Jun 302014
 

Wegweiser zum Bergamt Meppen

Wegweiser zum Bergamt Meppen (Foto: Carin Schomann @bohrplatz.org CC BY-SA 3.0)

Und immer wieder Georgsdorf: Erneut Lagerstättenwasser und Öl ausgelaufen
Neunter derartiger Fall in den letzten zwei Jahren – Genaues Ausmaß der Kontamination noch unklar

Im Erdölfeld Georgsdorf in der Gemeinde Osterwald (Landkreis Grafschaft Bentheim) ist am Samstagabend erneut ein Menge Lagerstättenwasser ausgelaufen. Ursache dafür sei diesmal eine Leckage an einer Sammelleitung der ExxonMobil Production Deutschland GmbH (EMPG) gewesen, berichtet das als Zulassungs- und Aufsichtsbehörde zuständige Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Exxon habe die Behörde umgehend informiert. Das LBEG habe die Ermittlungen zur Schadensursache aufgenommen und die Untere Wasserbehörde des Landkreises Grafschaft Bentheim, die Gemeinde Osterwald sowie den Wasser- und Abwasserzweckverband Neuenhaus (WAZ) darüber informiert. Aus der Meldung wird nicht klar, ob das LBEG die genannten Behörden über den Vorfall informiert hat oder über die Tatsache, dass es eine Ermittlung aufgenommen hat.

Gräben und Wälle kontra Lagerstättenwasser
Das LBEG schätzt bislang, dass „ca. 150 m³ Flüssigkeit (bestehend aus 95 % aus Lagerstättenwasser und 5 % aus Rohöl) auf einer Fläche von ca. 1.000 m² in einem durch Gräben und Wällen gesichertem Gebiet ausgetreten“ sei. Personen- und Sachschäden seien nicht entstanden; das kontaminierte Areal unterfällt dabei offenbar nicht der Definition von „Sache, die beschädigt werden könnte“.

Erforderliche Maßnahmen
Das genaue Schadensausmaß werde zurzeit von einem unabhängigen Gutachter ermittelt, teilt das LBEG weiter mit. Im Anschluss daran hat der Betreiber ein entsprechendes Sanierungskonzept zu erstellen. Alle erforderlichen Maßnahmen, insbesondere auch zur Gefahrenabwehr, werden vom LBEG überwacht.

Mindestens neun Fälle von Vorfällen mit Lagerstättenwasser in den vergangen 25 Monaten
Zuvor war es im März 2014 zu einem Vorfall an Exxons Georgsdorfer Anlagen gekommen. Damals waren lt. LBEG etwa 12 m³ Lagerstättenwasser aus einem defekten blowout preventer an einem Bohrlochkopf gespritzt und eine etwa 800 m² große Fläche kontaminiert. Auch daraufhin habe das LBEG einen unabhängigen Gutachter zur Aufklärung der Schadensursache und des Schadensausmaßes bestellt. Auch daraufhin habe das Unternehmen einen Sanierungsplan erstellen müssen. Über tatsächlich durchgeführte Sanierungsarbeiten liegt uns kein Bericht vor.

Auch dieses Vorkommnis war nicht das erste seiner Art an dieser Stelle. Sieben frühere Fälle von Kontaminationen der Erdoberfläche durch Lagerstättenwasser und/oder Öl verzeichnet allein die bescheidene „Störfallliste der BI FrackingFreies Harburg“.

Zuverlässig, fachlich-neutral, wirtschaftlich unabhängig
Das LBEG über sich selbst: Das LBEG ist Bergbehörde für Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg sowie Geologischer Dienst für Niedersachsen. Die Aufgabenwahrnehmung erfolgt fachlich-neutral und wirtschaftlich unabhängig. Das LBEG überwacht die Bergbaubetriebe in Bezug auf Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz. Im Sinne der Daseinsvorsorge sichert das LBEG dauerhaft die Kenntnisse über Georessourcen und stellt diese bereit.

Quellen:
Störfallliste vom erdgeist
Mitteilung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie, 29.06.2014

 Veröffentlicht von am 30. Juni 2014

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