IG Fracking freies Bad Rothenfelde

 

Unkonventionelles Gasbohren in Bad Laer / Bad Rothenfelde

Gasbohrungen nach Schiefer-/Kohleflözgas (Methan) und das dazugehörige Fracking bedrohen die Grund- Trink und Heilquellenwasserversorgung. Durch bis zu 2 km tiefe Bohrlöcher, die in großer Tiefe horizontal weiterlaufen, wird chemikalienversetztes Wasser mit großem Druck ins Erdreich gepresst. Diese horizontalen Bohrungen werden aktuell bis zu 4 km weit, sternförmig vom zentralen Sondenplatz ins Umland gebohrt. In unserem Fall befindet sich die zentrale Bohrung in Müschen am kleinen Berg. Der Wassereinschuss mit hohem Druck (Fracking) erzeugt eine erdbebengleiche Eruption und bricht tief in der Erde die Gesteinsschichten auf. Das zwischen den Gesteinsplatten eingeschlossene Erdgas wird so zugänglich und mit dem Rückfluss des Frackwassers durch die Bohrlöcher an der Oberfläche aufgefangen. Damit sich Methan lösen kann, werden dem Wasser Chemikalien und Biozide zugesetzt. Selbst falls tatsächlich, wie von Exxon behauptet, der größte Teil des Frackwassers, das später als Sondermüll deklariert werden muss, wieder aufgefangen werden kann, verbleibt immer eine Kontamination in den tiefen Böden zurück. Durch den natürlichen Wasserkreislauf gelangt es dann auch in Grundwasser- und Quellbereiche. Zu oft schon ist in von Bohrungen betroffenen Gebieten mit, Methan, Quecksilber, Aromaten und weiteren Stoffen belastetes Wasser aus Wasserhähnen geflossen, um eine Verunreinigung der Wasservorkommen zu leugnen. In der Stellungnahme des UBA vom 12. 2011, S. 12 werden die Stoffeigenschaften der eingesetzten Stoffe beschrieben: 38 der eingesetzten Additive sind toxisch für Menschen, 8 karzinogen, 7 mutagen, 5 haben Effekte auf die Reproduktivität. Die nichtionischen Tenside der Octylphenol Ethoxylate z. B. sind toxisch und bioakkumulierend und die Abbauprodukte hormonell wirkend.

Selbst falls nicht gefrackt werden sollte, besteht alleine durch das Bohren in Bereiche des Lagerstättenwassers die Gefahr der Kontamination unserer Böden und des Grundwassers. Denn das Lagerstättenwasser an sich enthält bereits radioaktive Stoffe, Biozide und andere Chemikalien und gelangt durch die Bohrungen, oder rissige Bohrlöcher, ans Oberflächenwasser.
Zuletzt bleibt auch die Problematik der Entsorgung des Bohr- und Lagerstättenwassers. Zurzeit lagert man es u.a. in den stillgelegten, in Beton ummantelten Bohrlöchern. Was passiert, wenn der Beton korrodiert und Risse bekommt? In den USA hat man festgestellt, dass nach 15 Jahren 50% der Bohrlöcher undicht sind.
Zur weiteren Information sind ein paar kurze Infofilme auf der Internetseite www.gegen-gasbohren.de unter der Rubrik „Nachrichten /Infos/ Filme“ zu empfehlen. Zum Beispiel auf 3 sat gezeigt. „nano- Fracking- Erdgas per Druck, Sand, Wassser und Chemie“ (3,5 min)

Da die Genehmigungen der Gasbohrungen nach dem sehr überalterten Bergrecht erteilt werden, ist hier keine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig, wie in allen anderen dem Immissionsschutz unterworfenen Genehmigungsverfahren. Nur die Wasserbehörden können Einspruch erheben. Die politischen Gremien der Gemeinden und des Kreises haben rechtlich keine und das Land nur geringe Handhabe gegen die Bohrungen. Exxon ist ein sehr großer, finanzstarker Konzern, der in Niedersachsen schon viele Bohrungen erfolgreich durchgeführt hat. Für das Land Niedersachsen ergeben sich daraus zunächst große finanzielle Vorteile. Die Änderung des Bergrechtes ist Bundessache und wurde von den Grünen in Berlin bereits beantragt. Dieses Verfahren ist richtig, dauert aber zu lange, um für unser aktuelles Problem rechtzeitig wirksam zu werden. In einigen Wochen werden die Ergebnisse der vielversprechenden Testbohrungen aus Bad Laer feststehen und anschließend wird das Verfahren von Exxon wieder aufgenommen.
Die Zeit tatenlos ins Land streichen zu lassen und auf einen für uns positiven Ausgang zu hoffen ist in diesem Fall fatal. Ein Gebiet von ca. 100-150 km rund um Osnabrück birgt umfangreich Schiefer- und Kohleflözgaslagerstätten und ist geologisch höchst interessant zur Erdgasförderung. Daher ist die Erfolgsaussicht für Exxon im kleinen Berg sehr groß. Unsere einzige Chance jetzt zu gegebenem Zeitpunkt weitere Bohrungen und die Verschmutzung unseres Wassers und unserer Böden zu verhindern ist umfassender Protest, so dass es für Exxon zu risikoreich ist Erdgas hier und im Umland zu fördern.

Kontakt

Anna Kebschull