Jan 302012
 

Am 31. Januar 2012 ab 21:45 berichtet Report München über die Kontaminierung großer Flächen mit krebserregenden Benzol in Niedersachsen. Technisch sind es undichte Lagerstättenwasserleitungen, doch hinter dem „größten Umweltskandal durch Erdgasförderung“ in Deutschland, stecken auch Fehler der Industrie in Verbindung mit offensichtlich fehlende Kontrolle durch das Landesbergamt Niedersachsen und das zuständige Wirtschaftsministerium unter Jörg Bode (FDP).

In Niedersachsen befindet sich das größte Erdgasförderfeld Deutschlands. Doch in unmittelbarer Nähe zu den Förderstellen sind tausendfach überhöhte Benzolwerte im Grundwasser gemessen worden. Benzol ist krebserregend und gehört zu den giftigsten chemischen Verbindungen. Die Anwohner sind besorgt. Wie kommt das Benzol ins Wasser? report MÜNCHEN über einen der größten Umweltskandale durch Erdgasförderung in Deutschland.

Nach ersten Meldungen über Benzol- und Quecksilberkontaminierungen im ExxonMobil Erdgasfeld bei Söhlingen aus dem Jahr 2007, dauerte es mehr als 4 Jahre, bis das Landesbergamt im Januar 2011 eine Überprüfung aller Leitungen anordnete. Dabei wurden weitere Kontaminierungen in Hengstlage gefunden. Verantwortlich waren Leitungen aus dem Kunststoff PE 80. Für eine weitere Kontaminierung mit Benzol in Völkersen aus dem August 2011, wurde ein PE Kunststoff-Ventil ermittelt. Im November 2011 verkündete Wirtschaftsminister Jörg Bode dann, die Unternehmen hätten mit Hilfe externer Gutachter alle Leitungen kontrolliert.

Doch im Januar 2012 wurde dann bekannt, dass Benzol auch entlang der 20 km langen Lagerstättenwasserleitung bei Völkersen durch Leitungen vom Typ PE 100 in das Erdreich gelangt. Ein Teil des Netzes wurde darauf hin bereits still gelegt. Potentiell sind von den 800 km Rohrleitungen in Niedersachsen alle Flächen betroffen, bei denen Rohre aus PE verwendet wurden. Diese müssen jetzt systematisch auf ausgelaufenes Benzol und weitere Schadstoffe wie Quecksilber kontrolliert werden.

Erste Landwirte bereiten bereits Klagen vor. Die Dekontaminierung der betroffenen Flächen kann mehrere Jahre dauern.

Update: Der Bericht ist jetzt als Video und Transkript beim Bayerischen Rundfunk verfügbar.
http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/videos-und-manuskripte/umweltskandal-durch-erdgasfoerderung100.html

Quelle:
report MÜNCHEN: Die Sendung am 31.01.2012 | report MÜNCHEN | Das Erste | Fernsehen | BR.de.

Jan 112012
 

Ein möglicher Super-Gau bei der RWE in Völkersen sorgt für große Unruhe. Die Bürgerinitiative „No Fracking“ fühlt sich in ihren schlimmsten Befürchtungen bestätigt, denn die RWE-DEA scheint die Technik nicht im Griff zu haben.

Am Montag, den 9.Januar hatte die BI aus Völkersen nach dem aktuellen Störfall an einer Lagerstättenwasserleitung ein Treffen mit Vertretern der RWE DEA organisiert. Es wurden Detailfragen wie z.B. die Höhe der gemessenen Benzolbelastung und die genaue Lage der Benzolfundorte erläutert. Die Vertreter, u.a. Betriebsleiter Sven Burmester, berichteten, daß auf Initiative des Landesbergbauamtes (LBEG) alle Lagerstättenwasserleitungen auf Dichtigkeit überprüft werden sollten. Dabei beprobte man von dem ca. 20 km langen Leitungsnetz, welches quer durch die Gemeinde verläuft, zunächst direkt an den Förderstellen, da dort durch die hohen Temperaturen des Abwassers die höchste Belastung des Rohrmaterials zu erwarten seien. An der Leitung von Z1 Nord in Völkersen zur Zentrale nach Schülingen wurde 300m neben der Stelle der Leckage vom August letzten Jahres ein Benzolwert von ca. 5.700 Mikrogramm an der betroffenen Leitung gemessen, also doppelt so hoch wie beim Unfall vor fünf Monaten. Zur Kontrolle wurde ein weiterer Meßpunkt ca. 1,5 Km entfernt an der Straße „Lustiger Strump“ gewählt. Und ab da war „Schluß mit Lustig“, denn auch der dort gemessene Benzolwert war über 100mal so hoch wie der gesetzlich zulässige Höchstwert von 5 Mikrogramm.

In dieser Woche werden an der betroffenen ca. 5 km langen Leitung alle 100m Proben genommen, da umfangreiche Druckprüfungen keine Befunde erbracht hätten. Die Sorge der Bevölkerung rund um Völkersen ist groß, da augenscheinlich „Rotenburger Dimensionen“ oder vielleicht sogar noch schlimmere erreicht werden. 2007 trat durch undichte Rohrleitungen Benzol und Quecksilber aus Lagerstättenwasserleitungen im Erdgasfeld Söhlingen von ExxonMobil aus. An 9 Stellen kam es zu Kontaminierungen, deren Beseitigung bis 2011 andauerte, ca. 200.000 cbm Erdreich mussten abgefahren, entsorgt und neu aufgefüllt werden. Verwendung fand hier der in der Diskussion stehende Kunstoff PE 80. Trotz gegenteiliger Versicherung der RWE und des LBEG scheinen auch die in Völkersen verwendeten PE 100-Rohre, ein angeblich hochwertigeres Material, ungeeignet zum Transport der agressiven Lauge. Eine akute Gefahr für Mensch und Tier wird von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Verden z.Zt. nicht gesehen. Ob diese Einschätzung so hingenommen werden kann, wagt die BI zu bezweifeln.

Zu einer möglichen Sanierungsmaßnahme konnte man bis jetzt noch nicht konkret Stellung beziehen. Das Lagerstättenwasser aus Völkersen und Langwedelermoor wird bis auf Weiteres per LKW abgefahren. Vor dem nächsten Treffen der Bürgerinitiative am 17 Januar um 19°° im „Alten Krug“ in Völkersen, soll ein weiteres Gespräch mit der RWE stattfinden, wo genauere Meßergebnisse bekannt gegeben werden. Auf Anregung der BI und Bürgermeister Andreas Brandt erklärten sich die RWE-Verantwortlichen dazu bereit, auf ihrer Internetseite einen Link „Bürgerinfo Völkersen“ einzurichten, um aktuelle Informationen schnell und direkt an die Bevölkerung weiterzugeben. Auch soll über das Gesundheitsamt die Frage möglicher gesundheitlicher Beinträchtigungen für die Anwohner geklärt werden. Die RWE-Verantwortlichen betonten, daß sie an einem konstruktiven Dialog mit der Bevölkerung interessiert sind. Die Forderung der BI ist klar: Die Genehmigung für die Lagerstättenwasserleitungen muß umgehend widerrufen werden.

Presse-Mitteilung von Andreas Noltemeyer
Pressesprecher der Bürgerinitiative „No Fracking“, Völkersen

Jan 102012
 

Die Kreisverwaltung in Verden kritisiert, dass sie nur im Falle eines Schadens – wie jetzt wieder in Völkersen – am Genehmigungsverfahren beteiligt werden. Der Schaden in Völkersen (Landkreis Verden) zeigt, dass das gesamte Netz für Lagerstättenwasser in Niedersachsen überprüft werden muss und die volle Aufmerksamkeit der Wasserbehörden verlangt.

Den neuerlichen Schadensfall nimmt die Kreisverwaltung zum Anlass, beim zuständigen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Hannover schriftlich anzufragen, wie die Dichtigkeit des gesamten Lagerstättenwasserleitungsnetzes überprüft und überwacht wird.

Der Betrieb der Lagerstättenwasserleitungen der RWE Dea AG im Landkreis Verden unterliegt der bergrechtlichen Aufsicht durch das LBEG. Der Landkreis Verden als untere Wasserbehörde hat hierzu keine eigenen Zuständigkeiten. „Nur im Falle eines Schadens wird der Landkreis als untere Wasserbehörde beteiligt. Wir können daher nur nachsorgend tätig werden“, erklärt Landrat Peter Bohlmann. „Die Kreisverwaltung hat auf Grund der nicht absehbaren Folgen des Benzolaustrittes die volle Aufmerksamkeit auf die Sicherheit der Lagerstättenwasserleitungen gerichtet“, so Bohlmann.

Quelle:
Landkreis-Verden.de.

Jan 102012
 

Die neueste Kontaminierung von Grundwasser mit Benzol im Rahmen der Erdgassuche in Deutschland bei Völkersen in Niedersachsen könnte die bisher bekannt gewordenen Schäden bei weitem übertreffen. Sind das Landesbergamt in Niedersachsen und Wirtschaftsminister Bode ihrer Aufsichtspflicht im ausreichenden Maße nachgekommen oder haben sie sich zu sehr auf die Aussagen der Industrie verlassen?

Bis zu 5700 Mikrogramm Benzol pro Liter wurden im Boden an der Lagerstättenwasserleitung vom Bohrplatz Völkersen Z1 zum Betriebsplatz Völkersen gemessen. RWE DEA und das Landesbergamt Niedersachsen sprechen von einem sehr ernsten Vorfall und suchen jetzt systematisch nach weiteren Stellen, an denen der Boden mit Benzol und eventuell Quecksilber kontaminiert sein könnte. Echte Lecks und Schäden konnten bereits durch Druck- und Schnüffelgastests ausgeschlossen werden.

Eine Erklärung für den Vorfall könnten ungeeignete PE Rohre sein, durch die Quecksilber und Benzol aus Lagerstättenwasser in das Erdreich diffundieren können. 2007 geschah das bereits im Erdgasfeld Söhlingen. Der für die Überwachung verantwortliche Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) sagte erst im November 2011 im Landtag Niedersachsen, dass die Betreiber „sehr umfangreich unter Einbeziehung externer Gutachter Bodenuntersuchungen an Leitungstrassen durchgeführt“ hätten (s.u.).

Offenbar nicht gründlich genug. Es fällt auf, dass die Kontrollen vom Landesbergamt in Niedersachsen erst im Januar 2011 angeordnet wurden, obwohl die ersten Kontaminierungen laut ExxonMobil bereits 2007 gemeldet wurden. Vier Jahre vergingen offenbar, ohne dass nach gleichartigen Schäden gesucht wurde. Erst 2011 wurden laut LBEG dann Schäden durch Benzol und Quecksilber bei Hengstlage bemerkt. An wie vielen Stellen des über 1000 km umfassenden Lagerstättenwasserleitungsnetzes in Niedersachsen noch Schäden und Kontaminierungen drohen oder vorliegen bleibt ungewiss.

Am 21. Januar 2011 veröffentliche das LBEG in Reaktion auf Berichte über Kontaminierungen im Erdgasfeld Söhlingen durch NDR Markt und ARD Panorama:

„Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie LBEG hat Unternehmen der Erdgasindustrie den weiteren Betrieb einzelner Kunststoffrohrleitungen für den Abtransport von Lagerstättenwasser untersagt. Das Verbot gilt für Rohrleitungen aus dem Werkstoff PE 80 Polyethylen, wenn darin Lagerstättenwasser mit BTEX-Aromaten Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol und Quecksilber transportiert wird. […] Die Verunreinigungen gehen auf ein außergewöhnliches, nicht erwartetes, Schadensbild zurück, da an der Leitung keine Leckagen in Form eines offenen Loches vorliegen. Vielmehr sind die Stoffe durch Diffusion durch die Rohrwand in den Boden gelangt.“ Quelle: http://www.lbeg.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=28772&article_id=93623&_psmand=4

Wirtschaftsminister Jörg Bode präzisierte diese Informationen in Reaktion auf eine Kleine Anfrage im niedersächsischen Landtag vom 17. November 2011 weiter:

Der Vorfall an einer Lagerstättenwasserleitung aus Kunststoff im Erdgasfeld Söhlingen bildete die Grundlage für eine landesweite Analyse des Zustandes dieser und vergleichbarer Rohrleitungen, die in den Unternehmen der niedersächsischen Erdöl- und Erdgasindustrie zum Transport von Lagerstättenwasser verwendet werden. Hierzu hat das LBEG gegen die Betreiber von Lagerstättenwasserleitungen Anordnungen getroffen, die u.a. folgendes beinhalten:
– Untersagung des Betriebs von Leitungen aus bestimmten Werkstoffen,
– Datenübermittlung zu den betriebenen Leitungen aus Kunststoffen,
– Durchführung von Bodenuntersuchungen in den Leitungstrassen nach einer abgestimmten Spezifikation,
– Erweiterung des gutachterlichen Eignungsnachweises für Kunststoffrohre auf Diffusion und Permeation.

Die Leitungsbetreiber haben daraufhin sehr umfangreich unter Einbeziehung externer Gutachter Bodenuntersuchungen an Leitungstrassen durchgeführt, aufgrund der Ergebnisse der Untersuchungen die Leitungen bewertet, sofern erforderlich Leitungen stillgelegt und Planungen über den Ersatz von Leitungen angestellt. Im Zuge der landesweiten Analyse wurden auch Schäden an Lagerstättenwasserleitungen im Erdgasfeld Hengstlage festgestellt. Hier erfolgt derzeit eine Umstellung des Erdgasfeldes auf den Nassgastransport, wobei die Lagerstättenwasserleitungen stillgelegt und entfernt werden.

Quelle:
http://www.mw.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=5459&article_id=100421&_psmand=18

Die angeblich „umfangreichen Überprüfungen“ scheinen nicht ausgereicht zu haben. Die Bürgerinitiativen haben bereits Anfang 2011 gefordert, dass alle Informationen über Schäden, Meßwerte und betroffene Materialien öffentlich gemacht werden müssen. Bis heute ist das unterblieben.

Entlang der jetzt betroffenen Lagerstättenwasserleitung in Völkersen, immerhin fast 9 km lang, sollen nun im Abstand von 100 Metern weitere Proben entnommen und untersucht werden. An anderer Stelle wurden bereits Belastungen von über 500 Mikrogramm pro Liter gemessen. Eines der kontaminierten Gelände – eine Weidefläche für Rinder – ist momentan durch die starken Regenfälle überflutet. Grund- und Oberflächenwasser bilden eine Einheit.

Die Leitung verläuft in unmittelbarer Nähe von Trinkwasserschutzgebieten. Auch Ackerflächen sind betroffen. Immerhin erfolgte in diesem Fall die Information der unmittelbar Betroffen ausgesprochen schnell und unbürokratisch. RWE DEA hat hier Konsequenzen gezogen und sein Verhalten angepasst. Konsequenzen sollten nun auch im niedersächsischen Landesbergamt und im Wirtschaftsministerium gezogen werden.

Im Mai 2011 verkündetet Wirtschaftsminister Bode

“eine externe Überprüfung des Bergbauamtes” an, um “die Fehlerquellen finden und abstellen zu können.”
Quelle: http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2011/exxon133.html

Bis heute ist nichts passiert. Statt dessen engagiert sich der Wirtschaftsminister für noch weniger Kontrollen und Subventionen für die Gasindustrie.

Sieht so die versprochene Transparenz aus?

 Behörde, was soll das?, Bundestag, NRW-Landtag  Kommentare deaktiviert für Sieht so die versprochene Transparenz aus?
Nov 202011
 

Die Anhörung zum Thema „Trinkwasserschutz und Bürgerbeteiligung bei der Förderung von unkonventionellem Erdgas“ ist zum einen öffentlich und hat zum anderen den Hintergrund mehr Transparenz in das Thema zu bringen.

Daher ist es erfreulich, dass vier der neun Sachverständigen im Vorfeld Stellungnahmen veröffentlichen und sich der inhaltlichen Auseinandersetzung stellen.

http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a16/Oeffentliche_Anhoerungen/58_Sitzung/index.html

Vor diesem Hintergrund ist es umso erstaunlicher, dass

– ein Wirtschaftsverband (WEG- Wirtschaftsverband der Erdöl+ Erdgasindustrie)

– eine Bundesanstalt (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe)

– ein Bundesverband (Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft e. V.)

– und ein Mitglied des Helmholz-Zentrums ( Die leiten auch den von Exxon initiierten Dialogprozess)

nicht in der Lage sind, ihre Stellungnahmen im Vorfeld der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Es bleibt abzuwarten, ob und wann auch von diesen Damen und Herren die immer wieder angekündigte Transparenz erfolgen wird.

Den Bundestagsabgeordneten wird es unmöglich gemacht, sich mit dem Thema intensiv auseinander zu setzen.

Drucktest mit Diesel: Was wusste der Kreis?

 Behörde, was soll das?, Bezirksregierungen Arnsberg, Bundestag, NRW-Landtag, Zeitung: WN  Kommentare deaktiviert für Drucktest mit Diesel: Was wusste der Kreis?
Mai 132011
 

Die „Neue Westfälische“ berichtet über den Drucktest mit Dieselöl in Stemwede-Oppenwehe.

In welchem Umfang und in welcher Verantwortung war der Kreis an den Genehmigungsverfahren als Untere Wasserbehörde beteiligt?

Zitat:

In dem Bericht des NRW-Wirtschaftsministers Harry K. Voigtsberger vom 4. Mai an den NRW-Landtages werde dargestellt, dass die Bezirksregierung Arnsberg dem Sonderbetriebsplan nach Beteiligung der Unteren Wasserbehörde am 30. September 2010 zugestimmt habe, so Klanke. Daher möchte er wissen, ob die Untere Wasserbehörde – sollte der Minister-Bericht zutreffend sein – keine Bedenken dagegen hatte, dass die sich aus Gründen der Bohrlochsicherung und Konservierung im verrohrten Bohrloch befindliche Kaliumchlorid-Flüssigkeit vor dem Drucktest gegen 25.000 Liter Diesel ausgetauscht wurde. ….

….. „Wie muss sich die Bevölkerung eine, schadlose Zurückholung’ des Dieselöls angesichts der erheblichen Bohrtiefen im Gestein vorstellen? ……

….. Es sei fraglich, ob die Auflagen, wonach es eine Abdichtung geben und das Dieselöl gänzlich rückholbar sein solle, wirklich einen zuverlässigen Schutz für Boden und Grundwasser sicherstellen.

Quelle: http://www.nw-news.de/lokale_news/luebbecke/luebbecke/4477337_Drucktest_mit_Diesel_Was_wusste_der_Kreis.html

 

Kommentar von Yulemk geschrieben am 13.05.2011 09:30 in den „Westfälischen Nachrichten“

EXXON – immer wieder unfassbar unterirdisch! Oder?

Wozu braucht man eigentlich Diesel bei der „Unkonventionellen Gasförderung“? Richtig! Um den Gasfluss zu stimulieren (in der Fachsprache: „well stimulating prozess“)! Man braucht Diesel als das geeignetste Mittel neben Tensiden, um zu testen, wieviel Gas mit Diesel unter Druck aus dem Gestein gelöst werden kann. Zu nichts anderem dient es! Dazu muss aber der Dichtungszement zum gashaltigen Schiefergestein hin durchlöchert – also perforiert werden. Diesel sitzt somit in Oppenwehe1 nicht etwa in einem rundum zementierten und abgesicherten Bohrloch sondern schon im Gestein! Damit ist eine von der Genehmigungsbehörde verlangte „vollständige Rückholbarkeit“ des Diesels nicht gegeben. Der „geschlossene Zementkreislauf“ wurde verlassen.
So, wie es da fabuliert wird, macht es irgendwie keinen richtigen Sinn… Ist das eine bewusste Täuschung der Öffentlichkeit? Es fragt sich doch: Wie können Bergbauamt Arnsberg und Untere Wasserbehörde so ahnungslos einen wirklich „unterirdisch“ anmutenden Prozess genehmigen? Hat EXXON es wieder einmal geschafft, die wirklichen Zusammenhänge im Verborgenen – also Untertage – zu halten?
Wie verbreitet man so eine unglaubliche Idee, mit einem „Drucktest“ die Dichtigkeit von Zement ausgerechnet mit Diesel testen zu wollen? Wo doch ein Tropfen Diesel 1000 Liter Wasser verunreinigen könnten. Will man die Öffentlichkeit für dumm verkaufen? Darauf hoffen, dass niemand sich zum Bohrwurm machen kann, um dort unten im dunklen Schlamm („It’s all mud!“ sagt der Amerikaner… und ölt die Erde…) endlich für aufklärende Erhellung zu sorgen? Freiwillige Schlammtaucher nach vorn! EXXON ist doch wirklich nicht zu fassen. Oder?

Quelle (ganz unten unter Kommentare): http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/muensterland/1546743_Debatte_ueber_Probebohrungen_in_NRW_sorgt_fuer_Vorwuerfe_und_Spott.html