Moratorium in NRW darf nicht aufgeweicht werden

In Nordrhein-Westfalen werden momentan keine Anträge auf Gasbohrungen bearbeitet. Dieses faktische Moratorium gilt, weil schon im Zusammenhang mit der Erkundung unkonventioneller Gasvorkommen wesentliche Nachteile für die Bevölkerung nicht auszuschließen sind.

Ein Gutachten des Wirtschafts- und Umweltministeriums soll im Ergebnis ein Regelwerk liefern, unter welchen Umständen sowohl die Exploration als auch die Förderung unkonventioneller Gasvorkommen möglich sein könnten.

Die Minister sprechen explizit von einer Risikoanalyse in Bezug auf die unkonventionelle Gasförderung. Hydraulic Fracturing ist ein wesentlicher Risikofaktor, aber leider nicht der einzige.

Die Initiativen “Gegen-Gasbohren.de” begrüßen die gerade erfolgte Selbstverpflichtung von HammGas und A-Tec, auf Hydraulic Fracturing im Rahmen der Kohleflözgasförderung zu verzichten. Sie sehen aber keinerlei Grundlage dafür, dass damit das Moratorium des Landes für diese Unternehmen nicht mehr gelten solle.

Das gleiche gilt für “oberflächennahe Erkundungsbohrungen” von denen Wintershall und ExxonMobil sprechen. Sobald es um die Exploration unkonventioneller Lagerstätten geht, muss erst das Ergebnis der Studie des Landes NRW abgewartet werden. Erst mit einem fundierten Regelwerk und umfassendem Wissen über die Risikofaktoren, können Anträge sinnvoll bearbeitet werden.

Über 15 der Bürgerinitiativen, welche sich explizit mit der  Problematik der Gasförderung aus unkonventionellen Lagerstätten befassen, sprechen sich jedoch weiterhin konsequent für ein generelles Verbot dieser Art der Gasförderung aus und werden den Zugriff auf Schlupflöcher oder Umgehungsversuche zu Lasten von Mensch und Natur nicht dulden.

Author

Jörn Krüger

Jörn Krüger ist Software Entwickler und engagiert sich in verschiedenen Organisationen, die Internet und bürgerliches Engagement verbinden.

Im Oktober 2010 begann er mit dem Blog unkonventionelle-gasfoerderung.de, auf dem aktuelle und internationale Nachrichten, Meinungen und Berichte zur unkonventionellen Gasförderung veröffentlicht werden. Als informierter Laie schreibt er Gastbeiträge, informiert über Fracking und steht als Gesprächspartner für Parteien und Institutionen zur Verfügung. Zum Thema kam er, als ExxonMobil im September 2010 ankündigte, in seinem Wohnort Nordwalde nach unkonventionellen Gasvorkommen zu bohren. Nach wenigen Stunden Recherche über die weltweiten Folgen von Fracking und dem geringen Informationsstand auf allen Ebenen der Entscheidenden in Politik und Wirtschaft war für ihn klar, dass hier Handlungsbedarf besteht.

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