Feb 222018
 

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Berichtszeitraum 20. Januar 2018 bis 16. Februar 2018

Der Februar 2018 erlebt in der ersten Hälfte des Berichtszeitraumes eine deutliche weitere Erholung der im Einsatz befindlichen Bohrtürme, nach dem Rückgang seit Mitte des Jahres 2017, die sich allerdings in der zweiten Hälfte deutlich abschwächte, so dass im gesamten  Berichtszeitraum die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme nur um insgesamt 32 Bohrtürme zunahm.
Bemerkenswert ist dabei die Zunahme in den USA von plus 39 Türmen und die geringe Abnahme in Kanada um sieben Türme. Die Rohölpreise haben sich im Berichtszeitraum nicht weiter gestiegen, sondern wieder gefallen, WTI-Rohöl lag zeitweise wieder deutlich unter 60 USD/barrel.

Die Anhebung der Bohraktivitäten geht im Berichtszeitraum weiter, wobei bei den Ölbohrtürmen ein Plus von  61 und bei den Erdgasbohrtürmen ein Minus von 27 gemeldet wird.

Der Anstieg der US-Rohölpreise bis vor viet Wochen wirkte sich auf die Bohraktivitäten in Nordamerika aus. Die Zahl der Bohrtürme im Einsatz steigt wieder und hat inzwischen den Stand von Ende Juli 2017 deutlich überschritten.
Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 7 1.178 958 220 46,00
Ende 8
1.157 940 217 46,81
Ende 9 1.155 935 220 52,13
Ende 10
1.115 913 202 51,94
Mitte 11
1.090 889 192 54,27
3. Wo 11
1.110 907 203 57,03
4. Wo 11 1.123 915 208 56,18
15.12.17
1.168 930 238 56,64
19.01.18
1.261 936 325 63,72
16.02.18
1.293 975 318 60,74

 
Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 1.016 Ölbohrtürme und 277 Erdgasbortürme aktiv.
Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (479), Oklahoma(123), New Mexico(85), Louisiana(59), North Dakota(48), Pennsylvania(40), Colorado(32), Wyoming (30) und Ohio (21).

Der Ölpreis ist seit Mitte Dezember kontinuierlich angestiegen und erst zum Ende des Januars und im Verlauf des Februars kam die Trendwende mit einem Abrutsch auf unter 60 USD/barrel.

Der Börsen-Umschwung sei der Grund für diesen Rückgang der Rohstoffpreise, kommentieren die Händler an der Wall Street in New York. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 3,20 USD/mmBtu jetzt wieder auf 2,58 USD/mm gesunken, obwohl in der Nordhälfte der USA noch voll winterliche Temperaturen herrschen und der Verbrauch entsprechend hoch sein dürfte.

Die vom US-Statistik-Amt festgestellte Verringerung der gelagerten Ölvorrat der USA besteht weiter. 2018 könnte doch die Auswirkung der Rücknahme der Förderkapazitäten der OPEC-Länder und der mit ihnen kooperierenden Nicht-OPEC-Förderländer zur Stabilisierung der Rohölpreise bei 60 Dollar/barrel WTI-Qualität beitragen.
Allerdings werden durch die riesigen weltweit zwischengelagerten Rohölmengen, die kurzfristig verfügbar und auch umdirigierbar sind (Lagerung in Großtankerflotten auf Reede), die Rohstoff-Spekulanten zu Preiswetten animiert, die das eigentliche Rohöl-Liefergeschäft überlagern.

Sollten sich die Rohölpreise bei 60 USD/barrel für WTI stabilisieren, wird sich das Reaktivieren von Ölbohrtürmen in den USA und Kanada weiter fortsetzen.
Mit einer Zeitverzögerung von etwa vier bis sechs Monaten ist mit einem deutlichen Anstieg der Ölförderung in Nordamerika zu rechnen, was dann wieder, bei zunehmendem Angebot, zu tendenziell sinkenden Ölpreisen führen könnte.

Die Situation der Kohlenstoff-Energiebranche wird aber von großen institutionellen Anlegern weiterhin kritisch gesehen, weil der große Zuwachs bei den regenerativen Energien, gerade und auch in den USA, den fossilen Erzeugern Märkte wegnimmt.
Und die Erzeugung der regenerativen Energien wird immer preiswerter.

Weiterhin versuchen große institutionelle Anleger, die bisher im Energiebereich bedeutende Teile ihres investierten Portfolios angelegt haben, aus den fossilen Energien auszusteigen.

Die Freigabe des Offshore-Gürtels vor den Küsten der US-Bundesstaaten für die Förderung von Kohlenwasserstoffen durch Präsident Trump wird weitestgehend von den betroffenen Bundesstaaten abgelehnt. Sie bestehen auf der Beibehaltung der Schutzsperre der Obama-Regierung. Sie fürchten um die Küstenfischerei, um die Gefährdung der Natur und der Küsten durch Unfälle und Störungen und insgesamt um die Beeinträchtigung des Tourismusgeschäftes an ihren Küsten.
Der zuständige Minister, Bryan Zynke, hat von fast allen Gouverneuren entsprechende ablehnende Bescheide erhalten.

Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 

 

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