Mrz 022012
 

Rund 80 Bürger haben sich bei einer Veranstaltung der Interessengemeinschaft IG gegen Gasbohren über den Stand der Dinge in Sachen Erdgas-Bohrungen informiert. „Der eine oder andere hat an dem Abend erst erfahren, welche Auswirkungen das haben kann“, sagte Jürgen Kruse von der IG nachher.Zunächst sahen sich die Teilnehmer den Film „Gasland“ an. Der Dokumentarfilm zeigt die Auswirkungen der Edgasbohrungen in den USA: ungenießbares Trinkwasser und brennende Wasserhähne sind zu sehen. In der Diskussion ging es danach um das Vorhaben der Firma Exxon Mobil, die unter anderem in Borkenwirthe nach Erdgas bohren will. Kruse begrüßt die Haltung der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, die erst die Ergebnisse eines Gutachtens abwarten will, bevor weitere Schritte zugelassen werden. Das Gutachten soll im Sommer vorliegen.

Quelle:
Fracking-Gegner informieren – Borken – Borkener Zeitung.

Feb 292012
 

BORKENWIRTHE (kus). Sichtbare Stopp-Zeichen setzen die Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) gegen Gasbohren. Mit roten Händen aus Holz wollen sie signalisieren: Auf diesem Grundstück ist die Fördermethode Fracking tabu. Rund 30 dieser Schilder haben die Mitglieder der Interessengemeinschaft gebaut. Mit Holzstäben können sie aufgestellt werden. Die Hände können aber auch an Pfähle und Zäune angebunden werden.

Informationen zu der Aktion wird es auch heute Abend geben. Die IG lädt zu einer Infoveranstaltung ein, die um 19 Uhr im Burloer Pfarrgemeindezentrum beginnt. Zuerst wird der für einen Oscar nominierte Dokumentarfilm „Gasland“ gezeigt, der sich mit den Folgen der Erdgas-Förderung in den USA befasst. Danach informieren die IG-Mitglieder über alles, was die von Exxon Mobil geplanten Bohrungen in Borkenwirthe betrifft. Wer nicht kommen kann, aber Interesse an einer roten Hand hat, kann sich unter der Telefonnummer 0151/56621018 an Jürgen Kruse wenden. Die Schilder kosten je nach Größe zwischen fünf und zehn Euro.

Quelle:
Handliche Stoppschilder – Borken – Borkener Zeitung.

BI freut sich über Röttgens Plan – Borken – Borkener Zeitung

 Bundestag, NRW-Landtag, CDU NRW, Exxon, IG Borken  Kommentare deaktiviert für BI freut sich über Röttgens Plan – Borken – Borkener Zeitung
Feb 052012
 

Das Bundesumweltministerium will strenge Regeln für die Erdgas-Fördermethode Fracking aufstellen. Das ist für Jürgen Kruse von der Interessengemeinschaft gegen Gasbohren IG „seit Langem die erfreulichste Nachricht“. Wie berichtet, geht aus einem Gesetzentwurf von Umweltminister Norbert Röttgen hervor, dass für die umstrittene Fördermethode Fracking eine Umweltverträglichkeitsprüfung verpflichtend sein soll. Das würde auch für Borkenwirthe gelten, wo der Konzern Exxon Mobil nach Erdgas bohren möchte.

Quelle:
BI freut sich über Röttgens Plan – Borken – Borkener Zeitung.

Dez 202011
 

ExxonMobil hat angekündigt, trotz eines breiten Widerstandes aus der Bevölkerung, die umstrittenen Bohrungen in Nordwalde nach unkonventionellen Gasvorkommen erneut beantragen zu wollen.

Ausgenutzt wird dabei von ExxonMobil – wie von uns erwartet – dass der Erlass des Wirtschafts- und Umweltministerium zwar explizit verlangt, dass ein Unternehmen Fracking ausschließt, aber nicht näher definiert, wie dieser Ausschluss aussieht.

ExxonMobil beantragt also eine Bohrung ohne Fracking und kündigt an, diese nach Entnahme von Bohrkernen und der Durchführung von Lagerstättendrucktests wieder zu verschließen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte dann erneut eine Bohrung – diesmal wahrscheinlich mit Fracking – beantragt werden.

Der derzeit niedrige Gaspreis würde eine Förderung unkonventioneller Gasvorkommen momentan wirtschaftlich ausschließen, so dass dieser Erfolg ExxonMobil vorerst ausreicht.

Ein Hindernis ist noch die wasserrechtliche Genehmigung, welche die untere Wasserbehörde des Kreises Steinfurt durchführen muss. Was und wie geprüft wird, sollte eigentlich auch im Rahmen der Studie des Landes NRW definiert werden. Wie dieser Widerspruch aufgelöst wird, dürfte noch interessant werden.

Wäre das Schema erfolgreich, könnte es im übrigen Münsterland – aber auch in den übrigen Aufsuchungsgebieten mit Kohleflözgasvorkommen – beliebig häufig wiederholt werden. Obwohl noch nicht einmal die Studie des Landes zu den Risiken der Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen begonnen wurde.

ExxonMobils eigener „Dialogprozess“ konnte bisher nur feststellen, dass jede Phase der Erschließung mit Risiken verbunden ist und diese nicht auszuschließen sind.

Bei der Expertenanhörung zu den Risiken der unkonventionellen Gasvorkommen im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages sprach der Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg von einem „flächendeckenden Stuttgart 21“. ExxonMobil tut momentan alles, um einen solchen Konflikt zu provozieren.

 

Nov 232011
 

Das Wirtschafts- und das Umweltministerium von NRW haben vorläufig alle bergrechtlichen Anträge, bei denen das weltweit umstrittene, teils verbotene Fracking eingesetzt werden soll, gestoppt. Vorläufig, da der Abschluss des

„Gutachten mit Risikostudie zur Exploration und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten in Nordrhein-Westfalen und deren Auswirkungen auf den Naturhaushalt insbesondere die öffentliche Trinkwasserversorgung“

abgewartet werden soll. Wieder aufgenommen werden darf die Bearbeitung bergrechtlicher Anträge für unkonventionellen Lagerstätten ohne Fracking. Das beinhaltet Anträge auf Exploration, aber auch spätere Förderung vor allem in Westfalen. Bevor mit der Arbeit am Gutachten überhaupt begonnen wird – die Vergabe hängt an einem Einspruch im Ausschreibungsverfahren – könnte bald mit den ersten Bohrungen begonnen werden.

Mehr als 350 Quadratkilometer von NRW fallen durch den Erlass bereits jetzt nicht mehr unter das „faktische Moratorium“ der Landesregierung. Potentiell direkt betroffen sind die Aufsuchungsfelder Anake, Dasbeck, Hamm-Ost, Hamm-Süd, Hellweg und Kalisto. Noch mehr könnten es werden, wenn jetzt auch die noch offenen Aufsuchungsanträge wieder bearbeitet werden dürfen oder weitere Unternehmen ihren Verzicht auf Fracking erklären, aber trotzdem unkonventionelle Lagerstätten erkunden und ausbeuten.

Das „Moratorium“ sollte die Regionen vor der Erdgassuche schützen, bis Erkenntnisse über die Risiken der unkonventionellen Gasförderung vorliegen. Statt dessen dürfen jetzt alle Unternehmen starten, die Hydraulic Fracturing als einen Bestandteil der Erschließung ausschließen.

Unkonventionelle Gasförderung und Fracking werden häufig gleich gesetzt. Fracking ist aber nur Verfahren im Rahmen der Erschließung. Mittlerweile wird Fracking von den Unternehmen A-Tec, Thyssen Vermögensgesellschaft und HammGas ausgeschlossen. Diese Unternehmen wollen versuchen, die unkonventionellen Gasvorkommen érst einmal durch Abpumpen des unterirdisch gebundenen Formationswassers zu erschließen.

Auf Quadratkilometer großen Flächen sollen dafür beispielsweise gleich an mehreren Stellen Bohrungen im Bereich von 1000 bis 2500 Meter Tiefe durchgeführt werden. Anschließend soll das in den Kohleflözen gebundene Formationswasser abgepumpt werden. Millionen Liter kontaminierter Flüssigkeiten – je nach Region belastet mit großen Mengen an Salzen, teil krebserregenden Kohlenwasserstoffen, radioaktiven Isotopen und hochgiftige Schwermetallen fallen oberirdisch an, müssen vorbehandelt und dann zur Entsorgung abtransportiert werden.

Die Entfernung des Formationswassers und des Gases wird mit den üblichen Folgen des Bergbaus verbunden sein. Perforation des Deckgebirges, Geländeabsenkungen und Erdschläge. Schäden an Häusern können die Folge sein. Ebenso die Kontaminierung oberflächennaher Grundwasser durch Eingriffe in den unterirdischen Wasserhaushalt.

Ob tatsächlich relevanten Mengen an Gas gefördert werden können, weiß heute noch niemand. Das beschriebene Verfahren ist in Deutschland experimentell. In Australien gibt es schon länger Erfahrungen mit der Erschließung von Kohleflözen. Hunderte Bohrungen – mit all ihren Belastungen – sind notwendig. In der überwiegenden Anzahl der Fälle wird dann doch auf Fracking gesetzt, weil die natürlichen Fließwege nicht ausreichend sind.

Die Öffnung des „faktischen Moratoriums“ öffnet den Weg für die Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen, noch bevor die Studie des Landes über deren Risiken überhaupt begonnen wurde. Noch muss zwar erst jeder Antrag auf Probebohrungen genehmigt werden, doch ob die wasserrechtliche Erlaubnis ein obligatorischer Bestandteil des Genehmigungsverfahrens bleibt, geht aus dem Erlass nicht hervor.

Ebenso unklar ist, in welcher Form und in welchem Umfang die Unternehmen zusichern müssen, dass kein Hydraulic Fracturing eingesetzt wird. Pro Bohrung? Oder pro Aufsuchungsgebiet? Bei einer Genehmigung pro Bohrung, wäre es ein leichtes, gezielt Probebohrungen ohne Fracking zu beantragen und mit der Exploration fortzufahren. Nach Auswertung der Ergebnisse könnte sich die rechtliche Lage so weit geändert haben, dass direkt mit dem Fracking begonnen werden kann. Notfalls an einer zweiten Bohrung in unmittelbarer Nähe der ersten.

Die Bürgerinitiativen und Naturschutzverbände haben bereits zuvor gefordert:

Die Förderung unkonventioneller Gasvorkommen muss verboten werden.

Es handelt sich um eine Hochrisikotechnologie, deren Folgen nicht kontrollierbar, nicht rückholbar und nicht reparierbar sind. Alle bisher erprobten Techniken, sind zu risikoreich für Umwelt, Mensch und Ressourcen. Bei Unfällen gibt es keine Gegenmaßnahme, die angewendet werden könnten.

Die Freigabe des Genehmigungsprozesses für unkonventionelle Gasvorkommen, noch bevor die Studie überhaupt begonnen wurde, ist nicht nachzuvollziehen.

Die Bürgermeister aus dem Kreis Borken sprechen sich geschlossen gegen das Fracking aus

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Okt 132011
 

Nachdem sich Anfang September schon die Bürgermeister aus dem Kreis Warendorf geschlossen gegen das Fracking ausgesprochen haben, wie seinerzeit der WDR berichtete, haben sich am Montag alle 17 Bürgermeister des Kreises Borken geschlossen gegen die Förderung von unkonventionellem Erdgas mittels dieser Technologie ausgesprochen.

So ist in der Pressemitteilung zu lesen, dass alle 17 Kommunen dieses Verfahren eindeutig ablehnen. Weiterhin wird mitgeteilt, dass Fracking eine latentes  Gefährdungspotential erheblichen Ausmaßes für Mensch und Umwelt darstelle. Da aber den Städten und Gemeinden die öffentliche Trinkwasserversorgung obliegt, besteht eine großes Interesse, dieses Hochrisikotechnologie zu verhindern.

Als Beispiel wird hier die PFT-Problematik aus dem Sauerland im Jahre 2006 aufgeführt. Hier die komplette Pressemitteilung:

2011-10-12 Stadt Borken Presseinformation – Bürgermeister im Kreis Borken sagen „Nein“ zum Fracking

Natürlich ist diese öffentliche Meinungsäußerung ohne Auswirkungen auf die Genehmigungsverfahren, jedoch senden sie unserer Meinung schon ein Signal Richtung Gasförderindustrie und der Politik. Wir stehen geschlossen Schulter an Schulter gegen diese Vorhaben.

Vielleicht schließen sich ja noch mehr Kreise und kreisfreie Städte dieser Meinung an.

G e m e i n s a m     s t o p p e n     w i r      F r a c k i n g