Risiko: Entsorgung Frackwasser/Lagerstättenwasser

Sep 052013
 

Verpressstelle Wittorf Z1/Grapenmühlen

Verpressstelle Wittorf Z1/Grapenmühlen (plattlandbergwacht)

Vor gut einer Woche hielt der Kieler Toxikologe Hermann Kruse in Wittorf einen Fachvortrag über gesundheitsgefährdende Stoffe, die beim Gasbohren, insbesondere beim Fracking anfallen. Eine Selbsthilfegruppe Umweltgeschädigter hatte dazu eingeladen. Die Rotenburger Rundschau berichtete.

Der Chemiker Kruse erzählte unter anderem von Stoffen, bei denen „dem Chemiker das Messer in der Tasche aufspringt“ – sowohl solcher Stoffe, wie sie beim Fracking zum Einsatz kommen, als auch solchen, die aus dem Untergrund zutage gefördert werden (Lagerstättenwasser – dieses ist mit Schwermetallen, Kohlenwasserstoffen und radioaktiven Nukliden versetzt und daher extrem gesundheitsgefährdend).

Frackflüssigkeiten bestehen aus Wasser, Sand oder industriellen Keramikkügelchen sowie tonnenweise (pro Frac!) teils sehr gefährlichen Chemikalien. Diese können Krebs und neurologische Erkrankungen erzeugen, fruchtschädigend wirken, die Haut, die Lunge reizen…

Frackflüssigkeiten werden zu 20 bis 60 Prozent zurückgefördert („Flowback“) und müssen als Sondermüll entsorgt werden. Gelegentlich werden sie auch recycled und erneut zum Fracken benutzt.

Das zwangsläufig mit dem Gas oder Öl mitgeförderte Lagerstättenwasser muss aufgrund seiner giftigen Beschaffenheit ebenfalls als Sondermüll entsorgt werden. Die geschieht z.B. in Niedersachsen in etwa 40 Verpressbohrungen (wieviele das sind, weiß die zuständige Behörde, das LBEG, auch nicht so genau), z.B. in der Verpressbohrung Wittorf Z1.

Verpressbohrungen (Versenkbohrungen) werden von vielen als tickende Zeitbomben gesehen. Das verpresste Gift befindet sich unkontrollierbar und nicht rückholbar im Untergrund. Die Verseuchung des Grundwassers in einer nicht abschätzbaren Zeit wird befürchtet. Kommende Generationen werden sich bedanken, weil ihre Vorväter ihre Trinkwasserressourcen versaut haben.

Dennoch ist die Verklappung dieses Sondermülls in Verpress-, oder, wie sie vornehmer genannt werden: Versenkbohrungen angeblich Stand der Technik:
„Die Versenkung von zutage gefördertem Lagerstättenwasser wird von den zuständigen Bergbehörden derzeit als den allgemein angesehenen Stand der Technik angesehen.“, schrieb Ministerialrat Mathias Eberle unlängst einem besorgten Bürger auf dessen Anfrage.

Die Bewohner von Wittorf haben eine solche Verpressbohrung seit 1995 direkt vor ihrer Haustür. 150 kamen lt. Rundschau, den Vortrag von Dr. Kruse zu hören.

 Veröffentlicht von am 5. September 2013
Mai 212012
 

Hört euch das mal an!
Bisher werden mehrere zig Millionen Liter radioaktiver, toxischer oder krebserregender Stoffe einfach in den Boden gepresst und das soll erlaubt sein. Die Politik muss die Industrie einfach stärker kontrollieren!

Bei der Förderung von Öl und Gas fallen gigantische Mengen giftiger Abwässer an. Entsorgt werden diese Stoffe oft dadurch, dass sie einfach wieder in den Boden oder ins Meer gepumpt werden. Die Opposition im Bundestag will das Thema nun stärker auf die Tagesordnung bringen.

Quelle:
Giftige Rohstoffe in Meer und Boden – Opposition kritisiert Umgang mit Abfällen der | Umwelt und Verbraucher | Deutschlandfunk.

Mai 182012
 

 

 

 

 

Das saubere Image der deutschen Erdgasindustrie bröckelt immer mehr. Wie sagte noch EXXONMOBIL Sprechesprecher Norbert Stahlhut im NDR Fernsehen: „Wir fördern seit 50 Jahren störungsfrei in Deutschland.“  Nun sollen schon ganze Gebiete durch Kollegen der RWE DEA verseucht worden sein! Die Bild berichtete heute wie folgt!

Die Schäden durch Erdgasförderungen im Kreis Verden sind nach Ansicht des Chefs der Grünen-Landtagsfraktion, Stefan Wenzel, größer als bislang erwartet. Die vom Niedersächsischen Landesbergamt erteilten Genehmigungen für die Förderung seien «leichtfertig» vergeben worden, sagte Wenzel am Donnerstag laut Mitteilung. Wenzel hatte sich am Mittwoch in Völkersen bei einem Ortstermin mit Vertretern des verantwortlichen Unternehmens RWE DEA ein Bild von den Fracking-Arbeiten gemacht. «In der Umgebung ist etwa eine Fläche von 120 bis 150 Hektar von Verseuchungen durch benzolhaltige Lagerstättenwässer betroffen», betonte Wenzel. Die Landwirte könnten auf diesen Flächen vorerst keinen Ackerbau betreiben. Ursächlich seien undichte Abwasserleitungen.

Quelle:
Grüne: Fracking-Schäden in Völkersen größer als erwartet – Hannover – Bild.de.

Mai 162012
 

Lange Zeit störte sich niemand daran, dass RWE DEA im Trinkwasserschutzgebiet nahe Völkersen seine mit Benzol und Schwermetallen kontaminierten Abfälle aus der Gasförderung in einer Versenkbohrung entsorgte.

Eingestellt wurde die Praxis, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen über Jahre ungeeignete Rohre verwendete, die mehrere Kilometer Boden und Grundwasser mit Benzol vergifteten. Durch die Rohre wurde das bei der Gasförderung anfallende Lagerstättenabwasser von den Bohrplätzen zur Versenkbohrung bei Völkersen transportiert. Die Dekontaminierung wird noch Jahre dauern. Alles Benzol wird dabei nicht entfernt werden können. Die erlaubten Grenzwerte wurden um das bis zu 39.000-fache überschritten.

Mit dem Verbot der Nutzung der Rohrleitungen und heftiger Kritik an der Entsorgung in einem Trinkwasserschutzgebiet, wich RWE DEA auf eine weitere Versenkbohrstelle nahe Wittorf im Kreis Rotenburg aus. Täglich mehrere LKW Ladungen voll.

Am vergangenen Wochenende wurde auch diese Versenkbohrstelle stillgelegt, nachdem es aus bislang unbekannten Gründen zu einem Feuer kam. Über mehrere Stunden war nicht bekannt, ob dabei giftige Stoffe in der Umgebung freigesetzt wurden.

Mangels Alternativen wurde nun die Versenkbohrstelle im Trinkwasserschutzgebiet bei Völkersen wieder in Betrieb genommen. Zusätzlich zu den Abwässern aus dem Bereich Völkersen werden dort nun auch die Abwässer aus dem Kreis Rotenburg entsorgt. Dabei soll es laut Berichten der Kreiszeitung (noch nicht online verfügbar) zur Überschreitung der erlaubten Einpressmenge kommen. RWE DEA sieht keinen Grund, die umstrittene Verpressung einzustellen. Alternativen dazu gibt es bislang nicht. Möglich wäre die deutlich teurere Entsorgung als Industrieabfall mit entsprechender Behandlung, doch davor schreckt die Gasindustrie – unter anderem auch ExxonMobil, Wintershall und Gas de France – bislang zurück.

Kontaminierte Abwässer. Entsorgung in Trinkwasserschutzgebieten. Ungeklärte Brände. Sperrungen wegen Angst vor Vergiftung der Bevölkerung. Überschreitung von Einpressmengen. Jahrelange Dekontaminationsmaßnahmen…

All dies zeigt, wie fragil das System Gasförderung in Deutschland ist. Sollte es zu einem großflächigen Ausbau der unkonventionellen Gasförderung kommen, werden sich die Mengen der zu entsorgenden Abwässer noch vervielfachen. Lösungen dafür sind noch in weiter Ferne.

Quelle: http://www.nofracking.de/medien/Artikel82.htm

Apr 262012
 

Bei zwei Schadstellen gegenüber der Anlage Z11 zwischen der Bundesstraße 75 und dem Schnedebusch weg müssten Erde und Grundwasser gereinigt beziehungsweise ersetzt werden, da im Baugrubenwasser aller gefundenen Leckagen deutliche Überschreitungen der Geringfügigkeitsschwellenwerte für BTEX aromatische Kohlenwasserstoffe, Toluol, Ethylbenzol, Xylole und Benzol vorlägen, wissen die Aktiven aus vertraulicher Quelle. Auch könne der Schaden bereits seit Jahren bestehen.Unterirdisch gebe es kilometerlang ein Netz von Leitungen durch die Samtgemeinde Sottrum, das Lagerstättenwasser transportiere. Wer auf der B 71 zwischen Mulmshorn und Rotenburg unterwegs sei, bekomme gegenüber der Einfahrt zur Exxon-Station auf einem Acker eine Kostprobe davon, wie solche Rohre aussehen. Dort gebe es zudem Dutzende von gelben und roten Fähnchen, die einer bestimmten Markierung dienten. Welcher, das habe aber auch Exxon mit Verweis auf eine holländische Firma nicht klären können. Die Initiative sehe sich daher in der Pflicht, vorsorglich die Wasserbehörde zu benachrichtigen.

Quelle:
Bürgerinitiative sorgt sich um Verseuchung / ExxonMobil: „Keine Gefährdung“ – Sottrum – Lkr. Rotenburg – Lokales – Kreiszeitung.

Apr 202012
 

Position des Deutschen Bauernverbandes zum „Fracking“

Das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) lehnt das sogenannte „Fracking“ zur Förderung von unkonventionellem Erdgas, das sich ausschließlich in porösen Gesteinsvorkommen befindet, ab. Auf Basis der aktuellen Erkenntnisse stellten sich noch eine Vielzahl von offenen Fragen und ungelösten Problemen; Risiken stünden nicht im Verhältnis zu etwaigen Vorteilen, erklärte das DBV-Präsidium in einem Positionspapier. Den vollständigen Bericht lesen Sie hier:

1. Gefährdung der Produktionsgrundlagen
Auf der Basis bisheriger Erkenntnisse ist eine Gefährdung der nachhaltigen landwirtschaftlichen
Produktion zu befürchten. Die bisher bekannt gewordenen eingesetzten und
teilweise hoch toxischen Chemikalienmengen im Flowback liegen deutlich über den
Grenzwerten.

2. Hoher Flächenverbrauch
Darüber hinaus ist für die Landwirtschaft die Frage nach der Inanspruchnahme landwirtschaftlicher
Flächen für die Erdgasförderung von großer Bedeutung

3. Bergrechtliches Genehmigungsverfahren ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und
Öffentlichkeitsbeteiligung
Genehmigungsverfahren zur Förderung von unkonventionellem Erdgas laufen bislang
allein über das Bergrecht, das weder die Beteiligung der breiten Öffentlichkeit, noch eine
Umweltverträglichkeitsprüfung oder in einem nach Art und Umfang vergleichbaren
Verfahren vorsieht, um mögliche Risiken und Gefährdungen für die Menschen und die
Umwelt auszuschließen.

4. Unzureichende Schadensersatzregelung
Ein weiteres ungelöstes Problem stellt sich aus Sicht der Landwirtschaft bei entstehenden
Schäden.