Mai 302016
 

Übersetzung Zusammenfassung:

„Die Duke Studie ermittelt eine radioaktive Hinterlassenschaft, Verunreinigung aus Tausenden von Fracking-Abfallwasser-Austritten in Nord Dakota“
(ein Bericht von Sharon Kelly in DeSmogBlog vom 08.05.2016)

Grundlage: Studie der Duke University, Durham, North Carolina, veröffentlicht am 13.04.2016   Autoren: Nancy Lauer, Jennifer Herchmess und Prof. Avner Vengosh
DOI:10.1021/acs.est.5b06349

3.900 registrierte Abfallwasseraustritte der Öl- und Gasindustrie in Nord Dakota haben großflächige Verunreinigungen durch langlebige radioaktive Radium 226 -Ablagerungen, Schwermetalle und korrosive Salze verursacht, wodurch die Gesundheit der Menschen und der Wildtiere über lange Zeit in Gefahr gebracht wird (Halbwertzeit 1.600 Jahre).
In den letzten 10 Jahren wurden 9.700 Bohrungen im BAKKEN Shale abgeteuft. Die Böden vor Ort, auf denen Abwasser austrat, waren mit bedeutenden Gehalten an Radium belastet. Der höchste Gehalt an Radium im Boden, den die Forscher ermittelt hatten, betrug 4.600 Becquerel/kg Boden, was etwa dem 2,5-fachen des Wertes entspricht, der 2013 in Pennsylvania gemessen wurde und in der Folge damals nationale Aufmerksamkeit erregte.

Einige Flüsse und Ströme in Nord Dakota weisen Gehalte an radioaktiven und giftigen Stoffen auf, die in Folge der Abwasseraustritte heute höher sind, als dies gemäß den US-Trinkwasserstandards zulässig ist. Viele Gemeinden und Städte beziehen ihr Trinkwasser aus Flüssen uns Strömen. Das Bundesgesetz fordert generell, dass Wasser behandelt werden soll, ehe es als Trinkwasser Verwendung findet und in die privaten Haushalte gelangt. Die Verunreinigung wurde sowohl an Land, als auch im Wasser gefunden.
„Die Verunreinigungen sind beständig. Dadurch ist eine radioaktive Hinterlassenschaft an den Austrittstellen entstanden“.
Die Zahl der Austritte der vergangenen paar Jahre in Nord Dakota ist ungewöhnlich hoch, doch liegt hier auch ein generelles Problem in den USA. Zwischen 2009 und 2014 wurden 21.615 Austritte in den USA an die Überwachungsbehörden gemeldet mit insgesamt 180 Mio gallons Volumen.
Die Dunkelziffer, besonders auch in Nord Dakota, dürfte noch beträchtlich höher liegen, denn in bestimmten Gebieten wurden keine Schäden gemeldet und auch nicht überwacht.
Die Überwachungsbehörden der Bundesregierung und der Einzelstaaten sind personell und finanziell völlig ungenügend ausgestattet, um ihre Aufgabe wirkungsvoll wahrnehmen zu können.

Der Umgang mit Abfallwasser vom Bohren und Fracken hat sich als eines der hartnäckigsten Probleme der Fracking-Industrie herausgestellt. Die Industrie pumpt oftmals ihr giftiges Abwasser in den Untergrund. Jeden Tag werden nach Schätzungen der EPA 2 Milliarden gallons Abwasser der Öl- und Gasindustrie US-weit verpresst. Diese Verpressaktivitäten werden mit der Häufung von Erdbeben in Zusammenhang gebracht.
Im Januar 2016 haben die Aufsichtsbehörden von Nord Dakota ihre Standards für die Deponierung radioaktiven Materials noch weiter gesenkt. Dadurch können viele Deponien im Staat Bohrabfälle zu einem höheren Anteil einlagern als dies bisher erlaubt war. Das führt zu niedrigeren Bohrkosten für die Bohrfirmen.
Die neuen Regeln erlauben das einfache Deponieren radioaktiven Abfalls, der 10 mal gefährlicher ist als vorher“, sagte Mr. Dogan von der North Dakota Energy Industry Waste Coalition gegenüber der „Bismarck Tribune“, als die Studie veröffentlicht wurde.

Die Austritte, die die Duke-Forscher identifiziert hatten, waren oft die Folgen ungenügender Wartung und Instandhaltung der Rohre, Lagertanks, Pipelines, Ventile und Verbindungsteile.

Es zeigte sich, dass die Schäden durch Erdölaustritte zwar optisch auffälliger sind, aber letztendlich viel weniger dauerhaft belastend, als bei Abfallwasseraustritten mit langlebigen radioaktiven Ablagerungen.

übersetzt: Volker Fritz
Quelle:
http://www.desmogblog.com/2016/05/08/duke-university-study-finds-legacy-radioactivity-water-and-soil-contaminated-thousands-fracking-wastewater-spills?utm_source-twitterfeed&utm_medium=twitter

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