Nov 032017
 

Volker H.A. Fritz                                                                                  Wolfenbüttel, den 03.11.2017

Zusammenfassender Bericht zu den neuesten Erkenntnissen
über die Klima-Entwicklung, Stand 31.10.2017

Die verschiedenen Einzelberichte stammen aus folgenden Quellen:
http://www.truth-out.org/news/item/42413-scientists-warn-of-ecological-armageddon-….
dpa-Pressemitteilung vom 31.10.2017 Genf „Rekordanstieg der CO2-Werte“
https://www.ecowatch.com/un-climate-action-emissions-2504302543.html?utm_source=
EcoWatch+List&utm_campaign=6d40d4d209-EMAIL_CAMPAIGN&utm_medium=
email&utm_term=0_49c7d43dc9-6d40d4d209-86122117

https://www.ecowatch.com/greenhouse-gas-levels-2503831950.html

Die bedrohlichen Nachrichten nehmen weiter zu !

Die Weltwetterorganisation WMO gab am 30.10. in Genf bekannt, dass der
CO2-Gehalt in der Atmosphäre inzwischen 403,3 ppm in 2016 erreicht hat, während
es 2015 noch 400 ppm waren.
In der Bewertung fügte die WMO ein Diagramm der CO2-Gehalte während der
letzten 400.000 Jahre an. Da gab es immer wieder Zeiten mit höheren CO2-Werten
in periodischen Wellen. Die Maximalwerte der Vergangenheit erreichten dabei
ca. 280 ppm. Seit Beginn der Industrialisierung 1800 steigt der CO2-Gehalt jedoch
über alle früheren Höchstwerte hinweg an und erreichte 1950 310 ppm.
Mittlerweile haben wir 400 ppm überschritten und es geht weiter steil bergauf.
Untersuchungen von Eisproben haben gezeigt, dass der CO2-Gehalt lt. WMO in
den letzten 800.000 Jahren nie über 280 ppm gestiegen ist.

Aber nicht nur CO2 zeigt hohe Werte. Auch die beiden anderen Treibhausgase
Methan und N2O (Distickstoffoxid) wiesen 2016 hohe Konzentrationen auf.
Methan erreichte einen neuen Höchstwert mit 1,853 ppb und lag damit um 257%
über dem vorindustriellen Niveau.
N2O erreichte einen Höchstwert von 328,9 ppb und lag damit um 122% über dem
vorindustriellen Niveau. Besonders die schützende Ozon-Schicht der Atmosphäre,
die uns vor den schädlichen UV-Strahlen des Sonnenlichtes schützt, wird durch
N2O beschädigt.

Die WMO wird endlich deutlich in ihren Aussagen !

Die WMO kommentiert dazu:“Das letzte Mal erlebte die Erde eine vergleichbare
Konzentration von CO2 in der Atmosphäre vor 3 bis 5 Millionen Jahren. Da war
die globale Temperatur um 2 bis 3 Grad Celsius wärmer und die Meeresspiegel
waren 10 bis 20 m höher als heute“.
Als Gründe für den CO2-Anstieg sieht die WMO:
„Bevölkerungswachstum, Intensiv-Landwirtschaft, zunehmende Landnutzung
und Entwaldung, Industrialisierung (und mit dieser zusammenhängende Nutzung
fossiler Brennstoffe), haben alle zur Zunahme des Anteils der Treibhausgase in der
Atmosphäre beigetragen – seit Beginn des Industrie-Zeitalters 1750“.

Die WMO warnt: „Ohne schnelle Reduzierung des Ausstoßes von CO2 und
anderer Treibhausgase werden wir zum Ende des Jahrhunderts in gefährliche
Temperaturerhöhungen kommen, weit über den Zielen des Pariser Klima-
abkommens von 2015“
„Selbst wenn die Verpflichtungen und verkündeten Reduzierungsziele aller
Staaten des Pariser Abkommens vollständig umgesetzt werden, ist es sehr
wahrscheinlich, dass die globale Temperatur um  mindestens 3 Grad Celsius
ansteigen wird“.
„Ein Jahr nach dem Inkrafttreten des Pariser Abkommens befinden wir uns in
einer Situation wo wir nicht genug tun, um Hunderte Millionen Menschen
vor einer schlechten Zukunft zu bewahren. Das ist nicht hinnehmbar.
Wenn wir in die richtigen Technologien investieren und auch den privaten
Sektor mit engagieren, können wir unser Versprechen an unsere Kinder,
ihre Zukunft zu bewahren, noch einhalten. Aber wir müssen jetzt handeln!“

Wieder ein Warnruf von Dahr Jamail:

In dem Klima-Beitrag von Dahr Jamail im Portal Truth-Out.org berichtet
dieser über neue Entwicklungen, von denen er Kenntnis erhalten hat oder deren
Zeuge er selbst in jüngster Zeit war:
An den Küsten Nord-Alaskas, wo der Permafrostboden aufgetaut ist,
frisst der Arktische Ozean mit verstärktem Wellengang den Küstensaum ab.
Böschungskanten von 7,5 m Höhe werden von den Wellen weggewaschen
und verschwinden im Meer, weil der dunkelbraune Boden keine Festigkeit hat.
Mehr als 30 Eingeborenen-Siedlungen, die in früheren Zeiten am Meer ent-
standen, werden über kurz oder lang verschwunden sein, weil sie überflutet werden.
All diese Menschen müssen umgesiedelt werden und verlieren ihre seit
Jahrtausenden angestammten Wohnplätze.
Und das, obwohl wir erst plus 1,1 Grad Celsius über der vorindustriellen
globalen
Durchschnittstemperatur erreicht haben.

Eine zunehmende Zahl von Wissenschaftlern ist zu dem Schluss gekommen,
dass wir uns bereits mitten im 6. Massensterben der Erde befinden.
Pflanzen und Tierarten, die zusätzlich zu ihrem eigen Wert zu den wichtigen
Grundlagen der menschlichen Ernährung zählen, sind genau so gefährdet wie
unsere schnell aussterbenden Wildtiere.
Ann Tuttwiler von Bioversity International erklärt dazu:
„Wenn wir uns eine Sache nicht leisten können, dann ist es das Verschwinden
von Arten, die die Ernährung von jedem der 7 Milliarden Menschen auf unserem
Planeten sichern!“

In der Zwischenzeit verlieren 14 Millionen Menschen rund um den Globus ihre
Häuser durch Flutwellen und Stürme, die durch die menschengemachte
Klimazerstörung (ACD) verstärkt wurden.
Wenn auch kein einzelnes Wetterereignis ausschließlich auf ACD zurückgeführt
werden kann, stimmen die Wissenschaftler darin überein, dass ACD zur Zahl und
Gewalt dieser Wetterphänomene beiträgt.

Das Verschwinden von 75% aller Fluginsekten in Deutschland in den letzten 25
Jahren ist ein Alarmzeichen höchster Bedeutung für die gesamte Erde.
Geschockte Wissenschaftler kommentieren das so:“Insekten machen 2/3 allen
Lebens auf unserer Erde aus. Wir machen weite Landstriche unbewohnbar für
die meisten Lebensformen und sind auf dem Weg in die globale ökologische
Katastrophe. Wenn wir die Insekten verlieren, wird alles zusammenbrechen“.

Eine weitere Hiobsbotschaft des Journals SCIENCE:
Die tropischen Wälder der Erde sind jetzt so weit abgebaut, dass sie inzwischen
mehr CO2 emittieren, als der gesamte Fahrzeugverkehr in den USA.
Gesunde Wälder würden CO2 aus der Atmosphäre binden, während Wälder, die
durch Trockenheit, Waldbrände und Abholzung geschwächt sind, das vorher gebundene
CO2 wieder abgeben.

Und noch eine Warnung:
Ein weiterer Regelkreis, der sich der menschlichen Kontrolle entzieht, ist in einer
über 26 Jahre durchgeführten Untersuchung entdeckt worden, deren Ergebnisse
am 06.10.2017 in SCIENCE veröffentlicht wurden, Lead Autor J.M. Melillo et al.:
Die Böden der Erde emittieren bei zunehmender Erwärmung viel mehr CO2 in die
Atmosphäre, als vorher angenommen. Das heißt, dass dieser desaströse Prozess
CO2-Emissionen in großem Umfang in die Atmosphäre freisetzt – in einem
selbst verstärkenden Regelkreis, der nicht zu stoppen sein wird.

Hier noch ein paar Gedanken von mir dazu:

Durch die generelle Erwärmung wird viel mehr Wasser über den Ozeanen
verdampft und steigt in die Luft auf. Und dieser Wasserdampf ist die Energiequelle für
die großen Wetterereignisse wie Wirbelstürme, Schwere Gewitter mit Überschwemmungen,
ausufernde Monsunregenfälle in Asien, Erdrutsche, Sturmfluten und mehr.
Und andererseits -durch regionale Wetterverschiebungen – entstehen oder verstärken
sich Trockengebiete, die einen so großen Wassermangel erleiden, dass Ackerbau
und das Überleben nicht mehr möglich sind und die Menschen zu Fluchtwanderungen
gezwungen sind, wenn sie nicht verhungern und verdursten wollen.
Auch bei uns in Europa sind katastrophale Wetterereignisse jederzeit möglich, wie die
Waldbrände in Portugal und Nordwestspanien kürzlich gezeigt haben.
Sommer werden in einigen Gegenden so heiß werden, dass es viele Opfer unter den
Kranken und Schwachen geben wird, da die besonderen Belastungen über Wochen
nicht auszuhalten.

Herr Trump, US-Präsident und „Entschärfer“ der Umweltschutzbehörde
EPA, sieht das Ganze natürlich nur als einen schlechten Sommer, der sich im
kommenden Jahr nicht wiederholen wird.
Aber mehr und mehr Amerikaner erkennen, dass es doch ein Klimaproblem
geben könnte, da in 2017 so viele Schadensereignisse hinter einander auftraten.
Eine Reihe von U.S.-Bundesstaaten haben für sich erklärt, dass sie an den
Obama-Regelungen zum Schutz der Atmosphäre festhalten werden – durch eigene
Gesetze – weil sie vom Klimawandel als Fakt überzeugt sind.

Die entscheidende Frage für die USA, den zweitgrößten globalen Atmosphärenschädiger, wird sein, wie lange Präsident Trump seine begonnene Umweltpolitik noch fortsetzen kann. Wenn die USA alle Klimaschutzvereinbarungen des Pariser Abkommens und der zweiseitigen Verträge mit Kanada, zur Reduzierung der Emissionen in der Kohlenwasserstoff-Förderung, wirksam kündigt, wird das Land sich zugleich international isolieren und an Bedeutung einbüßen.

Volker Fritz
im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 3. November 2017

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