Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika Monat November 2017: nach über 3-monatigem Rückgang der Gesamtzahl, im November erstmals wieder ein kleiner Anstieg.

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Nov 192017
 

Volker H.A. Fritz                             Wolfenbüttel, den 19.11.2017       

Bericht zum Monat November 2017, Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

Berichtszeitraum 20.10.2017 bis 17.11.2017

Im November 2017 zeichnet sich eine erneute Trendwende ab, nachdem die Rohölpreise WTI in den USA deutlich angestiegen sind. Offenbar haben nun einige Firmen wieder Mut gefasst, in Kürze bei den Rohölpreisen die 60-Dollar-Grenze pro barrel WTI Crude überspringen und dann wieder mit der Fracking-Ölförderung Geld verdienen zu können.   Allerdings, seit 2 Tagen fällt der Ölpreis wieder.

Der Anstieg der US-Rohölpreise in den letzten 8 Wochen wirkte sich in den letzten 2 Wochen auf die Bohraktivitäten in Nordamerika aus. Seit letzter Woche steigt die Zahl der Bohrtürme im Einsatz wieder. Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang:

Monat     gesamt im     USA     Kanada      US Rohölpreis WTI
              Einsatz                                             USD/barrel  ____

Ende 7        1.178          958         220                46,00

Ende 8        1.157          940         217                46,81

Ende 9        1.155          935         220                52,13

Ende 10      1.115          913          202                51,94

Mitte 11       1.090         889         192                ,54,27

3.Wo 11       1.110          907         203                57,03

4.Wo 11       1.123          915          208               56,18

Die Zahl der Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika fiel also seit Ende Juli bis Mitte November von 1.178 auf 1.090. Danach, bei einem um 24% gestiegenen WTI-Preis für Rohöl , dicht unter 60,00 USD/barrel, begann die Fracking-Ölförderung wieder lohnend zu werden.Und die Förderer haben gerade in der letzten Woche erstmals nach 3 1/2 Monaten des Rückganges, wieder mehr Türme in Betrieb genommen. Und auch in dieser Woche bis zum 17.11.17 nahm die Zahl der Türme wieder weiter zu. Doch dann sackte in der Woche der Rohölpreis WTI wieder ab auf deutlich unter die 60-Euro-Schwelle. Insgesamt ist noch nicht wieder die Zahl der Bohrtürme im Einsatz von Ende Juli 2017 erreicht. Bis dahin fehlt noch einiges.

Ob der Ölpreis dieses Niveau halten wird und ob weiter Bohrtürme reaktiviert werden, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Das US-Statistik-Amt jedenfalls hat festgestellt, dass in diesem Herbst erstmals seit 4 Jahren der gelagerte Ölvorrat der USA einen leichten Rückgang zu verzeichnen hat.
Diese Tatsache führe ich aber nicht auf reduzierte globale Produktion mit der Wirkung einer Verknappung des Angebotes zurück, sondern auf die Produktionsausfälle   während der Hurricane-Tage im Oktober, die mehrere Großraffinerien im Raum Houston zu verzeichnen hatten, mit anschließenden Aufräumungsarbeiten, ehe wieder voll produziert werden konnte.

Es ist also eher damit zu rechnen, dass es nicht zu einer echten Verknappung des Angebotes kommen wird und dass die Rohölpreise sich wieder um  etwa 55.00 USD/barrel für WTI oder gar noch darunter einpendeln werden.

Die Situation der Kohlenstoff-Energiebranche wird aber von großen institutionellen Anlegern durchaus kritisch gesehen, weil der große Zuwachs bei den regenerativen Energien, gerade und auch in den USA, den fossilen Erzeugern Märkte wegnimmt.

So hat zum Beispiel gerade erst am 16.11.17 der norwegische Sovereign Wealth Fund, der weltweit größte institutionelle Anleger mit einem Gesamtvolumen von 1.000 Mrd USD öffentlich davon abgeraten, weiterhin in Papiere der Öl- und Gasförderung zu investieren. Ferner will man sich von Beteiligungen des Funds in diesem Sektor trennen. Im Besitz des Funds sind Öl- und Erdgasaktien der Konzerne Shell, BP, Chevron, ExxonMobil, Eni, Total, Lundin Petroleum und ein über 60%iger Anteil an der norwegischen StatOil. Insgesamt hat man 37 Mrd USD in diesem Bereich investiert, die man jetzt veräußern will.

Der Großturbinenmarkt zur Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen (Erdgas und Erdöl) ist global ebenfalls ins Straucheln gekommen. Es gibt global Kapazitäten für die Produktion von jährlich ca. 400 großen Industrieturbinen, aber der Markt ist auf ca. 110 Stück/Jahr geschrumpft.

Die beiden führenden Anbieter auf diesem Gebiet sind General Electric und Siemens. Sie haben dadurch jetzt riesige Probleme in diesen Bereichen. Siemens steht allerdings viel besser da, als GE. Dennoch wird Siemens 6,900 der etwa gesamt 13.000 Mitarbeiter weltweit entlassen, davon 3.000 in Deutschland.

GE hat am 13.11.17 verkündet, dass der Konzern „verschlankt“ werden soll und dass man die Bereiche Energie, Luftfahrttechnik und Gesundheit weiter führen wird, während alle anderen verkauft werden sollen. Die Dividende für 2017 wird halbiert und ähnliches für 2018 bereits angekündigt. Die Folge an der New Yorker Börse war ein 5,9%iger Kursverlust . GE ist auch Mehrheitseigentümer von Baker Hughes. Dieses Geschäft soll ganz abgegeben werden.

Da sind also große Turbulenzen in den US-Märkten aufgetreten, die auch viele Anleger beunruhigen. Weitere Umwälzungen sind denkbar, denn auch die Rockefeller Familie ist aus dem fossilen Bereich ganz herausgegangen und die „Divestment-Bewegung“ in den USA hat an Stärke laufend zugenommen, die allen Anlegern dringend rät: „Legt Euer Geld nicht in fossilen Aktien an, es könnte verloren sein. Fossil ist gestern, die Zukunft ist regenerativ!“

Die Abkehr des Riesen GE aus dem Öl- und Erdgasgeschäft wird die Unsicherheit der Anleger noch vergrößern. Hinzu kommt die Koalition aus 20 US-Bundesstaaten, über 110 Großstädten, davon 51 Metrolpolregionen und weit über Tausend US-Unternehmen (darunter 60 der größten US-Konzerne), die in Bonn am 14.07.2017 eine Erklärung abgegeben haben,  „America‘ s Pledge“ vertreten von Michael Bloomberg, ex-Bürgermeister von New York, dass sie im Pariser Klimaabkommen bleiben wollen und für sich das Abkommen auch umsetzen werden, weil sie von der Notwendigkeit überzeugt sind.

Sie alle zusammen vertreten 56% aller Amerikaner

60% des Brutto-Inlandsproduktes der USA

40% der gesamten US Treibhausgasverursacher

Und sie haben angekündigt, dass sie die Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens erfüllen wollen, egal, ob die US-Bundesregierung unter Präsident Trump da mitmacht, oder nicht. Eine solche Großbewegung hat es in den USA wohl noch nie gegeben und auch das macht Anleger nachdenklich, weil die Ziele dieser Koalition ganz klar die schnelle Reduzierung der Treibhausgase und der schnelle Übergang auf regenerative Energieversorgung sind. Die 20 Einzelstaaten wollen schnellstens eigene Gesetze erlassen, die die Obama-Inhalte in ihren Landesgrenzen weiter gültig halten und so die Erleichterungen der Trump-Administration für die Förderindustrie in ihren Staatsgebieten unwirksam werden lassen.

Die nächsten Monate werden sehr spannend.

Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 19. November 2017

Bohrschlamm: Krebserregende Stoffe auf bis zu 18 Äckern und Bolzplätzen in Schleswig-Holstein?

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Nov 042017
 

PM von Dr. Patrick Breyer, Mitglied der Piratenpartei in
Schleswig-Holstein (ehem. Landtagsabgeordneter in S-H)

Krebserregende Stoffe auf Äckern und Bolzplätzen in Schleswig-Holstein?

Nachdem die Piratenpartei 2016 bis zu 70 giftige Bohrschlammgruben in
Schleswig-Holstein aufgedeckt hat[1], hat Umweltminister Habeck heute
den Abschlussbericht einer landesweiten Untersuchung im Wortlaut
veröffentlicht.[2] Dem Bericht zufolge ist bei 18 Gruben eine Gefährdung
von Mensch und Umwelt „nicht auszuschließen“, darunter befinden sich
auch ein Bolzplatz und landwirtschaftlich genutzte Äcker. Dazu Patrick
Breyer (Piratenpartei):

„Warum lässt der grüne Umweltminister Robert Habeck die Ölkonzerne
ungeschoren davon kommen, während sie in Niedersachsen längst in einen
Untersuchungsfonds einzahlen? Und warum verweigert Schleswig-Holstein
zur Verhinderung einer erneuten Erdölförderung die Aufnahme eines
Fracking-Verbots in das Landeswassergesetz, wie von unserer
Volksinitiative gefordert?[3]

Im Zuge dieser langwierigen Begutachtung wurde keine einzige giftige
Hinterlassenschaft der Erdölförderung im Norden saniert oder auch nur
Proben entnommen. Dass gleichzeitig mangels ‚Hinweisen‘ auf eine
Gefährung teilweise Entwarnung gegeben wird, ist grob fahrlässig.

Es macht mich sprachlos, dass unsere Behörden jahrelang die
landwirtschaftliche Nutzung selbst derjenigen Äcker zulassen, bei denen
der Verdacht auf giftigen Bohrschlamm offiziell anerkannt ist.
Krebserregende Hinterlassenschaften der Ölindustrie könnten so den Weg
in unsere Lebensmittel finden. Solche Flächen müssen sofort auf giftige
Rückstände untersucht und erforderlichenfalls stillgelegt werden!

Außerdem müssen alle Bohrschlamm-Verdachtsflächen endlich
grundstücksscharf im Internet veröffentlicht werden – auch diejenigen,
die künftig gefährlich werden können (Kategorie A2). Landwirte, Pächter
und Käufer von Ackerflächen haben derzeit bei uns in Schleswig-Holstein
vielfach keine Chance, potenziell belastete und vergiftete Flächen zu
erkennen und zu meiden.“

[1] Giftiger Bohrschlamm in bis zu 70 Schleswig-Holsteinischen Städten
und Gemeinden: http://www.patrick-breyer.de/?p=560819

[2] Abschlussbericht:
http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl19/umdrucke/00200/umdruck-19-00233.pdf

[3] Volksinitiative zum Schutz des Wassers: http://vi-wasser.de

Ansprechpartner:

Dr. Patrick Breyer, Tel: +49 431 988 1638

pbreyer@piratenpartei-sh.de
 Veröffentlicht von am 4. November 2017

Zusammenfassender Bericht zu den neuesten Erkenntnissen über die Klima-Entwicklung, Stand 31.10.2017

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Nov 032017
 

Volker H.A. Fritz                                                                                  Wolfenbüttel, den 03.11.2017

Zusammenfassender Bericht zu den neuesten Erkenntnissen
über die Klima-Entwicklung, Stand 31.10.2017

Die verschiedenen Einzelberichte stammen aus folgenden Quellen:
http://www.truth-out.org/news/item/42413-scientists-warn-of-ecological-armageddon-….
dpa-Pressemitteilung vom 31.10.2017 Genf „Rekordanstieg der CO2-Werte“
https://www.ecowatch.com/un-climate-action-emissions-2504302543.html?utm_source=
EcoWatch+List&utm_campaign=6d40d4d209-EMAIL_CAMPAIGN&utm_medium=
email&utm_term=0_49c7d43dc9-6d40d4d209-86122117

https://www.ecowatch.com/greenhouse-gas-levels-2503831950.html

Die bedrohlichen Nachrichten nehmen weiter zu !

Die Weltwetterorganisation WMO gab am 30.10. in Genf bekannt, dass der
CO2-Gehalt in der Atmosphäre inzwischen 403,3 ppm in 2016 erreicht hat, während
es 2015 noch 400 ppm waren.
In der Bewertung fügte die WMO ein Diagramm der CO2-Gehalte während der
letzten 400.000 Jahre an. Da gab es immer wieder Zeiten mit höheren CO2-Werten
in periodischen Wellen. Die Maximalwerte der Vergangenheit erreichten dabei
ca. 280 ppm. Seit Beginn der Industrialisierung 1800 steigt der CO2-Gehalt jedoch
über alle früheren Höchstwerte hinweg an und erreichte 1950 310 ppm.
Mittlerweile haben wir 400 ppm überschritten und es geht weiter steil bergauf.
Untersuchungen von Eisproben haben gezeigt, dass der CO2-Gehalt lt. WMO in
den letzten 800.000 Jahren nie über 280 ppm gestiegen ist.

Aber nicht nur CO2 zeigt hohe Werte. Auch die beiden anderen Treibhausgase
Methan und N2O (Distickstoffoxid) wiesen 2016 hohe Konzentrationen auf.
Methan erreichte einen neuen Höchstwert mit 1,853 ppb und lag damit um 257%
über dem vorindustriellen Niveau.
N2O erreichte einen Höchstwert von 328,9 ppb und lag damit um 122% über dem
vorindustriellen Niveau. Besonders die schützende Ozon-Schicht der Atmosphäre,
die uns vor den schädlichen UV-Strahlen des Sonnenlichtes schützt, wird durch
N2O beschädigt.

Die WMO wird endlich deutlich in ihren Aussagen !

Die WMO kommentiert dazu:“Das letzte Mal erlebte die Erde eine vergleichbare
Konzentration von CO2 in der Atmosphäre vor 3 bis 5 Millionen Jahren. Da war
die globale Temperatur um 2 bis 3 Grad Celsius wärmer und die Meeresspiegel
waren 10 bis 20 m höher als heute“.
Als Gründe für den CO2-Anstieg sieht die WMO:
„Bevölkerungswachstum, Intensiv-Landwirtschaft, zunehmende Landnutzung
und Entwaldung, Industrialisierung (und mit dieser zusammenhängende Nutzung
fossiler Brennstoffe), haben alle zur Zunahme des Anteils der Treibhausgase in der
Atmosphäre beigetragen – seit Beginn des Industrie-Zeitalters 1750“.

Die WMO warnt: „Ohne schnelle Reduzierung des Ausstoßes von CO2 und
anderer Treibhausgase werden wir zum Ende des Jahrhunderts in gefährliche
Temperaturerhöhungen kommen, weit über den Zielen des Pariser Klima-
abkommens von 2015“
„Selbst wenn die Verpflichtungen und verkündeten Reduzierungsziele aller
Staaten des Pariser Abkommens vollständig umgesetzt werden, ist es sehr
wahrscheinlich, dass die globale Temperatur um  mindestens 3 Grad Celsius
ansteigen wird“.
„Ein Jahr nach dem Inkrafttreten des Pariser Abkommens befinden wir uns in
einer Situation wo wir nicht genug tun, um Hunderte Millionen Menschen
vor einer schlechten Zukunft zu bewahren. Das ist nicht hinnehmbar.
Wenn wir in die richtigen Technologien investieren und auch den privaten
Sektor mit engagieren, können wir unser Versprechen an unsere Kinder,
ihre Zukunft zu bewahren, noch einhalten. Aber wir müssen jetzt handeln!“

Wieder ein Warnruf von Dahr Jamail:

In dem Klima-Beitrag von Dahr Jamail im Portal Truth-Out.org berichtet
dieser über neue Entwicklungen, von denen er Kenntnis erhalten hat oder deren
Zeuge er selbst in jüngster Zeit war:
An den Küsten Nord-Alaskas, wo der Permafrostboden aufgetaut ist,
frisst der Arktische Ozean mit verstärktem Wellengang den Küstensaum ab.
Böschungskanten von 7,5 m Höhe werden von den Wellen weggewaschen
und verschwinden im Meer, weil der dunkelbraune Boden keine Festigkeit hat.
Mehr als 30 Eingeborenen-Siedlungen, die in früheren Zeiten am Meer ent-
standen, werden über kurz oder lang verschwunden sein, weil sie überflutet werden.
All diese Menschen müssen umgesiedelt werden und verlieren ihre seit
Jahrtausenden angestammten Wohnplätze.
Und das, obwohl wir erst plus 1,1 Grad Celsius über der vorindustriellen
globalen
Durchschnittstemperatur erreicht haben.

Eine zunehmende Zahl von Wissenschaftlern ist zu dem Schluss gekommen,
dass wir uns bereits mitten im 6. Massensterben der Erde befinden.
Pflanzen und Tierarten, die zusätzlich zu ihrem eigen Wert zu den wichtigen
Grundlagen der menschlichen Ernährung zählen, sind genau so gefährdet wie
unsere schnell aussterbenden Wildtiere.
Ann Tuttwiler von Bioversity International erklärt dazu:
„Wenn wir uns eine Sache nicht leisten können, dann ist es das Verschwinden
von Arten, die die Ernährung von jedem der 7 Milliarden Menschen auf unserem
Planeten sichern!“

In der Zwischenzeit verlieren 14 Millionen Menschen rund um den Globus ihre
Häuser durch Flutwellen und Stürme, die durch die menschengemachte
Klimazerstörung (ACD) verstärkt wurden.
Wenn auch kein einzelnes Wetterereignis ausschließlich auf ACD zurückgeführt
werden kann, stimmen die Wissenschaftler darin überein, dass ACD zur Zahl und
Gewalt dieser Wetterphänomene beiträgt.

Das Verschwinden von 75% aller Fluginsekten in Deutschland in den letzten 25
Jahren ist ein Alarmzeichen höchster Bedeutung für die gesamte Erde.
Geschockte Wissenschaftler kommentieren das so:“Insekten machen 2/3 allen
Lebens auf unserer Erde aus. Wir machen weite Landstriche unbewohnbar für
die meisten Lebensformen und sind auf dem Weg in die globale ökologische
Katastrophe. Wenn wir die Insekten verlieren, wird alles zusammenbrechen“.

Eine weitere Hiobsbotschaft des Journals SCIENCE:
Die tropischen Wälder der Erde sind jetzt so weit abgebaut, dass sie inzwischen
mehr CO2 emittieren, als der gesamte Fahrzeugverkehr in den USA.
Gesunde Wälder würden CO2 aus der Atmosphäre binden, während Wälder, die
durch Trockenheit, Waldbrände und Abholzung geschwächt sind, das vorher gebundene
CO2 wieder abgeben.

Und noch eine Warnung:
Ein weiterer Regelkreis, der sich der menschlichen Kontrolle entzieht, ist in einer
über 26 Jahre durchgeführten Untersuchung entdeckt worden, deren Ergebnisse
am 06.10.2017 in SCIENCE veröffentlicht wurden, Lead Autor J.M. Melillo et al.:
Die Böden der Erde emittieren bei zunehmender Erwärmung viel mehr CO2 in die
Atmosphäre, als vorher angenommen. Das heißt, dass dieser desaströse Prozess
CO2-Emissionen in großem Umfang in die Atmosphäre freisetzt – in einem
selbst verstärkenden Regelkreis, der nicht zu stoppen sein wird.

Hier noch ein paar Gedanken von mir dazu:

Durch die generelle Erwärmung wird viel mehr Wasser über den Ozeanen
verdampft und steigt in die Luft auf. Und dieser Wasserdampf ist die Energiequelle für
die großen Wetterereignisse wie Wirbelstürme, Schwere Gewitter mit Überschwemmungen,
ausufernde Monsunregenfälle in Asien, Erdrutsche, Sturmfluten und mehr.
Und andererseits -durch regionale Wetterverschiebungen – entstehen oder verstärken
sich Trockengebiete, die einen so großen Wassermangel erleiden, dass Ackerbau
und das Überleben nicht mehr möglich sind und die Menschen zu Fluchtwanderungen
gezwungen sind, wenn sie nicht verhungern und verdursten wollen.
Auch bei uns in Europa sind katastrophale Wetterereignisse jederzeit möglich, wie die
Waldbrände in Portugal und Nordwestspanien kürzlich gezeigt haben.
Sommer werden in einigen Gegenden so heiß werden, dass es viele Opfer unter den
Kranken und Schwachen geben wird, da die besonderen Belastungen über Wochen
nicht auszuhalten.

Herr Trump, US-Präsident und „Entschärfer“ der Umweltschutzbehörde
EPA, sieht das Ganze natürlich nur als einen schlechten Sommer, der sich im
kommenden Jahr nicht wiederholen wird.
Aber mehr und mehr Amerikaner erkennen, dass es doch ein Klimaproblem
geben könnte, da in 2017 so viele Schadensereignisse hinter einander auftraten.
Eine Reihe von U.S.-Bundesstaaten haben für sich erklärt, dass sie an den
Obama-Regelungen zum Schutz der Atmosphäre festhalten werden – durch eigene
Gesetze – weil sie vom Klimawandel als Fakt überzeugt sind.

Die entscheidende Frage für die USA, den zweitgrößten globalen Atmosphärenschädiger, wird sein, wie lange Präsident Trump seine begonnene Umweltpolitik noch fortsetzen kann. Wenn die USA alle Klimaschutzvereinbarungen des Pariser Abkommens und der zweiseitigen Verträge mit Kanada, zur Reduzierung der Emissionen in der Kohlenwasserstoff-Förderung, wirksam kündigt, wird das Land sich zugleich international isolieren und an Bedeutung einbüßen.

Volker Fritz
im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 3. November 2017

Entwicklung der Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika in den Monaten August, September und Oktober 2017

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Okt 202017
 

Volker H.A. Fritz                                                                                                                 WF, den 20.10.2017

Bericht zur Entwicklung der Bohrtürme im Einsatz in
Nordamerika in den Monaten August, September und Oktober.

Es hat sich eine deutliche Trendwende gegenüber der
ersten Jahreshälfte 2017 ergeben.

Soeben kamen die neuesten Zahlen zu den im Einsatz
befindlichen Bohrtürmen für die abgelaufene Woche durch:
In Summe hat auch im Berichtszeitraum bis 20. Oktober 2017 die
Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme in Nordamerika
nicht weiter zugenommen, sondern im Gegenteil abgenommen.

Der Rückgang im Oktober mit insgesamt 40 Bohrtürmen war kräftig.
Doch schon im September waren es in Summe 2 Stück weniger.
Die scharfe Trendwende vom August verfestigt sich also weiter.

Auch international hat sich die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme
im (nachlaufenden Berichtswesen) im September um 21 Stück abgenommen
nach bereits 7 Stück Verringerung im August.

Der Abbau in Nordamerika erfolgte dabei überwiegend beim Erdöl,
während die Erdgasexploration nur gering abnahm, allerdings von einem
deutlich geringeren Niveau aus.

Seit Ende Juli 2017 betrug der Rückgang bis 20.10.2017:
USA 763 Türme aktiv für Ölförderung auf 736 Türme
182 Türme aktiv für Gasförderung auf 177 Türme
Kanada 129 Türme aktiv für Ölförderung auf 107 Türme
91 Türme aktiv für Gasförderung auf 95 Türme
Insgesamt waren am 20. Oktober 1115 Bohrtürme in Nordamerika im Einsatz.

In den USA verteilten sie sich in der Hauptsache auf folgende Bundesstaaten:
Texas: 436 Stück, Oklahoma: 124 Stück, New Mexico: 68 Stück,
Louisiana: 65 Stück, North Dakota: 51Stück – Rest Kleinkram.

Die Trendwende ist also markant ausgefallen und verstetigt sich mit
den Oktoberzahlen. Der WTI-Rohöl-Handelspreis liegt weiterhin knapp
um und über der 50 Dollarmarke je barrel.
Damit bleibt Rohöl aus Fracking-Fördergebieten und gar den Teersand-
förderanlagen nur absetzbar, wenn deutlich unter dem Gestehungspreis
verkauft wird.
Beim Fracking-Fördergas sieht es vergleichbar aus:
die Handelspreise im U.S. Henry Hub Großhandel liegen zur Zeit bei knapp
2,90 USD/mmBtu während die Produktionskosten – je nach Fördergebiet –
ab etwa 7 USD/mmBtu liegen.

Bei solchen Voraussetzungen halten sich die Investoren zurück.

Volker Fritz
AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 20. Oktober 2017

Rotenburger Ärzte der Regionalgruppe der IPPNW laden für den 08.11.2017 nach Rotenburg zu einer Infoveranstaltung ein. Thema „Erdgasförderung: Risiken für Trinkwasser und Gesundheit“ Die Veranstaltung ist öffentlich.

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Okt 202017
 

 

PRESSEMITTEILUNG                                                                       Rotenburg/Wümme – 18. Oktober 2017

Einladung zur Infoveranstaltung Rotenburger Ärztinnen und Ärzte
Erdgasförderung: Risiken für Trinkwasser und Gesundheit

Referenten:
Dr. rer. nat. Hermann Kruse, Chemiker, Institut für Toxikologie und Pharmakologie der
Universität Kiel
Dipl. Ing. Volker Meyer, Geschäftsführer Wasserversorgungsverband Rotenburg-Land

Datum und Zeit: 08. November 2017 um 19:30
Ort: Buhrfeindsaal, Elise-Averdieck-Str.17, Rotenburg/Wümme

Die besorgniserregende Häufung von hämatologischen Krebsneuerkrankungen bei Männern in der Samtgemeinde Bothel und der Gemeinde Stadt Rotenburg wurde durch die gezielte Auswertung des Niedersächsischen Krebsregisters (EKN) im Sommer 2014 aufgedeckt. Durch die Befragungsstudie des Gesundheitsamtes Rotenburg und des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen zeigte sich nun eine Assoziation der Entfernung des Wohnortes der Erkrankten von Bohrschlammgruben und Erdgasförderstellen.
Ein von der Rotenburger IPPNW-Gruppe (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.) initiierter Offener Brief vom Oktober 2015 an Sozialministerin Rundt, der von 212 Rotenburger Ärztinnen und Ärzten unterzeichnet worden war, hatte im niedersächsischen Ministerium für Gesundheit, Soziales und Gleichstellung deutlich gemacht, dass die Besorgnis um die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung höchste Priorität im Landkreis hat.
Wie geht es nun weiter? Mit welchen von den Bohrschlammgruben und Ergasförderstellen ausgehenden schädigenden Substanzen müssen wir uns auseinandersetzen? Was bedeutet das für die Gesundheit der Bevölkerung und welche Folgen ergeben sich für die Umwelt und insbesondere für unser Trinkwasser?
Mit Dr. Hermann Kruse und Dipl.Ing. Volker Meyer werden zwei ausgewiesene Experten hierzu anschaulich und verständlich Fakten vermitteln.
Veranstalter ist die IPPNW-Ärztegruppe in Kooperation mit der Ärztevereinigung zur Verbesserung der Gesundheitspflege Rotenburg.
Die Veranstaltung ist öffentlich. Für Fragen und Diskussion wird ausreichend Raum sein.
Der Eintritt ist frei.
Kontakte:
Dr. med. Christiane Qualmann, Tel.: 04261-1205, christianequalmann@t-online.de
Dr. med. Matthias Bantz, 0172-4157355, Bantz-ROW@t-online.de
Dr. med. Christoph Dembowski, Tel.: 04 261-4016

 Veröffentlicht von am 20. Oktober 2017

Weitere 47 nordamerikanische Förder- und Servicefirmen haben 2017 bis zum 31.07. Konkurs angemeldet, wobei die Service- firmen über 2/3 beteiligt waren. Gesamtvolumen jetzt 114,5 Mrd USD.

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Okt 152017
 
 

Volker H.A. Fritz                                                                                        Wolfenbüttel, den 13.10.2017

im AK Fracking
Braunschweiger Land
Mitglied im Zusammenschluss
„Gegen Gasbohren“

Bericht-1

Fortschreibung der entstandenen Schäden in Nordamerika durch Konkurse von Förder– und Service-Unternehmen der Öl- und Gasindustrie 2015/2016 und 2017 bis 31.07. sowie und Wall Street Verluste

Nach dem OPEC-Übereinkommen vom 29.11.2016, die Produktion ab Januar 2017 um einige Prozente zu drosseln, hatte sich in Nordamerika, trotz der momentan schlechten Lage wieder etwas Optimismus verbreitet, und die Bohraktivitäten nahmen seit Mitte 2016-wieder stetig zu, wenn auch noch auf niedrigem Niveau.

Die Tatsache, dass einige Förderländer außerhalb der OPEC ebenfalls natürlich sinkende Fördererträge für 2017 erwarteten, verstärkte die Erwartungen der nordamerikanischen Unternehmen (Mexiko, Kolumbien, Ägypten, Oman u. weitere). Die Zahl der Konkurse bei der Förderfirmen war schon in den letzten Monaten 2016 abgeflacht, bei den Service-Firmen gingen sie hingegen weiter.

Auch in der ersten Hälfte 2017 gab es bei den Förderfirmen nur noch wenige Konkurse kleinerer Firmen mit vergleichsweise geringen Konkurssummen. Unter den Servicefirmen ging es bis zur Jahresmitte 2017 nur geringfügig abgeschwächt weiter.

Auf der Basis der HaynesBoone-Listen gebe ich die nachfolgenden Daten wieder.

http://www.haynesboone.com/publications/energy-bankruptcy-monitors-and-surveys

 

Förderfirmen     Anzahl Konkurse / Konkurswert gesamt

                               Stück                             Mrd USD____

 2015    :            44                               17,378

 

2016    :            70                               56,8

 

 07/2017            14                                  5,1

 

gesamt             128                           ca. 79,3

 

 

Servicefirmen     Anzahl Konkurse / Konkurswert gesamt

                               Stück                             Mrd USD____

  2015    :           39                                  5,312

 

2016    :           72                                13,381

 

 07/2017    :       33                              ca.16,4

 

gesamt               144                            ca. 35,2

 

 

bis 31.07.2017:    Konkursvolumen gesamt  = 272      114,5 Mrd USD

Hinzu kommen noch die Ausbuchungsverluste der Großkonzerne auf nicht realisierbare Fördervolumina, auf zu hoch angesetzte Bewertungen von Förderpotentialen und Verlustabschreibungen:

BHP Billiton 7,2 Mrd USD; Samson Resources 7,1 Mrd USD, Itochu 1,0 Mrd USD;

Sumitomo 1,2 Mrd USD; Continental Resources 7,1 Mrd USD; Hess 2,95 Mrd USD;

Chesapeake ????     u. weitere    gesamt ca. 26 bis 30 Mrd USD

 

Die Entwicklung der Konkurse in Nordamerika hat sich, wie schon erwartet, in den vergangenen Monaten deutlich beruhigt, aber nicht aufgehört. Seit Jahresbeginn 2017 sind die Konkurse der Förderfirmen fast zum Stillstand gekommen. Bei den Service-Unternehmen war der Anstieg bis 31.07.2017 noch fast ungebremst, wenn auch jetzt kleinere Unternehmen zu einem geringeren Anfall an Konkurssummen führen.

Die Zahl von 47 neuen Konkursen seit der Meldung vom Dezember 2016, bei nur geringen Veränderungen des Gesamtvolumens aller Konkurse, bestätigt, dass überwiegend kleine Förder- und Service-Firmen noch in Konkurs gingen. Der weitaus größte Teil dieser Förderfirmen , mit ca. 50%, war in Texas domiziliert. Danach folgte Delaware und Kanada. Bei den Service-Firmen kam auch Texas an erster Stelle mit ca. 50%, gefolgt von Delaware und Louisiana mit je etwa 10%.

Kanada ist  – entsprechend seiner viel geringeren Aktivitäten – an den Konkursen der Förderfirmen mit ca. 15% und an den Konkursen der Service-Firmen mit ca. 5% beteiligt.

Der Hintergrund zu dieser Entwicklung ist in den noch zu geringen erlösbaren Preisen für Crude Oil (um 50 USD/barrel für WTI) und für Erdgas (um 2,85 USD/mmBtu – Henry Hub-Preis) zu sehen. Es ist im Bereich der Fracking-Förderung bis jetzt noch kein Geld zu verdienen in Nordamerika, sondern man muss Preise unter dem Volldeckungsniveau akzeptieren, um liefern zu können.

Die Zahl der Konkurse wird sich daher bis zum Jahresende 2017 noch deutlich erhöhen, weil weiteren kleinen Unternehmen „die Puste“ ausgehen wird und weil „Investoren“ zur Zeit kein Interesse haben, in das Geschäft wieder einzusteigen, das für viele von ihnen große Verluste gebracht hat.

Der Stillstand seit August 2017 bei der Wiederinbetriebnahme weiterer Bohrtürme in Nordamerika ist ein deutliches Signal.

Volker Fritz

 Veröffentlicht von am 15. Oktober 2017