Apr 012012
 

Unsere Freunde in Völkersen vermissen  die vom Konzern RWE DEA versprochene Transparenz.

 

„Die Dea plant eine neue Einpressbohrung – direkt neben Völkersen“. Dieser anonyme Hinweis hat gestern die Bürgerinitiative (BI) „No Fracking“ aufschrecken lassen. Deren Sprecher Andreas Noltemeyer begab sich sofort zum angegebenen Ort, zur Bohrstelle Z3 nahe der Straße Düvelshagen mitten in der Feldmark. Was er dort sah, ließ ihn vermuten, dass der unbekannte Schreiber recht haben könnte – was sich inzwischen bestätigt hat.
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Die RWE Dea gab auf Nachfrage zunächst an, dass es sich bei den Arbeiten um eine sogenannte Perforationswäsche mit Salzwasser handele. Damit sollten Salzablagerungen in der Bohrung beseitigt und die Porenräume im bohrlochsnahen Lagerstättenbereich gereinigt werden, so Konzernsprecher Derek Mösche in einer E-Mail. Kurz darauf fügte er indes telefonisch hinzu, dass zugleich überprüft werde, ob das Rotliegend (eine Gesteinsschicht) für eine Verpressung des benzolhaltigen Lagerstättenwassers in Frage komme. Das wäre dann in 5000 Meter statt in gut 100 Meter Tiefe wie am Verpressungspunkt Scharnhorst.

„Was wir machen, gehört zum ganz normalen betrieblichen Ablauf“, so Mösche in der ersten Erklärung zu den jetzigen Arbeiten. Deswegen seien weder Bürger noch Bürgerinitiative informiert worden, zumal man für den gestrigen Abend eines der regelmäßigen Treffen vereinbart habe. Ergänzend sagte Mösche dann, dass die RWE Dea doch bereits angekündigt habe, nach Alternativen für die Entsorgung des Lagerstättenwassers zu suchen, nachdem ein weiterer Transport durch Kunststoffrohre ausgeschlossen worden sei. Das bei der Erdgasförderung anfallende Wasser wieder dorthin zu pumpen, wo es herkomme, sei eine Option bei den derzeitigen Überlegungen.

Quelle:
Einpressbohrung in Völkersen | WESER-KURIER.

Mrz 232012
 

Fernsehen für Niedersachsen berichtet über die „Entsorgung“ von Lagerstättenabwasser in 500 Meter Abstand zu einem Wasserschutzgebiet. Nach dem die Leitungen wegen Kontaminierungen von Grundwasser mit dem krebserregenden Benzol – RWE DEA spricht von einem „Umweltereigniss“ – stillgelegt werden musste, wird das Abwasser jetzt mit täglich mehreren LKWs durch die Gegend gefahren.

Quelle:
http://www.fan-television.de/sendeformate/das-magazin.html

Mrz 082012
 

das wissen aber nur wir Laien, den Mitarbeitern des Landesberamtes Niedersachsen blieb das wohl verborgen.

Im Erdgasförderfeld Völkersen sind diese PE-Rohre komplett stillgelegt worden. „Wir wollen, dass sie entfernt und nicht durch neue Leitungen ersetzt werden“, so Noltemeyer. Seines Wissens arbeite die RWE Dea an Alternativen. Die BI finde es absolut unverständlich, dass die Rohre überhaupt vom Landesbergamt genehmigt worden seien. Noltemeyer: „Als Laien haben wir innerhalb kurzer Zeit herausgefunden, dass die Schwachstellen des Materials seit 30 Jahren bekannt sind.“

Nach Angaben von Benjamin Berg wurde am Dienstagabend bekanntgegeben, dass eine Neustrukturierung des Landesbergamtes geplant ist. Derzeit kontrolliert sich die Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde selbst, für diese Aufgabe solle nun eine eigene Abteilung geschaffen werden. Außerdem sei bei Schäden eine Umkehr der Beweislast geplant wie künftig auch Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgeschrieben werden sollten. „Da ist viel in Bewegung geraten“, sagt Noltemeyer und übt sich zugleich in Geduld: „Politisch ist das Ganze unheimlich zäh.“

Quelle:
BI: Leitungen nicht ersetzen | WESER-KURIER.

Mrz 082012
 

 

Conrad informierte vorab über die gestern verkündete Anordnung der Stilllegung von 22 Kunststoffleitungen für Lagerstättenwasser in Niedersachsen. Im April vergangenen Jahres war die Überprüfung der Leitungen angeordnet worden, im Dezember war dann ein Benzolaustritt im Bereich Völkersen festgestellt worden. Was mit den im Erdreich befindlichen Leitungen zu passieren hat, dazu haben Ministerium und Bergamtbislang keine Aussage getroffen. „Dies muss noch im Detail entschieden werden“, erklärte Söntgerath.

Dem Thema Diffusion habe man sich zu wenig gewidmet, räumte der LBEG-Mitarbeiter auf Nachfrage ein, dies könne aber auch nicht die einzige Ursache für den Benzolaustritt sein sein. Dafür seien die Konzentration an Benzol zu hoch, das passe nur zu einer Diffusion über 250 Jahre, so Söntgerath.

Durch Leitungen ist Benzol ins Erdreich gelangt, aber die Bürgerinitiative „No Fracking“ fragt sich auch: Was wurde bei dem jahrelangen Abfackeln freigesetzt?

Die RWE und anderen Konzerne dürfen machen was sie wollen, monierte ein Gast. Söntgerath wies darauf hin, dass auch das Abfackeln genehmigungspflichtig sei – wenn es dauerhaft erfolgt, kurzfristiges Abfackeln dagegen nicht.

„Und was ist kurzfristig?“, so die Nachfrage aus dem Publikum. Söntgeraths Antwort sorgte für Gelächter: „Weniger als ein Jahr.“ ·

Quelle:
„Dies muss noch im Detail entschieden werden“ – Langwedel – Lkr. Verden – Lokales – Kreiszeitung.

Mrz 012012
 

Denn die Behörden – BGR und Landesbergamt – verfügen nicht über ausreichende eigene Erkenntnisse. Sie sind vielmehr auf die Zulieferung von seismologischen Daten der gasfördernden Unternehmen selbst angewiesen. Wann diese Daten bei den Behörden zur Auswertung vorliegen, konnte das zuständige Landesbergamt nicht sagen. Zur Frage, ob die Unternehmen überhaupt ein Interesse daran haben, korrekte Daten zur Verfügung zu stellen, mochte sich das Landesbergamt nicht äußern. Das Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe erklärte lediglich, es bleibe „auffällig, dass Erdbeben in Norddeutschland fast ausschließlich im Umfeld der Erdgasförderung auftreten.“

Quelle:
Politiker wollen Fracking-Stopp | NDR.de – Regional – Niedersachsen – Lüneburg/Heide/Unterelbe.

Feb 252012
 
Das wichtigste in Kürze!
  • Nun wird zugegeben, dass WASSERANSAMMLUNGEN  erhöhte Benzolwerte aufweisen.
  • Zumindest an 2 Stellen sind bis zu 12000 Mikrogramm Benzol pro Liter nachgewiesen worden.
  • Sobald Art und Umfang der Verunreinigungen feststehen, will das LBEG mit dem Landkreis Verden Sanierungsziele festlegen
  • Nur noch bis zum bis  29. Februar 2012 haben die Erdgasfirmen zeit. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die Firmen nachweisen, dass die Leitungen zum Transport von Lagerstättenwasser geeignet sind

Mittlerweile wurden auch an Wasseransammlungen im Umfeld einiger Leitungen erhöhte Benzol-Werte gemessen. Die Belastung des Wassers schwankt nach LBEG-Angaben zwischen benachbarten Probenahme-Punkten sehr stark und soll an zwei Stellen sogar Werte von mehr als 12.000 Mikrogramm pro Liter erreichen. Die tödliche Dosis für einen Menschen liegt bei 50 Mikrogramm pro Kilogramm.Trinkwasser sei jedoch nicht betroffen, so die Behörde in einer Mitteilung. Auch privaten Brunnen seien bisher keine erhöhten Benzolwerte nachgewiesen worden.

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Sobald Art und Umfang der Verunreinigungen feststehen, will das LBEG mit dem Landkreis Verden Sanierungsziele festlegen, die von der RWE Dea AG als Betreiberin des Erdgasfeldes Völkersen bei der Sanierung erreicht werden müssen. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie  hatte nach eigenen Angaben bereits am 13. April 2011 alle in Niedersachsen tätigen Energieunternehmen aufgefordert, bis spätestens zum 29. Februar 2012 durch ein Sachverständigengutachten nachzuweisen, dass die eingesetzten Kunststoffrohrleitungen – unter Berücksichtigung des Permeation-Effektes-  zum Transport von Lagerstättenwasser geeignet sind. Auch Probenentnahmen durch die Betreiber sind dabei vorgesehen. Sofern die Energieunternehmen den geforderten Nachweis nicht erbringen, will das LBEG die jeweiligen Leitungen stilllegen lassen. Sie müssen dann aus dem Boden entfernt werden. Insgesamt sind in Norddeutschland 700 Kilometer Lagerstättenwasserleitungen von der Maßnahme betroffen.

Quelle:
Benzol im Bodenreich: Energieunternehmen müssen Leitungen in Erdgasfeldern überprüfen.