Jan 252016
 

 

 

 

In Bezug zu unseren Artikeln vom 14. u. 29.12.2015: Riesen-Erdgasaustritt aus Kavernenspeicher in Kalifornien lassen die neuesten ergänzenden Informationen befürchten, dass dieses Gasleck am Aliso Canyon in Kalifornien zum größten bisher registrierten einzelnen Umweltschaden durch Kohlenwasserstoffe führen wird, da es noch Monate brauchen wird, die defekte Rohrleitung von 178 mm Durchmesser im Untergrund abzudichten.

Pro Monat entweichen mindestens 3.000.000 t CO2-Äquivalent.
Seit dem 23.10.2015 bläst der Speicher Erdgas ab. Es sind also inzwischen schon Erdgasmengen in die Atmosphäre entwichen, die etwa 9.000.000 t CO2-Äquivalent entsprechen.

Versuche über das Förderrohr das Leck zu verschließen sind allesamt gescheitert! Zum Glück ist bisher kein Feuer ausgebrochen. Das Gas strömt unverbrannt unter hohem Druck ins Freie.

Die Anwohner werden in immer größerem Umkreis um die Austrittstelle herum evakuiert, weil das Gas sich in der Umgebung anreichert und durch die Geruchszusätze zu Verätzungen der Atemwege und Schleimhäute führt.

Mittlerweile ist der Evakuierungsradius auf 3 Meilen = 4,9 km ausgedehnt worden und einige Tausend Haushalte mussten verlassen werden.

Wegen der Schwierigkeit, zwei Entlastungs- und Verschließungsbohrungen in einigen Hundert Metern Tiefe niederzubringen, unter den besonderen Umständen, wird es wohl noch mindestens bis März 2016 dauern, ehe das Leck verschlossen werden kann.

Der Gesamtschaden wird sich dann voraussichtlich auf etwa 12.000.000 t CO2-Äquivalent aufsummiert haben. Das entspricht dem Volumen von 30 Supertankern für Crude Oil von je 400.000 t Ladekapazität.

Untersuchungen in der Speicheranlage Aliso Canyon haben inzwischen ergeben, dass die defekte Rohrleitung kein Sicherheitsventil unten in der Rohrleitung mehr hat. Es wurde vor Jahrzehnten ausgebaut. Und auch an weiteren Kavernen in der Nachbarschaft wurde so verfahren. Auch sie haben diese Sicherheitsventile nicht mehr und bilden dadurch ein erhöhtes Risiko.

Anmerkung:
In den kalifornischen Medien wurde der Schaden zunächst eher klein dargestellt. Bei den Angaben des „California Air Resources Board“ wird eine Schadenswirkung von unverbranntem Methan von nur 28 mal größer errechnet, wenn man die gleiche Menge an CO2 zugrunde legt. So wurden aus 36.000 t Methan nur 1.000.000 t CO2-Äquivalent/Monat. In Wahrheit ist sie jedoch bei frisch ausgetretenem Methan 86 mal stärker (auch 100 x wird von einigen Wissenschaftlern angegeben) und erreicht erst nach etwa 100 Jahren Verweildauer in der Atmosphäre den von den örtlichen Medien gewählten, niedrigeren Ansatz. Die obigen Schätzungen basieren auf der höheren Schadenswirkung des frisch ausgetretenen Methans.

Die Gaswolke am Aliso Canyon ist mit entsprechenden Kameras sichtbar:

Video Released Allegedly Showing Cloud of Natural Gas After Aliso Canyon Leak

 

 

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