Mrz 162016
 

Aufsteigendes Fördergas, das entlang ungenügender Zementierung am Außendurchmesser der Förderbohrungen und durch schlecht ausgeführte Mantelrohre nach oben steigen kann, gelangte in das Brunnenwasser von Anwohnern der Förderplätze in Texas, Kalifornien und Pennsylvania. Die Brunnen wurden beeinträchtigt bis zu einer Entfernung von ca. 800 m von der Förderstelle.

Übersetzung -1:

„Stanford Wissenschaftler findet heraus, dass Leute in der Nähe von oberflächennahen #Fracking-Förderbohrungen mit dem Risiko der Verunreinigung ihres Trinkwassers durch aufsteigendes Methan leben müssen“

(ein Bericht von Padma Nagappam in Ecowatch vom 23.02.2016)

http://ecowatch.com/2016/02/23/drinking-water-methane-contamination/

Originaltitel: “Stanford Scientist Finds People Living Near Shallow Fracking Wells at Risk of Drinking Water Contaminated With Methane”

Im Parker County in Texas, fanden wir Wohnhäuser mit Gasbläschen im Brunnenwasser und stellten sehr hohe Methan-Gehalte in ihrem Trinkwasser fest. Das größte Risiko, das von Methan im Wasser ausgeht, ist die Explosionsgefahr. Das könnte in Kellerräumen oder auch in Schuppen geschehen, wo Gas sich ansammeln kann. Außerdem können einer Förderbohrung, der Methan entweicht, auch andere Dinge entweichen und ins Grundwasser gelangen“.

„Das Hauptrisiko bilden die Austritte chemischer Stoffe und schlecht gebaute Förderbohrungen, die undicht sind“, sagte Robert Jackson, Professor der Bodenwissenschaften in Stanford, der die Ergebnisse seiner Untersuchungen vor der Amerikanischen Gesellschaft für Wissenschaft in Washington im Verlauf der letztern Woche präsentierte.

„Unsere Forschung zeigt, dass die meisten Probleme typischerweise in einem  Abstand zur Förderbohrung bis zu ca. 800 m auftreten“. Die Regierung bewertet Methan, das in Trinkwasser gelöst ist, nicht als eine Gesundheitsgefährdung.

Solche Verunreinigungen wurden typischerweise an Erdgas-Förderbohrungen festgestellt, die eine ungenügende Abdichtung zwischen der Steigleitung und dem umgebenden Untergrundgestein und Grundwasser hatten, oder unkorrekt eingebaute Mantelrohre, die es dem Produktionsgas erlaubten, nach oben zu strömen.

Fracking-Förderbohrungen mit einer Fracktiefe 1000 m oder weniger stellen ein Risiko zur Grundwasserkontamination dar. Jackson fand heraus, dass es in den USA mindestens  2.600 solcher flachen Bohrungen gibt, von denen viele direkt in Trinkwasser-Aquiferen gebohrt worden waren.

In Kalifornien entdeckte Jackson Hunderte von Förderbohrungen, die direkt in Aquiferen gebohrt worden waren, mit Tiefen von weniger als 660 m entfernt von der Oberfläche.

„Dort gibt es viele Taschen von Erdgas und Erdöl, die in geringen Tiefen gefunden werden, zusätzlich bohren wir dort nicht sehr tief wegen der seismischen Aktivität“, sagte Jackson.

Die Regionen in den USA mit dem höchsten Risiko für Grundwasser-Kontamination durch Fracking sind: Kalifornien, Teile von Pennsylvania und Texas, wo das Deckgestein natürliche Risse hat. Millionen aufgegebener Öl- und Gas-Förderbohrungen in Kalifornien, New York, Pennsylvania, Texas und anderen Staaten der USA mit Erdgasförderung stellen eine Bedrohung dar. Die örtliche Geologie spielt bei den Leckagen eine Rolle. Zum Beispiel stellte Jackson bei Grundwasserproben in Arkansas keine Verunreinigung des Wassers fest, weil die dortigen Gesteinsformationen wirksame Barrieren gegen potentielle Leckagen bildeten.

Aber Fracking hat zu bedeutenden Zunahmen der Grundwasserschäden in Pennsylvania und Texas geführtEr fand hohe Gehalte an Methan, Ethan, Propan im Trinkwasser von Hauseigentümern, die innerhalb von 800 m Entfernung von Förderbohrungen im Nordosten von Pennsylvania leben, in der Nähe des Marcellus Shale Gasfeldes.

 „Fracking kann meistens und wird meistens sicher durchgeführt; sagte Jackson. „Gelegentlich machen Firmen jedoch Fehler. Wir müssen herausfinden, warum diese Fehler geschehen und wie wir vermeiden können, dass sie in der Zukunft irgendwo wieder auftreten“.

übersetzt: Volker Fritz

Hinweis Volker Fritz:

Der erste Nachweis, dass Produktionsgas an den Förderleitungen entlang außen nach oben stieg und sich dann oberflächennah im Boden verteilte, stammt von 2000, als die kanadische Sektion der Society of Petroleum Engineers in einem international gehaltenen Vortrag in Peking vor den weltweiten Förderunternehmen über ihre Untersuchungen vortrug. In der kanadischen Provinz Alberta war es zu mehreren Hausbränden und Verpuffungen in Küchen gekommen, weil Methan-haltiges Wasser das Gas in die Wohnhäuser gebracht hatte.

Bericht der Society of Petroleum Engineers (SPE), Kanada

Bericht Nr.- SPE 64733 von 2000 „Why Oilwells Leak“

Der zweite Nachweis wurde durch die PNAS-Studie –veröffentlicht 09.2014 in „scinexx.de“ erbracht, durch Thomas Darrah

scinexx.de vom 16.09..2014 unter Bezugnahme auf die PNAS-Studie (Proceedings of the National Academy of Siences, 2014; doi:10.1073/pnas.1322107111)

Originaltitel: Noble gases identify the mechanisms of fugitive gas contamination in drinking-water wells overlying the Marcellus and Barnett Shales. Studienleiter:Thomas H. Darrah

Dessen ungeachtet behaupten die Förderunternehmen in Deutschland weiterhin hartnäckig bis heute – und Prof. Kümpel von der BGR wiederholt es ebenso gebetsmühlenartig – dass Methan in Trinkwasserbrunnen in Fördergebieten der USA nichts mit der Gasförderung zu tun habe, sondern von oberflächennahen Gärprozessen stamme.

Volker Fritz

 Veröffentlicht von am 16. März 2016

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