Apr 302013
 

Fracking darf nur unter sehr strengen gesetzlichen Umweltauflagen zuzulassen werden. Das fordern 79 % aller Bundesbürger!

Der Verband kommunaler Unternehmen VKU beobachtet mit Sorge die derzeitige Entwicklung bei der gesetzlichen Neureglung zum Thema „Fracking“ Tiefenbohrungen nach Schiefer- oder Kohleflözgas. Gegenwärtig scheint sich die Regierungskoalition auf keinen tragfähigen Kompromiss einigen zu können, wie der angemessene Schutz, insbesondere der Wasserressourcen, konkret ausgestaltet werden soll.„Die auf dem Tisch liegenden Regelungsvorschläge sind grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung, nur müssen sie endlich konkreter werden, um sie auch in der Praxis angemessen vollziehen zu können“, sagt VKU-Vizepräsident Michael Beckereit. Er fordert, „den Gesetzesrahmen so schnell als möglich anzupassen. Keine Lösung ist die schlechteste Lösung. Wasserversorger und Bürger brauchen hier dringend ein Ergebnis.“ Komme kein Kompromiss zustande, werden die zuständigen Bergämter weiterhin nach dem alten Rechtsrahmen genehmigen, der in Bezug auf die Aufsuchung und Gewinnung von Schiefer- oder Kohleflözgas nicht ausreichend ist.Die vorliegenden Entwürfe von Bundesumweltminister Altmaier und Bundeswirtschaftsminister Rösler zur Änderung des gesetzlichen Rahmens sehen grundsätzlich ein Bohrverbot in Wasserschutz- und Heilquellengebieten vor. Zudem sollen Vorhaben zur Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas oder Erdöl in Zukunft einer Umweltverträglichkeitsprüfung UVP unterliegen, in die auch die zum Einsatz kommenden Chemikalien und das rückgeförderte Lagerstättenwasser miteinbezogen werden. Bei zukünftigen Fracking-Vorhaben sollen außerdem die Wasserbehörden verpflichtend beteiligt werden. Der VKU hatte in den Gesetzesentwürfen vor allem eine Ausdehnung des Fracking-Verbots auf Wassereinzugsgebiete gefordert sowie Änderungen bei der Entsorgung des Flowback und Lagerstättenwassers, um auch hier die Wasserressourcen wirkungsvoller zu schützen.

Umfrage zu Fracking:79 Prozent der Deutschen sprachen sich vor kurzem in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des VKU dafür aus, die Förderung unkonventioneller Erdgasvorkommen mittels Fracking-Technologie nur unter sehr strengen gesetzlichen Umweltauflagen zuzulassen. Nur 14 Prozent bevorzugen weniger strenge Gesetze, um diese Energiequelle möglichst gut nutzen zu können.

Quelle:
europaticker: Kommunale Unternehmen drängen auf eine gesetzliche Neuregelung beim Fracking.

Apr 272013
 

Ein Mitstreiter unserer Bewegung vom AK Braunschweig hat sich mit dem Thema: Bohrlochdichtigkeit befasst und hat dabei Interessantes herausgefunden. Lesen Sie selbst.

Der Öffentlichkeit wird durch die Industrie und den Genehmigungsbehörden weisgemacht, dass jede Bohrung „fachmännisch“ eingebracht wird, Undichtigkeiten nicht auftreten und daher unser Grundwasser geschützt ist. Wenn diese These stimmen sollte, muss die Frage erlaubt sein, warum es Firmen gibt, die hunderte von Millionen Dollar damit verdienen  Bohrungen abzudichten.

Beispielsweise die Firma ARCHER, aus Houston, Texas. Die Firma lebt zum Großteil davon die Fehler anderer zu analysieren und dann möglichst zu beheben. Anbei die Kopie eines Blattes aus ARCHER Unterlagen zum System „SPACE“ das sie zur Inspektion von Bohrungen einsetzen, mit der offiziellen Bestätigung über weltweit festgestellte häufige Bohrungsschäden an Förderbohrungen.

Weltweite Untersuchungen ergaben laut ARCHER:

38% aller untersuchten Bohrungen waren „underperforming wells“, will heißen: An über jeder 3. Bohrung ist nicht alles korrekt verlaufen. Die Gründe für die Ausfälle werden wie folgt aufgelistet:

  • Verrohrung 41%
  • Sicherheits- und Kontrollsysteme 20%
  • teilweise Verformung der Bohrung in der Rundheit und Ablösung 20%
  • Korrosionsschaden 14%
  • Ablagerungen 5%

Damit haben wir den  direkten Beweis, dass die Bohrungen eben nicht sicher sind, sondern, dass sie Probleme haben. Und die hätten sie ganz sicher auch, wenn man in Deutschland bohren würde, sobald die „Büchse der Pandora“ geöffnet würde und man nicht  nur eine – scharf beäugte – Musterbohrung hätte, sondern Hunderte und später Zehntausende  pro Jahr im ganzen nördlichen Deutschland.

6% aller Bohrungen weisen von Anfang an Fehler auf, das hat der GASLAND-Filmer Josh Fox aus Berichten der Industrie in den USA herausgefunden. Deshalb muss unser Widerstand gegen die unkonventionelle Förderung von Gas, zu der dann ein hydraulisches oder vergleichbar wirkendes Aufbrechverfahren eingesetzt wird, unbedingt fortgeführt werden!!!

Was wir brauchen, ist die scharf forcierte Weiterentwicklung aller Möglichkeiten der Energiegewinnung, die ohne Nuklear- und ohne fossile Energiequellen auskommt.

 

Apr 272013
 

Der Wasserversorger Gelsenwasser ist mit dem Gesetzesentwurf der Bundesregierung nicht einverstanden und befürchtet, dass der Gesetzesentwurf noch weiter verwässert wird.  Forderung: „Die Bundesregierung  muss die Trinkwasserressourcen nachhaltig schützen, eine Gefährdung muss ausgeschlossen sein.“Wesentliche Kriterien bei der Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes müssen sein:

  • Im Falle der Nutzung von Oberflächenwasser zur Trinkwasserversorgung ist das Verbot für Tiefbohrungen mit Fracking zwingend auch auf Wassereinzugsgebiete auszudehnen, da Wasserschutzgebiete nur geringe Teile der Wasserreservoire schützen.
  • Das Unterbohren von Wasserschutzgebieten/-einzugsgebieten durch horizontale Ablenkung von Bohrungen muss eindeutig ausgeschlossen werden.
  • Das Verbot für Tiefbohrungen mit Fracking muss auf Kohlebergbaugebiete ausgedehnt werden.
  • Der mit der Gesetzesänderung neu eingeführte Begriff der „Tiefbohrung“ muss definiert werden.
  • Das Verpressen von Flowback und Lagerstättenwasser muss in Wasserschutzgebieten/-einzugsgebieten verboten werden.
  • Die Expertise der örtlichen Wasserbehörden muss in die Zulassung von Fracking einfließen. Daher muss bei der Genehmigung von Fracking ein Einvernehmen mit den Unteren Wasserbehörden in allen Stufen des Verfahrens hergestellt werden.

Für die Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben (UVP-V Bergbau) gilt:

  • Die Entsorgung des Flowbacks und Lagerstättenwassers muss zwingend einer UVP-Pflicht unterzogen werden.
  • Die vorgeschlagene UVP-Pflicht für die Aufsuchung und Gewinnung durch Tiefbohrungen mit Fracking muss für jeden einzelnen Bohrstandort gelten.

Alles zum Thema finden Sie hier:

Trinkwasserschutz muss Vorrang haben | GELSENWASSER AG.

Ökonomischer Unsinn – Macht – jetzt.de

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Apr 252013
 

Nach Medienberichten haben sich am Dienstag die beiden Regierungsparteien nicht auf ein Fracking-Gesetz einigen können, demnach wäre auch der Vorstoß von FDP Mann Otto Solms gescheitert.

Die Fraktionen von CDU und FDP konnten sich auch am Dienstag nicht auf einen Entwurf für ein Fracking-Gesetz einigen. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass ein entsprechendes Gesetz noch vor der Sommerpause verabschiedet wird. Und das ist auch besser so. Eine Schiefergasförderung in Deutschland hat weder aus ökonomischer noch aus ökologischer Sicht Sinn. Die Bundesregierung muss für Klarheit sorgen und die Ausbeutung von Schiefergas gleich ganz verbieten.

Quelle:
Ökonomischer Unsinn – Macht – jetzt.de.

Apr 252013
 

Mal wieder ExxonMobil, diesmal Leckage an Nassölleitung. Ca 1200 l sind aufgetreten. Das ist mindestens  der 4. Vorfall innerhalb eines Jahres. Ab wann gilt eine Firma eigentlich als nicht mehr zuverlässig?

Im Erdölfeld Rühlermoor Landkreis Emsland kam es am 22. April 2013 zu einer Leckage an einer Nassölleitung Nassöl besteht zu mehr als 90 % aus Lagerstättenwasser des Unternehmens ExxonMobil Production Deutschland GmbH EMPG. Der Betreiber informierte umgehend das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie LBEG. Das LBEG hat als zuständige Aufsichtsbehörde die Untersuchungen zur Schadensursache aufgenommen und die Untere Wasserbehörde des Landkreises Emsland sowie die Gemeinde Geeste in Kenntnis gesetzt.Nach ersten Schätzungen traten ca. 1,2 m³ Lagerstättenwasser aus. Durch den vor-herrschenden Wind hat sich das ausgetretene Salzwasser als feiner Sprühnebel auf einer Fläche von ca. 100 m² über den asphaltierten Bohrplatz ausgebreitet. Die von der EMPG beauftragten Fachunternehmen haben sofort nach der Schadensfeststellung mit den Reinigungsarbeiten begonnen. Dabei wurde unter anderem der mit Lagerstättenwasser verunreinigte Boden abgetragen. Zum Nachweis des Sanierungserfolges wird ein Bodengutachter Beprobungen der betroffenen Flächen vornehmen.

Quelle:
Pressemitteilungen | Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie.