Dez 182010
 

Am 17.12.2010 hatten die Grünen zu einer Infoveranstaltung in Nordwalde eingeladen. Bereits um 17.00 Uhr trafen sich in kleiner Runde Grünenpolitiker und Vertreter der IG`s Nordwalde und Drensteinfurt. Sinn war es offene Fragen direkt an den Experten und kritischen Beobachter der unkonventionellen Gasförderung Herrn Dr. Werner Zittel stellen zu können.

Um 19.00 Uhr wurde dann die Runde um ca. 150 Interessierte vergrößert. Zusätzlich war auch Herr Echelmeyer von den Stadtwerken Steinfurt erschienen. Zu Beginn zeigte Herr Zittel an Hand von Beispielen auf, dass es immer schwieriger, gefährlicher aber auch teurer wird, die jährliche Förderquote an fossilien Brennstoffen zu halten. Der Abbau von unkonventionellen Erdgasen komme nun deshalb in Betracht, weil neue herkömmliche Erdgasfelder nicht mehr zu erschließen sind. Er zeigte auf, was in den USA bisher passiert sei. Zu einem immensen Flächenverbrauch kommen ca. 1000 nachweisbare Grundwasserbeeinträchtigungen, Luftverschmutzungen, und sogar Probleme mit natürlicher Radioaktivität, die durch das Zurückpumpen der Frackflüssigheit ans Tageslicht kommt.

Herr Dr. Zittel stellte einen Forderungskatalog auf, der seiner Ansicht nach notwendig ist. Nur so könnten die Probleme die in den USA entstanden sind, hier in Deutschland minimiert werden.

Zum Ende seines Vortrages zeigte er auf, was passieren muss,um durch Fracking die Exportabhängigkeit Deutschlands um 1 % senken zu wollen. Dazu

  • müssten jährlich ca. 2.000.000.000 -4.000.000.000 l Trinkwasser vernichtet werden
  • müssten jährlich dem Wasser ca.10.000.000 – 40.000.000 l toxische Chemikalien zugesetzt werden
  • würden jährlich 3.000.000.000 bis 7.000.000.000 l dieses Wasser-Chemie-Cocktail´s im Untergrund verbleiben

Sehr intensiv wurden nach diesem Vortrag Fragen an den Experten gestellt. Herr Zittel konnte hier mit fachmännischen Antworten aufzeigen, wo die Probleme und Risiken zu erkennen sind.

Anschließend kam Herr Echelmeyer zum Zuge. Wie wichtig ihm die Sache war, zeigte die Tatsache, dass er die Weihnachtsfeier seiner Stadtwerke gestern nicht beiwohnen konnte. Er kritisierte, dass die gesamte Wasserwirtschaft zunächst als Träger öffentlicher Belange keine Stellungnahme abgeben konnte, weil sie zum Verfahren nicht zugelassen wurde. Ähnlich wie wir Bürger, haben auch die Stadtwerke Steinfurt nur aus der Presse von den Aktivitäten erfahren. In einer Präsentation zeigte er den Bürgern, wo es zur Kontaminationen von Bohrflüssigkeit und dem Grundwasser kommen kann. Man habe zwischenzeitlich eine Beteiligung im Genehmigungsprozess eingefordert und einen Forderungskatalog aufgestellt. Auf Kosten von Exxon soll dazu ein umfangreiches Monitoring des Grundwassers erfolgen. Interessant war auch die Randbemerkung, dass Exxon in einem Gespräch zugeben musste, dass man nicht nur eine Probebohrung einbringen wolle, sondern dass man auch an einen Probefrack denke. Nur so lasse sich der immense Kostenfaktor, den eine solche Probebohrung koste, rechtfertigen.

Herr Helmut Fehr von den Grünen beendete den sehr informativen Abend. Er forderte eindringlich, dass das Bundesberggesetz überarbeitet werden muss, weil es nicht mehr zeitgemäß ist. Es darf nicht sein, dass eine solche die Umwelt einschneidende Maßnahme, ohne Bürgerbeteilung und ohne UVP durchgeführt werden darf.

Nach ca. 2 1/2 Stunden war die Veranstaltung beendet. Wir Bürger wurden bestens informiert. Viele von uns haben nun einen höheren Informationsstand als mancher Lokalpolitiker der Mehrheitsfraktion im Nordwalder Rat.

Vielen Dank den Grünen, Herrn Dr.Zittel und Herrn Echelmeyer.

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