Feb 092017
 

Die Regierung Trump – in Zusammenarbeit mit der republikanischen Mehrheit im U.S.-Parlament – verfolgt offenbar eine Doppelstrategie, um – so oder so – die U.S.-Umweltbehörde EPA auszuschalten. im Hintergrund wirkt die mächtige fossile Lobby und legt die Noten auf, nach denen dann die Trump-Regierung spielt.

Einerseits wurde von Matt Gaetz, Senator aus Florida, ein Gesetzesvorschlag zur Auflösung der EPA eingebracht, andererseits arbeitet Myron Ebell, der Leiter des Trump‘ schen „Übergangs-Teams“ für die EPA, daran, die Mitarbeiterzahl von ca. 15.000 auf 5.000 zu reduzieren und den Etat der EPA zu halbieren auf 4 Mrd USD/Jahr.    http://www.washingtonpost.com/news/powerpost/wp/2017/01/30/trump-transition-leaders-goal-is-two-thirds-cut-in-epa-employees/?utm_term=.c7a903ece66a

Myron Ebell ist ein großer Klimawandelleugner. Nach Vollendung des „Umbaus“ der EPA soll nach Präsident Trump’s Wunsch ihre Leitung von Anwalt Scott Pruitt übernommen werden, einem weiteren eingefleischten Klimawandelleugner und EPA-Gegner.

Schon in den letzten Jahren waren die Personaldecke der EPA und ihr Etat viel zun knapp bemessen, um die vielen Aufgaben der Überwachung flächendeckend in den USA wahrnehmen zu können und um gegebenenfalls eigene Untersuchungen zu Kontaminationen durchführen zu können. Insbesondere die geradezu explosive Ausweitung  der Fracking-Förderung, in mehreren Fördergebieten gleichzeitig und mit jährlich Tausenden neuer Bohrungen ab etwa 2007 erforderte massive Verstärkungen. Entsprechende Etat-Anträge und Personalforderungen waren von den Republikanern im Parlament stets abgelehnt worden, wodurch die Behörde systematisch geschwächt worden war.

Der beabsichtigte „Umbau“ wird von einem früheren Rechtsanwalt der EPA, David Doninger, der jetzt für den National Resources Defense Council tätig ist, gegenüber der New York Times nach seinen Eindrücken aus den Gesprächen mit den Trump-Leuten so beschrieben: „der zentrale Punkt ist: mehr als unter jeder anderen Regierung vorher soll die Effizienz der EPA so weit abgebaut werden, dass sie sich davon nicht wieder erholen wird, selbst wernn der politische Wind sich wieder drehen sollte“.   http://www.truth-out.org/news/item/39377-republicans-introduce-bill-to-terminate-the-environmental-protection-agency.htm

Sollte der Gesetzesvorschlag zur Auflösung der EPA nicht durchkommen, wird dafür gesorgt, dass die Behörde künftig von innen heraus nicht mehr arbeitsfähig ist. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/donald-trump-wie-der-us-praesident-den-klimaschutz-lahmlegen-will-a-1133651.html

Die fossilen Konzerne können nun ungehindert mit ihren Aktivitäten das Land, das Wasser, die Luft und die Bürger der USA beschädigen. Die zuständige Behörde EPA wird nicht mehr in der Lage sein, Fachpersonal vor Ort zu entsenden, um Missstände aufzudecken.

Unter solchen Voraussetzungen wird die Klimarettung nicht gelingen können.

Volker Fritz                 den 09.02.2017

im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

Feb 012017
 

Reliable Partners?! – ExxonMobil

Die Förderkonzerne für Kohlenwasserstoffe in Deutschland geben sich immer gerne als seriöse und verlässliche Partner aus, auf die die Politik und wir Bürger vertrauen können. Doch sie setzen die verschiedensten Methoden an, um ihre Ziele, an den Bürgern vorbei, durchzusetzen.

Der Konzern ExxonMobil hat deshalb im Jahr 2011 versucht, über das U.S.-Außenministerium massiven Druck auf die Bundesregierung auszuüben, damit die geplante groß angelegte Fracking-Erdgasförderung realisiert werden kann, obwohl diese Pläne von der Bevölkerung abgelehnt wurden.

Jetzt bekannt gewordene Korrespondenz der U.S.-Botschaft in Berlin belegt das. Und der damalige Konzernführer? Richtig, Rex Tillerson, der heutige Außenminister der USA.

Und wie das Portal „The Intercept“ am 17.01.2017 dazu berichtet, gibt die Mitteilung der U.S.-Botschaft vom 26.08.2011 klar Auskunft, dass solche Aktivitäten seitens ExxonMobil stattfanden und wie ExxonMobil das weitwere Vorgehen plante, um die öffentliche Meinung in Deutschland hinsichtlich der Ungefährliochkeit der Fracking-Gasförderung zu „schulen“.

Titel:“Rex Tillerson‘ s ExxonMobil Frequently Sought State Department Assistance, New Documents Show“ von Lee Fang und Steve Horn.    Offenbar war man im ExxonMobil-Konzern der Meinung, man müsse den Deutschen nur vernünftig erklären, wie vorteilhaft doch die Förderung von Fracking-Erdgas in Deutschland sei. Dann würden sie ihren Widerstand schon aufgeben.

Ja, wir haben die sichtbaren Auswirkungen dieser Strategie, mit von ExxonMobil bezahlten Untersuchungen und der Abnschlusskonferenz des „Unabhängigen Expertenkreises“ zu Fracking in Deutschland im Frühjahr 2012 erlebt (denn wer zahlt, bestimmt auch die Musik).

Ebenso erlebten wir die massive Propagandaflut an die Presse. Unvergessen ist auch die 16-seitige Kampfschrift vom Dezember 2012 an alle Journalisten: „FAKTEN Informationen für Journalisten“, die als Verlagsbeilage im „JOURNALIST“ an die Privatadressen der Mitglieder des Journalisten-Verbandes geliefert wurde. Titel: „Die Zukunft der Erdgasförderung in Deutschland“

Ungeniert wurden Propaganda-Aussagen den Presseleuten als Wahrheit angeboten und auch teilweise von diesen übernommen. Denn, wenn ExxonMobil, der Weltkonzern, Aussagen tätigt, dann müssen diese doch wohl stimmen, oder?

Aber die Zeit und die stetig zunehmenden Schadensberichte aus den USA und Kanada aus Fracking-Gebieten rundeten das Bild immer deutlicher ab. Fracking-Förderung ist eine hoch gesundheits-gefährdende Produktionsart, die insbesondere die Anwohner von Förder- und Aufbereitungsplätzen und Verdichterstationen belastet. Doch es hat sich auch gezeigt, dass bereits die „normale“ Erdgas- und Erdölförderung hohe Schädigungspotentiale aufweist. Nur wurde in der Vergangenheit dort nicht hingeschaut.

Inzwischen wissen wir auch, welche enorme Schädigungswirkung das unverbrannt in großen Mengen entweichende Methan in der Atmosphäre entwickelt. Die Erdgas-Frackingförderung beschleunigt massiv die Erderwärmung und konterkariert dadurch die Ziele der Pariser Beschlüsse vom Dezember 2015 zur Klimarettung.

Volker Fritz

im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

Der Monster-Schaden ist abgedichtet

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Feb 282016
 

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Unsere Berichtsserie über den: Riesen-Erdgasaustritt aus einem Kavernenspeicher in Kalifornien im Aliso Canyon, nordwestlich von Los Angeles:

Dieser größte bisher registrierte einzelne Umweltschaden durch Kohlenwasserstoffe wurde am 12.02.2016 erfolgreich im Untergrund abgedichtet. Es laufen zurzeit noch Nachuntersuchungen, ob die Abdichtung dauerhaft dicht hält.

Nach 112 Tagen sind insgesamt ca. 5 Milliarden cubic feet Gas ausgetreten. Das entspricht ca. 140 Mio. m3 Erdgas

Rechnet man die Schädigungswirkung dieser Gasmenge auf die Atmosphäre um, so ergibt sich bei einer Umrechnung im Verhältnis zur CO2-Schädigung mit dem Faktor 86 ein CO2 -Äquivalent von ca. 12.000.000.000 t CO2.

In den bisherigen Aufzeichnungen ist kein Bericht zu finden, bei dem eine so gewaltige Gasmenge unverbrannt in die Atmosphäre entweichen konnte.

Die Systemschwächen und Nachlässigkeiten der Kavernenspeicher-Betreiber lassen befürchten, dass noch Dutzende gleichartig gefährdeter Gaskavernen in Kalifornien erhöhte Risiken bilden. Die ausgeförderten früheren Ölvorkommen sind Jahrzehnte alt und ebenso ihre technische Ausstattung. Wieder einmal müssen wir erkennen, dass Sicherheit bei den Öl- und Gasfördergesellschaften – und ebenso bei den Speicherbetreibern für Öl und Gas – eine zuerst kaufmännische Größe ist.

V. Fritz

Jan 252016
 

 

 

 

In Bezug zu unseren Artikeln vom 14. u. 29.12.2015: Riesen-Erdgasaustritt aus Kavernenspeicher in Kalifornien lassen die neuesten ergänzenden Informationen befürchten, dass dieses Gasleck am Aliso Canyon in Kalifornien zum größten bisher registrierten einzelnen Umweltschaden durch Kohlenwasserstoffe führen wird, da es noch Monate brauchen wird, die defekte Rohrleitung von 178 mm Durchmesser im Untergrund abzudichten.

Pro Monat entweichen mindestens 3.000.000 t CO2-Äquivalent.
Seit dem 23.10.2015 bläst der Speicher Erdgas ab. Es sind also inzwischen schon Erdgasmengen in die Atmosphäre entwichen, die etwa 9.000.000 t CO2-Äquivalent entsprechen.

Versuche über das Förderrohr das Leck zu verschließen sind allesamt gescheitert! Zum Glück ist bisher kein Feuer ausgebrochen. Das Gas strömt unverbrannt unter hohem Druck ins Freie.

Die Anwohner werden in immer größerem Umkreis um die Austrittstelle herum evakuiert, weil das Gas sich in der Umgebung anreichert und durch die Geruchszusätze zu Verätzungen der Atemwege und Schleimhäute führt.

Mittlerweile ist der Evakuierungsradius auf 3 Meilen = 4,9 km ausgedehnt worden und einige Tausend Haushalte mussten verlassen werden.

Wegen der Schwierigkeit, zwei Entlastungs- und Verschließungsbohrungen in einigen Hundert Metern Tiefe niederzubringen, unter den besonderen Umständen, wird es wohl noch mindestens bis März 2016 dauern, ehe das Leck verschlossen werden kann.

Der Gesamtschaden wird sich dann voraussichtlich auf etwa 12.000.000 t CO2-Äquivalent aufsummiert haben. Das entspricht dem Volumen von 30 Supertankern für Crude Oil von je 400.000 t Ladekapazität.

Untersuchungen in der Speicheranlage Aliso Canyon haben inzwischen ergeben, dass die defekte Rohrleitung kein Sicherheitsventil unten in der Rohrleitung mehr hat. Es wurde vor Jahrzehnten ausgebaut. Und auch an weiteren Kavernen in der Nachbarschaft wurde so verfahren. Auch sie haben diese Sicherheitsventile nicht mehr und bilden dadurch ein erhöhtes Risiko.

Anmerkung:
In den kalifornischen Medien wurde der Schaden zunächst eher klein dargestellt. Bei den Angaben des „California Air Resources Board“ wird eine Schadenswirkung von unverbranntem Methan von nur 28 mal größer errechnet, wenn man die gleiche Menge an CO2 zugrunde legt. So wurden aus 36.000 t Methan nur 1.000.000 t CO2-Äquivalent/Monat. In Wahrheit ist sie jedoch bei frisch ausgetretenem Methan 86 mal stärker (auch 100 x wird von einigen Wissenschaftlern angegeben) und erreicht erst nach etwa 100 Jahren Verweildauer in der Atmosphäre den von den örtlichen Medien gewählten, niedrigeren Ansatz. Die obigen Schätzungen basieren auf der höheren Schadenswirkung des frisch ausgetretenen Methans.

Die Gaswolke am Aliso Canyon ist mit entsprechenden Kameras sichtbar:

Video Released Allegedly Showing Cloud of Natural Gas After Aliso Canyon Leak

 

 

Das wird der absolute Monster-Schaden!!!

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Dez 292015
 

 

 

 

In Bezug zu unserem Artikel vom 14.12.2015: Riesen-Erdgasaustritt aus Kavernenspeicher in Kalifornien lassen die neuesten ergänzenden Informationen befürchten, dass dieses Gasleck am Aliso Canyon in Kalifornien zum größten bisher registrierten einzelnen Umweltschaden durch Kohlenwasserstoffe führen wird, da es noch Monate brauchen wird, die defekte Rohrleitung von 178 mm Durchmesser im Untergrund abzudichten. Pro Monat entweichen mindestens 3.000.000 t CO2-Äquivalent.
Seit dem 23.10.2015 bläst der Speicher Erdgas ab. Es sind also inzwischen schon Erdgasmengen in die Atmosphäre entwichen, die etwa 6.500.000 t CO2-Äquivalent entsprechen.

Versuche über das Förderrohr das Leck zu verschließen sind allesamt gescheitert und zum Glück ist bisher kein Feuer ausgebrochen. Das Gas strömt unverbrannt unter hohem Druck ins Freie.

Die Anwohner werden in immer größerem Umkreis um die Austrittstelle herum evakuiert, weil das Gas sich in der Umgebung anreichert und durch die Geruchszusätze zu Verätzungen der Atemwege und Schleimhäute führt.

Mittlerweile ist der Evakuierungsradius auf 2 Meilen = 3,3 km ausgedehnt worden und einige Tausend Haushalte mussten verlassen werden.

Wegen der Schwierigkeit, eine Entlastungs- und Verschließungsbohrung in einigen Hundert Metern Tiefe niederzubringen, unter den besonderen Umständen, werden wohl noch mindestens 2 weitere Monate vergehen, ehe das Leck verschlossen werden kann.

Der Gesamtschaden wird sich dann voraussichtlich auf etwa 12.000.000 t CO2-Äquivalent aufsummiert haben. Das entspricht dem Volumen von 30 Supertankern für Crude Oil von je 400.000 t Lagekapazität.

Anmerkung:
In den kalifornischen Medien wird der Schaden eher klein dargestellt. Bei den Angaben des „California Air Resources Board“ wird eine Schadenswirkung von unverbranntem Methan von nur 28 mal größer als die von der gleichen Menge CO2 zu Grunde gelegt.
So werden aus 36.000 t Methan nur 1.000.000 t CO2-Äquivalent/Monat. In Wahrheit ist sie jedoch bei frisch ausgetretenem Methan über 80 mal stärker (auch 100x wird von einigen Wissenschaftlern angegeben) und erreicht erst nach etwa 100 Jahren Verweildauer in der Atmosphäre den von den örtlichen Medien gewählten, niedrigeren Ansatz. Die obigen Schätzungen basieren auf der höheren Schadenswirkung des frisch ausgetretenen Methans.

 

Die Gaswolke am Aliso Canyon ist mit entsprechenden Kameras sichtbar

Video Released Allegedly Showing Cloud of Natural Gas After Aliso Canyon Leak

Reliable  Processes – Riesen-Erdgasaustritt aus Kavernenspeicher in Kalifornien

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Dez 142015
 

Riesen-Erdgasaustritt aus Kavernenspeicher in Kalifornien mit einer Schadenswirkung von mehr als 800.000 to CO2 bis 04.12.15 (und täglich treten weitere Mengen aus)

USA  12.1-3.15

http://www.theguardian.com/us-news/2015/dec/04/california-natural-gas-leak-methane-climate-change-old-infrastructure?CMP=twt_a-environment_b-gdneco

Am 04.12.2015 wurde öffentlich, dass in Kalifornien, am Erdgas-Kavernenspeicher „Aliso Canyon“, in der Nähe von Porter Ranch, nordwestlich von Los Angeles Gasaustritt festgestellt worden ist. Man hat hier ausgeförderte Ölvorkommen zu Erdgasspeichern umgenutzt, nachdem die Vorkommen vor 60 Jahren erschöpft waren.

Schon seit dem 23.10.15 bläst dort das Erdgas mit großem Volumen ins Freie. Bisher ist die Schadenswirkung des ausgetretenen Erdgases bereits größer als der von 800.000 to CO2 und das Ausströmen wird noch 3 bis 4 Monate so weitergehen, ehe die begonnenen Verschließungsmaßnahmen zur Abdichtung des Lecks führen können.

Damit wird dieser Schaden den Umfang des Deepwater Horizon-Schadens 2010 im Golf von Mexiko, weit überschreiten, da ja täglich weiter Gas austritt.Hunderte Familien in der Nachbarschaft von Porter Ranch mussten ihre Häuser verlassen, weil die Familienmitglieder Nasenbluten, Kopfschmerzen und  Übelkeit erlitten von dem nach faulen Eiern riechenden Gas.

Der Betreiber SoCalGas will eine Entlastungsbohrung an die Förderleitung in größerer Tiefe gezielt heranbringen und dann von dort aus die Leitung verschließen. Alle bisherigen Versuche, die Leitung, über die das Gas nach draußen strömt, zu schließen, schlugen fehl. Die Speichertiefe geht bis in 8.500 Fuß.

Wegen des erforderlichen Zeitaufwandes, bis man mit dem Bohrkopf an der geplanten Stelle vor der Förderbohrung angekommen sein wird, wir das Gesamt-Austrittsvolumen weit über 1.000.000 to CO2-Equivalent entsprechen und damit wohl alle bisherigen Havariefälle mit massenhaften Austritten übertreffen.

Wieder einmal zeigt sich, dass die Prozesse im Rahmen der Gasförderung und
–       Lagerung nicht absolut sicher sind, wie uns das die Industrie immer weismachen will.

Aber auch bei Erdöl sind viele große Schäden öffentlich bekannt geworden.

Ich verweise auf eine Aufstellung der 10 größten bekannten Ölaustritte in der Vergangenheit:

http://environment.about.com/od/environmentalevents/tp/worst-oil-spills.htm

Golf Krieg 1991 kriegsbedingter Ölaustritt  durch Öffnen der Ventile mehrerer Tanker im Persischen Golf am See Insel Terminal in Kuwait liefen 380 bis 520 Millionen gal Öl ins Meer, ausgelöst von irakischen Streitkräften

Lakeview Gusher 1910 im Kern County Kalifornien 378 Millionen gal Öl
Ixtoc 1 Oil Spill 1979 im Golf von Mexiko 140 Millionen gal Öl
Öltanker Kollision 1979 vor der Küste von Trinidad 90 Millionen gal Öl
Kolva River Oil Spill 1994, Russland 84 Millionen gal Öl
Nowruz Oil Field Oil Spill 1983, Persischer Golf, Iran 80 Millionen gal Öl
Castillo de Bellver Oil Spill 1983, Süd Afrika 79 Millionen gal Öl
Amoco Cadiz Oil Spill 1978, im Ärmelkanal 69 Millionen gal Öl
ABT Summer Oil Spill 1991, vor der Küste von Angola 51 bis 81 Millionen gal Öl
M/T Haven Tanker Oil Spill, 1991, vor der Küste von Genua 45 Millionen gal Öl
Ocean Odyssey Oil Spill, 1988, vor der kanadischen
Ostküste
43 Millionen gal Öl

 

Ob der Deepwater Horizon-Schaden im Golf von Mexiko mit zu den 10 größten Schäden der Welt zu rechnen ist, steht noch nicht endgültig fest.

Der derzeitige massive Methanaustritt in die Atmosphäre in Kalifornien wirft jedenfalls erneut ein Schlaglicht auf die alternden  Erdgas-Infrastrukturen in den USA. Solche großen Ausbrüche sind leicht möglich, ebenso wie das allmähliche Entweichen aus Gas Lecks.

Der undichte Gasspeicher ist einer der größten im Westen der USA.

Wir lernen also ein weiteres Mal, dass diese Industrie die ihr zur Verfügung stehende Technik nicht mit dem Ziel der „maximalen Sicherheit“ betreibt, sondern kaufmännische Abwägungen vornimmt, welchen Sicherheitsaufwand sie treiben will oder wegen örtlicher Wachsamkeit treiben muss.

Den Zusicherungen in Deutschland, wegen vermeintlicher Sicherheit, wegen eingespielter Prozesse, können wir auf keinen Fall Glauben schenken, denn ein voller Einblick wird uns nicht gewährt.

Die Landesbergämter, als Aufsichtsbehörden, sehen sich als Partner der Förderunternehmen. Sie unterstehen den Wirtschaftsministerien der Förderländer, die möglichst Förderabgaben von den Förderunternehmen kassieren wollen.

Es gibt Vereinbarungen der Landesbergämter mit den Förderunternehmen, dass diese sich im Wege der freiwilligen Selbstkontrolle selbst überwachen und darüber an die Aufsichtsbehörden schriftlich berichten.

Na toll.

Es ist zu fordern, dass die Aktivitäten der Kohlenwasser-Förderunternehmen und der für sie tätigen Unterauftragnehmer in Deutschland endlich einer effektiven behördlichen Kontrolle unterstellt werden und dass die dafür zuständigen Überwachungsbehörden personell und technisch so ausgestattet werden, dass sie diese Aufgabe auch wahrnehmen können.

Und diese Überwachung darf sich nicht nur auf bergrechtliche Aspekte beziehen sondern muss den Gesundheitsschutz der Anwohner gleichwertig mit einbeziehen.