Apr 112013
 

Erdgas aus Deutschland – 10 Fakten“

so der Titel einer Presseinformation des US- Öl- und Gas-Konzern Exxon Mobil vom 10.8.2011, zu finden auf seiner Werbeseite für Erdgasfracking,  erdgassuche-in-deutschland.de.

Nachfolgend die scheinbar grünen Argumente und passende Gegenargumente. Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Volker Fritz!

10 scheinbar grüne Argumente von EXXON Mobil für Erdgas durch Fracking (Originalzitate)   10  Gegenargumente im Sinne der notwendigen Energiewende  
1. Rund ein Viertel des deutschen Energiebedarfs wird derzeit mit Erdgas gedeckt. Es gibt keinen „deutschen“ Energiebedarf. Der Export von Erdgas stieg von 2003 bis 2010 von 7,7 auf 16,2 Mrd. m³, obwohl im gleichen Zeitraum die inländische Erdgas-Produktion von 21Mrd. auf 12,6 Mrd. m³ sank. Der Strom-Export war seit 2008 hoch und erreichte 2012 mit 22,8 Twh (TerraWattStunden) den höchsten Überschuss der letzten 4 Jahre, trotz der 8 von 17 abgeschalteten AKWs. Der Anteil der alternativen Energien steigt kontinuierlich weiter.
2. Zur Erreichung der Klimaschutzziele wird Erdgas künftig noch an Bedeutung gewinnen. Die Energiewende ist ohne Erdgas nicht zu verwirklichen. Ziel einer wirklichen Energiewende ist der Umstieg auf 100% erneuerbare Energie. Zur Rettung des Weltklimas braucht es die Abkehr von der Verbrennung fossiler Energieträger, nicht deren Steigerung.
3. Erdgas ist der fossile Energieträger mit dem geringsten CO2-Ausstoß bei der Verbrennung, rund 60% geringer als Kohle. Unkonventionelles Erdgas ist viel klimafeindlicher als konventionelles Erdgas durch die Art der Förderung mit hohen Leckageverlusten, US-Experten sagen, es sei dadurch sogar schädlicher als Kohleverbrennung.
4. Erdgas ist flexibel einsetzbar und lässt sich speichern. Auch importiertes Erdgas lässt sich speichern, dazu braucht es keine Erschließung unkonventioneller Lagerstätten. Europas Gasnetze sind sehr gut.
5. Erdgas wird seit Jahrzehnten auch in Deutschland gefördert. Zurzeit werden rund 14% des Erdgasbedarfs aus heimischer Produktion gedeckt. EXXON Mobil  ist ein US-Konzern mit weltweiten Produktionsstätten, spricht aber von „heimischer Produktion“ – welch ein Unsinn angesichts der internationalisierten Produktions- und Vertriebsweise. Die Ausfuhren aus Deutschland in die anderen Öl- und Gasimportländer nehmen zu.
6. Etwa 95% der heimischen Produktion kommen aus Niedersachsen.(na und ??) Die Gasproduzenten haben sich bisher auf  NDS konzentriert und dort konventionelles Erdgas gefördert und tun das weiter. US-Konzerne haben schon seit vielen Jahren in Celle spezialisierte Technologietöchter, die in die ganze Welt liefern.
7. Erdgas kann sich subventionsfrei am Markt behaupten. Pro erfolgloser Erkundungsbohrung erhalten die Konzerne 2 Mio. € indirekter staatlicher Subvention durch eine Verringerung der Förderabgabe.
8. Von der heimischen Erdgasproduktion profitieren die Bundesländer über Förderabgabeeinnahmen (jährlich bis zu 1 Mrd. EUR), die Kommunen über Gewerbesteuereinnahmen. Die enormen Kosten für kurz- und langfristige Umwelt, Gesundheits- und Infrastrukturschäden durch die Erdgasförderung werden der Allgemeinheit aufgebürdet. Gewerbesteuer zahlen international tätige Konzerne, wenn überhaupt, nur noch in geringem Umfang.
9. Heimische Produktion spart CO2 intensive Transportwege und hilft Importabhängigkeiten zu verhindern. Es geht nicht um Importabhängigkeit (s.o.), sondern um den internationalen Konkurrenzkampf der Gas-, Öl- und Energiekonzerne, wie die Gasexporte, in Höhe der hiesigen Förderung (14 Mrd m3 /J )  beweisen.
10. Die zu Recht hohen deutschen Umwelt- und Sicherheitsstandards gelten für die heimische Produktion, nicht für Importgas. Umweltstandards werden bewusst übergangen: Unerlaubtes Verpressen von Giften in Versenkbohrungen, Verwendung von in der EU nicht zugelassenen Chemikalien, Verheimlichung von Art und Umfang der verwendeten Gifte usw. Fracking widerspricht allen Umweltstandards!

Quellen:

www.ergassuche-in-deutschland.de

www.Welt-auf-einen-blick.de

www.eeb.org

www.weser-kurier.de

www.ruhrnachrichten.de

www.akademie-welthandel.de

www.destatis.de

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