Jan 152014
 

Von wegen, da kommt nur Wasserdampf raus: KKW Niederaußem (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Niederau%C3%9Fem">Foto: Stodtmeister, wikimedia</a>)

Von wegen, da kommt nur Wasserdampf raus: KKW Niederaußem (Foto: Stodtmeister, wikimedia)

Einer Laufzeitverlängerung für Kohlekraft kommt die Entscheidung des Europaparlaments am gestrigen Dienstag gleich, CCS zu fördern. CCS steht für Carbon Capture and Sequestration, also das Abscheiden von Kohlendioxid aus den Abgasen von CO2-intensiven Industrien (z.B. Kohlekraftwerken) und das anschließende unterirdische Verpressen des verflüssigten Gases. Niemand kann garantieren, dass das verpresste Treibhausgas bleibt, wo es ist. Die Kosten soll dabei mal wieder… ja, wer wohl tragen. Die Menschen befürchten, neben steigenden Lebenshaltungskosten, Umweltschäden durch aufsteigendes CO2, Grundwasserkontamination, Luftverschmutzung, weitere Klimaerwärmung.

Schuld an der ewig gestrigen Parlamentsentscheidung ist ein „unterirdischer Lobbyismus“, so die Initiative „Kein CO2-Endlager e.V.“ und zitiert die taz:

„Europas Parlament fordert, dass nicht nur erneuerbare Energien gefördert werden, sondern auch CCS – und zwar gleichrangig. Konkret fordern die Parlamentarier von den EU-Mitgliedstaaten „Finanzierungsmechanismen entsprechend denen zur Förderung erneuerbarer Energien“. Und: Um ihre skeptischen Bevölkerungen zu überzeugen, müssten die Staaten „möglicherweise die Initiative ergreifen“.“

Die Industrie will das Risiko vor allem auslagern:“Industrieverbände fordern, dass die öffentliche Hand einen Teil der Haftung übernommen soll- das EU-Parlament nimmt das in seinem jüngsten Beschluss zu CSS zur Kenntnis.“

„Das Papier trägt eindeutig die Handschrift der Kohlelobby. Die weiß sehr genau, dass ihr Energieträger langfristig nur eine Chance hat, wenn es gelingt, ihn vom Makel des Klimakillers zu befreien. Die Frage nach Sinn oder Unsinn der unterirdischen CO2-Deponien wird nicht ernsthaft diskutiert.
::Rein physikalisch gesehen ist CCS nämlich ein Unding, weil die Kohlekraftwerke enorm an Effizienz verlieren. Von den heute mit Braunkohlekraftwerken erzielbaren 43 Prozent Wirkungsgrad blieben nur noch rund 34 Prozent übrig. Folglich würde der Bedarf an Kohle um ein Viertel steigen. Zudem würde jede Kilowattstunde Strom nach heutiger Schätzung um zwei bis vier Cent teurer.“

Quellen:
taz, 14.01.2014: Das Kartell der Klimaretter
taz, 15.01.2014: Unterirdischer Lobbyismus
taz, 15.01.2014: Bitte unbedingt versichern

 Veröffentlicht von am 15. Januar 2014

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