Jun 182019
 

Berichtszeitraum 11. Mai bis 07. Juni 2019

Foto: pixabay

Im Berichtszeitraum nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme wieder leicht zu, allerdings in sehr bescheidenem Rahmen.
Nach insgesamt 88 stillgelegten Bohrtürmen im Februar, 99 im März und 37 im April erfolgte jetzt erstmals wieder eine Zunahme um 27 Türme.
Diese Zunahme ergab sich ausschließlich durch eine starke Reaktivierung in Kanada im Bereich der Ölbohrtürme. In den USA nahm auch im Monat Mai die Zahl der im Einsatz befindlichen Türme weiter ab, um 13 Türme.

Die Zunahme in Kanada um 40 Türme im Mai teilte sich in 37 Türme für Erdöl und 3 für Erdgas.

In Summe stieg damit das Einsatzvolumen in Nordamerika wieder etwas, blieb aber weiter deutlich unter der bereits im Februar 2018 erreichten Zahl von 1.293 Türmen.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14. Dezember 2018 bei 51,20, sackten dann bis zum Jahreswechsel auf 46,32 USD/barrel ab und stiegen danach wieder kontinuierlich bis auf 53,34 USD/barrel an und bis Ende Frbruar auf 58,34 USD/barrel. Zur Zeit werden 64,47 USD/barrel gehandelt. Damit lagen die erzielbaren Marktpreise für US-Fracking-Öl wieder über der Rentabilitätsschwelle von circa 60 USD/barrel für US-Fracking-Öl. Im Verlauf des April gaben die WTI-Notierungen aber wieder leicht nach auf 61,99 USD/barrel und auch im Mai fielen die Notierungen für WTI weiter auf zur Zeit 51,70 USD/barrel.

Meine Kommentare zu den möglichen Markthintergründen sind dem Bericht zum Jahreswechsel vom 18. Januar 2019 zu entnehmen.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im Mai wieder unterschiedlich. In den USA nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Ölbohrtürme um 16 ab, in Kanada dagegen um 37 Türme zu.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 71.17895822046,00

Ende 8
1.15794021746,81
Ende 91.15593522052,13

Ende 10
1.11591320251,94

Mitte 11
1.09088919254,27

3. Wo 11
1.11090720357,03
4. Wo 111.12391520856,18

15.12.17
1.16893023856,64

19.01.18
1.26193632563,72

16.02.18
1.29397531860,74

16.03.18
1.20999021960,85

13.04.18
1.1101.00811766,74

18.05.18
1.1291.0468371,50

15.06.18
1.1981.05913966,60

13.07.18
1.2511.05419770,60

17.08.18
1.2691.05721265,00

14.09.18
1.2811.05522670,30

12.10.18
1.2581.06319571,31

09.11.18
1.2771.08119661,59

14.12.18
1.2451.07117451,20
18.01.191.2591.05020952,32

15.02.19
1.2751.05122453,34
15.03.191.1871.02618158,34
12.04.191.0881.022
66
64,47
10.05.191.051
988
6361,99
07.06.19 1.078 975
103
51,79

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 884 Bohrtürme und 230 Gasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (473), Oklahoma (101), New Mexico (101). Louisiana (68), North Dakota (56), Pennsylvania (39), Wyoming (32), Colorado (31), West Virginia (19) und Ohio (18).

Den mehr als 20 –prozentigen Rückgang der Rohölpreise seit Mitte Oktober 2018 führen die Länder der OPEC-Gruppe auf das erhöhte Angebot in den Monaten ab Juli 2018 zurück. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 4,60 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, Mitte Juli Stand 2,88 USD/mmBtu. Seit Oktober stieg der Preis dann schrittweise bis 4,40 USD und fiel dann ab Mitte Dezember deutlich bis auf unter 3,00 USD. Zur Zeit liegt er bei 2,324 USD/mmBtu.

Die internationalen Bohraktivitäten veränderten sich um 64 Türme. 1.126 Bohrtürme werden weltweit im Einsatz außerhalb Nordamerika gemeldet.

Meine Kommentare zur gesamten politisch/strategischen Lage rund um die weltweite Kohlenwasserstoff-Förderung aus dem Bericht vom 18. Januar 2019 haben weiter Bestand.
Der Nachdruck, mit dem Präsident Trump persische Öllieferungen verhindern will, kann jedoch noch allerhand Überraschungen in den nächsten Monaten auslösen und im Prinzip durch Verknappung des Rohölangebotes zu höheren Preisen in der 2. Jahreshälfte führen.

Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 18. Juni 2019

Kommentare sind derzeit nicht möglich.