Mrz 162015
 

copy-Stop_Fracking-2-e1424813677838.jpgPressemitteilung der BI Abgefrackt – Bündnis Weidener Becken gegen Fracking zur Anti-Fracking Aktion am 15.03.2015, Schlossbrauerei Reuth bei Erbendorf 

 

Am 15. März 2015 veranstaltete die Jugendorganisation Bund Naturschutz (JBN) gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Abgefrackt – Bündnis Weidener Becken gegen Fracking“ auf dem Gelände der Schlossbrauerei Reuth zusammen mit vielen weiteren Fracking-Gegnern eine Aktion gegen Fracking.

Es ging hierbei vor allem um die drohende Verseuchung des Grundwassers. Der Aktionsort ist bewusst ausgewählt worden. Die Quelle des Artesia Mineralwassers in Reuth liegt im Bereich des Lizenzgebietes „Weidener Becken“. Die Schlossbrauerei Reuth verwendet für die Produktion all ihrer Getränke ihr über 3.000 Jahre gereiftes Artesia-Wasser von höchster Güte, vollkommen frei von Schadstoffen. Es hat seinen Ursprung in einer Granitsteinschicht und kommt aus der 60 Meter tiefen Artesia-Quelle inmitten des Reuther Schlossparks. Mit Fracking ist auch das Reinheitsgebot, das Herzstück der bayerischen Braukultur, gefährdet.

Sollte es zum Fracking im Bereich „Weidener Becken“ kommen, bestehen berechtigte Zweifel, dass die Firma „Rose Petroleum“ für mögliche Schäden haften kann. Das Firmenstammkapital der Tochterfirma Naab Energy beläuft sich lt. Handelsregister auf lediglich 25 000 Euro. Sollte es zu einer Verunreinigung des (Grund-)Wassers kommen, ist mehr als fraglich, ob die Firma Naab Energy für diese Schäden aufkommen kann.

Bayerische Politiker betonen immer wieder, dass es Fracking in Bayern nicht geben wird. Auch Staatsministerin Aigner betonte, dass dieser Aufsuchungslizenz niemals eine Bohrlizenz folgen werde. Diese Aussage ist jedoch nicht haltbar, da dem Lizenznehmer bei erfolgreicher Aufsuchung eine Genehmigung zur Förderung praktisch erteilt werden muss.

Das Bundesverwaltungsgericht hat darauf hingewiesen, dass keine Bergbauberechtigungen verliehen werden sollen, „… die nicht die Erwartung rechtfertigen, jemals ausgeführt werden zu können…“. Es soll vermieden werden, „… dass eine Berechtigung begründet wird, die sich im Nachhinein als substanzlos erweist …“.

Die oberpfälzer Politiker und Bürger wurden kürzlich auch durch Aussagen beruhigt, dass Fracking im Weidener Becken nicht zum Einsatz kommen wird, da es wohl gar keine entsprechenden Vorkommen gäbe.

„Wenn wir tatsächlich davon ausgehen, dass keine lohnenswerte Fördermengen vorhanden sind und unsere Politiker einem Fracking niemals zustimmen würden – wie sie es immer wieder behaupten – ist es absolut unverständlich, wieso die Bayerische Staatsregierung unsere Forderung nach einem gesetzlichen Frackingverbot (durch Änderung des Bergrechts) nicht unterstützt!“ betonte Sonja Schuhmacher.

Es zeichnet sich wohl immer deutlicher ab, dass auch relativ kleine Firmen wie Rose Petroleum, mit einer solchen Lizenz in der Hand, auf die baldige Ratifizierung der Freihandelsabkommen TTIP und CETA spekulieren. Bei gesetzlichen Verboten oder Einschränkungen in Bezug auf Fracking können diese dann gegen Staaten oder Bundesländer wegen „entgangener Gewinne“ klagen. So wäre durch Entschädigungszahlungen wohl mehr zu holen als durch den Einsatz der Fracking-Technologie.

Das Bündnis Abgefrackt fordert deshalb weiterhin mit Nachdruck die Rücknahme der Erkundungslizenz und hat dies in einem offenen Brief an Ministerpräsident Seehofer formuliert.

Nachdem darüber hinaus eindeutig ein Verstoß gegen die UN-Aarhus-Konvention vorliegt, werden weitere rechtliche Schritte geprüft, um Fracking bundesweit zu beerdigen. Etwa 35 jugendliche Umweltaktivisten des JBN trugen bereits symbolisch einen Erdbohrer zu Grabe und stießen mit reinem Trinkwasser in Sektgläsern feierlich auf das absehbare Ende des Fracking an.

Abgefrackt – Bündnis Weidener Becken gegen Fracking  www.abgefrackt.de

 Veröffentlicht von am 16. März 2015

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