Nov 302012
 

Dann wird es in der nächsten Woche ja interessant!

 

„Die Parteien der Landesregierung sind in dieser Frage heillos zerstritten und wollen die Öffentlichkeit an der Nase herum führen“, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Hannover. Die CDU führe einen „klassischen Eiertanz“ auf, indem sie zwar öffentlich ankündige, für mehr Bürgerbeteiligung und eine obligatorische Umweltverträglichkeitsprüfung bei den Genehmigungsverfahren einzutreten, diese Position aber nicht gegen die FDP und Wirtschaftsminister Bode durchsetzt. „Wir wollen eine namentliche Abstimmung damit die Bürgerinnen und Bürgern klar erkennen können, auf welcher Seite ihre Abgeordneten stehen“, so Wenzel.

Quelle:
Grüne: „Förderung einstellen“ – Langwedel – Lkr. Verden – Lokales – Kreiszeitung.

Nov 222012
 

Auch die Energieversorger aus dem Süden, sagen klipp und klar: STOPP FRACKING!

Die Energieversorger in Bayern und Baden-Württemberg sprechen sich gegen Fracking, das umstrittene Verfahren zur Gewinnung von Erdgas, aus. Matthias Wambach, Geschäftsführer des Verbands für Energie- und Wasserwirtschaft Baden-Württemberg VfEW nannte Fracking „haarsträubend“.

Quelle:
Energieerzeuger nennen Fracking „haarsträubend“ – Nachrichten Lindau – schwaebische.de.

Nov 212012
 

1 JahrBI  Frackloses Gasbohren

Bestes Beispiel dafür, was passieren kann, ist der jüngste Vorfall in Völkersen“, sagt Hans-Joachim Hartmann, Vorsitzender des Ausschusses für Dorferneuerung, Straßen und Umwelt. Dort war kürzlich eine Benzolkontaminierung des Trinkwassers festgestellt worden. „Als vor 30 Jahren bei uns in Hassendorf gebohrt wurde, war es schon so, dass wir kein Mitspracherecht hatten und froh sein konnten, wenn wir überhaupt Informationen erhielten.“ Das liege daran, dass das so genannte Bergrecht beim Bund liege. „Damals gab es auch eine Bürgerversammlung, in der die Betreiber versicherten, dass die Bohrungen völlig ungefährlich seien.“ Neutrale Beurteilungen habe es nicht gegeben. Damit das zukünftig nicht mehr passieren kann, fordert die Hassendorfer SPD nun, dass die Gemeinden zukünftig bei solchen Vorhaben direktes Mitspracherecht haben. „Es müsste so laufen, wie bei jedem normalen Bauantrag“, findet Klaus Dreyer. „Wir müssen die Möglichkeit haben, Bedenken zu äußern und gegebenenfalls auch Nein sagen können.“

Quelle:
Hassendorfer wollen Mitspracherecht – Lokalnachrichten aus Rotenburg – WESER-KURIER.

Nov 212012
 

Der Brief vurde freundlicher Weise von Herrn V.Fritz ins Deutsche übersetzt. Auszüge:

Wie in den USA kommen zahlreiche beunruhigende Signale von den Orten in Polen, wo Erkundungsbohrungen nach Schiefergas und Schieferöl durchgeführt werden. Die häufigsten sind: Verunreinigung von Brunnen und Trinkwasserquellen, Verunreinigung der Felder, Risse in Gebäudemauern, Methan-Geruch, Beschädigung der Straßenoberflächen. Diese Signale finden in den Medien kein Echo, da die Regierung verbietet, darüber zu berichten. Mehr noch, es kommt vor, dass Personen, die sich entgegen diesem Verbot verhalten könnten, vom polnischen Inlandsgeheimdienst ABW überwacht werden.

  • Es kommt einfach zu skandalösen Situationen, wenn zum Beispiel die Bohrungen in unmittelbarer Nähe der Stadt Kutno (50.000 Einwohner) niedergebracht werden, was der Stadt ihre Trinkwasserversorgung nahm – oder die Bohrung des Unternehmens Lane Energy am Ufer des Sees Jeziorak, eines Sees, der in seiner Art einzigartig ist (relativ schmal, aber 27 km lang)

Übersetzung des Briefes von T. Jakubowska, Warschau vom 12.11.2012 an den Präsidenten des EU-Parlamentes und Abgeordneten des EU-Parlamentes, Herrn Martin Schulz:

Teresa Jakubowska                                                          Warschau, den 12.November 2012

teresa.jakubowska@op.pl

Herrn Martin Schultz

Präsident des Europäischen Parlamentes und an die Abgeordneten des selben Parlamentes

Frau Connie Hedegaard

Herrn Günther H. Oettinger

Herrn Janez Potocnik

Herrn Dacian Ciolos

Betr. : PETITION für ein totales Verbot der Anwendung von Hydraulic Fracturing auf dem gesamten Territorium der Europäischen Union

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Regierung von Donald Tusk bemüht sich, die Polen davon zu überzeugen, dass die Unabhängigkeit von russischen Gas möglich ist und dafür hat die Regierung entschieden, das Land im Bereich der Energie in Abhängigkeit von Konsortien zu bringen, hauptsächlich von solchen aus den USA, die sich mit der Gewinnung von Kohlenwasserstoffen aus Schiefergestein beschäftigen.

Wie in den USA kommen zahlreiche beunruhigende Signale von den Orten in Polen, wo Erkundungsbohrungen nach Schiefergas und Schieferöl durchgeführt werden. Die häufigsten sind: Verunreinigung von Brunnen und Trinkwasserquellen, Verunreinigung der Felder, Risse in Gebäudemauern, Methan-Geruch, Beschädigung der Straßenoberflächen. Diese Signale finden in den Medien kein Echo, da die Regierung verbietet, darüber zu berichten. Mehr noch, es kommt vor, dass Personen, die sich entgegen diesem Verbot verhalten könnten, vom polnischen Inlandsgeheimdienst ABW überwacht werden.

Die Regierung hält sich also an die gegebenen Zusagen gegenüber den Konsortien, dass keine Proteste der Bevölkerung und der örtlichen Verwaltungen zugelassen werden. Es kommt häufig vor, dass die Bauern Verträge für Erkundungen auf ihrem Land unterschreiben, ohne recht zu wissen, um was es sich in Wirklichkeit handelt und ohne wahrzunehmen, dass sie einen Spottpreis als Entschädigung für diese Untersuchungen bekommen.

Es kommt einfach zu skandalösen Situationen, wenn zum Beispiel die Bohrungen in unmittelbarer Nähe der Stadt Kutno (50.000 Einwohner) niedergebracht werden, was der Stadt ihre Trinkwasserversorgung nahm – oder die Bohrung des Unternehmens Lane Energy am Ufer des Sees Jeziorak, eines Sees, der in seiner Art einzigartig ist (relativ schmal, aber 27 km lang). Es hätte nicht viel gefehlt, um auch Konzessionen für Erkundungsbohrungen für die Region im Süden Polens zu bekommen, welche die höchst renommierten Mineralwasserquellen beherbergt (Piwniczna, Muszyna, Krynica). Sie wären fast erteilt worden.

Das neue Berggesetz, das seit 1.Januar 2012 in Kraft ist, erleichtert die Enteignung von Ackerland zu Gunsten von Fördergesellschaften. Dieses Gesetz schweigt sich praktisch zur Frage von Entschädigungen aus. Zudem wird es unmöglich, über den Rechtsweg an eine Entschädigung zu kommen – die Langsamkeit der polnischen Justiz ist ja dem Europäischen Gerichtshof in Straßburg wohl bekannt.

Ein anderer Faktor wirkt sich auch gegen die Enteigneten aus: Die großen multinationalen Firmen haben in Polen keine Filialen. An ihrer Stelle sind zahlreiche Gesellschaften mit begrenzter Haftung und lächerlichem Grundkapital (z. B. 1250 EUR) erschienen. Sie führen den Namen des Konsortiums in ihrem Geschäftsnamen (manchmal von außergewöhnlicher Länge) und sie sind es, die die Konzessionen zur Förderung erhalten haben, ohne vorherige Auswahlprozedur, ohne Wettbewerbsvergleiche und praktisch kostenlos. Sie werden auf die gleiche Weise auch Fördererlaubnisse erhalten. Wenn Probleme auftauchen, nichts einfacher als das für solche Gesellschaften, Konkurs anzumelden. Die Situation wird daher unglücklicherweise die klassische sein: Die Gewinne werden an die Konzernmultis gehen und die Verluste trägt der polnische Steuerzahler. Den Personen deren Ackerboden und deren Heim jeglichen Wert verloren haben werden, bleibt nur eine Lösung: Auswandern in die Länder im Westen der Union, vorausgesetzt, dass ihnen ihr Gesundheitszustand dies noch erlaubt. Viele aufgelistete Fälle von Gesundheitsproblemen unter der Bevölkerung der kontaminierten Regionen in den USA und der Wertverlust großer Agrarproduktionsflächen, zum Beispiel in Pennsylvania, lassen keine Hoffnung zu, dass es in Polen anders kommen wird. Schlimmer noch, die größere Bevölkerungsdichte auf dem Land in Polen wird dazu führen, dass das Problem hier verschärft auftreten wird.

Dennoch hat gerade der Berichterstatter, der polnische Abgeordnete des EU-Parlamentes Boguslaw Sonik, versichert, dass die Methode des Hydraulic Frakturing völlig ungefährlich für die Umwelt ist, wenn nach den empfohlenen Prozeduren gearbeitet wird und dass es nicht nötig sei, dass die EU in dieser Sache schärfere Regulierungen einführt.

Oder, bitte sehr, ein Beispiel, wie diese Vorgänge in Polen beaufsichtigt werden: Bezüglich einer Bohrung, die während 4 Monaten im Sommer 2011 im Gebiet von Lecin betrieben wurde, unter der hohen Aufsicht des PIG (Nationales Geologisches Institut) kann man auf Seite 47 des Berichtes dieser Organisation dazu lesen: „ Die Abfälle in einer Menge von 7,9 Tonnen wurden an die Firma PHU TRADE MICHAL LESNY übergeben mit Adresse Zawady 12, 63-520 Grabow nad Prosa , die vom Distriktspräsidenten von Leborg seit 14.04.2010 die Zulassung als Abfallentsorgungsunternehmen hat. Die Abfälle des Hydraulischen Frackings wurden jedoch tatsächlich von der Deponie von Lucin in der Kommune von Wicko übernommen.“

Das Problem ist nur, dass die Deponie von Lucin offiziell schon im Jahre 2007 geschlossen worden war. Der Bericht präzisiert nicht genau, wo und in welchem Zustand diese Tonnen hoch giftigen Bohrabfalles entsorgt worden sind. Außerdem gibt es keine wirklich wirkungsvolle, eingeführte Methode zur Aufbereitung der Rückläufe solcher Förderungen (Schwermetalle, radioaktive Substanzen).

Solche Vorfälle sind unglücklicherweise in Polen nicht selten. Das sehr niedrige Niveau des Umweltbewusstseins führt dazu, dass die Wälder zu wilden Müllkippen geworden sind und es gibt praktisch keinen Fluß, dessen Wasserqualität der höchsten Klasse entspricht. Das sehr enge Abwassersystem, das nach dem 2.Weltkrieg installiert wurde, und das undurchdachte Hochwasser-Schutzsystem verschärfen noch das Problem der Wasserverknappung: Aktuell nimmt Polen den letzten Platz in Europa ein, bezüglich der Wasserreserven; der Prozess der Wüstenbildung verstärkt sich. Ferner ist es heute schon in den Gegenden mit reichen Schiefergas-Vorkommen (Wielkopolska, Mazowze, Gebiet von Lublin) so, dass der Wassermangel am schlimmsten ist: Es gibt Örtlichkeiten, wo die Bevölkerung regelmäßig durch Spezialfahrzeuge mit Wasser versorgt werden muss. Wenn man noch hinzunimmt, dass das neue polnische Berggesetz den Konzernen das kostenlose Abpumpen von Wasser zusichert (und jede Bohrung benötigt eine Menge von ungefähr 20.000 m3), wird das Problem sehr ernsthaft. Und alle polnischen Wasserströme münden in die Ostsee, welche bereits unter der Verschmutzung erstickt.

Die Produktion der unkonventionellen Kohlenwasserstoffe, selbst wenn sie rigoros überwacht wird, trägt immer das Risiko der irreversiblen Grundwasserschädigung in sich. Jener Teil des benutzten Wassers, der unter Tage verbleibt, vergiftet durch chemische Beimengungen und durch die bei Tieflochbohrungen und zur Rissbildung im Muttergestein verwendeten giftigen Bohrschlämme, wird zu einer gefährlichen Kloake im Untergrund, die wandert – ein permanentes Risiko der Kontamination für den ganzen Wasserkreislauf und für das Grundwasser. Der Diskurs über die strenge Überwachung während Jahrzehnten nach einer Förderung, die eine sehr kurze Zeitspanne in Anspruch nimmt, ist für niemanden glaubhaft und verletzt die allgemeine Vernunft.

Hydraulic Fracturing ist aber auch zugleich eine Quelle der Luftverschmutzung. Für die selbe Menge an gewonnener Energie ist der Einfluss der Kohlenwasserstoffe auf die klimaschädlichen Gasemissionen höher als bei Kohle, hauptsächlich bedingt durch das unvermeidliche Entweichen von Methan in die Atmosphäre.

Um eine rentable Produktion zu erhalten, sind sehr viele Bohrungen notwendig, welche mit ihren zugehörigen Infrastrukturen die Zerstörung der Mutterböden und des natürlichen Milieus größer Oberflächenbereiche nach sich ziehen (man rechnet im Schnitt 4 ha Flächenbedarf für einen Bohrplatz). Dieses Verfahren kann darüber hinaus die Quelle für Erdbeben geringerer Amplititude sein, die dennoch große Sachschäden verursachen können.

Die unkonventionellen Kohlenwasserstoffe ersetzen nicht die anderen Energiequellen. Im Gegenteil, sie werden wie letztere einen negativen Einfluss auf die Klimaerwärmung haben, die dadurch noch stärker werden wird. Die Nutzung dieser fossilen Energie wird die Entwicklung regenerativer Energien verzögern und in der Konsequenz auch unsere Anpassung an das unvermeidliche Ende der Verfügbarkeit aller fossilen Brennstoffe.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Untersuchungen ergeben werden, dass es in Polen keine Bedingungen für eine rentable Produktion von Kohlenwasserstoffen aus Schiefergestein gibt. Das Land wird sich dann in einer wenig beneidenswerten Lage wieder finden: Irreversible Verschmutzung des natürlichen Milieus, Verluste für den Agrarsektor und nicht reparable gesellschaftliche Schäden.

Gemäß dem Vorsichtsprinzip fordere ich Sie alle auf, meine sehr geehrten Damen und Herren, für ein Verbot der Anwendung von Hydraulic Fracturing des Gesteins in der gesamten Europäischen Union tätig zu werden.

Mit vorzüglicher Hochachtung

gez.:

Teresa Jakubowska

Film – Fracking in Poland

Nov 212012
 

Der Beschluss der Umweltminister von letzter Woche bezüglich Fracking ist nicht so, wie es in den Medien häufig verkündet wurde. So wurde doch häufig von einem Frackingverbot berichtet. Dass stimmt leider nicht. Auf diesen Missstand weist Oliver Kalusch vom BBU (Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz) hin.

So weist der BBU darauf hin, dass die Umweltminister zahlreiche Schlupflöcher zugelassen haben:

  • Fracking soll gemäß dem UMK-Beschluss nur in Trinkwasserschutzgebieten ausgeschlossen werden.
  • In anderen Gebieten wäre es hingegen möglich.Auch in Trinkwasserschutzgebieten  soll lediglich der Einsatz „von Fracking-Technologien mit umwelttoxischen Chemikalien“ ausgeschlossen werden. Weisen die Chemikalien andere Gefahrenmerkmale auf sehr giftig, krebserregend, mutagen, reproduktionstoxisch etc., gilt dieser Ausschluss nicht.
  • In zeitlicher Hinsicht sei es „auf Grund der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage“ lediglich „zu diesem Zeitpunkt“ nicht verantwortbar, Vorhaben zur Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten mittels Fracking zu genehmigen. Fracking zu einem späteren Zeitpunkt ist hingegen nach wie vor eine Option.

Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand erläutert: „Dies alles ist keine Absage an Fracking und erst recht kein Bekenntnis zu einem Verbot. Dazu passt, dass die Umweltministerkonferenz ausdrücklich die Durchführung von Forschungsbohrungen – möglichst im Einvernehmen mit und in Trägerschaft aller betroffenen Unternehmen – ins Auge fasst. Damit wird ein Einstieg in die Fracking-Technologie in Deutschland ermöglicht.“

Quelle:
Presseerklärung.

Nov 202012
 

Es lohnt sich, diesen Film anzuschauen. Das Video ist in englischer Sprache verfasst und mit polnischen Untertiteln versehen.

Die Reportage zeigt

  • die Historie auf, wie es zu der Entwicklung in Polen kam,
  • zeigt die Hintergründe warum gerade Polen,
  • beschreibt das Verfahren Fracking ,
  • gibt  Auskunft über die Erstreckung der erwarteten Ölschieferlager.
  • Es werden aber auch die Gefahren eindrucksvoll beschrieben.

Sehenswert!!!