Jan 312017
 

Volker Fritz Wolfenbüttel, den 24.01.2017
im AK Fracking
Braunschweiger Land
Mitglied im Zusammenschluss
„Gegen Gasbohren“

 
Übersetzung: (auszugsweise) kommentiert
„Verheimlichte Daten zeigen es: Fracking hat in Pennsylvania ausgedehnte systematische Auswirkungen bewirkt“ von fast 9.500 Beschwerden in 12 Jahren erfolgten 4.108 wegen der Beeinträchtigung von Trinkwasser.
Public Herald-Untersuchung vom 23.01.2017
Autoren: Melissa A. Troutman, Sierra Shamer und Joshua B.Pribanic

Originaltitel: Hidden Data Suggests Fracking Created Widespread, Systemic Impact in Pennsylvania
Nach drei Jahren Recherchen in Pennsylvania, hat der Public Herald jetzt das Vorhandensein einer ausgedehnten systematischen Auswirkung im Zusammenhang mit der Fracking-Förderung aufgedeckt.
Nach einer mehr als 10-jährigen Unterdrückung durch den Staat Pennsylvania und seine zuständige Überwachungsbehörde Department of Environmental Protection (DEP) ist nun erstmals der Nachweis der Schadensmeldungen für die Öffentlichkleit zugänglich.
Betrachtet wurden alle der DEP von 2004 bis zum 29.11.2016 eingereichten Beschwerden Die von der DEP offiziell eingestandenen und bestätigten 284 Trinkwasserschädigungen durch Fracking sind nur etwa 6% der eingereichten 4.108 Beschwerden zu Beeinträchtigungen des Trinkwassers durch Fracking in diesem Zeitraum in Pennsylvania.

2004 – 11.2016
10.027 unkonv. Bohrungen erstellt

2004 – 11.2016
9.442 Beschwerdeneingereicht, von Bewohnern der Bohrungen

2004 – 11.2016 
4.108 der Beschwerden wegen Trinkwasserbeschädigung

5.334 der Beschwerden wurden von der DEP unter den Begriffen „Gas-Migration“ „Leckage-Folgen“ „Verschmutzung“ „undichte Bohrung“ registriert. Es ist davon auszugehen, dass auch ein großer Teil der 5.334 anderen Beschwerden Trinkwasserschädigungen zur Folge hatte. Die tatsächliche Zahl der Wasserschädigungen dürfte unter den gemeldeten also mindestens 50% betragen haben. Detailliertere Angaben waren von der DEP nicht zu bekommen.

Anmerkung Fritz:
Ferner ist weiterhin, durch die üblichen Leasing-Verträge mit Verschwiegenheitsvertrag mit den privaten Grundeigentümern, mit einer entsprechend großen Dunkelziffer der weiteren Geschädigten zu rechnen – nur allein in Pennsylvania –, da diese ja in keinem Fall der DEP eine schriftliche Beschwerde einreichen würden. Denn das hätte unmittelbar eine Klage des Förderunternehmens „wegen Geheimnisverrat“ zur Folge, bewehrt mit hohen Strafgebühren für jede einzelne nachgewiesene „Information über Vorgänge auf dem Privatgrundstück des Grundeigentümers, die Aktivitäten des Lesing-Nehmers betreffend“.
Die Rechercher legten ihre Ergebnisse auch Prof. Dr. Anthony Ingraffea von der Cornell University in Ithaka vor.
Sie hatten die einzelnen Schadensmeldungen zusammen mit Frac Tracker Alliance in eine Landkarte von PA mit den eingetragenen Kreisgebieten übertragen. Die breite Streuung der Beschwerden über die Staatsfläche von PA weist auf das Ausmaß hin. Ingraffea’s Kommentar lautete:“ Es ist nicht so, dass all diese Schädigungen nur aus dem Nordosten von PA gemeldet wurden, sondern recht breit gestreut über die Staatsfläche. Diese Daten zeigen ganz deutlich, dass diese Wirkung systematisch ist.“
Der Vergleich der Entwicklung der jährlichen Beschwerden in Pa – im Verhältnis zu den niedergebrachten und gefrackten Bohrungen je Jahr ergab einen starken Zusammenhang, wie der Verlauf der Kurvendarstellungen zeigt.

Und noch eine Beobachtung machten die Rechercher:

mit den fortlaufenden Jahren der Fracking-Förderung stieg die Zahl der Beschwerden an. Seit 2009, als die Zahl der Beschwerden erstmals die Zahl der neuen Bohrungen überstieg, hat sich die Zahl der Beschwerden stetig weiter erhöht und betrug zuletzt 2 pro Bohrung, während sie vor Beginn der Fracking-Förderung 2002 und 2003 bei 1 Beschwerde je 10 Bohrungen lag, also 20-fach weniger. Ingraffea kommentiert: „Die Situation wird von Jahr zu Jahr schlechter! Wenn man heute in PA eine Shale Gas Bohrung niederbringt, dann sagen diese Daten aus, dass man heute eher eine Beschwerde bekommt, als 2010.“
Das Vertrauen der Bevölkerung in die Aktivitäten der DEP ist gestört. Denn Tausende Menschen in den Gasförderbezirken von PA, die in der Nähe von Förderplätzen leben, haben die Trinkwasserprobleme, von denen die DEP behauptet, sie hätten nichts mit der Öl- und Gasförderung zu tun. Es fragt sich aber, warum so viele Menschen Veränderungen ihres Trinkwassers feststellen. Und was dann die Gründe dafür sind. Welche Beweise hat die DEP, um belegen zu können, dass Öl und Gas nicht dafür verantwortlich sind? Public Herald hat versucht, die Ursachen zu ergründen. Und 2015 haben wir 200 Fälle gefunden und die Wege die die DEP einschlägt, um sie zu ignorieren, zu entschuldigen, ihren Wahrheitsgehalt anzuzweifeln hinsichtlich der Auswirkungen der Öl- und Gasförderung als Schadensursache.
Für diese Untersuchung hat Public Herald über 1.000 Beschwerden über Trinkwasserbeschädigungen in PA ausgewertet. Unsere Analyse deckt einen schockierenden Tatbestand an Verfehlungen auf, die weit über die bloße Fahrlässigkeit hinausgehen. Public Herald wird diese Angelegenheit für Sie, lieber Leser, weiter verfolgen und berichten.

übersetzt und kommentiert Volker Fritz

Anmerkung Fritz:
Vergleichbare Verhältnisse sind in den anderen Haupt-Förderstaaten der USA zu erwarten, Texas, Oklahoma, North Dakota, New Mexico, Louisiana, Colorado, Ohio, Wyoming, Kansas. Es ist sicher nicht zu hoch gegriffen, wenn man USA-weit mit 40.000 beschädigten Trinkwasserbrunnen als Schätzwert rechnet. In einigen der Förderstaaten sind ja weit mehr Fracking-Bohrungen niedergebracht worden, als in PA. Die geplante ausgedehnte Fracking- Förderung in Deutschland aus Schieferlagerstätten wird ebenfalls zu Schädigungen unseres Trinkwassers führen.

V.F.

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