Apr 202012
 

Position des Deutschen Bauernverbandes zum „Fracking“

Das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) lehnt das sogenannte „Fracking“ zur Förderung von unkonventionellem Erdgas, das sich ausschließlich in porösen Gesteinsvorkommen befindet, ab. Auf Basis der aktuellen Erkenntnisse stellten sich noch eine Vielzahl von offenen Fragen und ungelösten Problemen; Risiken stünden nicht im Verhältnis zu etwaigen Vorteilen, erklärte das DBV-Präsidium in einem Positionspapier. Den vollständigen Bericht lesen Sie hier:

1. Gefährdung der Produktionsgrundlagen
Auf der Basis bisheriger Erkenntnisse ist eine Gefährdung der nachhaltigen landwirtschaftlichen
Produktion zu befürchten. Die bisher bekannt gewordenen eingesetzten und
teilweise hoch toxischen Chemikalienmengen im Flowback liegen deutlich über den
Grenzwerten.

2. Hoher Flächenverbrauch
Darüber hinaus ist für die Landwirtschaft die Frage nach der Inanspruchnahme landwirtschaftlicher
Flächen für die Erdgasförderung von großer Bedeutung

3. Bergrechtliches Genehmigungsverfahren ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und
Öffentlichkeitsbeteiligung
Genehmigungsverfahren zur Förderung von unkonventionellem Erdgas laufen bislang
allein über das Bergrecht, das weder die Beteiligung der breiten Öffentlichkeit, noch eine
Umweltverträglichkeitsprüfung oder in einem nach Art und Umfang vergleichbaren
Verfahren vorsieht, um mögliche Risiken und Gefährdungen für die Menschen und die
Umwelt auszuschließen.

4. Unzureichende Schadensersatzregelung
Ein weiteres ungelöstes Problem stellt sich aus Sicht der Landwirtschaft bei entstehenden
Schäden.

 

Apr 042012
 

… und genau deshalb haben wir uns dem von Exxon initierten Dialogprozess verschlossen. Der Tagesspiegel berichtet, dass die von Exxon bezahlten Wissenschaftler keine nennenswerten Gefährdungen durch die Frackingtechnologie erwarten, im gleichen Atemzug betonen sie aber immer wieder:  Wenn als richtig gemacht wird und die Aufsichtsbehörden richtig kontrollieren. Das darf man in Deutschland wohl nicht viel erwarten, wie es es sonst zu erklären, dass seit über 20 Jahren bekannt ist, dass PE Rohre nicht für die Durchleitung von Kohlenwasserstoffen geeignet sind, diese aber trotzdem Verwendung gefunden haben und nun kilometerlange Leitungen ausgetauscht werden müssen!

Eine offizielle Stellungnahme, ob Fracking eine beherrschbare Technik ist oder nicht, will der Expertenkreis am 25. April präsentieren. In Gesprächen zeichnet sich bereits eine Tendenz ab: Sofern die Anlagen nach dem heutigen Stand der Wissenschaft eingerichtet und betrieben werden, seien die Risiken vertretbar.„Die Gasfirmen werden alles tun, um Pannen zu vermeiden“, sagt der Toxikologe Ewers. „Andernfalls wäre das ohnehin geringe Vertrauen verspielt und die Technik erledigt

Quelle:
Shale Gas: Gefährliches Gemisch – Wissen – Tagesspiegel.

Minister Bode (FDP): Beweislast bei Bohrungen muss umgekehrt werden

 Parteien und PolitikerInnen, Politik, Pressespiegel, Risiko: Haftung Grundbesitzer, Unterstützung  Kommentare deaktiviert für Minister Bode (FDP): Beweislast bei Bohrungen muss umgekehrt werden
Feb 252012
 

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bode möchte, dass die Beweislast bei Schäden durch die Gasförderung zukünftig bei den Unternehmen liegen soll.

FRAGE: Sie fordern eine Beweislastumkehr im Schadensfall?
BODE: Eine Beweislastumkehr ist für den Fall bedeutend, wenn in einer Gegend mit Erdgasförderung oder Kavernenbau etwa in Häusern Risse auftreten. Dann liegt der Verdacht der Erdabsenkung durch Untertagebewegung nahe. Nach geltendem Recht muss der Hausbewohner beweisen, dass Maßnahmen unter Tage diesen Schaden ausgelöst haben. Das ist nicht fair. Ein einfacher Bürger kann diesen rechtlich höchst aufwendigen Nachweis gar nicht erbringen. Deshalb halten wir es für dringend erforderlich, dass man hier die Beweislast umkehrt. Konzerne, die unter Tage arbeiten, müssen eine umfassende Dokumentation vorhalten und jederzeit beweisen können, dass ihre Arbeit die Risse nicht verursacht hat.

Quelle:
Beweislast bei Bohrungen muss umgekehrt werden – NWZonline.de.

Mrz 112011
 

Foto:Oliver Krischer

Wie versprochen greifen wir den Artikel der NY-Times nochmal auf. Der Bundestagsabgeordete der Grünen, OliverKrischer hat den Artikel ins Deutsche übersetzen lassen. Vielen Dank dafür! Ich hätte auch die kompletten 9 Seiten hier einstellen können. Unbedingt lesen.

Hier ein paar Zitate:

Auch wenn die Existenz giftiger Abfälle bekannt ist, belegen tausende von internen Dokumenten,die die New York Times von der US-Umweltbehörde EPA (Environmental ProtectionAgency), staatlichen Aufsichtsbehörden und Bohrunternehmen erhalten hat, dass die Gefahren für Umwelt und Gesundheit größer sind als bisher angenommen.
Andere Unterlagen und Interviews zeigen, dass viele Wissenschaftler der EPA beunruhigt
sind und warnen, dass die Bohrabfälle eine Gefahr für das Trinkwasser in Pennsylvania
darstellen.
Die Times hat auch unveröffentlichte Studien der EPA und eine vertrauliche Studie der
Bohrindustrie gefunden, die alle zu dem Schluss kamen, dass die Radioaktivität in den
Bohrabfällen in Flüssen und anderen Gewässern nicht vollständig verdünnt werden kann…
Mit anderen Worten, es gibt keine Möglichkeit, zu garantieren, dass das von all diesen Anlagen
entnommene Trinkwasser unbedenklich ist.
Gas ist in die unterirdischen Trinkwasservorräte von mindestens fünf Bundesstaaten gelangt,
unter anderem in Colorado, Ohio, Pennsylvania, Texas und West Virginia, und die
Einwohner machen die Erdgasbohrungen dafür verantwortlich.
In Texas, wo es heute rund 93.000 Erdgasbohrungen gibt, verglichen mit rund 58.000 vor
einem Dutzend Jahren, hat ein Krankenhausbetreiber in sechs Counties mit den angeblich
höchsten Bohraktivitäten 2010 eine Asthma-Rate von 25 Prozent bei jungen Kindern festgestellt
– mehr als das Dreifache der Rate von ca. 7 Prozent für den gesamten Bundesstaat
Dez 122010
 

Unser evangelischer Pfarrer Ulf Schlien hatte Herrn Stahlhut von Exxon in einer Infoveranstaltung in Nordwalde befragt, was passieren würde, wenn das Schlimmste eintreten würde und das Münsterland in Folge eines Störfalles oder einer Grundwasserabsenkung kein Trinkwasser mehr hätte und ob Exxon dagegen irgendwie versichert sei?

Hierzu Herr Stahlhut sinngemäß:

„Versicherungen würden nicht benötigt, man habe genügend Eigenkapital.“

Das wir Bürger dafür sorgen, dass die Energieriesen soviel von dem Geld besitzen, hat er  natürlich nicht gesagt. Der BUND hat aber mal recheriert und uns mitgeteilt, was sie bisher in Bezug zu Haftungsfragen herausgefunden haben. Dieses könnte so aussehen. Natürlich müsste man die Sache noch fachmännisch begutachten lassen. Diese Anmerkung stellt keine rechtsverbindliche Aussage da.

Wenn der Eingriff (Gasbohrung) Schäden verursacht, dann haftet der Investor (hier die Exxon-BohrtochterGmbH). Wenn dieser nicht mehr greifbar ist, der Grundstückseigentümer. Und wenn bei dem nichts zu holen ist, haftet die Standortgemeinde, also Nordwalde. Ist das den Ratsmitgliedern eigentlich klar? Deshalb sollte auch immer eine sehr hohe Sicherheitsleistung verlangt werden, z.B. in Form einer Bankbürgschaft.

Werde die Mail gleich mal an unsere Bürgermeisterin weiterleiten!