Aug 202014
 
An dem Treffen mit Karl Schiewerling (4.v.r.) nahmen auch Bürgermeisterin Sonja Schemmann (4.v.l.) und Mathias Elshoff (2.v.r.) von der IGGG teil.Foto: Michael Schwakenberg

An dem Treffen mit Karl Schiewerling (4.v.r.) nahmen auch Bürgermeisterin Sonja Schemmann (4.v.l.) und Mathias Elshoff (2.v.r.) von der IGGG teil. Foto: Michael Schwakenberg

In der vergangenen Woche fand ein Gespräch der IG-GEGEN GASBOHREN Nordwalde mit Mitgliedern der CDU Nordwalde, der Bürgermeisterin und dem BA Karl Schiewerling statt. Die Westfälischen Nachrichten berichteten. Der Bundestagsabgeordnete betonte, dass es in der CDU viele Mitglieder gibt, die sich gegen Fracking aussprechen würden. Das kam wirklich überzeugend rüber. Wir hoffen, dass sich das auch nicht verändern wird, wenn die Ukraine Krise eskalieren sollte und russisches Gas weniger eingeführt werden kann.
Natürlich gibt es ein berechtigtes Interesse der beteiligten Industrie an Fracking. Auch können sich – abhängig vom Gaspreis und den Genehmigungsauflagen – potenziell neue Geschäftsmöglichkeiten ergeben. Aber dadurch wird weder eine neue Ausgangssituation für die deutsche Energieversorgung geschaffen, noch erhalten wir dadurch die Möglichkeit, große Gasmengen in Deutschland kostengünstig und dabei auch sicher zu fördern. Der Wunsch nach sauberer und gleichzeitig billiger Energie wird durch Fracking sicher nicht erfüllt.
Wir meinen, dass Fracking deshalb der falsche Weg ist. Einzig ERNEUERBARE ENERGIEN und  eine bessere ENERGIEEFFIZIENZ  können uns  heute einen erfolgreichen Weg in die Zukunft ebnen. Wenn wir jetzt auf den Fracking Zug aufspringen, müssen wir in 15-20  Jahren den Umstieg auf eine neue Energieform wagen.  Zumal der Frackingboom nach wenigen Jahren in den USA schon wieder vorbei ist und in China weit weniger Schiefergas gefördert werden kann, als angenommen.
Um unsere Importabhängigkeit signifikant senken zu können, müssten gewaltige Eingriffe in die Natur vorgenommen werden.
Herr Werner Zittel von der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH brachte das in einem Vortrag vor 2 Jahren in Nordwalde auf den Punkt.

Wenn man den Gasimport um 1 % senken wolle, müssten jährlich:

  • ca. 1000 neue Bohrungen in Deutschland entstehen
  • ca. 2.000.000.000 – 4.000.000.000 l Trinkwasser vernichtet werden
  • ca.10.000.000 – 40.000.000 l toxische Chemikalien dem Wasser zugesetzt werden
  • 3.000.000.000 bis 7.000.000.000 l dieses Wasser-Chemie-Cocktail´s im Untergrund verbleiben

Wir wissen nicht, ob der Kabarettist  Dieter Nuhr und der Autor des Zeit Artikels dieses bewusst ist. Denn beide brachten unabhängig voneinander die These unters Volk, dass wir das Risiko Fracking eingehen sollten. Wie beide das gemacht haben, ähnelt doch sehr.  Beide versuchen mit plumpen Beispielen zu vermitteln, das jede Erfindung seinerzeit  der Menschheit ein gewisses Risiko aufgebahrt hat.

Auszug von Dieter Nuhr:
Elektrizität- ist sehr gefährlich. Das hätte unser Umweltbundesamt sofort verboten. Denn Elektrizität ist gefährlich, wenn ein Mensch die Zunge an eine Hochspannungsleitung hält.
Auszug aus dem ZEIT Artikel:
Sex. Eine Kulturtechnik, die den Menschen beherrscht, statt von ihm beherrscht zu werden. Ein Moratorium wäre, wie beim Fracking, ein „äußerst unbefriedigender Zustand“.
Wir meinen dazu:
 “Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten”?
Es gibt sehr viele Umweltskandale, die in den USA durch Fracking ausgelöst wurden. Ferner sollte der Bürgerwille auch von Komikern ( oder ist Nuhr noch eine Kabarettist) und Reportern respektiert werden. In zahlreichen Umfragen kommt immer wieder zum Ausdruck, dass die Bevölkerung sich gegen Fracking ausspricht. Dieses Argument sollte doch bei allen Politikern wahrgenommen werden. Positiv überrascht hier der Bayrische Umweltminister Marcel Huber (CSU) , der Fracking über das Wasserrecht verbieten wird.
Das Risiko für die Qualität unseres Wassers – und zwar nicht nur heute sondern vielleicht für die nächsten Generationen – steht in keiner vernünftigen Relation zu den wirtschaftlichen Vorteilen und deswegen sagen wir Nein.

Zum Abschluss komme ich nochmal auf das Gespräch mit unseren Ortspolitikern zurück. Jeder  konnte dem Bundestagsabgeordneten noch ein paar Anliegen, die ihm für die Zukunft wichtig erscheinen,  mit auf den Weg bringen.
Als wir von der Bürgerinitiative das Thema Freihandelsabkommen (CETA und TTIP) aufgriffen, waren wir verdutz, wie wenig der Basis der Ortsunion davon bekannt war. Denn wohl möglich kann durch ein darin enthaltenes Investitionsschutzabkommen Fracking in Deutschland erlaubt werden oder zumindest  von einem Amerikanischen Unternehmen der entgangene Gewinn  eingeklagt werden.

Zum Thema Freihandelsabkommen müssen wir BI noch sehr viel Aufklärungsarbeit leisten.

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