Mrz 132012
 

Heilbäderverband Niedersachsen e. V.In den Kurorten Bad Laer und Bad Rothenfelde wird mit der Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen experimentiert werden. Eine erste Probebohrung fand bereits statt. Der Heilbäderverband Niedersachsen positioniert sich in einer öffentlichen Stellungnahme gegen Fracking in Kurorten und Heilbädern.

„Nach Ansicht der Fachleute für Hydrogeologie sind sämtliche Risiken in Verbindung mit der Durchführung von Frackingverfahren nicht abschließend geklärt und es sind weitere wissenschaftliche Untersuchungen erforderlich.

Da in Tiefen von 750-1500 Metern in Muttergestein gebohrt und zum Teil auch gesprengt wird und anschließend mit dem Aufbau von 600 bar Druck Flüssigkeiten unter Hinzusetzung von bis zu 1% Bioziden gearbeitet wird, kann nicht mit letztendlicher Sicherheit gesagt werden, dass nicht durch künstliche oder natürliche Vorkommnisse Trinkwasser- oder Heilwasserquellen beschädigt werden.

[…]

Vor diesem Hintergrund erscheint es unseren Fachleuten und Wissenschaftlern unverantwortlich, Frackingverfahren in Kurorten und Heilbädern anzuwenden.“

Heilbäderverband Niedersachsen – Stellungnahme Fracking in Kurorten

Mrz 032012
 

Am Samstag haben ca. 30 Bürgerinnen und Bürger aus Bad Rothenfelde eine IG gegen unkonventionelle Gasbohrungen im Umfeld des Gemeindegebietes Bad Rothenfelde gegründet. Als Sprecherinnen der IG wurden Anna Kebschull, Roswitha Eggert und Onat Temme gewählt. Zu erreichen sind sie unter der Internetseite

www.gegen-gasbohren.de

Ziel der IG ist es, unkonventionelle Gasförderungen unter Einbeziehung der „Fracking“ Technologie im Umfeld der Südkreisgemeinde zu verhindern. Beim „Fracking“ werden u.a. Wasser gefährdende Chemikalien eingesetzt, die das Grundwasser nachhaltig schädigen können.

“ Wir müssen unsere Heilquellen, Trinkwasserreservoirs und Gebäude schützen“, so war die einhellige Meinung der anwesenden Bad Rothenfelder.

Die gesamte Südkreisregion, sowie der angrenzende Landkreis Gütersloh sind sehr stark von der Landwirtschaft und in besonderem Maße von der Lebensmittelindustrie geprägt. Diese Unternehmen betreiben in der Regel eigene Trinkwasserbrunnen und verwenden das Wasser in ihren Produkten. Sollten die beim „Fracking“ eingesetzten Chemikalien den Weg ins Grundwasser finden, hätte das existentielle Auswirkungen auf die gesamte Region.
Aufgrund des sehr veralteten Bundes Bergrechtes bedarf es in Bezug auf Gasbohrungen keiner Umweltverträglichkeitsprüfung im Genehmigungsverfahren. So ist es möglich, dass gefährliche Chemikalien in Verbindung mit Wasser unter 2000 bar in den Boden gepresst werden, um Spalten aufzureißen, damit die ansonsten schwerzugänglichen Gasvorkommen an die Oberfläche gefördert werden können. In der Stellungnahme des Umwelt Bundes Amtes vom Dezember 2011 kann nachgelesen werden, dass das Verfahren große Risiken birgt.

Schon im April dieses Jahres endet der „Dialogprozess“ von Exxon. Dann werden auch die Ergebnisse der Probebohrungen vorliegen und das Genehmigungsverfahren forciert. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Bohrungen in unserer Region für Exxon lukrativ sind, ist sehr hoch. Warum sonst wären schon Millionen Dollar in Probebohrungen und aktuelle Werbekampagnen geflossen? „Ist eine Genehmigung erst erteilt worden, liegt das Recht auf der Seite von Exxon und wir haben keine Handhabe mehr die Bohrungen zu verhindern oder zu stoppen!“, so Sprecherin Anna Kebschull. Daher ist es sehr wichtig, die Menschen jetzt zu informieren und zu mobilisieren. Es muss ganz massiv deutlich werden: „Hier will keiner unkonventionelle Gasförderung und Fracking!“
Der parteiübergreifende Antrag des Kreises, unkonventionelle Gasförderungen in der Region zu verbieten, muss deutlich von der Bevölkerung unterstützt werden. Denn der Kreis ist nicht Entscheidungsträger, sondern das Land als ausführendes Organ des Bundesbergrechtes. Die Landesregierung hat aber nur eine Vorprüfung beantragt, die den Gefahren nicht gerecht werden kann und im Zweifel sogar die wichtige Umweltverträglichkeitsprüfung verhindert. So wird der Weg für das Gasfördern geebnet.
Die Interessensgemeinschaft „IG – Fracking Freies Bad Rothenfelde“ wird sich für ein Stopp von Genehmigungsverfahren über Petitionen an das Land und den Bund wenden, sich bei Gemeinden informieren, die bereits ein Stopp durchgesetzt haben und wird natürlich Bürger informieren.

Darüber hinaus strebt die neue IG strebt eine intensive Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden und anderen, bereits existenten IG´s an. Da mit diesem Bohrverfahren auch über mehrere Kilometer horizontal gebohrt werden kann sind demnach auch Gemeindegebiete betroffen, in denen unmittelbar kein Bohrturm errichtet wird.

Die erste Informationsveranstaltung mit Dokumentarbeiträgen, Kommentaren und Diskussion findet am Mi. 29.02.2012 um 20.00 Uhr im Cafe Moll in Bad Rothenfelde statt. Alle interessierten Bürger sind herzlich eingeladen.
Die IG-Gegen Gasbohren in Bad Laer lädt am Do. 08.02.2012 in Bad Laer im Haus des Gastes zu einer Podiumsdiskussion mit Landtagsabgeordneten aller Parteien ein. Die Veranstaltung ist von 19.00- 21.00 Uhr angesetzt. Auch hierzu sind alle herzlich eingeladen.

Mrz 022012
 

Der Kur- und Verkehrsverein fordert, dass Gefährdungen durch die Gasförderung ausgeschlossen werden, bevor im Bereich eines Soleheilbades der Einsatz erwogen wird.

Zu den eventuell bevorstehenden Gasbohrungen mit der „Fracking“-Technologie, die das Grundwasser verschmutzen könnte, äußerte er sich im Sinne des KVV: „Wenn ausgerechnet in einem Heilquellenschutzbereich eine Technik durchgeführt werden soll, mit der nicht genügend Erfahrungen vorliegen, sollten wir uns zurückhalten. Grundsätzlich müssen wir das, was den Status der Gemeinde als Soleheilbad gefährdet, ablehnen.“

Quelle:
Kur- und Verkehrsverein Bad Rothenfelde blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück – Lokale Nachrichten, Bilder und mehr aus und für Bad Rothenfelde | noz.de.