Entwicklung der Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika in den Monaten August, September und Oktober 2017

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für Entwicklung der Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika in den Monaten August, September und Oktober 2017
Okt 202017
 

Volker H.A. Fritz                                                                                                                 WF, den 20.10.2017

Bericht zur Entwicklung der Bohrtürme im Einsatz in
Nordamerika in den Monaten August, September und Oktober.

Es hat sich eine deutliche Trendwende gegenüber der
ersten Jahreshälfte 2017 ergeben.

Soeben kamen die neuesten Zahlen zu den im Einsatz
befindlichen Bohrtürmen für die abgelaufene Woche durch:
In Summe hat auch im Berichtszeitraum bis 20. Oktober 2017 die
Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme in Nordamerika
nicht weiter zugenommen, sondern im Gegenteil abgenommen.

Der Rückgang im Oktober mit insgesamt 40 Bohrtürmen war kräftig.
Doch schon im September waren es in Summe 2 Stück weniger.
Die scharfe Trendwende vom August verfestigt sich also weiter.

Auch international hat sich die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme
im (nachlaufenden Berichtswesen) im September um 21 Stück abgenommen
nach bereits 7 Stück Verringerung im August.

Der Abbau in Nordamerika erfolgte dabei überwiegend beim Erdöl,
während die Erdgasexploration nur gering abnahm, allerdings von einem
deutlich geringeren Niveau aus.

Seit Ende Juli 2017 betrug der Rückgang bis 20.10.2017:
USA 763 Türme aktiv für Ölförderung auf 736 Türme
182 Türme aktiv für Gasförderung auf 177 Türme
Kanada 129 Türme aktiv für Ölförderung auf 107 Türme
91 Türme aktiv für Gasförderung auf 95 Türme
Insgesamt waren am 20. Oktober 1115 Bohrtürme in Nordamerika im Einsatz.

In den USA verteilten sie sich in der Hauptsache auf folgende Bundesstaaten:
Texas: 436 Stück, Oklahoma: 124 Stück, New Mexico: 68 Stück,
Louisiana: 65 Stück, North Dakota: 51Stück – Rest Kleinkram.

Die Trendwende ist also markant ausgefallen und verstetigt sich mit
den Oktoberzahlen. Der WTI-Rohöl-Handelspreis liegt weiterhin knapp
um und über der 50 Dollarmarke je barrel.
Damit bleibt Rohöl aus Fracking-Fördergebieten und gar den Teersand-
förderanlagen nur absetzbar, wenn deutlich unter dem Gestehungspreis
verkauft wird.
Beim Fracking-Fördergas sieht es vergleichbar aus:
die Handelspreise im U.S. Henry Hub Großhandel liegen zur Zeit bei knapp
2,90 USD/mmBtu während die Produktionskosten – je nach Fördergebiet –
ab etwa 7 USD/mmBtu liegen.

Bei solchen Voraussetzungen halten sich die Investoren zurück.

Volker Fritz
AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 20. Oktober 2017

Rotenburger Ärzte der Regionalgruppe der IPPNW laden für den 08.11.2017 nach Rotenburg zu einer Infoveranstaltung ein. Thema „Erdgasförderung: Risiken für Trinkwasser und Gesundheit“ Die Veranstaltung ist öffentlich.

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für Rotenburger Ärzte der Regionalgruppe der IPPNW laden für den 08.11.2017 nach Rotenburg zu einer Infoveranstaltung ein. Thema „Erdgasförderung: Risiken für Trinkwasser und Gesundheit“ Die Veranstaltung ist öffentlich.
Okt 202017
 

 

PRESSEMITTEILUNG                                                                       Rotenburg/Wümme – 18. Oktober 2017

Einladung zur Infoveranstaltung Rotenburger Ärztinnen und Ärzte
Erdgasförderung: Risiken für Trinkwasser und Gesundheit

Referenten:
Dr. rer. nat. Hermann Kruse, Chemiker, Institut für Toxikologie und Pharmakologie der
Universität Kiel
Dipl. Ing. Volker Meyer, Geschäftsführer Wasserversorgungsverband Rotenburg-Land

Datum und Zeit: 08. November 2017 um 19:30
Ort: Buhrfeindsaal, Elise-Averdieck-Str.17, Rotenburg/Wümme

Die besorgniserregende Häufung von hämatologischen Krebsneuerkrankungen bei Männern in der Samtgemeinde Bothel und der Gemeinde Stadt Rotenburg wurde durch die gezielte Auswertung des Niedersächsischen Krebsregisters (EKN) im Sommer 2014 aufgedeckt. Durch die Befragungsstudie des Gesundheitsamtes Rotenburg und des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen zeigte sich nun eine Assoziation der Entfernung des Wohnortes der Erkrankten von Bohrschlammgruben und Erdgasförderstellen.
Ein von der Rotenburger IPPNW-Gruppe (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.) initiierter Offener Brief vom Oktober 2015 an Sozialministerin Rundt, der von 212 Rotenburger Ärztinnen und Ärzten unterzeichnet worden war, hatte im niedersächsischen Ministerium für Gesundheit, Soziales und Gleichstellung deutlich gemacht, dass die Besorgnis um die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung höchste Priorität im Landkreis hat.
Wie geht es nun weiter? Mit welchen von den Bohrschlammgruben und Ergasförderstellen ausgehenden schädigenden Substanzen müssen wir uns auseinandersetzen? Was bedeutet das für die Gesundheit der Bevölkerung und welche Folgen ergeben sich für die Umwelt und insbesondere für unser Trinkwasser?
Mit Dr. Hermann Kruse und Dipl.Ing. Volker Meyer werden zwei ausgewiesene Experten hierzu anschaulich und verständlich Fakten vermitteln.
Veranstalter ist die IPPNW-Ärztegruppe in Kooperation mit der Ärztevereinigung zur Verbesserung der Gesundheitspflege Rotenburg.
Die Veranstaltung ist öffentlich. Für Fragen und Diskussion wird ausreichend Raum sein.
Der Eintritt ist frei.
Kontakte:
Dr. med. Christiane Qualmann, Tel.: 04261-1205, christianequalmann@t-online.de
Dr. med. Matthias Bantz, 0172-4157355, Bantz-ROW@t-online.de
Dr. med. Christoph Dembowski, Tel.: 04 261-4016

 Veröffentlicht von am 20. Oktober 2017

Weitere 47 nordamerikanische Förder- und Servicefirmen haben 2017 bis zum 31.07. Konkurs angemeldet, wobei die Service- firmen über 2/3 beteiligt waren. Gesamtvolumen jetzt 114,5 Mrd USD.

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für Weitere 47 nordamerikanische Förder- und Servicefirmen haben 2017 bis zum 31.07. Konkurs angemeldet, wobei die Service- firmen über 2/3 beteiligt waren. Gesamtvolumen jetzt 114,5 Mrd USD.
Okt 152017
 
 

Volker H.A. Fritz                                                                                        Wolfenbüttel, den 13.10.2017

im AK Fracking
Braunschweiger Land
Mitglied im Zusammenschluss
„Gegen Gasbohren“

Bericht-1

Fortschreibung der entstandenen Schäden in Nordamerika durch Konkurse von Förder– und Service-Unternehmen der Öl- und Gasindustrie 2015/2016 und 2017 bis 31.07. sowie und Wall Street Verluste

Nach dem OPEC-Übereinkommen vom 29.11.2016, die Produktion ab Januar 2017 um einige Prozente zu drosseln, hatte sich in Nordamerika, trotz der momentan schlechten Lage wieder etwas Optimismus verbreitet, und die Bohraktivitäten nahmen seit Mitte 2016-wieder stetig zu, wenn auch noch auf niedrigem Niveau.

Die Tatsache, dass einige Förderländer außerhalb der OPEC ebenfalls natürlich sinkende Fördererträge für 2017 erwarteten, verstärkte die Erwartungen der nordamerikanischen Unternehmen (Mexiko, Kolumbien, Ägypten, Oman u. weitere). Die Zahl der Konkurse bei der Förderfirmen war schon in den letzten Monaten 2016 abgeflacht, bei den Service-Firmen gingen sie hingegen weiter.

Auch in der ersten Hälfte 2017 gab es bei den Förderfirmen nur noch wenige Konkurse kleinerer Firmen mit vergleichsweise geringen Konkurssummen. Unter den Servicefirmen ging es bis zur Jahresmitte 2017 nur geringfügig abgeschwächt weiter.

Auf der Basis der HaynesBoone-Listen gebe ich die nachfolgenden Daten wieder.

http://www.haynesboone.com/publications/energy-bankruptcy-monitors-and-surveys

 

Förderfirmen     Anzahl Konkurse / Konkurswert gesamt

                               Stück                             Mrd USD____

 2015    :            44                               17,378

 

2016    :            70                               56,8

 

 07/2017            14                                  5,1

 

gesamt             128                           ca. 79,3

 

 

Servicefirmen     Anzahl Konkurse / Konkurswert gesamt

                               Stück                             Mrd USD____

  2015    :           39                                  5,312

 

2016    :           72                                13,381

 

 07/2017    :       33                              ca.16,4

 

gesamt               144                            ca. 35,2

 

 

bis 31.07.2017:    Konkursvolumen gesamt  = 272      114,5 Mrd USD

Hinzu kommen noch die Ausbuchungsverluste der Großkonzerne auf nicht realisierbare Fördervolumina, auf zu hoch angesetzte Bewertungen von Förderpotentialen und Verlustabschreibungen:

BHP Billiton 7,2 Mrd USD; Samson Resources 7,1 Mrd USD, Itochu 1,0 Mrd USD;

Sumitomo 1,2 Mrd USD; Continental Resources 7,1 Mrd USD; Hess 2,95 Mrd USD;

Chesapeake ????     u. weitere    gesamt ca. 26 bis 30 Mrd USD

 

Die Entwicklung der Konkurse in Nordamerika hat sich, wie schon erwartet, in den vergangenen Monaten deutlich beruhigt, aber nicht aufgehört. Seit Jahresbeginn 2017 sind die Konkurse der Förderfirmen fast zum Stillstand gekommen. Bei den Service-Unternehmen war der Anstieg bis 31.07.2017 noch fast ungebremst, wenn auch jetzt kleinere Unternehmen zu einem geringeren Anfall an Konkurssummen führen.

Die Zahl von 47 neuen Konkursen seit der Meldung vom Dezember 2016, bei nur geringen Veränderungen des Gesamtvolumens aller Konkurse, bestätigt, dass überwiegend kleine Förder- und Service-Firmen noch in Konkurs gingen. Der weitaus größte Teil dieser Förderfirmen , mit ca. 50%, war in Texas domiziliert. Danach folgte Delaware und Kanada. Bei den Service-Firmen kam auch Texas an erster Stelle mit ca. 50%, gefolgt von Delaware und Louisiana mit je etwa 10%.

Kanada ist  – entsprechend seiner viel geringeren Aktivitäten – an den Konkursen der Förderfirmen mit ca. 15% und an den Konkursen der Service-Firmen mit ca. 5% beteiligt.

Der Hintergrund zu dieser Entwicklung ist in den noch zu geringen erlösbaren Preisen für Crude Oil (um 50 USD/barrel für WTI) und für Erdgas (um 2,85 USD/mmBtu – Henry Hub-Preis) zu sehen. Es ist im Bereich der Fracking-Förderung bis jetzt noch kein Geld zu verdienen in Nordamerika, sondern man muss Preise unter dem Volldeckungsniveau akzeptieren, um liefern zu können.

Die Zahl der Konkurse wird sich daher bis zum Jahresende 2017 noch deutlich erhöhen, weil weiteren kleinen Unternehmen „die Puste“ ausgehen wird und weil „Investoren“ zur Zeit kein Interesse haben, in das Geschäft wieder einzusteigen, das für viele von ihnen große Verluste gebracht hat.

Der Stillstand seit August 2017 bei der Wiederinbetriebnahme weiterer Bohrtürme in Nordamerika ist ein deutliches Signal.

Volker Fritz

 Veröffentlicht von am 15. Oktober 2017

Aufruf der BI Witten für sauberes Wasser zum Global Frackdown Day 2017

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für Aufruf der BI Witten für sauberes Wasser zum Global Frackdown Day 2017
Okt 122017
 

STOP Fracking –

Bürgerinitiative Witten für sauberes Wasser

c/o Ulla Weiß, Oberstraße 64, 58452 Witten

Witten, den 12.10.2017

 

Stop Fracking – Hier und weltweit!

Die Wittener Bürgerinitiative STOP Fracking fordert anlässlich des Global FrackDown-Tags am 14.10.2017 alle Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft auf, sich für ein Ende von Fracking einzusetzen.

Hydraulic Fracturing (Fracking) zeichnet sich in vielerlei Hinsicht als das Umweltthema unserer Zeit ab. Es berührt jeden Aspekt unseres Lebens – das Wasser, welches wir trinken, die Luft, die wir atmen, und die Gesundheit der Menschen in unseren Städten und Gemeinden – während es außerdem das Weltklima bedroht.

Der großflächige Einsatz der Fracking-Technik (vornehmlich in den USA und Kanada) über mehr als eine Dekade hat gezeigt, wie schädlich und zerstörerisch diese Fördermethode sein kann. Dies wurde durch zahlreiche – von Fachleuten überprüfte – unabhängige wissenschaftliche Studien bestätigt.

Die Frackingindustrie verbraucht Fläche und Wasser im großen Maßstab. Durch die Herstellung eines Netzwerks von tausenden Bohrplätzen hat Fracking einen signifikanten Einfluss auf die Entwicklung der betroffenen Regionen. Der Einsatz der Technik wirkt sich also zwangsläufig auf Siedlungen sowie kulturell sensible Regionen und Umweltschutzgebiete aus.

Im globalen Maßstab stellen die flüchtigen Methanemissionen aus der Erdgasproduktion ein sehr signifikantes, aber größtenteils ignoriertes Problem dar. Im Durchschnitt werden knapp vier Prozent der Gesamtproduktion aller Erdgasförderstellen in die Atmosphäre emittiert. Dies geschieht durch Leckagen und Ausblasen an den Förderstellen sowie während der Lagerung und beim Transport zum Verbraucher. Für gefrackte Erdgasbohrungen ist die Datenlage unklarer, doch sind deren Methan-Emissionen in etwa dreimal höher als bei der Förderung von Gas aus Gasblasen. Methan ist ein deutlich stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid.

In der Klimavereinbarung von Paris soll der Anstieg der globalen Temperatur deutlich unter 2 Grad Celsius gehalten werden. Diese äußerst wichtige Festlegung von Paris lässt kaum Raum für Interpretation, denn wir haben nicht mehr viel Zeit, bevor diese Schwellenwerte erreicht werden. Im Jahr 2016 haben wir bereits die 1,1 Grad erreicht und die 1,5 Grad werden – mit den derzeitigen Emissionen – in weniger als 10 Jahren erreicht.

Deshalb stellen wir – als Teil einer geeinten und ständig wachsenden weltweiten Gemeinschaft – folgende Forderungen:

• Ein sofortiges ausnahmsloses Verbot sämtlicher Formen von Fracking bei der Erforschung, Aufsuchung und Gewinnung fossiler Energieträger. Dieses Verbot soll unabhängig davon sein, ob die Rissbildung mit oder ohne den Einsatz von Chemikalien, hydraulisch oder auf andere Art und Weise erzeugt wird.

• Ein generelles Import- und Handelsverbot von „gefrackten“ fossilen Energieträgern.

• Ein generelles Verbot der Verpressung des Rückflusses oder der unterirdischen Ablagerung von Fluiden und Lagerstättenwässer aus der Förderung von Kohlenwasserstoffen.

• Sofortige und erhebliche Anstrengungen für einen sozialverträglichen Übergang zu 100 % erneuerbarer Energie sowie ein deutliches Ankurbeln von Energieeffizienzmaßnahmen.

Wir müssen um der Zukunft Willen handeln. Der Zeitpunkt ist richtig und die Zeit dafür ist jetzt!

Mit freundlichen Grüßen

Ulla Weiß/ Für die Bürgerinitiative STOP Fracking Witten

 Veröffentlicht von am 12. Oktober 2017

Aufruf zum „Global Frackdown Day“ am 14. Oktober 2017

 "Ban Fracking", Allgemein  Kommentare deaktiviert für Aufruf zum „Global Frackdown Day“ am 14. Oktober 2017
Okt 122017
 

Als Ermutigung und Erinnerung:

Korbacher Resolution der Bürgerinitiativen gegen Fracking

Am 4. und 5. Mai 2013 haben sich in Korbach die unten aufgeführten Anti-Fracking-Initiativen aus Deutschland zur stärkeren Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch getroffen.

Folgende Forderungen richten wir an Bund, Länder und die Europäische Union:

• Ein sofortiges ausnahmsloses Verbot sämtlicher Formen von Fracking bei der Erforschung, Aufsuchung und Gewinnung fossiler Energieträger. Dies ist unabhängig davon, ob die Rissbildung mit oder ohne den Einsatz giftiger Chemikalien, hydraulisch oder andersartig erzeugt wird.

• Ein generelles Import- und Handelsverbot von „gefrackten“ fossilen Energieträgern.

• Ein generelles Verbot der Verpressung des Rückflusses oder der untertägigen Ablagerung von Fluiden und Lagerstättenwässer.

• Eine Novellierung des Bergrechts. Die höchsten Umweltstandards und Beteiligungsrechte der Öffentlichkeit haben im Fokus der Novellierung zu
stehen.

• Ein konsequentes Umsetzen der politisch beschlossenen Energiewende, d.h. Abkehr von fossilen Brennstoffen, Ausbau der erneuerbaren Energien und Steigerung der Energieeffizienz.

Initiativen
AG Post Fossil Kassel (HE)
AK Fracking Braunschweiger Land (NI)
Aktionsbündnis No Moor Fracking (NI)
BI „No Fracking“ Völkersen (NI)
BI Fracking freies Hessen
BI für ein lebenswertes Korbach (HE)
BIGG Drensteinfurt (NRW)
BIGG Hamm (NRW)
BIGG Hochsauerland (NRW)
BIST e.V. Herbern (NRW)
Stop Fracking BI Witten für sauberes Wasser (NRW)
BUND Bodensee-Oberschwaben (BW)
BUND Hessen
BUND Kassel (HE)
BUND KV-Schwalm-Eder (HE)
BUND-AG „Wir gegen Fracking“ Lüneburg (NI)
Food & Water Europe
Hamminkeln Gegen Gasbohren (NRW)
IG Fracking-freies Artland e. V. (NI)
IG Gegen Gasbohren Borken (NRW)
IG Rees gegen Gasbohren e. V. (NRW)
IG Schönes Lünne (NI)
Initiative no Fracking „InoFrack“ (NRW)
No Fracking in Mühlheim an der Ruhr (NRW)
NRÜ gegen Fracking e.V. (NI)
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)

Offener Brief an die niedersächsische Landesregierung zum Schutz des Trinkwasservorkommens der „Rotenburger Rinne“ vor den geplanten Aktivitäten von ExxonMobil

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für Offener Brief an die niedersächsische Landesregierung zum Schutz des Trinkwasservorkommens der „Rotenburger Rinne“ vor den geplanten Aktivitäten von ExxonMobil
Okt 092017
 

Volker H.A. Fritz                                                                            38302 Wolfenbüttel, den 05.10.2017

 

Offener Brief

An den Ministerpräsidenten Weil

des Bundeslandes Niedersachsen

in Hannover

 

Betreff: Schutz des bedeutenden Trinkwassergewinnungsgebietes

„Rotenburger Rinne“ vor Gefährdungen durch die beabsichtigteFracking-Förderung von Erdgas

 

Sehr geehrter Herr Weil,

vor unser aller Augen soll wirklich Unglaubliches geschehen: ExxonMobil will unterhalb der wertvollen Aquifere „Rotenburger Rinne“ die bereits vorbereitete Erdgas-Förderbohrung „Bötersen Z 11“ an der B 75, südwestlich von Bötersen im Landkreis Rotenburg/Wümme in der Ablenkung deutlich verlängern und fracken. Danach ist Erdgasförderung geplant.

Die Bohrung ist 4.800m tief und wird horizontal nach Nordosten hin mehrere km reichen, bis unter die Ortschaft Bötersen. Damit führt sie direkt unter dem westlichen Arm der „Rotenburger Rinne“ hindurch.

ExxonMobil hat verlautbart, dass Einrichtungen zum Grundwassermonitoring bereits installiert worden seien. Doch damit wird ein Schadenseintritt ja nur gemeldet, aber nicht verhindert.

Der Landkreis Rotenburg hat, wegen der besonderen Bedeutung dieser Aquifere als Trinkwassergewinnungsgebiet für die Kreisgemeinden, das gesamte Gebiet der „Rotenburger Rinne“ in der regionalen Raumplanung als „Vorranggebiet für die Trinkwassergewinnung“ ausgewiesen. Auch der Stadtstaat Bremen bezieht in erheblichen Mengen Trinkwasser aus der „Rotenburger Rinne“. Die überarbeiteten Gesetze zur Regelung der Fracking-Förderung in Deutschland enthalten leider nicht eindeutige Vorschriften zum Schutz von Trinkwassergewinnungsgebieten im Untergrund.

Es liegt nun an Ihnen, an der Landesregierung Niedersachsen, durch entsprechende klare Vorgaben sicher zu stellen, dass der beabsichtigte und notwendige Schutz der derzeitigen und der möglichen künftigen Trinkwassergewinnungsgebiete dauerhaft gegeben ist.

Die Trinkwasserversorgung muss auch für Generationen nach uns gesichert werden.

Den Behauptungen der Förderindustrie, dass ihre Förder- und Verpressbohrungen „sicher“ und „dauerhaft dicht“ seien, dürfen wir alle keinen Glauben schenken. Sie sind es in der Tat nicht. Zum Teil sind sie von Anfang an nicht in Ordnung, zum Teil werden sie im Verlauf von Jahren und Jahrzehnten undicht und lassen ihre Inhalte in den umgebenden Untergrund entweichen. Gibt es dann Aufstiegsmöglichkeiten außen entlang der Bohrungen, können Inhalte bis zu den Trinkwasser führenden Schichten aufsteigen. Zum anderen, wenn die später ausgeförderten, druckabgesenkten Bohrungen aus der Fracking-Förderung zum Verpressen benutzt werden, sind aus den Frack-Beaufschlagungen ja die Bodenstrukturen „aufgelockert“ das heißt zerstört und rissig.

Das bietet dann auch verpressten Flüssigkeiten die Möglichkeit, sich über diese Risse in die Umgebung auszubreiten – und auch nach oben.

Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland gefördertes Erdgas der Sorte „L“ in Kürze nicht mehr in deutschen Haushalten verwendet werden soll, sondern nur noch Import-Erdgas der Qualität „H“, entsprechend den Vorstellungen der Erdgaslieferanten in Deutschland, macht es auch keinen Sinn, in die geplante Schiefergasförderung ab 2021 einzusteigen, denn dieses Erdgas könnten deutsche Verbraucher nach der Umstellung auf „H-Gas“, die gerade begonnen hat, nicht mehr nutzen.

Angesichts der heraufziehenden Klimakatastrophe mit einer Überwärmung der Atmosphäre durch zu hohen CO2-Eintrag aus der Kohlenstoff-Verbrennung und durch riesige Mengen an unverbrannt entweichendem Methan, ist es unbedingt notwendig schnellstens auf andere Energiegewinnungsformen umzusteigen und vor allem schnell die Erdgasnutzung zurück zu fahren, anstatt ihre jahrzehntelange weitere Nutzung anzustreben. Erdgas ist kein geeigneter „Brückenbrennstoff“ für den Übergang zu den regenerativen Energien in „einigen Jahrzehnten“. Erdgas ist, global betrachtet, der Beschleuniger der Klima-Überwärmung und damit – wenn es so weiter geht wie bisher- des Untergangs der Menschheit.

Wir haben nur noch die nächsten etwa 20 bis 25 Jahre Zeit, um weltweit gemeinsam zu verhindern, dass die allerschlimmsten denkbaren Auswirkungen eintreten.

Danach werden selbst beschleunigende globale Regelkreise, die unserer Kontrolle entzogen sind, unabhängig weiter wirken. Einige davon sind inzwischen schon bekannt. Was nicht bekannt ist, ist die Größe ihrer Beschleunigung durch die Regelschleifen.

Mit der zu erwartenden globalen Klimaverschiebung sehen Wissenschaftler heute voraus, dass es in Deutschland heißer werden wird, dass die Menge der Niederschläge pro Jahr insgesamt deutlich abnehmen könnte und dass es, wenn Gewitter auftreten, zu den schon vereinzelt erlebten Starkniederschlägen mit Überschwemmungen kommen dürfte. Insgesamt wird Trinkwasser dann ein rares und teures Gut werden, das nicht mehr mit der heutigen Selbstverständlichkeit beliebig zur Verfügung steht.

Um so wichtiger ist es daher heute, die Wasservorräte im Boden zu schützen. Deshalb dürften in Trinkwassergewinnungsgebieten weder Bohrungen zur Förderung von Kohlenwasserstoffen, noch zur Verpressung von Abfallwässern niedergebracht oder weiter unterhalten werden, wenn sie schon vorhanden sind. Dazu gehört auch ein genügend großer Sicherheitsabstand außerhalb der Zone III ausgewiesener Trinkwassereinzugsgebiete, denn entnommene Wassermengen werden durch den unterirdischen Zustrom von außerhalb der Gewinnungsgebiete ersetzt.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Weil,

nehmen Sie Ihre Verantwortung ernst und schützen Sie zumindest die heutigen Trinkwasservorkommen in Niedersachsen, die als Aquifere vorliegen und solche Vorhaltegebiete, die künftig einmal zur Trinkwassergewinnung genutzt werden können vor der Schädigung durch die Öl- und Gasförderung.

Mit freundlichen Grüßen

Volker Fritz

(Mitglied im Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“)

 Veröffentlicht von am 9. Oktober 2017