Sep 152011
 

Genau heute vor einem Jahr, am 15. September 2010, war in der Zeitung zu lesen “Exxon bohrt in Nordwalde nach Erdgas”. Was damals kaum jemand wusste war, dass dabei das weltweit umstrittene, teils verbotene Hydraulic “Fracking” Fracturing Verfahren zum Einsatz kommen sollte.

Zu Anfang stand eine frisch gegründete Bürgerinitiative in Nordwalde alleine vor der Herausforderung, Politik und Behörden von der Gefährlichkeit des Verfahrens zu überzeugen. Viele hundert Artikel wurden seit dem von der Bürgeriniative veröffentlicht. Vierzehn weitere Bürgerinitativen haben sich in der ganzen Bundesrepublik gegründet, denn nicht nur Nordwalde ist betroffen, sondern die Hälfte von NRW, Teile von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Sogar am Bodensee soll “gefrackt” werden.

Aufgedeckt wurde, dass die zuständige Bergbaubehörde in NRW mit Werbemitteln von Exxon als neutrale Informationen warb. Der Genehmigungsprozess innerhalb der Behörde wurde inzwischen umstrukturiert. Das Bundeswirtschaftsministerium machte wenige Monate den gleichen Fehler und stellte ebenfalls Werbematerialien als wissenschaftliche Informationen dar. Bisher ohne Konsequenzen.

Nordrhein-Westfalen hat ein Moratorium beschlossen, welches ohne den Druck der Initiativen so wahrscheinlich nicht zustande gekommen wäre. Im Herbst wird im Bundestag über eine Änderung des Bergrechtes beraten. Der Bundesumweltminister hat eine Studie angekündigt. Unkonventionelle Gasförderung hält er für verzichtbar.

Inzwischen engagiert sich ein großes Bündnis aus Kommunen, Bürgermeistern, Parteien, Kirchen, Umweltverbänden und Wasserversorgern gemeinsam mit den Bürgeriniativen. Zusammen haben sie das Ziel, den Schutz von Mensch und Natur vor wirtschaftliche Interessen zu stellen. Bis nach Brüssel wurde der Protest getragen. Dort will ein parteiübergreifendes Bündnis strengere Regeln für die Gasförderung in ganz Europa erreichen.

Die Kontakte der Bürgerinitiative aus Nordwalde reichen inzwischen bis nach Amerika, Australien und Afrika. Denn Fracking ist ein weltweites Problem. Das Motto der Initiativen ist deshalb: “Gemeinsam stoppen wir Fracking! Überall!”

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