Feb 062017
 

Leaching Projekte in Polen und  Deutschland                                      

Im polnischen Rudna, wo das BioMore-Verfahren zur Kupfergewinnung unter Tage durch den polnischen Kupferkonzern KGHM in einem Kupferbergwerk erprobt werden soll, hat es seit September 2016 mehrere sogenannte „Gebirgsschläge“ gegeben.

Ein dadurch ausgelöstes Beben hat Ende November acht Bergleute das Leben gekostet. in wieweit dadurch das Leaching Erprobungaprogramm des Konzerns beeinträchtigt wurde, ist bisher nicht bekannt. Wenn diese Kupfer-Leaching-Vorversuche jedoch erfolgreich verlaufen, ist damit zu rechnen, dass es unter der Lausitz zur Anwebndung kommenwird und danach bald anderswo in der EU, denn es sind EU-Fördergelder geflossen.

Unter dem sächsischen Freiberg wird die Leaching-Förderung von Indium unter Einsatz bestimmter Bakterienstämme erprobt (zunächst noch im Kleinstmaßstab). Freiberger Wissenschaftler wollen in den nächsten zwei Jahren erproben, unter welchen Bedingungen das teure Indium am besten unter Zuhilfenahme von Bakterien gefördert werden kann. Dazu soll das Gestein, in dem das Indium eingebettet ist, „geöffnet“ werden. Das wollen die Freiberger durch die Anwendung hohen Wasserdruckes und kleiner „Explosionen“ schaffen, mit denen sie den Trägerstein porös machen und so den Bakterien die nötige Angriffsfläche bieten wollen. Die Bakterienlösung soll natürlich trotzdem nicht in die Umwelt gelangen.

Die Wissenschaftler wollen den Bergbau völliog neu entwickeln, unter Anwendung des Bio-Minings für alle Bergbau-Anwendungen „Bakterien statt Kumpels“. Das ist ihr Traum. MDR-Bericht vom 02.12.2016 (http://www.mdr.de/wissen/umwelt/besser-als-diamanten-100.html)

Kommentar Fritz: Das EU-Programm „Horizon 2020“ mit einem Volumen von über 2 Mrd EUR Fördergeld soll ja die Eigenversorgung der EU mit seltenen Wertstoffen verbessern. Und die massive Lobbyarbeit des deutschen Geoforschungsverbundes in Brüssel hat bewirkt, dass die Bürokraten „In-Situ-Leaching“ für eine super Sache halten, genau so wie CCS-CO2-Verpressung. Und die Eitelkeit und Versessenheit deutscher Geologen drückt sich in der Behauptung aus:…“die geologische Wissenschaft und Forschung in Deutschland ist weltführend“. Das INTERREG-Kooperationsprogramm Polen-Sachsen unter Führung des sächsischen Bergamtes wird weiter voran getrieben. Es gibt ja EU-Mittel dafür. Die Erfahrungen mit der Uran-Leaching-Förderung aus der Lagerstätte „Königstein“ in Sachsen und den Begleitumständen und der über 2 Jahrzehnte langen, aufwendigen Nachsorge werden von den Wissenschaftlern ignoriert oder als Kollateral-Ereignisse abgetan.

In dieser Ignoranz des Gefahrenpotentials für die Menschen, das Grundwasser und die Umwelt liegt die große Bedrohung. Nicht alles, was denkbar ist, muss auch gemacht werden.

Volker Fritz 13.01.2017

im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

 

Kommentar zu WN-Artikel über Dr. Scholle

 Geologie, Leserbriefe, Risiko: Deckgebirge zertrümmert  Kommentare deaktiviert für Kommentar zu WN-Artikel über Dr. Scholle
Apr 062011
 

Zwei Geologen haben zu den WN-Zeitungsartikeln über Dr. Scholle den nachfolgenden Kommentar verfasst.

Kommentar zu den Artikeln über Dr. Manfred Scholle vom 11. März 2011 in den Westfälischen Nachrichten:

„Exxon zerstört den Boden“ –  „Wo leben wir eigentlich?“ – „Kein Grund zur Hektik“

Da bahnt sich mit der geplanten Gewinnung von unkonventionellem Erdgas durch das „hydraulic fracturing“ oder kurz „Fracking“ genannte Verfahren ein Ereignis an, das sich zu einer ziemlichen Katastrophe für das Münsterland auswachsen könnte, und nur wenige regen sich auf. Hier endlich ein deutliches Signal beziehungsweise ein kritisches Urteil aus berufenem Mund, das die Sache beim richtigen Namen nennt. Anders als die für die Planung zuständigen Technokraten, denen Machbarkeit alles und Umwelt wenig bedeutet, und die in der Verantwortung stehenden Politikerinnen und Politiker des Landes, die zunächst mehr den Profit im Auge hatten und dafür die Umweltbelange hintanstellten, spricht Dr. Manfred Scholle, der Vorstandsvorsitzende der Gelsenwasser AG, die Gefahren dieser „unausgegorenen“ Technik an. Er propagiert den nachhaltigen Umgang mit unseren Naturressourcen, um auch für die Zukunft sauberes Grundwasser und eine lebenswerte Umwelt zu erhalten.

Mittlerweile hat sich auch in der Landesregierung die Ansicht durchgesetzt, dass die Gewinnung von unkonventionellem Erdgas erhebliche Risken für die Umwelt birgt. Deshalb hat der Wirtschaftsminister die Suche nach Erdgas in Nordrhein-Westfalen am 25. März ausgesetzt und ein Gutachten zur Frage der Vereinbarkeit der Fracking-Methode mit dem Wasser- und Umweltrecht in Auftrag gegeben. Dieses Moratorium gilt auch für die geplanten Probebohrungen.

Dr. Manfred Scholle stellt zu Recht die Behauptung von der Dichtigkeit des Untergrundes beziehungsweise des Deckgebirges infrage. Es ist seit langem bekannt, dass Wassereinpressungen in die festen Gesteine des Untergrunds durch Herabsetzung der Reibung an den unter Spannung stehend Schollen erdbebenartige Stöße zumindest bis zur Magnitude 3 auslösen. Sie können über den Frack-Bereich hinaus eine zusätzliche Auflockerung der Gesteinsschichten bewirken und neue Spalten erzeugen und damit dem verpressten Wasser neben den bereits vorhandenen Klüften weitere Wege zur Erdoberfläche öffnen. Auch der Geologische Dienst NRW bestreitet nicht, dass es „Störungen im Emscher-Mergel1 [gibt], die bis in die Oberkarbon-Schichten hereinreichen“.

Angeblich soll die Gewinnung von unkonventionellem Erdgas wesentlich zur Aufbesserung der Energiebilanz beitragen. Wenn man aber die gewaltigen Aufwendungen an Material und Energie2 in Rechnung setzt, die zur Gewinnung von konventionellem Gas erforderlich sind, und die nicht in Geld bewerteten Umweltschädigungen hinzu nimmt, sieht die Bilanz schon anders aus und könnte in Richtung Nullsummen-Spiel gehen. Um eines fraglichen Profits willen (der sich letztlich nur für Exxon ergeben würde), die Kultur- und Erholungslandschaft des Münsterlandes mit ihren noch intakten Ressourcen durch Anlage zahlreicher Erdgasfelder aufs Spiel zu setzen oder zu opfern, zeugt nicht von verantwortungsbewusstem sondern eher von kurzsichtigem Planen und Handeln.

Ein weiteres schwerwiegendes Problem bei der Gewinnung von unkonventionellem Erdgas ist bisher noch nicht richtig ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen – nämlich wohin mit dem überschüssigen Frack-Wasser und vor allem mit den riesigen Mengen an (mit Schwermetallen und Kohlenwasserstoffen) belastetem Formationswasser, die bei einer Gasförderung zwangsweise anfallen würden. Herr Stahlhut, der Öffentlichkeitsreferent von Exxon, spricht verharmlosend von „Reinjizieren“, d. h. Wiedereinpressung in den Untergrund. Das kann man allerdings erst dann durchführen, wenn das Gas in der betreffenden Region „ausgebeutet“ ist. Damit müssten diese Wässer aber über Jahre in Speicherbecken „zwischengelagert“ werden. Da die meisten organischen Zusätze und auch die im Formationswasser enthaltenen Kohlenwasserstoffe leichter als Wasser sind, sammeln sich an der Oberfläche der Teiche an und würden im Lauf der Zeit verdunsten und in die Atmosphäre übergehen.

Warum sollten wir also nicht auf die riskante Methode des „hydraulic fracturing“ verzichten, zumal – wie auch Manfred Scholle betont – Erdgas noch für lange Zeit in ausreichender Menge vorhanden ist und möglicherweise in 20 bis 30 Jahren eine umweltfreundliche Fördertechnik für unkonventionelles Erdgas zur Verfügung stehen wird. 

1 Als Emscher-Mergel wird eine etliche 100 m dicke Schichtenfolge aus Tonmergelsteinen im höheren Teil des Deckgebirges bezeichnet.

2 Bau und Ausbau von Verkehrswegen, An- und Abtransport der Geräte und des Materials, Auf- und Abbauen der Bohrplätze, Niederbringen zahlreicher Bohrungen, Förderung und Mischung sowie Transport des Frack-Wassers, Rückgewinnung und Behandlung des überschüssigen Frack-Wassers, Anlage von Speicherteichen, Wiedereinpressen des Lagerstättenwassers, Anlage der Fördersonden und Bau der Gasleitungen, späterer Rückbau der Anlagen usw. 

Für den Druck bzw. Kopie hier nochmal dieser Kommentar als PDF-Datei.

Die Verfasser (Zwei Geologen im Ruhestand) möchten namentlich noch nicht genannt werden. Sie würden als völlig Unbeteiligte an einem riesigen Rad mit drehen. Als Rentner möchten sie aber ihren Ruhestand genießen und sich nicht in der Öffentlichkeit rechtfertigen. Durch ihre Rente sind sie „wirklich unabhängig“ und nicht auf Aufträge aus der Industrie angewiesen.

Antworten vom Geologischen Dienst NRW

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Apr 022011
 

CBM-Exploration im Münsterland: Fragen und Antworten

Die nachfolgende Aufstellung greift typische Fragen auf, wie sie derzeit immer wieder im Rahmen der öffentlichen Diskussion um die Exploration auf CBM (Flözgas) im Münsterland gestellt werden. Die Antworten wurden im Team von Mitarbeitern des Geologischen Dienstes NRW erarbeitet und geben den derzeitigen Kenntnisstand (Stand: 15. März 2011) wieder.

Quelle: Geologsicher Dienst NRW (Vielen Dank an Herrn Fehr für die Information)

Für das komplette Dokument des Geologischen Dienstes NRW klicken Sie bitte hier.

Dieses Dokument haben wir zwei unabhängigen Geologen vorgelegt mit der Bitte, dazu einen Kommentar zu verfassen.

Hier der ungekürzte Kommentar dieser Geologen:

Kommentar zu

CBM-Exploration im Münsterland: Fragen und Antworten

(Geologischer Dienst NRW vom 15. März 2011)

Vorbemerkung: In dem Text wird besonders darauf hingewiesen, dass sich der Beitrag ausschließlich auf Flözgas oder CBM (Coal Bed Methane) in den Kohleflözen des Münsterlandes und nicht auf Schiefergas (Shale Gas) bezieht.

Unkonventionelle Erdgas-Vorkommen

In diesem Vorspann werden „neue Technologien“ angeführt, mit denen „jetzt Ressourcen genutzt werden können“, die vorher „nicht zugänglich und wirtschaftlich verwertbar“ waren. Damit ist auch die Fracking-Methode gemeint, die man allerdings nach heutigen Umweltmaßstäben als eine nicht mehr zeitgemäße und „unausgegorene“ Technologie bezeichnen sollte. Bei diesem Verfahren werden auch toxische (giftige) Stoffe in den Untergrund eingebracht, um den gewünschten Rohstoff Flözgas oder Schiefergas zu gewinnen. Diese Methode erinnert an die Goldgewinnung mittels Cyanidlaugung oder Amalgamierung, bei denen hochgiftige Stoffe wie Blausäure oder Quecksilber eingesetzt werden und dabei zumindest früher in größeren Mengen in die Umwelt gelangten.

CBM-Gewinnung in den USA

In diesem Abschnitt wird ein „gravierender Unterschied“ bei der Gewinnung von Shale Gas und Flözgas (CBM) herausgestellt. In beiden Fällen handelt es sich allerdings um dieselbe Gewinnungsmethode, nämlich um das umstrittene Fracking-Verfahren. Zudem wird hervorgehoben, dass die CBM-Lagerstätten in den USA wesentlich oberflächennäher eingelagert sind (180 – 1300 m bzw. 900 m unter Geländeoberfläche) als im Münsterland. Dort beginnt die flözführende Schichtenfolge bei 1000 m bis 1300 m unter Gelände – ein „gravierender“ Unterschied ist auch hier nicht zu erkennen.

Am Schluss dieses Abschnitts heißt es, dass dem Geologischen Dienst (GD) „ein  zwingender kausaler Zusammenhang zwischen einer Grundwasserbelastung und dem eigentlichen Frack-Vorgang … bislang nicht bekannt geworden“ ist. Mit gutem Willen kann man die Verhältnisse bei der Gewinnung von unkonventionellem Erdgas in den USA auch auf diese Weise interpretieren!

Ob die beobachteten Grundwasserkontaminationen durch das Fracken selbst oder  durch einen sorglosen bzw. unsachgemäßen Umgang mit Frack-Flüssigkeiten hervorgerufen wurden, ist aber nicht das eigentliche Problem. Das Hauptproblem liegt darin, dass man ohne (große) Bedenken mit giftigen Stoffe in der Umwelt hantiert und sie für Dauer in den Untergrund einbringt. Privatpersonen würden für ein derartiges Verhalten bzw. Vergehen rechtlich belangt und mit einem Bußgeld belegt oder in schwerwiegenden Fällen auch bestraft werden.

Probleme durch Quecksilber

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Quecksilber-Belastung des Erdgases. Es wird hervorgehoben, dass der Quecksilbergehalt des aus den Kohleflözen stammenden Gases geringer ist als der in dem Erdgas aus Gesteinen des Perms im niedersächsischen Raum. Die Probleme mit dem Quecksilber entstehen allerdings erst mit der Aufbereitung des Rohgases. In den Erdgastrocknungsanlagen wird dem Gas neben der Feuchtigkeit auch das Quecksilber entzogen, das sich in Abscheidern anreichert. Ein Teil des Quecksilbers geht allerdings schon im normalen Betrieb in die Atmosphäre über. Außerdem kann das Quecksilber bei Undichtigkeiten von Rohrleitungen oder durch Fahrlässigkeit bei Wartungsarbeiten der Trocknungsanlage freigesetzt werden.

Gefährlichkeit chemischer Zusätze

Über die grundsätzliche Gefährlichkeit der dem Frack-Wasser zugesetzten Additive können Außenstehende (und vermutlich auch der GD) keine konkreten Aussagen machen, da ihnen die Stoffe im einzelnen nicht bekannt sind. Es heißt in dem Text nur: „Nach Angaben von Exxon entspricht das beim Fracken eingesetzte Stoffgemisch der Wassergefährdungsklasse 1“. Die Gefährlichkeit des Frack-Wassers (bzw. des „Cocktails“) wird über Anteil und Gefährdungspotential der einzelnen Komponenten berechnet und danach in Klassen eingeteilt. Stoffe mit höheren Gefährdungsgraden werden somit bei Verdünnung niedriger eingestuft. Ein zusätzliches Gefahrenpotential besteht schon beim Transport, der Lagerung und der Verarbeitung der Zusätze. Aber auch bei der Speicherung von Rückflüssen des Frack-Wassers und des mit dem Gas geförderten Formationswassers in „Teichen“ entstehen Gefahren für die Umwelt. Die meisten organischen Chemikalien, die als Additive benutzt werden, und auch die im Formationswasser enthaltenen Kohlenwasserstoffe sind weniger dicht als Wasser und sammeln sich daher an der Oberfläche der Teiche an. Dort verdampfen sie und treten in der umgebenden Luft über.

Geologische Barriere

Als wesentliche Barriere zwischen den flözführenden Schichten des Oberkarbons und dem oberen Grundwasserkörper werden die Ton- und Tonmergelsteine der mittleren Oberkreide („Emscher-Mergel“) angesehen. Aufgrund ihrer Mächtigkeit von einigen 100 Metern und ihrer überwiegend tonigen Zusammensetzung werden sie üblicherweise als „dicht“ angenommen, obwohl sie wie jeder andere Gesteinsverband auch von tektonischen Trennflächen durchzogen werden. Im Text des GD heißt es deshalb folgerichtig: „Es gibt Störungen im Emscher-Mergel, die bis in die Oberkarbon-Schichten hereinreichen“. Diese Störungen können also Verbindungswege von „gefrackten“ Schichten des Oberkarbons bis in den oberen Grundwasserhorizont bilden. Weiter heißt es: „Inwieweit die Störungen wasser- oder gas-wegsam sind, ist im Einzelfall zu prüfen“. Es wird allerdings nicht erklärt, wie das Prüfen vonstatten gehen soll. Und auch der folgende Satz ist wenig konkret: „Damit die Funktion der geologischen Barrieren mit ausreichender Sicherheit langfristig gewährleistet ist, ist dem Auftreten von tief reichenden Gebirgsstörungen im Rahmen der Exploration besondere Beachtung zu schenken“. Aber allein durch die „Beachtung“ der Störungen ist die Barrierenfunktion nicht gewährleistet. Für diese Bereiche sind besondere Forderungen aufzustellen und Kriterien festzulegen, die letztlich auch bei Vorliegen ungünstiger Verhältnisse eine Nichtinanspruchnahme dieser Gebiete beinhalten sollten.

Fazit

Das „Fracking“ ist eine Technologie von gestern, die nicht mehr in unsere Zeit passt. Einerseits sind wir bemüht, die Umwelt mit einer entsprechenden Gesetzgebung vor Schädigungen und Verunreinigungen zu schützen, auf der anderen Seite werden aber beim Fracken ohne große Bedenken giftige Stoffe in den Untergrund gegeben. Dieses Verfahren  sollte deshalb nicht mehr angewendet werden. Vielleicht gibt es schon in einigen Jahren oder Jahrzehnten bessere und umweltfreundliche Methoden zur Gewinnung von Flözgas. Bei einem Verzicht auf die Gewinnung von unkonventionellem Erdgas im Münsterland und anderswo ständen bei Exxon ab sofort erhebliche finanzielle Mittel zur Verfügung, die man in die Entwicklung und den Ausbau zukunftsträchtiger Technologien wie zum Beispiel in die Gewinnung erneuerbarer Energien stecken sollte.

Für den kompletten Kommentar der Geologen als PDF-Datei klicken Sie bitte hier.

Die Verfasser (Zwei Geologen im Ruhestand) möchten namentlich noch nicht genannt werden. Sie würden als völlig Unbeteiligte an einem riesigen Rad mit drehen. Als Rentner möchten sie aber ihren Ruhestand genießen und sich nicht in der Öffentlichkeit rechtfertigen. Durch ihre Rente sind sie „wirklich unabhängig“ und nicht auf Aufträge aus der Industrie angewiesen.

 

Feb 232011
 

Der Fernsehbeitrag „Demokratische Mitbestimmung als Farce“ von RBB (ARD) über die geplante Verpressung von CO2 zeigt eine frappierende Ähnlichkeit zu den geplanten Erdgasprobebohrungen im Münsterland.

Zitat aus dem 7-minütigen Fernsehbeitrag vom 16.02.2011:

Was macht man als Politker, wenn man ein Großbauprojekt gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen möchte? Man nehme aufgebrachte Bürger, setze sie in einen Beirat, tue so, als ob man ihre Sorgen ernst nehme und ziehe ansonsten sein Projekt wie geplant durch.

Folgende Fragen fallen mir dabei spontan ein:

  • Werden wir Münsterländer von Politik und Verwaltung genauso verschaukelt?
  • Werden die Probebohrungen vielleicht doch dazu genutzt, CO2 einzupressen?
  • Gibt es von Exxon für die Münsterländer eine eindeutige schriftliche Haftungserklärung?
  • Gelten bei uns nicht die gleichen von Dr. Krupp aufgezeigten Argumente zur Durchlässigkeit des Deckgebirges?

Den kompletten Beitrag sehen Sie hier.

Zum Thema Einpressung CO2:

Wir erinnern nochmal an unseren Artikel „Ich fühle mich von Exxon verar….t“!

Zitat aus der Zeitschrift Waterkant:

Inwieweit die ausgebeuteten Tight- und Shale-Gas-Vorkommen auch nach der Förderung zur CO2-Speicherung dienen können, wird bereits diskutiert. Letztendlich könnte auf diese Weise jeder Ort, in dem heute eine Probebohrung nach unkonventionellem Erdgas durchgeführt wird, zu einer CO2-Endlagerstätte werden.

In diesem Zusammenhang erhalten die Nachrichten über die CO2-Verpressung eine ganz andere Bedeutung: Focus online und Spiegel online. Auch wenn das Münsterland hier nicht aufgeführt wurde, heißt es nicht gleich „Entwarnung“.

Zitate aus Focus online:

Die hohen Drücke, die zur Verpressung des CO2 in die Tiefe erforderlich sind, können außerdem Leckagen oder sogar Erdbeben verursachen. Weiter könnte entweichendes Kohlendioxid, das sich in Senken oder Tälern ansammelt, zur Gefahr für die Bevölkerung werden.

In einer 2003 ausgehobenen Kiesgrube, berichten beide, trete jenes CO2 aus, das in das Ölfeld verpresst wird. Als Beleg führen sie Erdausbrüche, Gasblasen und Algenwuchs in Tümpeln am Grund der Kiesgrube sowie aus unerfindlichen Gründen verendete Tiere an. Mittlerweile gab das Paar seine Farm auf.

Das Deckgebirge, so die Schlussfolgerung, sei nicht dicht, vielmehr gebe es Mikrorisse darin, durch die das Gas zur Oberfläche steigt. In Bodennähe beträgt die CO2-Konzentration laut Petro-Find Geochem bis zu elf Prozent, bereits acht bis zehn Prozent sind für einen Menschen tödlich.

Insgesamt sollen fast 100 000 Tonnen CO2 in ein in der Altmark im Norden von Sachsen-Anhalt an der Grenze zu Niedersachsen gelegenes Gasfeld in eine Tiefe von über 3000 m eingebracht werden.

Hier eine Übersicht von Greenpeace.

Seit wenigen Tagen kursiert ein neuer CCS-Gesetzentwurf, der angeblich Anfang März im Bundeskabinett verabschiedet werden soll. Danach folgt das parlamentarische Verfahren in Bundestag und Bundesrat. Eckpunkte des neuen Gesetzentwurfs sowie eine grüne Bewertung finden Sie im Anhang. Den kompletten Gesetzentwurf können Sie unter http://oliver-krischer.eu/fileadmin/user_upload/gruene_btf_krischer/2011/GesetzentwurfCCS14022011.pdf abrufen.

Hier die Bewertung der Grünen

Zitate:

Die im Referentenentwurf der Bundesregierung vorgesehene Übertragung der Haftung vom Betreiber an die zuständige Behörde darf nicht – wie vorgesehen – bereits nach 30 Jahren geschehen. Es gilt das Verursacherprinzip, nach dem der Betreiber des CO2-Speichers für auftretende Schäden vollständig haftbar gemacht werden kann.

Die Speicherung von CO2 in ausgedienten Erdöl- und Erdgasspeichern – wie von der Bundesregierung vorgesehen – lehnen wir ab, da diese Speicherstätten als potentielle Druckluft- und/oder Erdgasspeicher zu wertvoll sind und nicht als Müllkippe für CO2 verschwendet werden dürfen.

Geologen zu Erdgas und Quecksilber

 Geologie, Risiko: Lagerstättenwasser, Risiko: Quecksilber  Kommentare deaktiviert für Geologen zu Erdgas und Quecksilber
Feb 062011
 

Geologen haben das Problem näher beschrieben: Bei der Förderung von unkonventionellem Erdgas gibt es außer dem Fracking, der Radioaktivität, den Erdbeben und vieles mehr, eine weitere Gefahrenquelle für die Umwelt – das mögliche Auftreten von Quecksilber.

Zitate:

  • Quecksilber wird durch vulkanische Aktivitäten an die Erdoberfläche und in die Atmosphäre getragen und gelangt von dort auch in die Sedimente.
  • Die Emission des Quecksilbers erfolgt bereits während der Trocknung des Gases durch bestimmte verfahrensbedingte Schritte, vor allem aber bei Reinigungs-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten.
  • Undichtigkeiten in der Anlage und das so genannte „Abfackeln“ nicht erwünschter Kohlenwasserstoffe tragen ebenfalls zur Freisetzung von Quecksilber bei.

Hier das komplette Dokument

Exxon und die Bergbehörde machen kein Geheimnis daraus, dass diese herausgetrennten Stoffe anschließend wieder im Boden verpresst werden. Es stellt sich hier die Frage an die Kenner des Berggesetzes, ob es nach Bergrecht (unter anderem §55) wirklich zulässig ist, derart giftige Stoffe wieder zu verklappen.

Die Verfasser (Zwei Geologen im Ruhestand) möchten namentlich noch nicht genannt werden. Sie würden dann als völlig Unbeteiligte mit an diesem großen Rad drehen. Als Rentner möchten sie aber ihren Ruhestand genießen und sich nicht in der Öffentlichkeit rechtfertigen. Durch ihre Rente sind sie „wirklich unabhängig“, sind nicht auf Aufträge aus der Industrie angewiesen und brauchen auch keine Karriere mehr zu machen.

Zur Erinnerung, unser Artikel über die Quecksilberverseuchung in Niedersachsen:

http://www.gegen-gasbohren.de/2011/01/10/eine-dreiste-luge-vor-der-kamera/

Nachtrag: Bitte unbedingt den Kommentar von Herrn Lemke beachten. Vielen Dank an Herrn Lemke für den Link.

Feb 052011
 

…im Münsterland unkonventionelles Erdgas gefördert wird?

Das hat sich Dr. Lück aus Drensteinfurt – Walstedde gefragt. Gut recherchiert und zusammengerechnet kam dabei heraus:
In Nordrhein-Westfalen werden 2.100 Milliarden m³ unkonventionelle in Kohle gebundene Erdgasreserven vermutet (sog. Resource in Place). Davon sind etwa ein Zehntel grundsätzlich förderbar (technisch entnehmbare Reserve). Davon wiederum sind 10% aktuell förderbar (nachgewiesene Resource). Also können voraussichtlich 1%, also 21 Milliarden m³ gefördert werden.
Der Erdgasverbrauch lag 2006 in Deutschland bei fast 90 Milliarden cm³€.
Bei 15-jähriger Ausbeutung des Erdgasvorkommens könnten jährlich durchschnittlich 1,4 Milliarden m³ hier gefördert werden, das sind 1,6 % des Bedarfs.

In einer zusammenfassenden Berechnung für diese Ausbeutung hieße das:

– Im Münsterland alle 2 km ein Bohrturm

– ca. 1500 Bohrplätze

– 110.000 LKW – Transporte nur zum Antransport der Frac-Flüssigkeit

– Bei einer Förderphase von 15 Jahren würde 45 mal das Fassungsvermögen des Möhnesees an Wasser benötigt.

– Bei einem Chemieanteil von 0,5 – 1% würde 20 – 40 Mio m³ pure Chemie benötigt. Das ist 1 – 2 mal der Halterner Stausee.


Kann das durch noch so hohe Profiterwartungen oder auch durch die Hoffnung, für 15 Jahre die Abhängigkeit von Gasimporten um 1,6% gemindert zu haben, gerechtfertigt werden?

Hydraulic Fracturing Münsterland vom 09.02.2011: Hier das komplette Dokument

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Zitat:

Die zentrale Aussage, die Tonmergelschicht der Kreide schützt unser Trinkwasser zuverlässig vor der Fracking-Lösung, muss dringend in Frage gestellt werden!!!