bundesumweltminister Peter Altmaier sieht Fracking kritisch. Das schrieb er in einem Brief an den CDU-Bundestagsabgeordneten Andreas Jung.

Quelle:
Widerstand gegen Fracking am Bodensee in Stuttgart und Berlin | see-online.info.

Jun 292012
 

Der CSU Umweltminister von Bayern meldet sich zu Wort!!!! Sehr gut!

In Deutschland haben wir damit wenig Erfahrung. Ich sehe eine hohe Unsicherheit, ob man die giftigen Substanzen punktgenau einbringen kann. Mich alarmiert, dass davon etwas in unser Grundwasser gelangen könnte – das wäre eine tickende Zeitbombe für Bayern. Unsere großen Vorkommen an hochwertigem Wasser sind zu wertvoll für solche Experimente.Andere Länder planen ein Fracking-Verbot nur in Trinkwasser-Zonen.Das ist das Mindeste. Wir gehen aber weiter. Ich will Fracking-Bohrungen nirgends in Bayern haben. Ich traue der Technologie nicht. Der Bund muss jetzt das Risikopotenzial in einem Gutachten klar darlegen.

Quelle:
Marcel Huber über Fracking: Erdgas-Bohrung „tickende Zeitbombe“ – Bayern – Aktuelles – merkur-online.

Jun 282012
 

Anmerkung zur Exxon Studie!

Vor diesem Hintergrund ist es jedoch völlig unverständlich, dass zwar die Zone I und II
von Wasserschutzgebieten durch die Experten für die Anwendung der Fracking-
Technologie ausgeschlossen wird, die Zone III allerdings nicht zu den
ausgeschlossenen Gebieten gezählt wird. Das von den Neutralen Experten unterstellte
Restrisiko, das zum Ausschluss der Zone I und II führt, wird also für die Zone III von den
Neutralen Experten bewusst akzeptiert. Hier entsteht ein deutlicher Widerspruch zu der
durch die Experten formulierten Priorität des Trink- und Gewässerschutzes –
insbesondere, wenn berücksichtigt wird, dass die weitere Schutzzone III das
Einzugsgebiet des gesamten Grundwassers umfasst, das den Trinkwasserbrunnen
zufließt

 

http://www.wasserverbandstag.de/main/pdfs/Stellungnahme_Risikostudie_Endfassung.pdf

Jun 272012
 

Besser kann man es nicht erklären.

 

Wer als Kind einen Kirschbaum in der Nähe hatte, kennt das: Das theoretische Potential dieses Kirschbaums für den unstillsamen Kirschenhunger scheint immens, erreicht hat man jedoch immer nur einen Bruchteil davon. Und meistens war man irgendwann zu müde, um immer weiter ins Geäste zu klettern, um auch die letzte Frucht zu ergattern. Vielleicht gibt es noch ein paar Kirschen zur Reserve, an die man noch mit einer Leiter herankommt, aber die allermeisten Früchte bleiben in den Wipfeln des Baumes unerreichbar.

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Die Reserven stellen daher nur eine Teilmenge der Ressourcen dar, welche nun von der BGR auf 1.300 Mrd. m³ geschätzt werden. Diese Zahl erscheint zwar gegenüber der derzeitigen konventionellen Förderung von Erdgas in Deutschland von 14,5 Mrd. m³ im Jahr 2009 hoch, angesichts einer Importquote von 86% des in Deutschland verbrauchten Erdgases relativiert sich diese Zahl jedoch wieder. Würden sich alle von der BGR ausgewiesenen Ressourcen als Reserven, also als technisch und wirtschaftlich gewinnbar, herausstellen (was extrem unwahrscheinlich ist), könnte sich also Deutschland grob überschlagen maximal 13 Jahre von den Schiefergasressourcen versorgen.

Bleibt also die Frage offen, ob sich da der Griff nach der letzten Kirsche in schwindelerregender Höhe wohl überhaupt lohnt, wenn doch direkt vor der Tür jede Menge andere Früchte zum Greifen nahe sind: Die unerschöpflichen Erneuerbaren Energien.

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Quelle:
Von Kirschen, Potentialen, Reserven, Ressourcen: Neue Daten zum Schiefergasaufkommen in Deutschland » Deutschland, Reserven, Ressourcen, Menge, Früchte, Zahl » Wibke Brems.

Jun 272012
 

Im zweiten Fachgespräch der Grünen Bundestagsfraktion zum Thema Unkonventionelle Erdgasförderung wurde deutlich, dass nach wie vor viele Umweltrisiken nicht ausgeschlossen werden können. Die Schiefergaspotenziale in Deutschland scheinen jedoch größer zu sein, als bisher angenommen.Unter dem Titel „Nachgebohrt! – Risiken und Perspektiven der unkonventionellen Erdgasförderung“ kamen auf Einladung der Grünen Bundestagsfraktion ca. eineinhalb Jahre nach dem ersten Fachgespräch  im November 2010 erneut ExpertInnen im Deutschen Bundestag zusammen, um über den aktuellen Stand der Potenzialabschätzungen und Umweltgefährdungen, sowie über die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen der unkonventionellen Erdgasförderung mit den ca. 50 TeilnehmerInnen zu diskutieren.

Quelle:
Fachgespräch der Grünen Bundestagsfraktion zum Thema Unkonventionelle Erdgasförderung – Oliver Krischer.

Jun 272012
 

„Kartell des Schweigens“ von Bergbehörden und KonzernenNach Informationen der Landtagsgrünen hat die Erdöl- und Erdgasindustrie bei ihren Förderarbeiten jahrzehntelang die anfallenden stark salzhaltigen und mit Schadstoffen belasteten Lagerstättenwässer wieder in den Untergrund gepresst. Das hat die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des Fraktionsvorsitzenden Stefan Wenzel ergeben. „In den vergangenen fünfzig Jahren Erdöl- und Erdgasförderung haben sich die Konzerne heimlich und ohne öffentliche Genehmigungsverfahren ihrer Abfälle entledigt“, sagte der Grünen-Politiker heute Dienstag in Hannover. Auch das mit giftigen Frackflüssigkeiten belastete Abwasser aus der Erdgasproduktion sei in insgesamt 46 extra dafür geschaffenen Versenkbohrungen oder in ausgeförderten Erdöl- oder Erdgaslagerstätten in den niedersächsischen Fördergebieten verpresst worden.Die „im Geheimen und im großen Stil vorgenommene Verklappung der Abwässer“ sei durch „ein Kartell des Schweigens“ von Bergbehörden und Konzernen ermöglicht worden, sagte Wenzel.Der Grünen-Politiker äußerte zudem Zweifel an der Vollständigkeit der in der Antwort der Landesregierung vorgelegten Liste. Es gebe Hinweise auf weitere dort nicht aufgeführte Versenkbohrungen in Niedersachsen. In einer weiteren Anfrage will Wenzel nach der Zusammensetzung der versenkten Stoffe und nach einer Schadstoffbilanz fragen.

Quelle:
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Niedersächsischen Landtag – GRÜNE: Erdöl- und Erdgasindustrie entsorgt Abwässer in den Untergrund.