Aug 302013
 

Wieder ein Grund FRACKING zu verbieten. Fracking verursacht Massenfischsterben! Reicht diese Mail mal an eure Angelfreunde weiter!

Wissenschaftler befürchten schon lange, dass Fracking der Umwelt schadet. Jetzt hat eine US-Regierungsbehörde festgestellt, dass durch die Gasfördermethode in Kentucky ein nahegelegenes Gewässer mit Säuren und Metallen belastet wurde. Die Folge: ein Massensterben einer bedrohten Fischart.Reston – Die US-Geologiebehörde warnt vor Umweltgefahren durch Fracking. Im Bundesstaat Kentucky sollen die bei der umstrittenen Öl- und Gasfördermethode verwendeten Flüssigkeiten Exemplare einer bedrohten Fischart getötet haben. Das meldete die Behörde in einem auf ihrer Internetseite veröffentlichten Schreiben.Beim Fracking werden Wasser, Sand und Chemikalien in Gesteinsschichten gepresst, um Gas oder Öl freizusetzen. Die Chemikalien sind nach Ansicht der Behörde schuld am Tod vieler Exemplare der seltenen Chrosomus cumberlandensis im Wasserschutzgebiet Acorn Fork.

Quelle:
US-Geologiebehörde: Fracking soll seltene Fischen getötet haben – SPIEGEL ONLINE.

Aug 272013
 

Sandsturm in Bakken, Oktober 1937 (Foto: Russell Lee)

Sandsturm in Bakken, Oktober 1937 (Foto: Russell Lee)

Originaltitel: The Darker Shades Of Shale
Von Raúl Ilargi Meijer, Chefredakteur von The Automatic Earth

 

Nein, ich wollte keinen dritten Bericht über Shale in 2 Wochen schreiben, absolut nicht. Aber was ich in diesen wenigen Tagen gelesen habe, lässt mir nicht viel Wahl übrig. Es kommt heraus, dass die ganze Fülle der Zweifel die ich in den Beiträgen „Shale ist ein Hoffnungsrausch für größere Dummköpfe“ und „London frackt und ich lebe am Fluss“ geäußert habe, nun in einem größeren Maßstab erwähnt werden. Die Medien werden wach, verspätet, wie gewöhnlich. Das soll nicht heißen, dass sie verstehen, was vor sich geht. Sie haben keine Ahnung.

Wir sehen zum Beispiel einen Artikel von Bloomberg und einen redaktionellen Beitrag vom TheGuardian und stellen fest, dass sie den Effekt von Entleerungsraten nicht verstehen. Dieser Effekt wird nicht einmal erwähnt. Noch verstehen sie, wie sehr das Shale Geschäft bis jetzt in ganz unkomplizierter und unverhohlener Weise einer Spekulationsblase glich.
Statt dessen scheinen sie zu denken, dass geringere Reserven, als erwartet, das Hauptthema dabei sind, oder bestenfalls umweltpolitische Bedenken.

Keines von beiden ist wahr; sie sind wichtig, aber die Hauptfrage wird nicht sein, ob Fracking umweltpolitisch sicher ist, sondern ob es ökonomisch sicher ist. Der ökonomische Fall beim Fracking, genau so wie die gesamte Öl- und Gas Industrie, ist so unzuverlässig, dass es von krimineller Dummheit zeugen würde, dass Ganze sich fortsetzen zu lassen und irgendeinen
Umweltschaden zu riskieren. Shale hat nichts mit Energie zu tun, sondern mit Spekulation. Wenn man auf die Zahlen schaut, wird offensichtlich, dass die Erträge nicht den Umfang der Investitionen rechtfertigen – und dabei spreche ich noch nicht einmal von den Energie-Erträgen – and das bedeutet dass das Ganze bald vorüber sein wird. Bloomberg schreibt dazu:

„Das Grabschen nach Shale Konzessionen wird abgewürgt durch fallende Werte, welche die Käufer abschrecken“
Ölgesellschaften setzen die Bremsen beim Grabschen nach Konzessionen auf Shale Land an, welches die Fülle an billigem Erdgas verursacht -und die Industrie in Schwierigkeiten gebracht hatte. Die nachlassende Ausgabenbereitschaft der Internationalen Gesellschaften einschließlich BHB Billiton und Royal Dutch Shell fällt zusammen mit einer Serie von Verlustabschreibungen auf Öl- und Gas Vermögenswerte, verursacht durch fallende Preise und enttäuschende Bohrungsergebnisse. Die Firmen wenden sich statt dessen der Entwicklung laufender Projekte zu, unfähig den Kauf von weiteren Konzessionen zu rechtfertigen, während Gebiete, die man in der Hektik der Jahre 2009 bis 2012 erworben hatte, hinter dem Wert ihrer Einkaufspreise zurückbleiben, nach den Angaben der Analysten.

Der Rückgang der Konzessionsabschlüsse, der noch Jahre anhalten kann, schlägt auf die Vergrößerung der Öl- und Gasproduktion durch, da Firmen, die während der Hetze nach Bohrkonzessionsflächen Schulden gemacht haben, jetzt nicht zum Mittel des teilweisen Verkaufes solcher Konzessionen greifen können, um die Kosten für Bohraktivitäten zu finanzieren. Dieser Rückgang hat das Volumen der Ankäufe von Nordamerikanischen Förderkonzessionen auf Kohlenwasserstoffe im ersten Halbjahr 2013 auf den niedrigsten Wert seit 2004 zurückgehen lassen.[…]

Nordamerikanische Geschäftsumfänge, einschließlich Bohrkonzessionsverkäufe für Shale fielen um 52% auf 26 Mrd USD im ersten Halbjahr von 54 Milliarden USD im gleichen Zeitraum 2012, entsprechend den Angaben, die Bloomberg dazu zusammen getragen hat. Während des Bohr-Rausches von 2009 bis 2012 gaben Energiefirmen mehr als 461 Milliarden USD aus, um Nordamerikanische Öl- und Gaskonzessionen zu erwerben, zeigen diese Daten.

Vor dem laufenden Jahr waren die Umsatzgrößen im Bereich Öl- und Gas seit 2005 in jedem Jahr unter den zwei größten Anteilen vom Gesamtumsatz, mit Ausnahme des Jahres 2008, als sie auf den vierten Rang zurückfielen. In diesem Jahr sind sie bis jetzt nicht einmal unter den ersten fünf.

Bloomberg notiert die Zahlen, hat aber keine Ahnung, was sie bedeuten oder woher sie kommen. Das mag nicht so sehr erstaunen, vor dem Hintergrund, dass diese Industrie selbst es gerade erst herausfindet, aber die Journalisten von Bloomberg sollten ihre Hausaufgaben machen.

Das Grabschen nach Land begann vor mehr als 10 Jahren, als verbesserte Bohrmethoden und ein „Hydraulic Fracturing“ genanntes Verfahren, das Gestein tief im Untergrund aufbricht, um Öl und Gas freizusetzen, neue Produktionsmöglichkeiten in vorher unzugänglichen Shale Feldern eröffneten.

Der Rausch nahm im Jahre 2004 zu, da weitere Shale Felder in North Dakota, Pennsylvania und Ohio identifiziert wurden, mit der Eröffnung neuer Petroleum Funde und der Aussicht auf eine künftige Importunabhängigkeit von fossilen Brennstoffen für Nordamerika.

Doch diese Aussicht bestand tatsächlich zu keiner Zeit. Von Anfang an wurde hier eine Illusion erzeugt, um riesige Profite mit Land und dem Verkauf von Konzessionsrechten zu machen.

Da Investoren aus Übersee hinzukamen, führte die anschwellende Produktion bald zu Überkapazitäten und die Gaspreise purzelten 2012 auf ein 10-Jahres-Tief, wodurch Firmen gezwungen wurden, die Werte einiger ihrer Bohrkonzessionen herabzusetzen. Unternehmen wurden auch davon getroffen, dass einige der Felder, von denen gedacht worden war, sie seien reich an Öl, sich als weniger gehaltvoll erwiesen, als erwartet.

Dieser Ausfall veranlasste Shell, den Wert ihrer nordamerikanischen Anrechte um mehr als 2 Milliarden USD im letzten Quartal geringer anzusetzen. Die Shell, mit Hauptsitz in Den Haag, bezahlte 6,7 Milliarden USD für nordamerikanische Förderrechte in sieben Abschlüssen seit 2009, nach den von Bloomberg zusammengetragenen Daten.

Shell berichtete Investoren im laufenden Monat, dass sie erwarten, dass ihre nordamerikanische Öl- und Gasförderung mindestens bis zum nächsten Jahr unprofitabel bleiben wird. „Die großen Geschäfte mit Förderflächen sind jetzt hinter uns“ sagte der Vorstandsvorsitzende der Shell, Peter Voser, in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

BHP Billiton erklärte, sie würden den Wert ihrer Shale Bohrrechte in Arkansas um 2,8 Millirden USD herabsetzen. Während einer Präsentation am 14.05.13 sagte ihr CEO Andrew Mackenzie, die Ausgaben für Kapital und Förderkosten werden „in bedeutendem Umfang verringert“ auf rund 18 Milliarden USD in 2014 und auch danach weiter zurückgefahren werden.

Firmen, die auf den Verkauf von Förderrechten angewiesen sind, um davon das Bohren zu finanzieren, könnten nicht genug Geld haben, um eine höhere Öl und Gasproduktion zu finanzieren, sagte Eric Nuttal, der bei Sprott Asset Management LP in Toronto ein Volumen von 7o Mio Can$ verwaltet. Das könnte das Förderwachstum verlangsamen, besonders da Firmen versuchen, die Aufnahme weiterer Verschuldungen zu vermeiden. „Viele Firmen haben Finanzierungsmöglichkeiten aus der Hand gegeben“, sagte er, als er von kanadischen Firmen sprach.

Fremdfinanzierte Angebote. Ich rieche Wall Street. Wir werden auf das Thema zurückkommen. Aber zunächst zu einem kleinen Problem in Ohio, wie es im New Scientist zu lesen war:

Fracking-Aktivitäten lösten 100 Erdbeben in einem Jahr in Ohio aus

Proteste gegen vorgeschlagene Fracking-Aktivitäten in Süd-England fanden heute ihren Höhepunkt mit der Festnahme von Caroline Lucas, einer Parlamentsabgeordneten der Grünen. Inzwischen kommen neue geophysikalische Untersuchungen zu dem Schluss, dass über 100 Erdbeben in einem einzigen Jahr in einer Gegend von Ohio durch Aktivitäten ausgelöst wurden, die mit Fracking in Zusammenhang stehen.

[…] Die Erdbeben, deren Zentrum sich um Youngstown herum befindet, wurden durch das Verpressen von Abfallflüssigkeiten ausgelöst, die von Fracking Aktivitäten im Nachbarstaat Pennsylvania stammen, und nicht etwa vom Fracking Prozess in Ohio.

Die neue geologische Untersuchung, von Won-Young Kim an der Columbia Universität in
Palisades, New York, ist die neueste, die darauf hinweist, dass das Hauptrisiko von Erdbeben, die mit Fracking in Zusammenhang stehen, von der Art abhängt, wie das Abfallwasser, das in diesen Prozessen anfällt, entsorgt wird. In Ohio wurde das Abfallwasser in eine tiefe Bohrung injiziert. Dadurch stieg der Wasserdruck innerhalb des Gesteins und löste insgesamt 109 kleine Erdbeben zwischen Januar 2011 und Februar 2012 aus. Das stärkst davon hatte eine Magnitude von 3.9 auf der Richterskala.

Und wie könnte man dem folgenden Blickwinkel widersprechen?

Die anglikanische Kirche greift nach Land, auf Rechte an Bodenschätzen unter Tausenden von Häusern und Bauernhöfen und schürt so die Angst vor dem kontroversen Fracking

Die anglikanische Kirche kämpft darum, die Rechte auf die Bodenschätze unter Tausenden von Häusern und Bauernhöfen bestätigt zu bekommen, das kam in der letzten Nacht heraus. Der Rechtsweg ist bereits beschritten, wodurch Sorgen aufkamen, die Anglikanische Kirche Könnte versuchen aus dem kontroversen Verfahren des Frackings Kapital zu schlagen.

Unter einem neuen Gesetz haben Grundeigentümer bis Oktober Zeit, ihre Rechte auf Bodenschätze zu sichern. Grundeigentümer quer durchs ganze Land haben jetzt begonnen, Briefe von der Katasterbehörde zu bekommen, welche sie darüber informieren, dass die Kirche versucht, sich als Berechtigte für die Bodenschätze unter ihrem Grund eintragen zu lassen. Kirchen Kommissare – die die Investitionen der Kirche verwalten – versuchen das Eigentum auf 500.000 acres Land zu sichern, einem Gebiet, das grob der Größe von Sussex entspricht.

Der Anspruch, von dem Anwälte glauben, dass er es der Kirche erlauben würde, vom Fracking zu profitieren, wird auf auf Gesetze zurückgeführt, die aus der Zeit der Normannenkriege stammen. Die uralten Gesetze geben Grundherren die Rechte, alles was Wert hat, aus dem Boden unter ihrem Landbesitz zu fördern. Die Kirche ist noch immer im Besitz dieser Rechte in mehreren Teilen Englands. Darunter befinden sich auch einige Plätze, von denen Geologen glauben, dass Kohlenwasserstoffe unter Anwendung von Fracking aus dem Boden geholt werden können – dem kontroversen Verfahren der Öl – und Gasförderung
durch aufbrechen des Untergrundgesteines mit Wasser und Chemie.

[…] … Die Kommissionäre haben begonnen, formelle Mitteilungen an die Bewohner zu senden, in denen sie darüber informiert werden, dass die Kirche das universelle Recht hat, von jeder Art von Bodenschätzen, die sich unter ihrem Land befindet, Gebrauch zu machen. Einer der Adressaten äußerte seine Bedenken, dass der Anspruch der Kirche mit künftigen Fracking Projekten verknüpft werden könnte. Dr. Richard Lawson, ein im Ruhestand lebender Allgemeinmediziner, der in den Mendip Hills in Somerset lebt, sagte dazu: „Es ist eine ethische Frage für die Kirche – werden sie ihre Rechte auf Bodenschätze benutzen, um Fracking zu blockieren, oder um Geld daraus zu machen?“

[…] … Die Kirche hat eine Verlautbarung veröffentlicht, in der sie darauf besteht, dass sie keine bestimmten Pläne hätten, unter irgendeinem Grundbesitz Bergbau zu betreiben, mit dem Zusatz: „dieses dient dazu abzusichern 8und einzutragen, was die Kommissare schon während vieler Jahre besessen haben.. Es gibt absolut keine Verbindung zum Fracking“.

Derweil heißt es im The Guardian:

Energiepolitik: Wie man einen Streit nicht gewinnt

Die britische Regierung, hat jede Überzeugungskraft verloren, die sie in der gemäßigteren Debatte gehabt hätte, die notwendig bleibt, aber jetzt zunehmend unwahrscheinlich wird, nachdem sie scheinbar eine hastige Entscheidung zum Vorteil des Frackings zur Gasförderung getroffen hat. Ähnlich hat sich die Förderfirma Cuadrilla verhalten, als sie ihre erste Versuchsbohrung auf Öl in den Süden in ein pittoreskes Dorf wählten, das von London aus leicht erreichbar ist, gerade wenn die Politiker in Urlaub gehen. Der Widerstand wurde vorhersehbar herausgefordert und hat zu dieser Art der Allianz zwischen Umweltaktivisten, Nicht-hinter-meinem-Haus-Tories und berühmten Personen geführt, die nur ganz selten während einer Generation zu sehen ist. Dieses ist kein Weg wie man eine komplexe Frage lösen kann, welche die Kosten und die Versorgungssicherheit der in Groß Brittannien erforderlichen Energien auf Jahrzehnte beeinflussen kann.

Zusammengefasst: Ein Kanzler, der für seine Ablehnung der grünen Agenda berühmt ist wie Mr. Orborne, und ein Energie-und Umweltministerium, dass zwischen der Grünen Lib Dem und Staatssekretär Ed Davey zerrissen ist und einem Wirtschaftsminister Michael Fallon, der öffentlich bezweifelt, dass es überhaupt einen Klimawandel gibt, dessentwegen die Kohlenstoff-Emissionen reduziert werden müssen, hat es die derzeitige Regierungskoalition immer schwer, bei diesen Themen aufgeschlossen zu klingen.

Jetzt hat sie wieder einen Fall zu erledigen. Schauen Sie sich doch mal den Bericht der Königlichen Gesellschaft und der königlichen Akademie für Ingenieurwissenschaften an, der im Juni letzten Jahres, unter der Voraussetzung strenger Vorschriften und Überwachung, zum Schluss kam, dass technische Zuverlässigkeit und Umweltbedingungen beachtet würden und dass Fracking sicher sei. Die Risiken für Erdbeben, vergiftete Grundwasservorkommen und Luftverunreinigung seien entweder vernachlässigbar oder durch entsprechendes Management beherrschbar. Aber, was der Bericht auch sagte – und nur Wenige nahmen Notiz davon – war, dass die Autoren besonders darauf hinwiesen, dass sie die Klimawirkung aus den Fracking-Aktivitäten nicht berücksichtigt hatten, weder durch die Produktion noch durch die spätere Verbrennung von Shale Gas.

Keine Förderratenrückgänge, keine Bodenspekulation, aber „die Kosten und die Versorgungssicherheit für den britischen Energiebedarf für Jahrzehnte“. Der Redaktionsstab vom The Guardian hat wirklich keine Ahnung, wovon sie sprechen. Und das meine Damen und Herren, ist kein Weg um komplexe Fragenkomplexe zu lösen. Wie auch Bloomberg sollte The Guadian seine Hausaufgaben machen. Das ist notwendig, es sei denn sie sehen ihre Rolle darin, gegenüber einer verblendeten Regierung zu katzbuckeln sowie gegenüber einer alles andere als ehrenwerten Industrie.

Wall Street ist noch nicht erledigt, nicht durch eine reine Spekulation. Ihr habt einen guten Schwindel und Ihr exportiert ihn. Wir haben schon eher gesehen, wie Shale in China angeboten wurde. Hier kommt etwas Südamerikanisches Cheerleading von Oilprice.com:

Hier ist das nächste Ding in Shale

Wir haben darüber gesprochen, dass auch in Chile das Bohren nach unkonventionellem Gas kommt. Jetzt scheint es, dass noch ein anderes lateinamerikanisches Land sich mit einschalten will: Brasilien. Der U.S. Energie-Sekretär Ernest Monitz sprach über Shale bei einem Besuch in Brasilien am letzten Wochenende. Monitz erwähnte, dass U.S. Energiefirmen darauf brennen, mit ihrer Erfahrung in der unkonventionellen Förderung zu helfen, die Brasilianischen Vorkommen zu erschließen.

Es gibt sicherlich geologisches Potential dort. Früher im Jahr hat die staatliche Kohlenwasserstoff-Agentur ANP geschätzt, dass Brasilien über 500 Billionen Kubikfuß unkonventionelle Gasreserven verfügen könnte. Der Gasmarkt hier ist akzeptabel. Brasilien schaut danach, sich vom teuren LNG-Gas zu befreien durch heimische Belieferung. Mit all diesen Positiva könnte das ein Platz sein, wo Shale funktionieren kann. Wir werden sehen wie die Angebote aussehen am 28 zum 29.November. Hier ist das neue zu erobernde Grenzland des Shale Geschäftes.

Und es ist nicht so, als wenn all die Information neu für diese Leute sein muss. Forbes veröffentlichte den nachfolgenden Bericht von Robert Ayers im letzten Mai und wieder geht es um die Zahlen:

Schieferöl und -gas: Die kontroverse Sicht
US Investitionen in die „Unkonventionellen“ in 2010 und 2011 betrugen ungefähr 1.000 Milliarden USD, mit weiteren 600 Milliarden geplant für 2012. In der Tat, es scheint so auf den ersten Blick, dass die Menge der unkonventionellen Lagerstätten, die produzierbares Gas und Öl enthalten, sehr groß ist. Das BAKKEN Feld und das Eagle Ford Feld unter Montana und Nord Dakota enthalten 700 Milliarden Barrel flüssigen Öles, das fest im Sandstein gebunden ist. Nach dem derzeitigen Wissensstand des Geologischen Dienstes der USA werden davon 3 bis 4,3 Milliarden Barrel Öl förderbar sein, was etwa dem aktuellen Verbrauch der USA von 6 Monaten entspricht. Und selbst wenn die förderbare Menge verdoppelt oder vervierfacht wird, würde sie für vielleicht 2 Jahresbedarfe des heutigen Verbrauches der USA reichen.

Verkomplizierend kommt die Tatsache hinzu, das unkonventionelle Gas- (und Öl)-Bohrungen mit höchster Leistung zu fördern anfangen und dann sehr viel schneller als konventionelle Bohrungen in der Förderung nachlassen. Im BAKKEN-Feld ließ die Förderung im ersten Jahr um 69% nach, im 2.Jahr um 39%, im dritten Jahr um 26% usw..

[…] … Das Bohren nach Gas in den USA verdreifachte sich von 2000 bis 2009, während die gewonnene Gasmenge praktisch konstant blieb. Das Bohren nach Öl in den USA umfasste 2012 eine Rate an neuen jährlichen Bohrungen von 25.000 Stück, gerade nur um das selbe Niveau an Förderung zu halten, das man im Jahr 2000 mit nur 5.000 Bohrungen erreicht hatte… […]

Es wird da sicherlich beim unkonventionellen Öl und Gas einen kleinen Wirtschaftsaufschwung geben, aber meine Meinung darüber was er Wert ist, ist dass der Fracking Boom teilweise, wenn nicht vielleicht sogar zu großen Teilen, ein Rummel ist und dass viele der kleinen Investoren, die jetzt durch zahllose Investment Publikationen beworben werden, ihre Hemden damit verlieren werden. Ich denke die Führung der Internationalen Energie Agentur war sehr verantwortungslos, ihren guten Namen für solch einen dubiosen Vorschlag herzugeben. Um es in quantitative Aussagen zu packen, ich stimme der Schlussfolgerung von David Huges zu, dass der höchste Förderpunkt für Unkonv. Öl um 2020 herum liegen wird, aber nur etwa ein Drittel der Prognose der IEA von 10 Millionen barrels/Tag Förderung für flüssige Erdgase und einer entsprechenden Fraktion an Erdöl von der aufgeblasenen Abschätzung der Citi-Group von ungefähr 4 Millionen barrel/Tag an unkonventioneller Ölproduktion der USA pro Tag betragen wird.

Aber meine Lieblingsnachricht in dieser Woche kommt ganz aus meiner Nähe, von Nassim, einem Kommentator bei Automatic Earth, der mit sich mit dem Eigentum der Regierung von Nord Dakota befasste „Historische Bakken Öl-Statistiken“:

Hier die letzten 6 Monatsstatistiken – um ein besseres Bild zu bekommen:
Anzahl neuer Bohrungen: 840
Menge zusätzlicher Barrel/Tag: 52.828
Durchschnittl. Zunahme Barrel/Tag/Bohrung: 62.89

Wenn es 8 Mio USD pro Bohrung kostet, dann sind die Kapitalkosten 127,205 USD/barrel und Tag. Wenn ihre Gewinnmarge – nur um ein Argument zu haben – 30 USD/barrel ist, bedeutet das, dass 11,6 USD investiert werden müssen, um 1 USD/Jahr Verzinsung zu haben.

In der Tabelle beträgt die durchschnittliche Ölproduktion 129 barrels pro Bohrung und Tag. Die vorgenannten Zahlen weisen jedoch darauf hin, dass die neueren Bohrungen eher bei 62 barrels/Tag liegen. Wirklich eine beängstigende Sache.

Wenn Sie tiefer einsteigen wollen, in die Rolle die die Wall Street bei der Shale Blase spielt, empfehle ich Ihnen im Energy Policy Forum den Beitrag der Energie Bänkerin Deborah Rogers. Nachstehend eine kurze Zusammenfassung für Querleser. Wählen Sie die unten stehende Internetadresse an, wenn Sie den Rest lesen wollen.

Shale und Wall Street: wurde die Verringerung der Erdgaspreise gezielt herbeigeführt?

Im Jahr 2011 betrug der Wert aller Shale Zusammenschlüsse und Käufe (M&A) 46,5 Milliarden USD und wurde eines der größten Profitcenter für einige der Wall Street Investment Banken. Diese Ungewöhnlichkeit bedarf der genauen Überprüfung, weil die Shale Bohrungen während dieser Zeit in Dollarwerten erheblich zu wenig förderten. Analysten und Investment Bänker taten sich dennoch zusammen und agierten als die größten Fürsprecher der ShaleProduktion. Durch hochhalten der Produktion fortgesetzt in einer verrückten Höhe, trotz der schlechten Leistung der Bohrungen in Dollarwerten, ergab sich als Ergebnis ein Überangebot im Erdgasmarkt der USA und die Preise fürGas wurden auf neue Tiefstände getrieben. 2011 wurde der US-Bedarf an Erdgas von der Förderung um das Vierfache überboten.

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass ausgebuffte markterfahrene Bänker nicht bemerkten dass durch Überproduktion an Erdgas ein Überangebot eintreten würde, mit einem begleitenden schweren Verfall der Preise. Dieser Preisverfall öffnete jedoch die Tür für bedeutende Verkaufsumsätze im Wert von Milliarden USD und sicherte gleichzeitig weiterhin große Gebühren für die Investment Banken , die eingeschaltet waren. In der Tat wurde das Shale Geschäft zu einem der größten Profit Center in diesen Banken in ihrem Portfolio „Verkäufe und Zusammenschlüsse“ seit 2010.

Die kürzliche Erdgasschwemme am Markt wurde größtenteils durch die Überproduktion von Erdgas ausgelöst, die dadurch verursacht wurde, dass die Analysten der Finanzgeber Produktionsziele vorgaben, weil dann der Zufluss von Finanzmitteln zur Stärkung gegen die r unvorsichtig eingegangene Fremdmittelaufnahme in Aussicht gestellt wurde. Als die Preisen dann fielen, begann man an der Wall Street Geschäfte einzufädeln, um die Aktiva von angeschlagenenFirmen des Shale-Geschäftes in den Besitz der größeren Spieler in der Industrie zu bringen. Derartige Geschäfte verschlimmerten die Lage nur wenige Monate später mit dem Ergebnis massiver Abschreibungen auf Shale-Aktiva.

Zusätzlich wurden die Bänker behilflich beim Basteln verschachtelter Finanzprodukte wie zum Beispiel VPPs (Kauf auf Basis einer zugesagten Produktionsmenge) und trotz des offensichlichen Fehlens an tieferem Wissen bei vielen dieser Investoren über die Komplikationen und Risiken der Shale Förderung wurden diese Produkte anschließend an solche Investoren wie zum Beispiel Pensionsfonds verkauft. Ferner wurden Bohr- und Förderrechte auf ungeprüfte Shale-Vorkommen gebündelt und verramscht in der gleichen Weise wie die gebündelten Häuser-Kredite auf fragwürdige zu Grund gelegte Immobilien vor der Wirtschaftskrise 2007.

So, können wir aufhören über Shale zu reden und uns ernsteren Themen zuwenden? Habe ich ausreichend erklärt, dass Shale eine Quelle von Abfall und Unsinn ist, jedoch keine Quelle für Energie? Vielleicht noch nicht, oder? Und es scheint doch so einfach, all diese Leute sollten mal einen guten und langen Blick auf Shale in Polen werfen, dann würden sie es verstehen.

Wir haben eine Produktion an Erdgas, die Amerika für fast 100 Jahre versorgen kann und meine Administration wird jede mögliche Maßnahme ergreifen, um die Energie sicher zu entwickeln.
Präsident Barack Obama

Es wird nicht einmal 10 Jahre dauern. Viel zu wenig abbaubare Kohlenwasserstoffe wurden für viel zu viel geborgtes Geld gekauft.

Originaltitel: The Darker Shades of Shale
cross-posted bei: http://www.nakedcapitalism.com/2013/08/ilargi-the-darker-shades-of-shale.html
Übersetzung: V. Fritz, 25. August 2013

Aug 262013
 

Fracking mit Dampf unter Hochdruck – auch so eine Sache. Aber sonst haben wir die Technik im Griff…

Seit mindestens Anfang Mai läuft Öl aus Teersanden in den Boden von Kanadas Urwald bei Cold Lake, Provinz Alberta. Die Ölförderfirma ist ratlos und hat keine Ahnung, wie sie das Auslaufen stoppen kann. „Es tut uns leid, dass unglücklicherweise einige Tiere gestorben sind, bevor wir Zäune ziehen konnten.“, sagte die Ölfirma Canadian Natural Resources Ltd. und macht ein bisschen sauber, sammelt Bitumen-Wasser-Gemisch und verölte Vegetation auf.
„Sie fördern den Teersand, indem sie Dampf unter Hochdruck in die Lagerstätte pressen. Dabei haben sie Risse produziert, die sie nicht erwartet hatten.“, sagte ein Wissenschaftler, der lieber nicht namentlich genannt werden wollte. „Das wird erst dann aufhören, wenn die Lagerstätte nicht mehr unter Druck steht.“
„Dies ist eine neue Art von auslaufendem Öl und es gibt keinen Ausschaltknopf.“, sagte Keith Stewart von Greenpeace Canada.
Quelle:
Alberta oil spills cause concern over Canada’s approval of tar sands project
Spillages creating toxic ponds harming forests, killing wildlife and contaminating ground water, campaigners say

Jetzt hat auch DIE ZEIT die Story:
Seit Monaten durchsetzt giftiges Öl Kanadas Waldböden
Außer Kontrolle: In Alberta leckt eine Förderstelle von Ölsanden seit Monaten und gefährdet die artenreichen Urwälder. Die Bohrfirma ist mit der Havarie überfordert.

 Veröffentlicht von am 26. August 2013

31.08.2013 — Bundesweiter Aktionstag gegen Fracking: Was läuft wo?

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für 31.08.2013 — Bundesweiter Aktionstag gegen Fracking: Was läuft wo?
Aug 262013
 

„Keine Stimme für Fracking!“ ist das Motto des bundesweiten Aktionstags gegen Fracking am 31. August 2013.
Damit wollen wir auf die Gefahren des Fracking hinweisen, die Bevölkerung aufklären, die Presse zu guter Berichterstattung animieren und den Politikern signalisieren: Wer Fracking in Deutschland zulässt, der wird nicht gewählt!

Es folgt eine Liste bekanntgegebener Aktionen von Inis bundesweit. (Den Löwenanteil hat Udo vom BBU zusammengetragen: Danke!)

Um Punkt 12:00 werden bundesweit die FrackinggegnerInnen schweigend mit einer rote Karte oder roten Hand gegen dieses Umweltvergehen ein Zeichen setzen.

Aachen
Infostand gegen Fracking, an der Hotmannspief
http://www.inofra.de

Balingen
Infoaktion gegen Fracking
http://pfullendorf.bund.net/aktuell/31813_bundesweiter_aktionstag_gegen_fracking

Braunschweig
Infostand gegen Fracking in der Innenstadt mit Bohrturm und Aktionen und gutem Wasser
Infos: AK Fracking Braunschweiger Land

Brilon
Aktionen gegen Fracking
Infos: BIGG; http://www.schiebener.net/wordpress/?p=25269

Dagebüll
am Hafen 10.00 h bis 16.00
Info: http://www.kein-co2-endlager.de/

Düren
Infostand gegen Fracking, Fußgängerzone
ttp://www.inofra.de

Flensburg
10:00 bis 16:00 gegenüber der Holmpassage/Holm64
Info: http://www.kein-co2-endlager.de/

Hamburg
Demonstration gegen Fracking
http://bi-ffh.de/demo-am-31-08-2013

Hamminkeln-Mehrhoog
Informations- und Dialogveranstaltung zum Thema Fracking
10 – 15 Uhr, Parkplatz des EDEKA-Marktes Bahnhofstr. 47. Eingeladen sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie Politiker aller Parteien aus den Kommunen, dem Kreis, aus Land und Bund

Husum
10-14:00 am Markt in Husum / in Höhe Fielmann
Info: http://www.kein-co2-endlager.de/

Intschede
Fahrradsternfahrt gegen Fracking nach Daverden
Abdahrt: 10.00 Uhr, Bushaltestelle Intschede (ZOB)
http://www.bi-intschede.de

Kassel
Demonstration gegen Fracking
BUND Waldeck-Frankenberg

Lüneburg
Infostand Fracking
10:00 Uhr, Bäckerstraße, Lüneburg
http://www.wir-gegen-fracking.de/

Lünne
die IG Schönes Lünne lädt ab 15 Uhr zu einer Installation mit dem Titel „Was so im Raum schwebt … “ mit anschließendem Sektempfang ins Haus Schmeing in Lünne ein.
Aktuelle Medienberichte zum Thema Fracking werden in einer Ausstellung präsentiert. Der Eintritt ist frei!

Mersch
Feldgottesdienst gegen Fracking
http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/Drensteinfurt/Buergerinitiative-gegen-Gasbohren-Kampf-gegen-Fracking-geht-weiter

Meschede
Aktion gegen Fracking
Infos: BIGG; http://www.schiebener.net/wordpress/?p=25269

Mühlheim an der Ruhr
das Aktionsbündnis No Fracking Mülheim an der Ruhr wird ab 10:00 Uhr mit einem Info-Stand auf dem Kurt-Schumacher-Platz in der Mülheimer Innenstadt präsent sein

Pfullendorf
Infostand + Aktionen gegen Fracking
http://pfullendorf.bund.net/aktuell/31813_bundesweiter_aktionstag_gegen_fracking

Pfullendorf OT Aach-Linz
Anti-Fracking-Film „Gasland“, 16.00 Uhr
Martin’s Lädle, Bodenseestraße 39, 88630 Pfullendorf OT Aach-Linz
www.martins-laedele.de, geöffnet ab 15.00 Uhr

Preetz
8-14 Uhr auf dem Markt
Info: http://www.kein-co2-endlager.de/

Quakenbrück
Info- und Aktionsstand gegen Fracking von 09.00 bis 13.00 Uhr auf dem Marktplatz

Rees
Infostand gegen Fracking
8.00 Uhr bis Marktende im Rahmen des Wochenmarktes

Überlingen
Infostand + Aktionen gegen Fracking
http://pfullendorf.bund.net/aktuell/31813_bundesweiter_aktionstag_gegen_fracking

Sigmaringen
Infostand + Aktionen gegen Fracking
http://pfullendorf.bund.net/aktuell/31813_bundesweiter_aktionstag_gegen_fracking

Völkersen
Fahrradsternfahrt gegen Fracking nach Daverden
Abfahrt: 10.00 Uhr, Gasthaus Alter Krug.
Kontakt: http://www.nofracking.de

Wagenfeld
das Aktionsbündnis No Moor Fracking baut auf dem Wagenfelder Großmarkt vom 30.08. bis einschliesslich 01.09. ein Info-Zelt auf.
Es werden u. a. Unterschriften für die Korbacher Resolution gesammelt.
http://www.no-moor-fracking.de/

Witten
öffentliche Interview-/Diskussionsrunde zum Thema Fracking mit Bundestagswahl-DirektkandidatInnen
Ab 10.00 Uhr, Berliner Platz, vor der Stadtgalerie

 Veröffentlicht von am 26. August 2013
Aug 242013
 

Fracking bedroht Trinkwasser- zu dieser Einschätzung kommt der Geologe Wilhelm Gröticke. Nach seiner Einschätzung wird Fracking ZWANGSWEISE das Trinkwasser in bestimmten Regionen vernichten. Aus eigener Erfahrung weiß er zu berichten, dass sich Wasservorkommen aus unterschiedlichen Tiefen trotz ausreichendem Deckgebirge  durch Störungen und Verwerfungen wieder verbinden. Folglich müsse die Bohrspülung frei von Chemikalien sein.

Waldeck-Frankenberg. Diplom-Ingenieur Wilhelm Gröticke (Mühlhausen) kennt sich aus in der Geologie Nordhessens und Südostwestfalens. Unter  einer Federführung erfolgten in den 60er bis 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zahlreiche Tiefenbohrungen in der Region. Seine Erkenntnis aus jahrzehntelanger Erfahrung ist eindeutig: Gasgewinnung durch hydraulisches Aufbrechen der Gesteinsschichten (Fracking) in dieser Region würde den kompletten Verlust der vorhandenen Trinkwasservesorgungs- und -gewinnungsanlagen bedeuten.
Völlig unverständlich sind für ihn die Äußerungen von Professor Ingo Sass zum Thema Fracking in der WLZ-FZ vom 10. August („Geologe sieht Fracking gelassen – Professor Ingo Sass zur Schiefergas-Förderung“). In einem offenen Brief (mit Abschriften an Ministerin Puttrich und Landrat Dr. Kubat) an den Darmstädter Geologen legt Gröticke ihm seine Argumente dar:

 „Aus gemachter fachlicher Erfahrung mit Tiefenbohrungen zur kommunalen Wassererschließung im Buntsandstein, Zechstein, Karbon und Devon ab 1960 bis Ende 1980 mit ca. 60 Probe- und Hauptbohrungen, meist bis 320 m Teufe, im nordhessischen und südwestfälischen Raum auch bis 700 m Teufe, muss ich ,Fracking‘ ablehnen.
Seinerzeit haben wir als Ingenieurbüro in Zusammenarbeit mit dem Hydrogeologen Professor Doktor Hölting vom Hessischen Landesamt für Bodenforschung die Bohrungen nach Trinkwasser erstmalig in der BRD im Rotary- und nicht mehr im Schlagbohrverfahren durchgeführt. Die Bohrungen erfolgten im Spülbohr-, Saugbohr- oder Lufthebeverfahren mit verschiedenen amerikanischen Maschinentypen. Durch die unterschiedlichen angebohrten Grundwasserhorizonte und deren Verbindungen zeigte sich, dass Wasservorkommen unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung trotz zahlreicher Störungen und Verwerfungen aus bis zirka 30 km Entfernung wieder zutage gefördert werden. Das heißt, dass das zugegebene Spülgut, das immer auch in das Seitengebirge gelangt, auf keinen Fall chemische Stoffe, die für Trinkwasser schädlich sind, enthalten darf.
In Filmberichten aus Kanada und den USA wird deutlich, dass – obwohl dort geologisch dichte geschlossene Erdformationen vorhanden sein dürften: Grundwasser und somit die Bachläufe/Flüsse zerstört werden; Haus- und Wildtiere krank werden und jämmerlich eingehen; die Flora der Umgebung zerstört wird. Wo sollen wir Trink- und Brauchwasserersatz herholen? Angeblich sind die Bohrfirmen nur mit ca. 25 000 Euro versichert. Die Erdgasausbeute soll in der BRD nur für 13 Jahre reichen – und dann?
Die Folgeschäden sind wirtschaftlich mit allen Auswirkungen nicht zu verantworten, selbst schon bei Probebohrungen nicht. Auch etwaige Aufbereitungsanlagen sind problematisch. Es ist nur eine Frage der Zeit – ob nach Tagen, nach Wochen oder Monaten –, dass Spülwasser in unseren Wasserversorgungsanlagen – Tiefenbohrungen oder Quellen – wieder zutage tritt. 

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