Apr 042012
 

12.04.2012 Themenabend der Wolfsburger Piratenpartei

Referent: Germar Wintzek,IG Neustadt am Rübenberge gegen Fracking

Donnerstag, 12.4.2012, 19.00 Uhr

Ort: VFL-Gaststätte, Elsterweg 5, Wolfsburg

Informationen: kostenloser Eintritt, für alle offen, Spenden z.B. für den angereisten Referenten können gemacht werden Wer dort hingeht, möge bitte bis zum 10.04. sein Erscheinen mitteilen, damit die Organisatoren damit planen können. http://ratspiratenwob.wordpress.com/kontakt/

Pressemitteilung zu einem Bericht der Neuen Presse über Nöpke II vom 23.01.2012

 Allgemein, Exxon, IG NRÜ "Gegen Fracking", Pressemitteilungen, Risiko: Deckgebirge zertrümmert  Kommentare deaktiviert für Pressemitteilung zu einem Bericht der Neuen Presse über Nöpke II vom 23.01.2012
Jan 242012
 

Zu dem gestrigen Artikel in der Neuen Presse sind uns zwei wichtige Aspekte aufgefallen. (Korrektur)

1. Bisher wurde immer behauptet, dass die Verhältnisse in den USA nicht auf Deutschland übertragbar seien. Uns wurde von der Industrie, den Geologischen Diensten und der Genehmigungsbehörde weisgemacht, dass hier in Deutschland in ganz anderen Tiefen solche Erdgasbohrungen stattfinden würden. Es hieß immer:

z.B.  Prof. Klostermann vom Geologischen Dienst NRW stellte kurz die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Formen der konventionellen und unkonventionellen Gasförderung dar… Die Förderung in Deutschland sei nicht mit der Förderung in den USA zu vergleichen. In den USA würde in wenigen hundert Metern unter der Oberfläche gebohrt, in Deutschland dagegen in mehreren tausend Metern Tiefe. Quelle: http://www.unkonventionelle-gasfoerderung.de/2010/12/11/diskussion-mit-burgern-und-experten-im-landtag-nrw-zur-unkonventionellen-gasforderung/

2. Der Verband der Wasserwirtschaft ( Quelle: http://www.umweltbundesamt.de/chemikalien/publikationen/stellungnahme_fracking.pdf )  und das Bundesumweltamt ( Quelle: (http://www.bdew.de/internet.nsf/id/DE_20111121-PI-Gewinnung-muss-sicher-und-umweltvertraeglich-erfolgen/$file/BDEW%20Positionspapier%20zu%20Gas%20aus%20unkonventionellen%20Lagerst%C3%A4tten.pdf ), fordern zudem ein generelles Frackingverbot in Wasserschutzgebieten.

Frage: Wie sieht es bei der bevorstehenden  Probebohrung in Nöpke/ Niedersachsen aus. 

  • Die Schiefergasschicht befindet sich nach unseren Erkenntnissen lediglich in einer Tiefe von 750 m
  • Ebenfalls bohrt man hier in einem Wasserschutzgebiet.

In dem  zitierten Artikel der Neuen Presse heißt es nun:

  •  ExxonMobil prüft, ob Erdgas im umstrittenen Fracking-Verfahren gefördert wird.

Die Antwort muss lauten: Es muss gefrackt werden, ob eine Genehmigung für Fracking nun oder erst in zwei Jahren beantragt wird, spielt  dabei überhaupt keine Rolle. Warum sagt der Konzern nicht gleich, dass Erdgasförderung im Schiefergestein nur mit Fracking funktioniert!

  • Der Pressesprecher des Landesbergamtes Niedersachsen erklärt im gleichen Artikel: „Wir sind an Gesetze gebunden. Bohrvorhaben können wir nur begründet zurückweisen.“

Antwort: Wer Fracking in einem Wasserschutzgebiet erlaubt, kennt die bestehenden Gesetze nicht. Zusätzlich zu der bergrechtlichen Erlaubnis, muss auch eine wasserrechtliche Erlaubnis erteilt werden. Quelle: https://docs.google.com/viewer?a=v&pid=explorer&chrome=true&srcid=1qxoYrgvVaC6Z5Q3Sk4GL-Q8uMIWsOLsL6e3Ikf_cD6OWez6ptx-PHH2QYu2V&hl=fr&pli=1 Diese kann verweigert werden, sobald ein Besorgnis-Tatbestand vorliegt. Damit kann bei Zweifeln an der Ungefährlichkeit eines Verfahrens die Erlaubnis verweigert werden. (Quelle: Das neue Wasserrecht für die betriebliche Praxis, Band 1 (Oktober 2002), Seite 13.)

Hierüber berichtete die Seite: www.unkonventionelle-gasfoerderung.de  bereits am 18.02.2011.

 


 

 

Jan 102012
 

Die Kreisverwaltung in Verden kritisiert, dass sie nur im Falle eines Schadens – wie jetzt wieder in Völkersen – am Genehmigungsverfahren beteiligt werden. Der Schaden in Völkersen (Landkreis Verden) zeigt, dass das gesamte Netz für Lagerstättenwasser in Niedersachsen überprüft werden muss und die volle Aufmerksamkeit der Wasserbehörden verlangt.

Den neuerlichen Schadensfall nimmt die Kreisverwaltung zum Anlass, beim zuständigen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Hannover schriftlich anzufragen, wie die Dichtigkeit des gesamten Lagerstättenwasserleitungsnetzes überprüft und überwacht wird.

Der Betrieb der Lagerstättenwasserleitungen der RWE Dea AG im Landkreis Verden unterliegt der bergrechtlichen Aufsicht durch das LBEG. Der Landkreis Verden als untere Wasserbehörde hat hierzu keine eigenen Zuständigkeiten. „Nur im Falle eines Schadens wird der Landkreis als untere Wasserbehörde beteiligt. Wir können daher nur nachsorgend tätig werden“, erklärt Landrat Peter Bohlmann. „Die Kreisverwaltung hat auf Grund der nicht absehbaren Folgen des Benzolaustrittes die volle Aufmerksamkeit auf die Sicherheit der Lagerstättenwasserleitungen gerichtet“, so Bohlmann.

Quelle:
Landkreis-Verden.de.

Jan 102012
 

Die neueste Kontaminierung von Grundwasser mit Benzol im Rahmen der Erdgassuche in Deutschland bei Völkersen in Niedersachsen könnte die bisher bekannt gewordenen Schäden bei weitem übertreffen. Sind das Landesbergamt in Niedersachsen und Wirtschaftsminister Bode ihrer Aufsichtspflicht im ausreichenden Maße nachgekommen oder haben sie sich zu sehr auf die Aussagen der Industrie verlassen?

Bis zu 5700 Mikrogramm Benzol pro Liter wurden im Boden an der Lagerstättenwasserleitung vom Bohrplatz Völkersen Z1 zum Betriebsplatz Völkersen gemessen. RWE DEA und das Landesbergamt Niedersachsen sprechen von einem sehr ernsten Vorfall und suchen jetzt systematisch nach weiteren Stellen, an denen der Boden mit Benzol und eventuell Quecksilber kontaminiert sein könnte. Echte Lecks und Schäden konnten bereits durch Druck- und Schnüffelgastests ausgeschlossen werden.

Eine Erklärung für den Vorfall könnten ungeeignete PE Rohre sein, durch die Quecksilber und Benzol aus Lagerstättenwasser in das Erdreich diffundieren können. 2007 geschah das bereits im Erdgasfeld Söhlingen. Der für die Überwachung verantwortliche Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) sagte erst im November 2011 im Landtag Niedersachsen, dass die Betreiber „sehr umfangreich unter Einbeziehung externer Gutachter Bodenuntersuchungen an Leitungstrassen durchgeführt“ hätten (s.u.).

Offenbar nicht gründlich genug. Es fällt auf, dass die Kontrollen vom Landesbergamt in Niedersachsen erst im Januar 2011 angeordnet wurden, obwohl die ersten Kontaminierungen laut ExxonMobil bereits 2007 gemeldet wurden. Vier Jahre vergingen offenbar, ohne dass nach gleichartigen Schäden gesucht wurde. Erst 2011 wurden laut LBEG dann Schäden durch Benzol und Quecksilber bei Hengstlage bemerkt. An wie vielen Stellen des über 1000 km umfassenden Lagerstättenwasserleitungsnetzes in Niedersachsen noch Schäden und Kontaminierungen drohen oder vorliegen bleibt ungewiss.

Am 21. Januar 2011 veröffentliche das LBEG in Reaktion auf Berichte über Kontaminierungen im Erdgasfeld Söhlingen durch NDR Markt und ARD Panorama:

„Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie LBEG hat Unternehmen der Erdgasindustrie den weiteren Betrieb einzelner Kunststoffrohrleitungen für den Abtransport von Lagerstättenwasser untersagt. Das Verbot gilt für Rohrleitungen aus dem Werkstoff PE 80 Polyethylen, wenn darin Lagerstättenwasser mit BTEX-Aromaten Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol und Quecksilber transportiert wird. […] Die Verunreinigungen gehen auf ein außergewöhnliches, nicht erwartetes, Schadensbild zurück, da an der Leitung keine Leckagen in Form eines offenen Loches vorliegen. Vielmehr sind die Stoffe durch Diffusion durch die Rohrwand in den Boden gelangt.“ Quelle: http://www.lbeg.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=28772&article_id=93623&_psmand=4

Wirtschaftsminister Jörg Bode präzisierte diese Informationen in Reaktion auf eine Kleine Anfrage im niedersächsischen Landtag vom 17. November 2011 weiter:

Der Vorfall an einer Lagerstättenwasserleitung aus Kunststoff im Erdgasfeld Söhlingen bildete die Grundlage für eine landesweite Analyse des Zustandes dieser und vergleichbarer Rohrleitungen, die in den Unternehmen der niedersächsischen Erdöl- und Erdgasindustrie zum Transport von Lagerstättenwasser verwendet werden. Hierzu hat das LBEG gegen die Betreiber von Lagerstättenwasserleitungen Anordnungen getroffen, die u.a. folgendes beinhalten:
– Untersagung des Betriebs von Leitungen aus bestimmten Werkstoffen,
– Datenübermittlung zu den betriebenen Leitungen aus Kunststoffen,
– Durchführung von Bodenuntersuchungen in den Leitungstrassen nach einer abgestimmten Spezifikation,
– Erweiterung des gutachterlichen Eignungsnachweises für Kunststoffrohre auf Diffusion und Permeation.

Die Leitungsbetreiber haben daraufhin sehr umfangreich unter Einbeziehung externer Gutachter Bodenuntersuchungen an Leitungstrassen durchgeführt, aufgrund der Ergebnisse der Untersuchungen die Leitungen bewertet, sofern erforderlich Leitungen stillgelegt und Planungen über den Ersatz von Leitungen angestellt. Im Zuge der landesweiten Analyse wurden auch Schäden an Lagerstättenwasserleitungen im Erdgasfeld Hengstlage festgestellt. Hier erfolgt derzeit eine Umstellung des Erdgasfeldes auf den Nassgastransport, wobei die Lagerstättenwasserleitungen stillgelegt und entfernt werden.

Quelle:
http://www.mw.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=5459&article_id=100421&_psmand=18

Die angeblich „umfangreichen Überprüfungen“ scheinen nicht ausgereicht zu haben. Die Bürgerinitiativen haben bereits Anfang 2011 gefordert, dass alle Informationen über Schäden, Meßwerte und betroffene Materialien öffentlich gemacht werden müssen. Bis heute ist das unterblieben.

Entlang der jetzt betroffenen Lagerstättenwasserleitung in Völkersen, immerhin fast 9 km lang, sollen nun im Abstand von 100 Metern weitere Proben entnommen und untersucht werden. An anderer Stelle wurden bereits Belastungen von über 500 Mikrogramm pro Liter gemessen. Eines der kontaminierten Gelände – eine Weidefläche für Rinder – ist momentan durch die starken Regenfälle überflutet. Grund- und Oberflächenwasser bilden eine Einheit.

Die Leitung verläuft in unmittelbarer Nähe von Trinkwasserschutzgebieten. Auch Ackerflächen sind betroffen. Immerhin erfolgte in diesem Fall die Information der unmittelbar Betroffen ausgesprochen schnell und unbürokratisch. RWE DEA hat hier Konsequenzen gezogen und sein Verhalten angepasst. Konsequenzen sollten nun auch im niedersächsischen Landesbergamt und im Wirtschaftsministerium gezogen werden.

Im Mai 2011 verkündetet Wirtschaftsminister Bode

“eine externe Überprüfung des Bergbauamtes” an, um “die Fehlerquellen finden und abstellen zu können.”
Quelle: http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2011/exxon133.html

Bis heute ist nichts passiert. Statt dessen engagiert sich der Wirtschaftsminister für noch weniger Kontrollen und Subventionen für die Gasindustrie.

GDF Suez will am Steinhuder Meer bohren und eventuell Fracken

 Allgemein, GDF Suez, IG NRÜ "Gegen Fracking", Initiativen  Kommentare deaktiviert für GDF Suez will am Steinhuder Meer bohren und eventuell Fracken
Jan 092012
 

Das Un­ter­neh­men „GDF Suez E&P Deutsch­lan­d“ will mit der elf­ten Boh­rung wei­ter nach Erd­gas su­chen. Der Bohr­platz trägt den Na­men „Schnee­ren Süd Z1“ und liegt rund 1900 Me­ter nörd­lich von Mar­dorf ent­fernt auf ei­ner Acker­fläche am Rand des Wald­ge­bie­tes Hä­fern. Das Lan­des­amt für Berg­bau, Ener­gie und Geo­lo­gie (L­BEG) hatte aus die­sem Grund die Be­völ­ke­rung zu ei­ner In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung in das Bau­ern­café ein­ge­la­den. ­Gut 50 In­ter­es­sierte fan­den sich ein. Das LBEG geht da­von, die Ge­neh­mi­gung Ende Ok­to­ber zu er­tei­len.

„Ein mög­li­cher Frack ist Teil ei­nes ge­son­der­ten Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­rens, das auch er­neut öf­fent­lich vor­ge­stellt wird“, sagte GDF-Pres­se­spre­cher Dr. Ste­fan Bries­ke.

„Gas de France“ – GDF – darf in Frankreich kein Fracking mehr einsetzen:

http://www.unkonventionelle-gasfoerderung.de/2011/10/06/gdf-suez-chef-haelt-fracking-fuer-unsicher-exploration-am-steinhuder-meer/

Quelle:
Weiter gehts am Häfern – Wunstorfer Stadtanzeiger – Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Wunstorfer Region.

Nöpke II wird die erste Bohrstelle, die Exxon ungenutzt wieder abbaut!

 Allgemein, Exxon, IG "Schönes Lünne", IG NRÜ "Gegen Fracking"  Kommentare deaktiviert für Nöpke II wird die erste Bohrstelle, die Exxon ungenutzt wieder abbaut!
Dez 162011
 

Die Interessengemeinschaft „NRÜ gegen Fracking“ lud die Einwohner des Neustädter Landes am 08.12.2011 zu einer weiteren Informationsveranstaltung zum Thema unkonventionelle Gasförderung ein. Der Saal im Gasthaus Beermann war mit ca. 330 Besuchern restlos gefüllt; viele Gäste fanden nur noch Stehplätze.

Die IG lud als Experten zum Thema Fracking Jörn Krüger ein, der als Hauptredner durch sein umfangreiches  Fachwissen überzeugte und insbesondere die potentiellen Gefahren des Verfahrens anmahnte. Viele Besucher der Veranstaltung waren wütend und gleichzeitig erschrocken, als Krüger über Unfälle im Zusammenhang mit Fracking berichtete, die insbesondere in den USA bereits zu massiven Umweltverschmutzungen führten.

Auch Ortsbürgermeister Günther Falldorf kam zu Wort und berichtete von der letzten Sitzung des „Exxon Dialog-Prozesses“ zu dem er und Vertreter der Stadt Neustadt eingeladen waren. „Keiner der abhängigen Experten des Dialogprozesses konnte Unfälle durch Fracking restlos ausschließen“, so Falldorf. Daher stehe für ihn fest: „Wir wollen hier kein Fracking und auch keine Probebohrung“.  Auf die Aussage von Exxon-Vertretern, die während des Expertentreffen erwähnten, dass bisher noch keine Exxon Bohrstelle aufgegeben werden musste, reagierte der Bürgermeister kämpferisch: „Dann werden wir dafür sorgen, dass Nöpke II die erste Bohrstelle wird, die ungenutzt wieder abgebaut wird“!  Der tosende Applaus der Zuhörer war Falldorf sicher!