Feb 072011
 

Die Einwohner rund um Söhlingen haben es wirklich nicht einfach. Passiert dort ein Unfall von ExxonMobil, wird der als „gemeldeter Vorfall“ abgetan. Die örtlichen Zeitungen berichten weit weniger kritisch, als es hier der Fall ist.

Zu dem möglichen Erdbeben 2004 wird beispielsweise nur eine Exxon-Stellungnahme gebracht.Zitat:

Das hält die Exxon für ausgeschlossen, da der Druck in der Lagerstätte durch das Verfahren nur kurz und geringfügig erhöht werden kann. Die Kraft reiche schlicht nicht aus, um gravierende tektonische Veränderungen auszulösen.

Dass es auch eine andere Variante gibt, wird nicht näher erwähnt.  Hier heißt es u.a.

Überzeugt von der neuen Berechnung ist mittlerweile auch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Jetzt räumt sie ein, dass die Erdgasförderung das Beben hervorgerufen haben könnte und korrigiert ihre ursprüngliche Tiefenangabe. Sie will weitere Messstationen in der Gegend installieren – für künftige Beben.

Weiter werden mehrere Annahmen von Exxon unkommentiert als Tatsache übernommen. Beispiel:

Einige der Bestandteile sind für sich genommen als giftig, gesundheitsschädlich, umweltgefährdend oder ätzend eingestuft. In der Zusammensetzung mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent Wasser gilt die Gesamtflüssigkeit hingegen als nur schwach wassergefährdend und nicht kennzeichnungspflichtig.

Nur weil Exxon das so behauptet, muss das aber nicht unbedingt stimmen. Die Mitarbeiterin von der Wasserbehörde in Hagen sagte im Monitorbeitrag aus November 2010 was ganz anderes.

Ein solcher Stoff darf nach den Vorschriften die wir kennen, in der Wasserwirtschaft überhaupt nicht in einem Stoffgemisch vorhanden sein, wenn man davon sprechen will, dass es nicht wassergefährdend ist. Das heißt im Klartext für mich, dass man den auch nicht soweit runtermischen kann, bis er nicht mehr wassergefährdend ist, weil es ein Stoff der Wassergefährdungsklasse 3 ist.“

Erschreckend finde ich auch, wie von Seiten von Exxon immer versucht wird, Verfahrenstechniken oder giftige Subtanzen zu verharmlosen. Mal wird von Bodylotion gesprochen, ein anderes Mal wird ein giftiger Stoff als ungefährlich deklariert, weil er auch in der Lebnsmittelverpackungsindustrie Verwendung findet. Heute vergleicht Herr Nack in der Rotenburger Rundschau eine Schwarzwälderkirschtorte mit Fracking.

Guten Appetit!

Nachtrag:

Hier der Originalton von Peter Vosser, CEO Shell . Darin äußerte er sich am 13. September 2010 auf der Weltgaskonferenz in Montreal zu den Chancen und Risiken des Unkonventionellen Erdgases.
Zitat:
  • „…things sometime can and do go wrong.“
  • – oder anders ausgedrückt: No risk – no gas!

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