Jun 122014
 

Elementares Quecksilber (Bildquelle: EPA)

Elementares Quecksilber (Bildquelle: EPA)

Nach den aufsehenerregenden Quecksilberfunden an zwei Erdgasförderplätzen in Niedersachsen hat die zuständige Bergbehörde LBEG vorgestern einen eigenen, undatierten Bericht zu der Thematik veröffentlicht. Die zugehörige Pressemeldung erreichte die Agenturen gestern und ist auf den 6. Juni 2014 datiert. In dem Bericht werden „die“ Ergebnisse zweier Mess“kampagnen“ aus den Jahren 2010 und 2012 angegeben: Demnach umfasste die „Kampagne“ 2010 Messungen an insgesamt 7 Förderplätzen und 2012 an insgesamt 11 Plätzen. Einer der 18 Werte ist rot markiert, was Handlungsbedarf signalisieren soll.

 
„Die nun mehr erfolgte vollständige Übermittlung der dem LBEG vorliegenden Messergebnisse und deren gutachterliche Bewertung…“, meldete daraufhin die Rotenburger Kreiszeitung und suggeriert damit maximale Transparenz in dieser Sache.

 
Wasserbau-Ingenieur und Umdweltaktivist Bernd Ebeling kommentiert dagegen: „Die Quecksilber-Angaben Erdgasförderung des LBEG sind wissenschaftlich falsch dargestellt.“ Die zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse sei aus fachlicher Sicht grundsätzlich falsch, so Ebeling weiter. „Das ist selbst für Laien erkennbar. Der Quecksilber-Gehalt in den Böden ist, anders als das LBEG darstellt, nicht nur in Munster Nord Z1 überschritten, sondern auch bei den drei weiteren Erdgas-Förderplätzen Hemsbünde Z3, Dreilingen Z1 und Rehden 24.“

 
Bei den Daten zum Erdgas-Förderplatz Dreilingen Z1 (Wintershall) verschweige das LBEG, dass die Gasförderung auf Dreilingen Z1 im Mai 2009 beendet worden ist. Die Probenahme erfolgte allerdings erst drei Jahre später. Das giftige Schwermetall Quecksilber ist sehr mobil und dringt auch in tiefere Bodenschichten zu den höchsten Stau- und Grundwasserschichten vor.

 
Auf einem weiteren Messpunkt, dem Erdgas-Förderplatz Munster Nord Z3 (ExxonMobil), wird ebenfalls kein Gas mehr gefördert.

 
Die Bürgerinitiative Uelzen fordert jetzt vom LBEG die Herausgabe aller Untersuchungsergebnisse und des entsprechenden Gutachtens, außerdem eine vollständige Aufklärung aller Belastungen nicht nur durch Quecksilber, sondern auch durch weitere giftige Schwermetalle wie etwa Blei und Lithium, welche bei der Gas- und Ölförderung in Luft, Boden und Wasser gelangen können.

 
Allein im Landkreis Rotenburg gibt es aktuell 48 fördernde Erdgassonden, wie aus einer Landtagsantwort des amtierenden Wirtschaftministers Olaf Lies hervorgeht.

 Veröffentlicht von am 12. Juni 2014

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