Mrz 082016
 

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Leserbrief zu „Branche will Gesetz für Fracking“, NOZ 24. Feb. 2016

„Wer über Fracking diskutiert, der diskutiert über die Zukunft der Erdgasindustrie in Deutschland – so einfach ist das“ wird Gernot Kalkoffen zitiert, der Europa-Chef von Exxon und Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG). Tja. Zur Zeit werden etwa 10 % des deutschen Erdgasbedarfs aus deutschen Lagerstätten gefördert, Tendenz abnehmend. Durch Fracking auch im Schiefergasgürtel könnte dieser Wert noch eine kurze Zeit lang aufrecht erhalten werden. Aber nicht für drei Jahrzehnte, wie bislang angenommen wurde; denn die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hat ihre Schätzung aus dem Jahre 2012 hinsichtlich der Erdgasmenge in unkonventionellen Lagerstätten ab 1.000 m Tiefe gerade deutlich (um ca. 50 %) nach unten korrigiert. Dafür müssten dann die tiefen Erdschichten flächendeckend aufgebrochen werden mit Zerstörung der Kulturlandschaften und allen Risiken und Gefahrenpotentialen, die mit der Fracking-Technik verbunden sind, wie zahlreiche seriöse Gutachten belegen. Dort heißt es auch, dass bei einem Restrisiko gefragt werden müsse, ob die Maßnahme volkswirtschaftlich dringend geboten sei. Das Gegenteil ist wohl der Fall. Unternehmen haben zwar seit Jahrzehnten erheblich in Maßnahmen zur Verleugnung des Klimawandels und Verhinderung der Energiewende investiert und versuchen die Welt glauben zu machen, dass auch in Jahrzehnten noch Unmengen an fossilen Energieträgern benötigt würden. Spätestens seit der Klimakonferenz in Paris verfängt das aber nicht mehr. Die Welt weiß, dass sie zur Selbstrettung von fossilen Energieträgern Abschied nehmen muss. Es ist der völlig falsche Weg, mit viel Aufwand und hohem Risiko zusätzliche fossile Lagerstätten zu erschließen. Stattdessen muss in erneuerbare Energien und Speichertechnik investiert werden. Das nutzt auch dem Arbeitsmarkt. Nach Gernot Kalkoffen arbeiten 20.000 Menschen in der Erdöl- und Erdgasgewinnung und der Zulieferindustrie. Zum Vergleich: Im Bereich der erneuerbaren Energien lag die Zahl der Arbeitsplätze in Niedersachen im Jahre 2013 bei 55.200, Tendenz steigend.

Dr. med. Maria Entrup-Henemann
www.fracking-freies-artland.de

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